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Üppige Reserve: Krankenkassen machen Überschuss in Millionenhöhe
DPA

Die Krankenkassen häufen aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage immer höhere Finanzreserven an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die Kassen zum Abbau dieser Geldpolsters verpflichten.

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Horch und Guck 21.06.2018, 13:31
1. Kein Wunder!

Darf man doch als Versicherter heutzutage alles aus eigener Tasche zahlen. Für das wunderbare Gesundheitssystem hier bei uns.

Mich bekommt nur noch ein Unfall, bei dem ich bewusstlos bin und mich nicht wehren kann, nochmal in ein deutsches Krankenhaus. Nachdem ich durch einen im Krankenhaus "eingebauten" Infekt praktisch 4 Jahre meines Lebens verloren habe, die Möglichkeit normal zu gehen, geschweige denn jemals wieder auch nur im Schrittempo laufen zu können.

Und gefühlt hat jeder Dritte mittlerweile mit Infekten nach harmlosen Eingriffen zu kämpfe, in deutschen Krankenhäusern. Ich durfte das 5 Monate und 15 OP´s lang beobachten, aus nächster Nähe.

Wie unterbezahlte Putzkräfte einen Lappen und 2 Minuten pro Zimmer haben, um dort sauberzumachen. Aber dafür hängen dann überall Desinfektiionsgeräte. Da wundert man sich dann auch nicht mehr wo all die Infekte herkommen, im OP wird es dann auch nicht viel besser aussehen!

Das kommt davon wenn Krankenhäuser nicht mehr in erster Linie Kranken helfen sollen, sondern dabei ein paar gierige, reiche Leute noch ein wenig reicher zu machen.

Und die Krankenkassen muss man heute förmlich anbetteln, für alles. Die genehmigen lieber weniger hilfreiche Therapien oder Medikamente(im Krebsbereich, z.B.) die kaum oder gar nicht helfen, aber irgendwie viel Geld in die Kassen von irgendwem, wohl Aktionären spülen.

Aber irgendwann, hoffentlich in naher Zeit, wird den Gierhälsen ihr Verhalten schwer auf die grossen Füße fallen, auf denen sie oft zu Unrecht leben!

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unzensierbar 21.06.2018, 14:05
2. Wenn wundert es?

Wenn man immer mehr Einahmen kassiert, aber immer weniger zahlen will, passiert das halt.

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cbraum 21.06.2018, 15:32
3.

Wenn die Rücklagen hälftig an Arbeitgeber und Arbeitnehmer gehen sollen, ist das schon dreist. Da hätten die Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag gleich an die Arbeitgeber überweisen können - ohne den Umweg über die Krankenversicherung.

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Leser161 21.06.2018, 15:39
4. Marktversagen

Ein Symptom das wir eben keine richtige Marktwirtschaft haben. In einer Marktwirtschaft kann man keine bequemen Überschüsse aufbauen sondern muss sie direkt für Preissenkungen oder bessere Leistungen einsetzen. Für mich ein Zeichen von Marktversagen, wie zum Beispiel im Zusammenhang von Monopolen.

Es ist bekannt das derart bürokratisch organisierte Wirtschaftssysteme über kurz oder lang versagen. Siehe Sowjetunion, es gab keine Konkurrenz sondern Zuteilung durch Bürokratie, es setzte sich nicht der Beste durch sondern der mit den besten Connections zu den Regelmachern. Konkretes Symptom bei uns: Regeln die die Krankenkassen davor schützen teure aber extrem nützliche Hilfsmittel (Brillen) finanzieren zu müssen.

Wenn wir es ernst meinen mit der vielbeschworenen Marktwirtschaft sollten wir schnell handeln.

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vitalik 21.06.2018, 15:48
5.

