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Umfrage: Bürger geben Lobbygruppen Mitschuld am Klima-Versagen
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Lobbyisten haben ein miserables Image. Eine klare Mehrheit der Deutschen wünscht sich nach SPIEGEL-Informationen schärfere Kontrollen der Interessenvertreter. Besonders kritisch wird ihr Einfluss auf die Klimapolitik gesehen.

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dk.bied 23.08.2019, 08:42
1. Wer wenig weiß muss eben viel glauben

Klima und Energie ist in erster Linie eine Sache der Physik. Aber die Deutungs- und Diskussionshoheit bei diesen Themen haben vor allem fachfremde Politiker (Theologen, Soziologen, ...) und Aktivisten. Aber auch Aktivisten sind nichts anderes als "Lobbyisten" - vermutlich nehmen das die Bürger aber nicht wahr - daher meinen sie vermutlich nicht, dass auch (!!!) Aktivisten und NGO's stärker kontrolliert werden sollen.
Bei uns reicht es aus, sich selbst auf die "richtige Seite" zu stellen um sich moralisch über andere erheben zu können...

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Pixelpu 23.08.2019, 08:48
2. Kein Handlungsbedarf

Wenn man sich die sehr lange Liste ehemaliger Politiker und heutiger Lobbyisten anschaut, versteht man warum die Politiker keinen Handlungsbedarf erkennen können.

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niroclean 23.08.2019, 08:55
3. ...es ist ein Balanceakt..

...aber ich gehöre zu den vor 1965 geborenen und glaube auch das der Einfluss der Lobbyisten auf die Politik sehr groß ist.

Die Wirtschaft hat seit vielen Jahren diese Möglichkeiten der Einflussnahme genutzt, weil sie aufgrund der finanziellen Möglichkeiten eine ganze Herschar von Lobbyisten auf die Politiker loslässt (steter Tropfen höhlt den Stein) und wenn diese den Politikern immer wieder das erzählen was für ihre Auftraggeber das Richtige ist, dann wird es irgendwann auch auf die Politik Einfluss nehmen.

Man hat ja gesehen welche Macht die Automobilindustrie in Deutschland hat und hatte - das ist ein exemplarisches Beispiel für den Lobbyismus in Deutschland.

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laracrofti 23.08.2019, 08:56
4. Bezeichnend sind aber

auch die Sätze über die Umfragewerte: 57% werden hier als stark ablehnend deklariert, während man von "nur" 43% (Nichtskeptiker unter den Jugendlichen) spricht. Dazwischen liegen 14%, dennoch werden beide Zahlen extrem unterschiedlich verbal dargestellt … Manipulation und Suggestion sind wohl die Grundwerkzeuge des heutigen "Journalismus".

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omop 23.08.2019, 08:58
5. NGOs/Aktivisten sind das Problem unserer Zeit..

Mit ihrem moralisierenden Gut-/Böse-Auftreten vergiften sie leider das politische Klima..die Medien bieten ihnen den Raum um die Gesellschaft entsprechend "aufzuladen"...dabei sind NGOs/Aktivisten nichts anderes als Lobbyisten, daher meine Forderung: viel mehr Transparenz und Kontrolle bei den NGOs, insb.was deren Ziele und Finanzierung angeht.

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bert1966 23.08.2019, 08:59
6. Politik ist immer Lobbyismus

Tag der Abstimmung. Die Abgeordneten, darunter auch der kleine Abgeordnete X, werden beim vorherigen offiziellen oder inoffiziellen Treffen der Bundestags-/Landtags-/Kreistags-/Stadtratsfraktionen wieder ermahnt, die Parteidisziplin zu beachten.

In Großbritannien gibt es sogar regelrechte Kontrolleure, die dafür sorgen, dass niemand an der ausgegebenen Parteirichtlinie vorbei sein Gewissen erforscht und doch anders abstimmt, als es die Partei verlangt. Whips, Einpeitscher, der Name kommt nicht von ungefähr. Wer sich nicht an die Order dieser allmächtigen Kontrolleure der Parteilobby hält, der muss sich keine Chancen mehr auf eine Wiederwahl ausrechnen, dessen politische Karriere und Chance auf Einflussnahme ist zu Ende.

