Forum: Wirtschaft
Überlastete Arbeitnehmer: Zahl der Überstunden steigt auf 1,8 Milliarden
DPA

Die gute Konjunktur beschert deutschen Firmen viele Aufträge. Doch um diese abzuarbeiten, stellen sie nicht etwa mehr Leute ein - stattdessen muss die Belegschaft mehr Überstunden machen.

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steinbock8 12.07.2016, 08:00
1. Überstunden

in diesen Überstunden ist die Zahl der Stunden durch unbezahlte und durch sogenannte vertrauensarbeitszeit gar nicht enthalten dadurch würde sich diese statistische Zahl vervielfachen Konsequenz gleich null Lohnausgleich und Binnennachfrage unmerklich Politik gleich Lobbyismus verhindert den Ausgleich und verlässt sich weiter auf den Export

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C-Hochwald 12.07.2016, 08:04
2. Widerspruch

Ich fühle mich von der Linkspolitik und den Gewerkschaften beim Thema Überstunden nicht vertreten. Für mich stellt es keine Leistungsverdichtung oder Unzumutbarkeit dar, Überstunden zu tätigen. Ich gestehe den Gegnern der Mehrarbeit zu, dass sie die Meinung vieler Arbeitnehmer vertreten welche Mehrarbeit, aus welchen Gründen auch immer, ablehnen.

Dem gegenüber stehen aber auch viele Menschen, die sich mit ihrer Arbeit sehr gerne identifizieren, und deren Arbeitsmotivation eine Zielerreichung ist, anstelle ein Zeitsoll zu erfüllen.

Aus diesem Grund plädiere ich für eine Öffnung der Manteltarifverträge. Beschäftigte sollen zwischen Außertarif- oder Tarifbeschäftigung frei wählen dürfen.
Die tariflichen Arbeitszeiten sind für viele Branchen und Stellenprofile eine ernste Einschränkung, die die Wettbewerbsfähigkeit und somit auch Arbeitsplatzsicherheit eines Unternehmens gefährdet. Ideologische Verblendung von Gewerkschaften, Linken und Betriebsräten verhindert leider diese Einsichten.

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el_grande_reader 12.07.2016, 08:14
3. Also, in den Achtzigern....

... guckten wir im Erdkundeunterricht einen Film, der über die Arbeitsverhältnisse in Japan berichtete. Größtes befremden auf Seiten der Schüler: Arbeiten bis zum Umfallen, Wettkampf auf Seiten der AN, wer die meisten Überstunden anhäuft, Urlaub nehmen und trotzdem zur Arbeit kommen, und dass bei einem Witz von Stundenlohn, allerdings auch durchgehend von den einfachsten Arbeitnehmern bis zur obersten Elite.Was für Leistungsbestien, was für ein krasser Gegensatz zum deutschen AN, der von 9 bis 16:00 Uhr arbeitet und bereit um 15:30 anfängt, seine Sachen zu packen, damit er Punkt 16:00 Uhr vom Hof rollen kann. Damals war uns klar: kein Wunder, dass die japanische Wirtschaft brummt, und: wie gut, dass es trotzdem bei uns nie so werden wird, da wir ja vernünftig sind, die gesundheitlichen Risiken kennen, und es davon abgesehen hier Gott sei Dank ja Gesetze dagegen gibt. Schau ich auf die letzten zehn Jahre Arbeit zurück, muss ich sagen: viel ist von dieser Vernunft und den Gesetzen leider nicht geblieben, japanische Verhältnisse auch hier, und dass obwohl man die negativen Folgen für die Wirtschaft aus Japan bereits kennt. Wie wäre es denn, liebe Politiker, einfach mal wieder etwaa von der guten alten BRD zu wagen, also die von vor '89, ala man noch den Ehrgeiz hatte, nicht nur durch Wirtschaftsleistung zu überzeugen, sondern auch durch Lebensqualität? Wäre es nicht schön, wieder in einem Land zu leben, in dem die AN nicht ständig klagen müssen, um zu ihrem Recht zu kommen? In dem nicht die Angst vor ausbleibender Vertragsverlängerung der Motivation dient, sondern die Freude an sicheren Lebensverhältnissen? Ok, wir haben nicht mehr die DDR als politischen Konkurrenten, den es um jeden Preis bloßzustellen gilt, aber: wäre es nicht ratsam, die Versprechungen von damals weiter einzuhalten und möglichst breiten Kreisen der Gesellschaft auch Zugang dazu gewähren?

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ecdora 12.07.2016, 08:19
4. Das hat seit Jahren System und dient

ausschliesslich der Gewinnmaximierung. Die schamlose Ausnutzung der Arbeitnehmer führt zu höheren Gesundheitskosten, die dann wieder die Allgemeinheit tragen muss. Der Arbeitsmarkt ist seit den 80er Jahren völlig degeneriert und die modernen Sklaven werden mit Brot und Peitsche gefügig gehalten. Pfui Deibel.

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robin-masters 12.07.2016, 08:23
5. Tja

bei den enormen Lohnnebenkosten und den Tarifverträgen (damit mein ich nicht den Mindestlohn) in Deutschland wirds wohl weiter heissen .... mehr arbeiten anstatt neue Stellen. Vermutlich versucht man diese Stellen dann auch eher zu automatisieren.
Sieht auch schlecht aus für die Flüchtlibge die ja alle ganz dringend gebraucht werden...

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giorgio2012 12.07.2016, 08:26
6. Da merkt man,

dass Frau Zimmermann Politikerin ist. 1800 Überstunden entsprechen vielleicht der Kapazität einer Vollzeitkraft, da sie aber üblicherweise in einer Firma von X-Mitarbeitern geleistet werden, kommt dabei eben keine Neueinstellung bei raus. Unabhängig davon bin ich allerdings auch der Ansicht, dass einige Firmen ihre Personalzahlen sehr eng halten und durchaus Neueinstellungen drin wären. Ich frage mich allerdings, wie man unbezahlte Mehrarbeit ermittelt (schätzt). Vielleicht kennt sich jemand da aus?

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hypnos 12.07.2016, 08:28
7. Es gibt doch genug Humankapital.

Es gibt doch genug Humankapital. Ist das eine aufgebraucht, nimmt man das neue. Es liegt quasi auf der Sraße. Und das alles für Nullzinsen!

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geirröd 12.07.2016, 08:29
8. So einfach ist das leider nicht...

...mal kurz qualifiziertes Fachpersonal zu bekommen. Manchmal bedarf es einer längeren Einarbeitungszeit, um jobspezifische Kenntnisse und Feinheiten zu vermitteln. Es werden halt keine Leute gesucht, die mal mir nichts dir nichts austauschbar wären. Dann werden auch oft Mitarbeiter gesucht, deren Tätigkeiten z.B. im Ausland gefordert sind - das wollen immer weniger. Wir suchen seit Monaten Personal für Auslandseinsätze...will keiner.....

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derwauwau 12.07.2016, 08:30
9. Da punktet der größte Niedriglohnsektor in Europa:

1,8 Milliarden Überstunden entspricht rund 1 Million Vollzeitarbeitsplätzen.

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