Verstehe ich nicht. Wie soll das funktionieren? Demnächst wird doch der Zusatzbeitrag abgeschafft. Damit sind die Beiträge der Krankenkassen identisch. Auf welcher Grundlage erfolgen dann die Entlastungen der Arbeitnehmer und in welcher Höhe. Kriegt dann jeder Mitglied einen gleichen (am Einkommen gewichteten) Betrag zurück? Wird die Dauer der Mitgliedschaft berücksichtigt?

Alles interessante Fragen, aber leider keine Antworten.

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gmhe 21.06.2018, 15:53
6. Rückzahlung an Zwangsenteignete!

Die Krankenkassen müssen die gute Finanzlage endlich dazu nutzen den vielen Zwangsenteigneten (Sozialabgabe auf Direktversicherungen, die rückwirkend auf Altverträge angewendet werden) ihr Geld zurückzuzahlen.
Die Zwangsenteignung wurde von Ulla Schmidt (SPD) mit der Begründung eingeführt, dass die Krankenkassen sonst nicht mehr genug Geld haben. Diese Begründung hat sich jetzt ja als falsch herhausgestellt. Frau Schmidt sitzt aber immer noch im Bundestag; sie hat also Gelegenheit mal einen fatalen Fehler zu korrigieren.

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sophica 21.06.2018, 16:10
7. Kein Wunder - Leistungen, Behandlung immer miserabler - Einnahmen hoch

Ich kann den beiden ersten Beiträgen von Horch und Guck und unzensierbar nur zustimmen.

Den beiden Vorrednern kann ich nur zustimmen. Die Leistungen und die ärztliche und krankenhausärztliche Behandlungen werden miserabler und miserabler - als Patient geht es an die Schmerzgrenze.
Nur einige Beispiele: als Rentnerin kann ich meine Hausärztin über 2 Tage telefonisch nicht erreichen (bei mehr als 10 Anrufs Versuchen je Tag ertönt immer das Besetztzeichen, bzw. "wir können Ihren Anruf leider nicht entgegen nehmen ..."). Am dritten Tag gehe ich persönlich vorbei, um einen Termin zu machen. Die Ärztin ordnet eine Arterien- und Venenuntersuchung an und die Praxis gibt mir einen Termin für in 3 Wochen. Heute bin ich in der Praxis und werde als 1. nach einer Überweisung gefragt; eine Assistentin fragt mich zuerst nach meinen Beschwerden und macht dann die Arterienuntersuchung, nach einer weiteren Wartezeit von 1,5 Stunden kommt eine Ärztin, um die Venenuntersuchung zu machen; es ist nicht die Ärztin aus dieser Praxis, die die Untersuchungen verordnet hat. So fragt mich diese Ärztin wiederum nach meinen Beschwerden; es hat mich schon genervt diese jetzt zum dritten Mal zu erzählen; für mich ist das nicht wirtschaftlich und es nervt sehr. Die Untersuchungen und das Gespräch mit der Ärztin habe maximal 25 Minuten gedauert, dafür habe ich dann aber 2 Stunden in der Praxis gemacht.
Hinsichtlich meiner Beschwerden habe ich nichts wirklich Erfolgsversprechendes erfahren; Ergebnis o.B.
Vielleicht liegt es doch an einer durchgemachten und antibiotisch behandelten Borreliose, so die Meinung der Ärztin.
"Einen wirklich zufälligen Test hierzu würden die gesetzlichen Krankenkassen nicht zahlen, den müsste ich dann selbst zahlen..."

Mein Vorschlag: ein Teil der Zahlung an Ärzte nur bei Erfolg zahlen, statt rein die Leistung als Zahlungskriterium zu nehmen.
Meiner Meinung nach 70 % des Honorars für die Leistung und 30 % des Honorars nur bei nachweisbarer Beschwerdenfreiheit nach einer bestimmten Zeit und während eines längeren Zeitraums.

Zurzeit stehe ich tatsächlich in der Überlegung, wie ich bei niedrigerem monatlichen Einkommen nicht mehr pflichtmäßig Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse sein muss und auf diese Art Arztbehandlung verzichte und bessere Alternativen finde

(Oder ist das alles alternativlos – wie wir von unserer Kanzlerin so oft hören – Vorsicht Ironie!)

