Forum: Wirtschaft
Türkische Wirtschaftspolitik: Erdogans riskantes Spiel
DPA

Vor dem Referendum diese Woche hat der türkische Präsident Erdogan die kriselnde Wirtschaft massiv mit staatlichen Interventionen gestützt. Eine Therapie mit Risiken und Nebenwirkungen. Die Kosten werden die Bevölkerung einholen, eher früher als später.

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seriennummer 09.04.2017, 11:44
1. Wie es um die

Finanzen der Türkei steht, weiß wohl mittlerweile jeder. Der von Erdogan ausgelöste "Wohlstand" und Bauboom hat zum einen die Bürger ruhiggestellt aber auch massiv verschuldet, der auf Pump generierte Bauboom nur die Kassen seiner Familie und Entourage gefüllt. So langsam nähert man sich der Realität an und Erdogan wird dieses Lügengerüst nicht länger aufrecht erhalten können. Der jetzige Machtanspruch wird ihm das Genick brechen, denn schon bald wird die Türkei ein einsamer und sehr armer Staat türkischen Bürger werden nach ihrem Erdogan als Helfer in der Not rufen. Das wird aber leider nichts nutzen, denn bis dahin hat Erdogan die Türkei derart isoliert, dass die Wirtschaft zusammenbrechen wird. Das ausländische Kapital, das die türkische Wirtschaft trägt, wird sich neue verlässlichere Plätze suchen, die Aufträge der Textilindustrie gehen nach Asien, der Tourismus praktisch tot. Mithin ist Erdogan nur noch eine Frage der Zeit. Und so despotischer er wird, desto schneller wird dieser Prozess abgeschlossen sein. Ein sehr großes Problem ist allerdings, dass sich nun alle anderen Politiker Erdogan bedingungslos untergeordnet haben und so, nach Erdogan, gar nicht mehr ernstgenommen werden können. Erdogan wird das schaffen; schneller als er selbst denkt.

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substanzlos12 09.04.2017, 11:48
2.

"Die Kosten werden die Bevölkerung einholen, eher früher als später." Und welche Rolle sollte diese Erkenntnis spielen? Ein Diktator hat nun Mal die Möglichkeit, sehr viel mehr als in anderen Staatsformen, das eigene Volk darben zu lassen - und wird diese selbstredend nutzen. Ich vermute es gibt in der Türkei sehr viele Menschen, die das auch wissen, die Frage ist nur, ob es mehr als die Hälfte ist.

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bissig 09.04.2017, 11:54
3. Ich glaube nicht, dass die Touristen aus Angst vor Terroranschlägen wegbleiben,

es ist eher eine Abstimmung mit Füssen über die politische Entwicklung in der Türkei.

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freddygrant 09.04.2017, 11:57
4. Die Frage ist doch ...

... wer leiht - außer den Türken selbst - dieser politisch, sozial
und auch wirtschaftlich im Niedergang befindlichen Türkei noch
Geld? Die von der Regierung Merkel und der EU nach Ankara
verschobenen EUROs werden nicht mehr lange anhalten. Vielleicht
werden dann Erdogans türkischen Mirtbürger und Freunde in
Deutschland ihr Häuschen hier bei uns verpfänden (müssen)?

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JaquesLafitte 09.04.2017, 12:11
5. Angst? Wieso?

"Kunden im wichtigen Wirtschaftszweig Tourismus bleiben aus Angst vor Anschlägen weg."
Nicht die Angst hält die "Kunden" davon ab in die Türkei zu reisen. Ein Attentat könnte uns überall und jederzeit von dieser Erde wischen.
Für ich nehme ich in Anspruch, dass ich das nicht mehr tue, weil ich keinen Dollar, Euro oder was auch immer in diesem mittlerweile korrupten und autoritären Staat liegenlassen will.

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Freidenker10 09.04.2017, 12:19
6. Lächerlich

So schnell kann einen Größenwahn einholen. Sobald die Türken den wirtschaftlichen Niedergang zu spüren bekommen und die in der Tourismusindustrie spüren es schon, wird der Hype um Erdogan auch wieder nachlassen. Hoffe die Türken sind schlau genug und sichern ihm nicht vorher noch die alleinige Macht, denn dann könnte es zu spät sein! Hoffe auch das dem ganzen Land nicht noch die Testosteron Glühbirnen durchbrennen, denn dieses Machogebahren vieler Türken, angestachelt durch Erdogan ist an Lächerlichkeit kaum noch zu topen!

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IMOTEP 09.04.2017, 12:20
7. Karte

Eine Rezession, mit all ihren Folgeerscheinungen (Rating) Tourismus u.s.w. das es so kommen würde war dem geneigtem Beobachter von vorneherein Klar. R.T.E der einst strahlende und verehrte Volksheld könnte jetzt sehr schnell zum Buhmann mutieren. Um das zu verhindern spielt er ein riskantes Spiel und setzt alles auf eine Karte. Ob er das Spiel zu seinen Gunsten endtscheiden kann, das wird sich in nicht all zu ferner Zukunft zeigen, warten wir es ab.

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John McC!ane 09.04.2017, 12:20
8. Das ist ungefähr wie der Versuch...

...die Brücke, die hinter einem zusammenbricht mit den Steinen abstützen zu wollen, die noch vor einem in Reichweite liegen! Wer das nicht durchschaut, wird zwangsläufig mitsamt Erdowahnistan untergehen! Ist aber vielleicht auch ganz heilsam...

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vliege 09.04.2017, 12:21
9. Machen wir uns nichts vor

Er wird das Referendum durch bringen wenn es nicht passt wird es ebnen passend gemacht. Danach wird er auf Schmusekurs mit den Europäern gehen nach dem Motto " war alles nicht so gemeint " lasst uns wieder Freunde sein und die EU wird aus wirtschaftlichen Gründen folgen. Den Menschen in Europa werden die Regierenden in Brüssel diesen Schritt als notwendig verkaufen und Erdogan als unverzichtbaren Stabilisator in der Region präsentieren. Heuchelei at its best. Saddam Hussein , Gaddafi, Mubarak und jetzt Assad. So schlimme (Kriegs)verbrechen sie auch begangen haben. Ich sehe keinen signifikanten Unterschied zur jetzigen Situation in den Ländern eher im Gegenteil. Diese Autokraten haben die Islamistischen Kräfte im Griff gehabt und es herrschte weitgehend Religionsfrieden. Nicht überall lassen sich Demokratien nach westlichen Vorbild installieren das müssen die westlichen Akteure endlich mal begreifen. Heute ist der gesamte nahe Osten und Teile des Maghreb destabilisiert und kurz vor dem Chaos. Die Folgen sind Terror und Flüchtlingsströme.

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