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Umfrage in Deutschland: "Leistung lohnt sich nicht"

Wer hart arbeitet, wird belohnt - dieses Grundprinzip der Marktwirtschaft hat für die meisten Deutschen seine Gültigkeit verloren. Laut einer Umfrage sagen fast zwei Drittel, dass sich berufliche Anstrengung nicht auszahlt.

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neuroheaven 16.11.2011, 13:15
1. ...

richtig, sehe ich auch so.
gefühlt müsste ich für meinen job eigentlich das doppelte
kriegen, dann würde ich sagen, es wäre angemessen.

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Homanx 16.11.2011, 13:16
2. Stimmt!

Zitat von sysop
Wer hart arbeitet, wird belohnt - dieses Grundprinzip der Marktwirtschaft hat für die meisten Deutschen seine Gültigkeit verloren. Laut einer Umfrage sagen fast zwei Drittel, dass sich berufliche Anstrengung nicht auszahlt.
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen

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Michael Giertz 16.11.2011, 13:26
3. Leistung lohnt nicht

Zitat von sysop
Wer hart arbeitet, wird belohnt - dieses Grundprinzip der Marktwirtschaft hat für die meisten Deutschen seine Gültigkeit verloren. Laut einer Umfrage sagen fast zwei Drittel, dass sich berufliche Anstrengung nicht auszahlt.
Fast zwei Drittel? Immernoch ein Drittel Idealisten also, die glauben, mit langen Anwesenheitszeiten und Ellbogenschmalz ließe sich was machen?
In unserer "Leistungsgesellschaft" interessiert nicht die individuelle Leistung. Was zählt, sind folgende Dinge:
- Herkunft
In kaum einem anderen Industrieland zeichnet die Herkunft den zukünftigen Weg so vor wie in Deutschland. "Bildungsferne" bringen selten zukünftige Akademiker hervor. Arbeiterkinder werden ihr ganzes Leben lang für jeden Euro hart arbeiten müssen, ein Aufstieg in ein Berufsleben mit weniger harter Arbeit bleibt ihnen i.d.R. verwehrt.

- Netzwerke
Ohne Netzwerk kein Aufstieg. Wer's nicht schafft, netzwerkfähige Kompetenzen aufzubauen und für ein Netzwerk interessant zu werden und/oder kein Netzwerk aufbauen kann, hat's i.d.R. schwer, irgendwohin aufzusteigen.
Der Aufbau von Netzwerken hat dabei überhaupt nichts mit fachlichen Leistungen zu tun - man muss "nur" mit den richtigen Leuten verkehren. Die aber sind meistens eher ein geschlossener Zirkel.
Idealtypisch: die Tochter des Chefs ist die beste Freundin der Schwester, dann kommt man weiter ...

- Egoismus und Skrupellosigkeit
Wer Skrupel zeigt beim Kampf um die bessere Position, hat schon verloren. Skrupellose Selbstdarsteller, die Leistungen andere als die eigene verkaufen können steigen dagegen schnell auf. Auch hier wieder zählt die eigene Leistung nichts.


Leistung fühlt überdies keine Geldbörse mehr ...

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protoscorsair 16.11.2011, 13:29
4. Erklärungsbedarf

Zitat von sysop
Wer hart arbeitet, wird belohnt - dieses Grundprinzip der Marktwirtschaft hat für die meisten Deutschen seine Gültigkeit verloren. Laut einer Umfrage sagen fast zwei Drittel, dass sich berufliche Anstrengung nicht auszahlt.
Wenn ich "diese" Umfrage lese, wirds mir schummerig. Ich habe eine spontane Umfrage im Büro gemacht, ob die Mitarbeiter eine Gehaltserhöhung wollen. 100% der Leute wollten - ergo sind die Gehälter bei allen Mitarbeitern zu niedrig. Nun aber im ernst.

Eine Mehrheit findet, dass sich Leistung nicht mehr lohnt. Gleichzeitig findet sich eine Mehrheit dafür, dass Gehälter mit Betriebszugehörigkeit steigen sollten. Merkt ihr was? Wenn also die Alteingesessenen mehr Geld bekommen, was hat das dann mit Leistung zu tun?
Wer kann mir das erklären?

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avollmer 16.11.2011, 13:32
5. Sich nicht auf den Kopf stellen lassen

Zitat von sysop
Wer hart arbeitet, wird belohnt - dieses Grundprinzip der Marktwirtschaft hat für die meisten Deutschen seine Gültigkeit verloren. Laut einer Umfrage sagen fast zwei Drittel, dass sich berufliche Anstrengung nicht auszahlt.
Die haben alle das Prinzip nicht verstanden, man muss seine Arbeitsleistung der Entlohnung anpassen, dann stimmt es.

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verbalallergiker 16.11.2011, 13:32
6. ..

