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"Turbogeschäfte": Bundesbank will Hochfrequenzhandel bremsen
REUTERS

Der "Turbohandel" mit Computern an den Börsen steht nach Kursturbulenzen in der Kritik. Auch die Bundesbank kritisiert das "zweifelhafte technologische Wettrüsten"

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roughneckgermany 24.10.2016, 16:42
30.

Finanztransaktionssteuer wird es mit Schäuble eher nicht geben. Natürlich wird verhandelt, jedoch hat man Angst, dass man weltweit abgehängt wird. Immerhin hat Schäuble die FTS selbst mit der Behauptung demontiert, dass es keinen Sinn machen würde, wenn nur ein paar Länder mitmachen. Ich sehe es etwas anders. Wenn niemand beginnt, wird es nie was werden.

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sogos 24.10.2016, 16:45
31.

Zitat von ambulans
mit ihrem beitrag erklären sie aber gerade nicht, weshalb 1. HFT überhaupt sein soll/muss und 2. wofür er denn "nötig" ist. seine "funktion" besteht nämlich vor allem darin, jeden preis (von was auch immer) per arbitrage in "rekordzeit" nur in eine richtung ("nach oben"!) zu schleusen. kann man übrigens auch ein >von speziellen interessen geschütztes "höchstpreis-kartell" nennen, wenns beliebt ...
Es gibt ihn, weil es moeglich ist und man damit Geld machen kann. Das ist der einzige Grund. Man kann eventuell argumentieren, dass die MM dafuer sorgen, dass es immer einen Markt gibt und der Spread klein ist und sie die Boersen finanzieren.
Aber es gibt keinen Gesamtwirtschaftlichen (wie sagt man macro economics auf Deutsch ?) Grund, die Realwirtschaft wird allerdings nur minimal davon beeintraechtigt. (Im Gegensatz zu dem, was die Grossbanken machen mit Liborraten faken und sich vom Staat etc..). HFT Firmen sind auch meistens recht klein.

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nonanet 24.10.2016, 16:49
32. Verlogenheit hoch 3!

Ach nein, wie niedlich! Jetzt auf einmal entdeckt man in höchsten Finanzorganen, was die primitiven Bürger schon lange mitverfolgen mußten! Jetzt will man etwas tun. Wer bitte ist verantwortlich für diese unsägliche Nonchalance von Politik und Finanzverantwortung?
Entfernen und Pensionsverweigerung diesen Nullen! Bin neugierig, ob Spiegel das druckt!

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sogos 24.10.2016, 16:52
33. Market Maker

Zitat von Moewi
Jetzt aber mal bitte - für alle vermeintlich Normaltickenden: Welchen Sinn hat es, Kauf- und Verkaufsorder zu kreieren, "auch wenn es keinen Grund gibt"? Wenn es keinen Grund (Bedarf) gibt, dann verkauft oder kauft man eben nicht.
Du hast sagen wir mal ein paar Aktien von Daimler, willst die verkaufen, allerdings hat Daimler gerade eine Meldung herausgegeben, dass die Quartalszahlen schlecht sind. Du rennst also zum Computer, allerdings will keiner die Aktien kaufen. Du kannst in diesem Fall auch ein grosser Fund sein, der gerade Millionen verliert, da er natuerlich auch Vertraege hat.
Das ist eine Aktien mit grossem Volume, es gibt Aktien (und Derivate), wo es ganz wenig Volume gibt und du tagelang warten kannst, bis jemand deinen Order annimmt.
Aus dem Grund haben die Boersen seit jeher Market Maker bestellt, die vertraglich immer Kauf und Verkaufsorder haben muessen (dafuer gibt es dann Discount).
Ausserdem gibt es davon von jeder Aktie/Derivate mehrere, die jeweils nur ein Teil abnehmen und damit das Risiko verteilen. Das gibt es schon seit Ewigkeiten im Papier- oder Floortrading.
Das HTF hat dies auf eine andere Ebene gehoben, die eigentlich nicht so gemeint war.

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ambulans 24.10.2016, 17:09
34. >sogos (nr. 32, oben),

Zitat von sogos
Es gibt ihn, weil es moeglich ist und man damit Geld machen kann. Das ist der einzige Grund. Man kann eventuell argumentieren, dass die MM dafuer sorgen, dass es immer einen Markt gibt und der Spread klein ist und sie die Boersen finanzieren. Aber es gibt keinen Gesamtwirtschaftlichen (wie sagt man macro economics auf Deutsch ?) Grund, die Realwirtschaft wird allerdings nur minimal davon beeintraechtigt. (Im Gegensatz zu dem, was die Grossbanken machen mit Liborraten faken und sich vom Staat etc..). HFT Firmen sind auch meistens recht klein.
"macro economics" nennen wir in deutschland (sofern wir hier überhaupt unser gutes altes deutsch verwenden sollten) überraschenderweise einfach "makroökonomie". die meisten VWL-texte sind nämlich englisch (aber das wissen sie ja wahrscheinlich); ich sprach aber vom >gesamtwirtschaftlichen nutzen (ihre "realwirtschaft") des HFT. "weshalb" und generelles "wofür" sind eher kategorien für historiker, philosophen und - juristen ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)

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keksguru 24.10.2016, 17:21
35. Beispiel Palmölhandel

ein Bekannter von mir arbeitet bei Henkel im Rohstoffhandel - Henkel stellt viele Körperpflegeprodukte aus Palmöl her und handelt auch mit Überschußmengen. Einmal ist das vorgekommen daß die Fracht eines Tankers auf dem Weg von Thailand nach Düsseldorf in 3 Wochen Fahrt mehr als 100x den Beseitzer gewechselt hat und am Ende der Kapitän in Höhe der Sankt Helena Inseln den Kurs dann Richtung Rio geändert hat... Das ist dann die Spekulation am Rohstoffmarkt, wo eine "hohe Frequenz" einen Besitzwechsel innerhalb von einer Stunde darstellt. Dahinter steckt kein Sinn mehr, das ist nur noch die pure Gier, die erst durch eine Steuer auf den Wert der gehandelten Güter gebremst werden kann. Letztenendlich ist das Phänomen nicht ganz neu, es fing schon im 16- Jahrhundert in Holland an und wurde Tulpomanie genannt. Eine Blumenzwiebel konnte man seinerzeit problemlos in zehn Kilo Gold tauschen...

