Forum: Wirtschaft
Ukraine-Krise: Die Finanzsanktionen gegen Russland wirken bereits
AFP

Was tun gegen Russlands Aggression in der Ukraine? Krieg ist keine Option, ein Handelsembargo schadet vor allem dem Westen. Bleiben Finanzsanktionen. Die wirken tatsächlich - wie sich bereits jetzt am Einbruch des Rubel-Kurses zeigt.

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clara78 10.11.2014, 15:25
40. Kein Grund zum feiern

Die Sanktionen sollen tatsächlich sehr wirksam sein, und ich wüsste auch nicht, was der Westen sonst machen sollte. Es ist schon ziemlich sicher, dass Russland in der Ostukraine aktiv ist, auch wenn die Dinge in der Ostukraine natürlich nicht so eindeutig sind, wie Herr Münchau behauptet. Man kann nicht einfach weglassen, dass die Bevölkerung im Donbass schon sehr misstrauisch gegen Kiew ist.
Aber auch abgesehen davon, sind die Sanktionen natürlich keine geschickte Politik, sondern eine Art Aktionismus der Westens, der sich in der Ukraine verzockt hat und nun sanktioniert, um überhaupt etwas zu tun.
Die Sanktionen weisen natürlich in eine politisch falsche Richtung, da sie - wenn man den Konflikt "vom Ende her denkt", dem "Westen" schaden werden.
Das Ausnutzen des Dollar-Euro-Monopol natürlich dazu führt, dass andere dem Westen diese "Waffe" aus der Hand nehmen wollen. China hat z.B. gerade ein Handelsabkommen mit Kanada (!) abgeschlossen, dass Dollar und Euro umgeht.
Das zweite Problem ist, dass die Sanktionen. zumindest soweit ich weiß, keine realpolitische durchsetzbare Exit-Strategie enthalten. Im Wesentlichen zielen sie auf eine Art bedingungslose Kapitulation Russlands ab. Man kann das moralisch ganz toll finden, das Problem bleibt aber, dass der Konflikt damit de facto unlösbar wird.
Russland soll zusehen, wie Kiew das Donbass erobert und auch akzeptieren, dass es keinen Einfluss auf EU- oder gar NATO (!)-Mitgliedschaft der Ukraine hat. Das ist aber in Russland zumindest für einen Präsidenten vom Schlage Putins realpolitisch letztendlich gar nicht machbar. Insofern werden die Sanktionen lange bestehen bleiben müssen - von einem wirtschaftlichen Niedergang Russlands wird aber niemand profitieren. Die Russen werden die Schuld dem Westen geben. Eine ernsthafte Destabilsierung der Atommacht Russlands wäre für Europa sogar eines der gefährlichsten Szenarien überhaupt.

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waltraudnetwall 10.11.2014, 15:25
41. Russland

packt jede Hürde mit einem cleveren W.Putin.Die Verlierer sind die EU und insbesondere Deutschland.Wer finanziert denn die pralerische EU ?Deutschlands Steuerzahler !

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v. m. photon 10.11.2014, 15:26
42. Gefährliches Spiel

Die Finanzsanktionen mögen kurzfristig wirksam sein, aber sie senden ein klares Signal an aufstrebende Länder wie China, Indien, Indonesien und Brasilien. Herr Münchau schreibt: "Finanzsanktionen haben den weiteren Vorteil, dass sie fein kalibrierbar sind. Man braucht nicht den Hammer herauszuholen. Man kann sie Stufe um Stufe ausweiten oder auch zurückfahren. Wir stehen erst am Anfang dieses Prozesses."

Alles klar? Um sich also nicht erpressbar zu machen, werden diese Staaten mittelfristig eine eigene Finanzarchitektur schaffen. Das wird die globalen Kräfteverhältnisse auf Jahrzehnte prägen, und zwar nicht zum Vorteil von USA und Europa.

Daher: in unser aller Interesse sollte das Finanzsystem nicht zum Handlanger der Politik werden.

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KanyeOst 10.11.2014, 15:26
43. Wer bestellt...

...zahlt auch die Zeche. War schon immer so.
Soll Russland doch den selbstgewählten Weg der Deglobalisierung gehen (einheimische Produkte bevorzugen hört sich gut an: keine Playstation, kein Loft in London, kein Mercedes vor der Tür), keiner hat sie gezwungen die Krim zu annektieren.
Wird heutzutage bestimmt genauso eine Erfolgsgeschichte wie im vergangenen Jahrhundert.

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sagichned 10.11.2014, 15:28
44. Wirken bereits...

"Ukraine-Krise: Die Finanzsanktionen gegen Russland wirken bereits"

Echt? hat Russland die Krim den Ukrainer jetzt zurückgegeben? Russlands hat sich entschuldig und ist reumütig unter die Fittiche des Westens zurückgekrochen? Vielleicht sollte die Definition des Wortes "wirken" nachschlagen.

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taglöhner 10.11.2014, 15:28
45. Wirklich schwer

Zitat von Spiegelleserin57
was hat der Westen mit den Konflikten Russlands zu tun? Wieso werden vom Westen ( EU) überhaupt Sanktionen erhoben, nur weil dies die U.S.A. wünschen?
Hmmm, mal nachdenken....

Vielleicht weil Herr Putin in einen Nachbarstaat der EU einmarschiert ist und Teile davon bereits annektiert hat, nur weil die Bürger dort eine Annäherung an die EU wünschen?
Versuche, den Westen zu spalten haben es derzeit so schwer wie lange nicht.

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chronos-kronos 10.11.2014, 15:28
46. ?

In 5 - 10 Jahren gibt es die Ukrainekrise noch?

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guentwag 10.11.2014, 15:31
47. Apropos Versprechen

„weil sich Wladimir Putin nicht an Absprachen hält“? Wir (die NATO-Staaten) haben uns nach der Wiedervereinigung nicht an das Versprechen gehalten, die NATO nicht nach Osten zu verweigern!
Ohne Not sind wir dabei (auf der Druck der USA) Russland militärisch einzukreisen und einen Raketenabwehrschirm einzurichten, um einen atomaren Zweitschlag der russischen Armee zu verhindern. Herr Münchau sollte als Journalist seine Hausaufgaben machen und die einschlägigen Strategiepapiere der USA studieren!

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materialist 10.11.2014, 15:38
48. sie wirken überall

Sicher wirken die Sanktionen aber sie wirken auch in der EU was die EU-weiten Exportrückgänge beweisen.Ob diese Sanktionen die EU-Wirtschaften die allesamt auf der Kippe stehen,so gut verkraften wird sich erst noch zeigen.

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rainer_unsinn 10.11.2014, 15:39
49.

Selbst der Putin muss als Grund herhalten mit dem sparen aufzuhören. Versteh doch liebe Menschheit. Sparen ist die Wurzeln allen Übels in der Welt. Hingegen sind Schulden der Quell aller Glückseligkeit, ja sozusagen das Paradies auf Erden selbst. Deswegen gehet hin und verschuldet euch bevor sich andere in eurem Namen verschulden.

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