Forum: Wirtschaft
Umfrage: Arme Jugendliche glauben nicht an sozialen Aufstieg
DPA

Deutsche Jugendliche aus sozial schwachen Elternhäusern glauben nicht an den Aufstieg. Laut einer Umfrage sehen besonders in Ostdeutschland junge Menschen ihr Leben durch ihre Herkunft bestimmt. Forscher machen das Schulsystem dafür mitverantwortlich.

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lebenslang 26.11.2012, 17:59
1. wen wunderts

kein wunder.

seit jahr und tag wird jedem eingeredet er sei irgend wie opfer, des systems, der umstände usw., nur er selbst nicht.

ihnen wird - aus welchen gründen auch immer - der mut genommen sich auf die eigenen kräfte zu besinnen, sie resignieren.

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der-denker 26.11.2012, 18:03
2. Ermüdend

Es ist recht ermüdend in schöner Regelmäßigkeit von Studien zu erfahren die eine strukturelle Ungerechtigkeit des Systems zeigen, und dennoch 90% derer die Einfluss haben einfach weiter machen als sei das alles ohne Belang.
Es wird nachgewiesen dass nur ein verschwindende Minderheit Langzeitarbeitsloser sich mit ihrer Situation positiv arrangiert hat, egal, menschenverachtende Sanktionen werden sogar noch verschärft.
Es wird nachgewiesen dass sozialer Aufstieg sehr schwer ist, egal, unsere "Leistungsträger" in Medien, Politik und Wirtschaft spüren davon ja nichts. Das ist alles so weit weg von ihrer Lebenswirklichkeit.
Visionen von einer erneuerten Gesellschaft, Neu-Belebung des Geistes unseres Grundgesetzes? Träumerei! Können "wir" uns nicht leisten!

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alafesh 26.11.2012, 18:12
3. optional

Daran kann man ihren Realitätssinn erkennen.

Mir sagte mal eine Hauptschullehrerin. daß selbst ihre besten Schüler keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Und zwar schon seit Jahren. Was soll sie also den Kindern von Aufstieg durch Leistung erzählen, ohne sich vor ihnen lächerlich zu machen?

Es gab mal diesen Aufschrei, weil ein Lehrer seinen Schülern beigebracht hat, wie man Formulare der Ämter korrekt ausfüllt, damit sie nicht durch institutionelle Fallstricke noch ins Elend geraten.

Ein Lehrer, der sowas tut, weiß was vom Leben, von der Politik und deren Folgen und hat das Herz am rechten Fleck. Ich denke nicht, daß er den Schülern das als erstrebenswerte Laufbahn nahegelegt hat, sondern im Gegenteil zuvor alle seine Möglichkeiten ausgeschöpft hat.

Immer mehr Berufe werden akademisiert. Kein Wunder, daß nach dem Gymnasium kaum was ernstzunehmendes kommt und alle diesen Karrierestress schon in der 3. Klasse kriegen.

Die Aufsteiger werden zunehmend Narzissten sein (müssen) und können einem fast genauso leid tun wie die Abgehängten.

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Palmstroem 26.11.2012, 18:15
4. Was ist los mit den Deutschen

Zitat von sysop
Deutsche Jugendliche aus sozial schwachen Elternhäusern glauben nicht an den Aufstieg. Laut einer Umfrage sehen besonders in Ostdeutschland junge Menschen ihr Leben durch ihre Herkunft bestimmt. Forscher machen das Schulsystem dafür mitverantwortlich.
Interessanterweise sehen in Schweden die Jugendlichen ihre Zukunft weit positiver, obwohl dort die Jugenarbeitslosigkeit mit 25% mehr als doppelt so hoch ist als in Deutschland!

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zynik 26.11.2012, 18:26
5.