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arrogist 24.10.2016, 17:22
36. Führt doch einfach wieder das Trennbankensystem wieder ein!

Dann könnten die Investmentbanker meinetwegen mit welcher Turbotechnik da herumzocken und in der Folge auch pleitegehen - wenn dann nicht die Geschäftsbanken mit den Spareinlagen mit in den Abgrund gezogen werden, dann wäre der Staat nicht wie 2008 erpressbar. So ist das aber alles ein Herumbasteln an den Symptomen des immergleichen Problems: Zockerbuden mit staatlicher Vollkaskoversicherung.

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sogos 24.10.2016, 17:38
37. @ambulans #35

Zitat von ambulans
"macro economics" nennen wir in deutschland (sofern wir hier überhaupt unser gutes altes deutsch verwenden sollten) überraschenderweise einfach "makroökonomie". die meisten VWL-texte sind nämlich englisch (aber das wissen sie ja wahrscheinlich); ich sprach aber vom >gesamtwirtschaftlichen nutzen (ihre "realwirtschaft") des HFT. "weshalb" und generelles "wofür" sind eher kategorien für historiker, philosophen und - juristen ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)
Dank, den Ausdruck wusste ich nicht, ich leben schon seit fast 15 Jahren im Ausland und bin kein Wiwi, sondern IT...
Wie gesagt, Nutzen gibt es nur was ich unter #34 beschrieben habe, aber wie ich im letzten Satz geschrieben hatte, hat das HFT sich verselbststaendigt.
Weswegen die meisten meiner Texte hier wie pro-HFT aussehen. Ich weiss durchaus von den Problemen davon und denke es muss mehr eingeschraenkt werden.
Was das Problem ist: Die meisten Menschen haben keine Ahnung, was das ist und es klingt sehr gefaehrlich und nutzlos. Das laesst sich leider populistisch ausnutzen; Transaktionssteuer etc. klingt gut, aber aendert nichts. Die Gegner dieser Steuer sind die Grossbanken, die das "Spiel" gegen die kleinen Spezialisten verloren haben und die 1-2% Aufschlag von dem die HFT Laeden leben zahlen. Da kommt der Lobbyismus her, da werden Artikel von den grossen Banken auch gerne mal gesponsort, die Experten, die immer erwaehnt werden, sind meisten auch von solchen.
Das ganze lenkt natuerlich auch schoen von den richtig grossen Problemen (Hallo Deutsche Bank wieviel 1000 Milliarden braucht ihr ?) ab...

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CommonSense2006 24.10.2016, 21:06
38.

Zitat von brooklyner
Wenn ich 25% Abgeltungssteuer auf ausgezahlte Börsengewinne zahlen muss, oder 25% Spekulationssteuer, wenn ich eine Wohnung in Berlin nach kurzer Zeit weiterverkaufe (was ich ja beides gut verstehen kann), warum wird dann eigentlich eine Finanztransaktionssteuer immer mit max. 1% vorgeschlagen? Wie wäre es denn, auch hier mal 25% anzusetzen?
ähhh.... weil die Finanztransaktionssteuer nur auf den Umsatz erhoben wird, völlig unabhängig davon, ob Sie Gewinn oder Verlust gemacht haben?
Ihre 25% zahlen Sie ja auch nicht auf den Verkaufspreis der Wohnung, sondern auf den Gewinn, den Sie damit erzielt haben, genauso wie auf ihre ausgezahlten Börsengewinne. Gewinne, wohlgemerkt.

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CommonSense2006 24.10.2016, 21:12
39.

Zitat von keksguru
ein Bekannter von mir arbeitet bei Henkel im Rohstoffhandel - Henkel stellt viele Körperpflegeprodukte aus Palmöl her und handelt auch mit Überschußmengen. Einmal ist das vorgekommen daß die Fracht eines Tankers auf dem Weg von Thailand nach Düsseldorf in 3 Wochen Fahrt mehr als 100x den Beseitzer gewechselt hat und am Ende der Kapitän in Höhe der Sankt Helena Inseln den Kurs dann Richtung Rio geändert hat... Das ist dann die Spekulation am Rohstoffmarkt, wo eine "hohe Frequenz" einen Besitzwechsel innerhalb von einer Stunde darstellt. Dahinter steckt kein Sinn mehr, das ist nur noch die pure Gier, die erst durch eine Steuer auf den Wert der gehandelten Güter gebremst werden kann. Letztenendlich ist das Phänomen nicht ganz neu, es fing schon im 16- Jahrhundert in Holland an und wurde Tulpomanie genannt. Eine Blumenzwiebel konnte man seinerzeit problemlos in zehn Kilo Gold tauschen...
Was ist denn daran Gier? Am Ende hat derjenige das Palmöl bekommen, der es gerade am dringendsten brauchte und irgendwelche Händler, Makler dazwischen haben irgendwelche gewinne oder Luste gemacht.

Ja, wozu brauche ich denn überhaupt Händler oder Makler? Kann doch jeder gleich beim Produzenten bestellen, da spart man sich doch die ganze Händlermarge, oder?

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