Parteien sind die ersten Lobbyvereine der Gesellschaft. Ohne sie schafft es kaum jemand in ein politisches Entscheidungsgremium, sie legen fest, über welche Themen wie abgestimmt wird, sie bestimmen den Kurs einer Gesellschaft. Sollte es einmal eine Grassrootbewegung (schon wieder eine Lobbygruppe) bis zur politischen Bedeutsamkeit schaffen, dann ist es erste Aufgabe der Partei, diese Bewegung aufzunehmen, zu kanalisieren und entsprechend den Dogmen der jeweiligen politischen Partei umzuformen.

In den Parteien haben die verschiedensten anderen Lobbygruppen Einfluss. Meistens geht es dabei um wirtschaftliche Interessen. Natürlich, Geld erleichtert alles, auch politische Einflussnahme. So wundert es nicht, dass den reichsten Lobbygruppen die größte Einflusschance eingeräumt wird.

Selten, etwa alle vier Jahre, bekommt auch jeder Bürger die Chance, politisch Einfluss zu nehmen. Auch dieser ist in seiner Entscheidung aber keineswegs frei. Mit Versprechen und Drohungen (z.B. denen auf die direkte Einflussnahme auf seinen Kontostand oder sein Vermögen durch spezifische politische Entscheidungen) oder durch journalistische Arbeit oder durch asoziale Medien wird er ständig beeinflusst - von Lobbygruppen.

Wer glaubt, er entkäme in unserer real existierenden Form von Politik der Arbeit von Lobbyisten, der ist naiv. Wer glaubt, Lobbyisten würden sich nicht massiv dagegen wehren, dass sich dieser Status ändert, der ist es nicht minder.

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tinnytim 23.08.2019, 09:06
7. Das ist zu schwarz weiß gedacht

Zitat von dk.bied
Klima und Energie ist in erster Linie eine Sache der Physik. Aber die Deutungs- und Diskussionshoheit bei diesen Themen haben vor allem fachfremde Politiker (Theologen, Soziologen, ...) und Aktivisten. Aber auch Aktivisten sind nichts anderes als "Lobbyisten" - vermutlich nehmen das die Bürger aber nicht wahr - daher meinen sie vermutlich nicht, dass auch (!!!) Aktivisten und NGO's stärker kontrolliert werden sollen. Bei uns reicht es aus, sich selbst auf die "richtige Seite" zu stellen um sich moralisch über andere erheben zu können...
Klimaforschung hat eigentlich mehr mit Statistik denn mit Physik zu tun - Physik ist eher beim Wetter und nur bei den grundlegenden Zusammenhängen auf das Klima zu verorten. Von Statistik haben Soziologen jedenfalls deutlich mehr Ahnung, als Ingenieure, Betriebswirte oder Mediziner. Ein Großteil der Abgeordneten sind auch eher Juristen als Theologen.
Und Lobbyismus für den Gemeinnutz oder die Natur wird natürlich nicht annähernd so kritisch gesehen, wie durchsichtige Manöver für die Industrie. Da brauchen wir hoffentlich nicht drüber diskutieren.

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smokyfields 23.08.2019, 09:08
8. Durchaus richtig

Zitat von dk.bied
Klima und Energie ist in erster Linie eine Sache der Physik. Aber die Deutungs- und Diskussionshoheit bei diesen Themen haben vor allem fachfremde Politiker (Theologen, Soziologen, ...) und Aktivisten. Aber auch Aktivisten sind nichts anderes als "Lobbyisten" - vermutlich nehmen das die Bürger aber nicht wahr - daher meinen sie vermutlich nicht, dass auch (!!!) Aktivisten und NGO's stärker kontrolliert werden sollen. Bei uns reicht es aus, sich selbst auf die "richtige Seite" zu stellen um sich moralisch über andere erheben zu können...
Mit ihren Aussagen liegen sie bis auf den letzten Satz ja durchaus richtig. Wichtig ist, Transparenz zu schaffen. Wer hat wo welchen Einfluß. Vermutlich kommt der im Artikel beschriebene Eindruck auch daher, dass gemeinhin Lobbyisten eher verdeckt agieren, wogegen "Fachfremde" die Öffentlichkeit suchen? Wie war das doch mit der "Mövenpicksteuer"?

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horst_müller 23.08.2019, 09:10
9.

Ich seh's genau vor mir, wie ein Lobbyist einen Bürger im Autohaus dazu zwingt, einen möglichst umweltschädlichen SUV zu kaufen. Ja, da sind definitiv Lobbyisten dran Schuld, also wie üblich die anderen.

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