Forum: Wirtschaft
Überwachung in der Wirtschaft: Das ist ein freies Land - nur nicht am Arbeitsplatz
DPA

Daimler will seine 280.000 Mitarbeiter durchleuchten - zur Terrorbekämpfung. Doch das Überwachen hat System in der Wirtschaft. Man will alles wissen, um seine Mitarbeiter einzuschüchtern und bei Bedarf los zu werden.

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Rassek 07.01.2015, 05:43
1. Sehr gut erfasst!!

Gut geschrieben und wahr !
Bei VW unterschreibt man sogar dafür nichts von der Arbeit nach draussen zu tragen.
Alles kann somit als Betriebsgeheimnis gelten, je nach Auslegung.
Somit wird ein Teil der Löhne zum Schweigegeld.
Ein Tag auf dem Landesarbeitsgericht und man schüttelt nur noch den Kopf.
Sind ja öffentlich viele Sitzungen.
Prima ge..und umschrieben.

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iloveputin 07.01.2015, 06:23
2. Es könnte so einfach sein!

Wäre es nicht schön, wenn wir alle einfach mal die Eier auspacken und "denen da oben" zeigen, wer die eigentliche Macht hat??? Wäre es nicht schön, wenn wir uns nicht mehr als Lohnsklaven ausbeuten lassen würden? Wäre es nicht schön, wenn die profitgierigen paranoiden Wirtschaftsbosse endlich merken, dass eine Grenze erreicht ist? Wäre es nicht schön, Flagge zu zeigen und einfach nicht mehr zur Arbeit zu gehen? Würden alle endlich mal zusammenhalten, wären wir auch eine wahre Demokratie (=Volksherrschaft!).
Und wenn wir nicht bald aufwachen und uns wehren, bleibt es dabei, dass wir in Deutschland (EU/USA) in einer Konzerndiktatur leben, in der sich eine Elite auf unsere Kosten die Taschen mit Geld vollstopft!!
Es könnte alles so einfach sein...wir müssen uns nur wieder bewusst machen, dass WIR ZUSAMMEN alles ändern können!

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mrallknow 07.01.2015, 06:50
3. AEO-Zertfizierung vielleicht?

Vielleicht erfüllt Daimler damit auch nur die Voraussetzungen für den europäischen AEO im Status S oder F, das Gegenstück zum amerikanischen CTPAT?
Dafür muss die Belegschaft regelmäßig mit den Sanktionslisten abgeglichen werden. Die Zulässigkeit hierfür ist mittlerweile bestätigt.
Etwas mager recherchiert, würde ich sagen...

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bumminrum 07.01.2015, 06:53
4. die Paranoia

ist genau die Kehrseite der missratenen Asyl- und Einwanderungspolitik. Aufgrund der Terrorgefahren werden die Bürgerrechte immer mehr eingeschränkt. Die Geheimdienste sind völlig ausser Kontrolle. Nach der herrschenden Logik brauchen wir mit der Aufnahme von Menschen aus den Kriegsgebieten dieser Welt mit ihrer Ideologie und ihren Problemen untereinander noch mehr Geheimdienste. Was steht am Ende?

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openminded 07.01.2015, 06:59
5. Populismus

Weder durchleuchtet noch überwacht Daimler seine Mitarbeiter. Es wird lediglich überprüft, ob anderweitige Überwachungen dazu geführt haben, dass Mitarbeiter auf dieser ominösen Terrorliste gelandet sind. Davon darf man halten was man möchte, aber diese populistische, reißerische Stimmungsmache geht mir echt auf den Keks.

Die konstruierte Einschüchterung soll dann wohl so aussehen: Entweder du verhältst dich so wir wir es wollen (in gewissen Grenzen eine durchaus legitime Forderung eines Arbeitgebers) oder wir finden Dich auf der "Terrorliste".

Polizeiliche Führungszeugnisse müssten auch verboten werden und eigentlich darf ein AG auch gar nicht wissen, wo seine AN überhaupt wohnen, oder wann sie Urlaub machen, sonst könnte man ja noch herausfinden, wer da für einen arbeitet...

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didoma 07.01.2015, 07:01
6. das ist doch immer schon...

so gewesen. Der Voegesetzte wollte bzw hat früher auch schon immer alles gewusst von seinen Untergebenen. Der Unterschied dazu is früher war es Dorfklatsch und man kannte sich und man wusste über seinen Chef auch bescheid. Heute ist es nur noch Macht erhalt durch Angst schüren

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WernerT 07.01.2015, 07:26
7. Es gibt die Sanktionslisten, mit Personen, mit denen keine Geschäfte gemacht werden dürfen

Das ist leider ein Fakt, jede Bank prüft gegen diese Listen und beendet die Beziehungen und informiert die Behörden, wenn sie einen Kunden darauf finden. In der Empfehlung des BMWi steht jeder muss angemessene Maßnahmen treffen, um zu überprüfen, ob Geschäftspartner (also auch Mitarbeiter) auf dieser Liste stehen. Was bedeutet angemessen? Wenn die Bank einen ihrer Mitarbeiter anzeigt, dann waren ihre Maßnahmen nicht angemessen. Daimler hat es nun in einer Betriebsvereinbarung geregelt, womit sie sich absichern.
Der eigentliche Skandal sind die Sanktionslisten, die formal sogar verbieten, dass den Betroffenen ein Brötchen verkauft werden darf

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doubletrouble2 07.01.2015, 07:28
8. Arbeitnehmer denunzieren sich gegenseitig.

Betriebsräte in großen Unternehmen sind; in vielen Fällen; auf Seiten der Betriebsleitung, weil die Ratsmitglieder dafür Vorteile bekommen, oder sich in ihrer Position aufspielen.
Das wiederum erhöht den Anpassungsdruck auf die Mitarbeiter/ innen die sich mangels,, Klassenbewusstsein in untertanenhafte Anpassung flüchten. Sie mobben sich gegenseitig, von Solidarität keine Spur.
Ihrer Gewerkschaft misstrauen sie ebenfalls, denn diese wird als Teil des Ausbeutungsapparates gesehen. In genau diesem Klima getraute sich Daimler-Benz zu seinem wohl rechtswidrigen Vorstoß, der die Denunziation im Unternehmen auf jeden Fall vorantreiben wird.
Wer ein Firmengelände betritt, verlässt den demokratischen Sektor der Bundesrepublik, das ist Alltagserfahrung.
Nur die beschäftigten könnten daran etwas ändern, doch sie wollen nicht.

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cubayashi 07.01.2015, 07:28
9. Bravo!

Der beste Artikel, den ich seit langen hier lese! Einschnitte in die persönlichen Rechte sehe ich jeden Tag auch an meinem Arbeitsplatz. Wobei ich glücklicherweise Nachts arbeite und den Psycho-Terror in der Tagschicht nur erzählt bekomme. Dennoch Grund genug für mich gewesen, mich auch für den BR zu engagieren.
"Umso dämlicher, dass der Betriebsrat laut "Hurra" ruft"
"Jeder Betrieb wählt den BR, den er verdient"
Das durfte ich mir mal anhören - und auch wenn ich in Bezug auf meinen Arbeitsplatz höchst unzufrieden mit dieser Aussage war, trifft sie halt leider zu. Aber auch hier hat der AG viele Möglichkeiten, um sich den BR zurecht zu legen.

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