Zitat von alafesh
Daran kann man ihren Realitätssinn erkennen. Mir sagte mal eine Hauptschullehrerin. daß selbst ihre besten Schüler keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. Und zwar schon seit Jahren. Was soll sie also den Kindern von Aufstieg durch Leistung erzählen, ohne sich vor ihnen lächerlich zu machen? Es gab mal diesen Aufschrei, weil ein Lehrer seinen Schülern beigebracht hat, wie man Formulare der Ämter korrekt ausfüllt, damit sie nicht durch institutionelle Fallstricke noch ins Elend geraten. Ein Lehrer, der sowas tut, weiß was vom Leben, von der Politik und deren Folgen und hat das Herz am rechten Fleck. Ich denke nicht, daß er den Schülern das als erstrebenswerte Laufbahn nahegelegt hat, sondern im Gegenteil zuvor alle seine Möglichkeiten ausgeschöpft hat. Immer mehr Berufe werden akademisiert. Kein Wunder, daß nach dem Gymnasium kaum was ernstzunehmendes kommt und alle diesen Karrierestress schon in der 3. Klasse kriegen. Die Aufsteiger werden zunehmend Narzissten sein (müssen) und können einem fast genauso leid tun wie die Abgehängten.
"...die Jugend ist die Zukunft." Sowas hört man in jeder zweiten politischen Sonntagsrede. Was stimmt also mit einer Gesellschaft nicht, die derart ihre Zukunft verspielt?

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Schäfer 26.11.2012, 18:27
6. Verantwortung?

Zitat von sysop
In Deutschland werde die Verantwortung für die Bildung der Kinder stark den Eltern übertragen, hieß es in der Studie.
Das ist Unsinn. Alle Eltern delegieren gezwungenermassen die Bildung an die Schulen. Dass Kinder in einem bildungsbürgerlichen Haushalt neben der Schule weitere Bildung geniessen, hat mit dem genannten nichts zu tun. Verantwortlich dafür, ihren Kindern ausserhalb der Schule etwas beizubringen, fühlen sich ganz sicher die wenigsten. Meistens geschieht so etwas aus Fürsorge oder Freude an klugen Kindern.

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rocky balboa 26.11.2012, 18:36
7. Jetzt mal Butter bei die Fische

Dass Leistung sich nicht lohnt, hört man häufig: Vor allem von Menschen, die selbst nie irgendeine Leistung erbracht haben und bei der geringsten Anstrengung anfangen zu lamentieren und einknicken. Wir haben immer Probleme, unsere Ausbildungsplätze zu besetzen (Einzel und Großhandelskaufleute). Die einzigen Anforderungen sind unter dem Strich Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit, aber die Hälfte der Bewerber schafft es noch nicht einmal zum Bewerbungsgespräch zu erscheinen.

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sappelkopp 26.11.2012, 18:40
8. Das Problem ist ja nicht...

Zitat von sysop
Deutsche Jugendliche aus sozial schwachen Elternhäusern glauben nicht an den Aufstieg. Laut einer Umfrage sehen besonders in Ostdeutschland junge Menschen ihr Leben durch ihre Herkunft bestimmt. Forscher machen das Schulsystem dafür mitverantwortlich.
...dass sie nicht an den sozialen Aufstieg glauben. Das Problem ist, dass sie nicht an sich glauben. Und darum auch keine Arbeit in Schule, Lehre, Ausbildung stecken.

Dabei gibt es immer wieder diese Beispiele von Migrantenkindern, die es hier zu etwas bringen.

Es kann also kein Systemfehler sein. Das System ist nur deshalb mitschuldig an dieser Misere, weil jeder diesen Kindern und Jugendlichen einredet, dass sie eben benachteiligt sind und sowieso nichts werden.

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mk84 26.11.2012, 18:47
9. Wer hätte das gedacht?

... in diesem Land haben Sie selbst mit Studium und Ausbildung enorme Probleme auf dem Arbeitsmarkt, wenn der Lebenslauf nur leicht ungerade ist. Ich kann gut verstehen, wenn Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen (das werden übrigens immer mehr) wenig Hoffnung sehen, warum sollten sie sich selbst etwas vorspielen? An den Hebeln sitzen halt normalerweise Leute, deren Leben dank der richtigen Eltern und guter Voraussetzungen schnurgerade, erfolgreich und unproblematisch verlief, die wollen unter sich bleiben. Das dreigliedrige Schulsystem halte ich für pervers, mir hat diese "Entscheidung" als Zehnjähriger viele unangenehme Umwege und Begegnungen, eine im Grunde verfehlte Ausbildung und einen eingeschränkten Hochschulzugang beschert - von der Zeitverschwendung und den psychischen Auswirkungen ganz zu schweigen.

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