Den Mythos vom Funtionieren des Marktes in allen Bereichen (überhaupt das Vorliegen eines solchen) mag ich nicht mehr hören;
wir unterliegen doch in vielen Wirtschaftsbereichen der Macht von Oligopolisten und deren grausamen Geschäftsgebaren.

Und warum zahle ich z. B. für Medikamente und Nahrung Umsatzsteuer und für die Transaktionen im Finanzmarkt gibt es keine ähnliche Steuer?

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CancunMM 21.06.2018, 16:30
8.

Zitat von Horch und Guck
Darf man doch als Versicherter heutzutage alles aus eigener Tasche zahlen. Für das wunderbare Gesundheitssystem hier bei uns. Mich bekommt nur noch ein Unfall, bei dem ich bewusstlos bin und mich nicht wehren kann, nochmal in ein deutsches Krankenhaus. Nachdem ich durch einen im Krankenhaus "eingebauten" Infekt praktisch 4 Jahre meines Lebens verloren habe, die Möglichkeit normal zu gehen, geschweige denn jemals wieder auch nur im Schrittempo laufen zu können. Und gefühlt hat jeder Dritte mittlerweile mit Infekten nach harmlosen Eingriffen zu kämpfe, in deutschen Krankenhäusern. Ich durfte das 5 Monate und 15 OP´s lang beobachten, aus nächster Nähe. Wie unterbezahlte Putzkräfte einen Lappen und 2 Minuten pro Zimmer haben, um dort sauberzumachen. Aber dafür hängen dann überall Desinfektiionsgeräte. Da wundert man sich dann auch nicht mehr wo all die Infekte herkommen, im OP wird es dann auch nicht viel besser aussehen! Das kommt davon wenn Krankenhäuser nicht mehr in erster Linie Kranken helfen sollen, sondern dabei ein paar gierige, reiche Leute noch ein wenig reicher zu machen. Und die Krankenkassen muss man heute förmlich anbetteln, für alles. Die genehmigen lieber weniger hilfreiche Therapien oder Medikamente(im Krebsbereich, z.B.) die kaum oder gar nicht helfen, aber irgendwie viel Geld in die Kassen von irgendwem, wohl Aktionären spülen. Aber irgendwann, hoffentlich in naher Zeit, wird den Gierhälsen ihr Verhalten schwer auf die grossen Füße fallen, auf denen sie oft zu Unrecht leben!
Ich kann ja durchaus Ihre Verbitterung nach Ihrer Erkrankung verstehen, aber was hat das mit dem Artikel zu tun ? Und was müssen Sie denn aus eigener Tasche beazhlen, was nicht auch schon vor 30 Jahren aus eigener Tasche bezahlt werden musste ?

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CancunMM 21.06.2018, 16:54
9.

was haben Sie eigentlich für eine Anspruchshaltung ?
Wo ist das Problem, wenn Sie für eine rein elektive Untersuchung 3 Wochen warten müssen ? Ist völlig ok. Und sie sind in einer Arztpraxis auch nicht beim Reifenwechseln oder auf dem Amt. Nicht jeder Arzt kann jede Untersuchung oder darf sie durchführen. Und es kann eben mal sein, dass zwischenzeitlich eine Thrombose ausgeschlossen werden muss und dann muss eben der Patient mit Termin warten.
Vielleicht einfach mal nicht alles so egozentrisch sehen.
Und wenn Sie sich nur noch eine Bezahlung der Ärzte nach Erfolg wünschen, dann aber nicht meckern, wenn Sie bei Krebserkrankungen keinen Arzt mehr finden oder keinen Palliativmediziner oder Onkologen. Dann wird es wahrscheinlich nur noch Kinderärzte und Plastische Chirurgen geben.

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