Zitat von Michael Giertz
Fast zwei Drittel? Immernoch ein Drittel Idealisten also, die glauben, mit langen Anwesenheitszeiten und Ellbogenschmalz ließe sich was machen? In unserer .......
Stimme Ihnen überwiegend zu, kann aber dieses ewige "Arbeiterkinder"-Gefasel nicht mehr hören. Klar, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Man darf aber nicht vergessen, dass ein "bildungsfernes" Umfeld, in dem ein Kind aufwächst, nur durch massive Eingriffe des Staates ausgeglichen werden kann, siehe DDR. Ich habe den Verdacht, dass diejenigen, die sich am meisten gegen solche Eingriffe wehren, auch die ersten sind, die die eingeschränkten Karrieremöglichkeiten der "Arbeiterkinder" beklagen.

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Carla 16.11.2011, 13:33
7. ***

Zitat von sysop
Wer hart arbeitet, wird belohnt - dieses Grundprinzip der Marktwirtschaft hat für die meisten Deutschen seine Gültigkeit verloren. Laut einer Umfrage sagen fast zwei Drittel, dass sich berufliche Anstrengung nicht auszahlt.
Stimmt. Ich bezahle (selbständig) pro Monat den Krankenkassenbeitrag (Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Anteil) so hoch wie zwei komplette Familien und habe am Monatsende trotz aller extremer (!) Sparsamkeit manchmal nicht mehr die 10 Euro Praxisgebühr übrig. Die Wohngeldstelle sagte mir dann, sie könnten leider was die Krankenkasse betrifft, nur 70 Euro anrechnen, statt 360 Euro, so dass ich da leider durch den Rost falle (was natürlich falsch ist, aber - so die Beamtin - "Wir machen das immer so").

Das Problem sind die vielen Abgaben (von der Touristenabgabe bis hin zur Verpackungsabgaben) und die viele Bürokratie für Gewerbetreibende. Ich frage mich jeden Tag, wozu das alles überhaupt noch. Man muss wirklich komplett gehirngewaschen sein, wenn man sich das jeden Tag antut.

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makromizer 16.11.2011, 13:35
8. .

Zitat von
Mehr als 75 Prozent der Befragten wollen, dass körperliche Arbeit ebenso gut entlohnt wird wie "reine Denkarbeit" und dass das Gehalt mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit automatisch angehoben wird. Fast zwei Drittel (65 Prozent) fanden es zudem nicht in Ordnung, dass in wirtschaftlich starken Regionen höhere Löhne gezahlt werden als in wirtschaftlich schwachen Gegenden.
Zitat von
Leistung lohnt sich nicht
Sehen die Leute gar nicht, wie widersprüchlich diese Standpunkte sind? Einerseits soll der Gehaltswettbewerb praktisch abgeschafft werden und Lohnerhöhungen sollen einfach nach stupidem Absitzen von Zeit X in einem Unternehmen verteilt werden, andererseits soll Leistung sich mehr lohnen? Was ist denn mit den Unternehmen, die Lohnerhöhungen nach Leistung statt nach Anwesenheitsdauer vergeben? Was ist mit den Arbeitnehmern, die dahin ziehen, wo sie eher gebraucht werden und deshalb bessere Löhne bekommen? Ist das etwa keine honorierenswerte Leistung?

Man muss wohl nur die Fragen so stellen, dass die Antwort für die ganzen Nichtnachdenker gut klingt.
Frage 1: "Sind Sie dafür, dass illegale Einwanderer von unseren Sozialsystemen profitieren?"
Frage 2: "Sollten Krankenhäuser Ausländern ohne Bleiberecht die medizinische Notfallbehandlung verweigern, selbst wenn sich diese in Lebensgefahr befinden?"
Frage 3: "Sollte Kindern von nicht gemeldeten Ausländern hier der Zugang zum Schulsystem verwehrt bleiben?"
Die Antworten wären an Widersprüchlichkeit wohl nicht zu übertreffen, einfach weil sich die Antwortgeber der Tragweite ihrer Antworten wohl überhaupt nicht bewusst sind.

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D0nJuAn 16.11.2011, 13:38
9. Humbug

"Fast zwei Drittel (65 Prozent) fanden es zudem nicht in Ordnung, dass in wirtschaftlich starken Regionen höhere Löhne gezahlt werden als in wirtschaftlich schwachen Gegenden."

Allein das zeigt mir das 65% der befragten unzufrieden sind, weil sie selbst nichts drauf haben.
Das ist schon so erschreckend dumm das es schmerzt.

Wirtschaftlich stärkere Gegenden verfügen
1. Über einen größeren und besseren Talente Pool sowie Top Unis
2. Über hohe Lebensunterhaltskosten inklusive Miete (man schaue sich maldie Miete in Frankfurtoder München an, geschweige denn imVergleich zu London, Paris etc.)
3. Bessere berufliche Netzwerke
4. Internationale Konkurrenzfähigkeit, was wiederum größere Betriebe anlockt.
5. Ein spezialisierteres Logistik- und Infrastrukturnetz.


Absoluter Schmarn! Vielleicht sollte man endlich mal die Ganztagsschulen und Kitas bauen, damit die nächste Generation ein bisschen mehr im Köpfchen hat,dann kommt es auch nicht mehr zu so Ergebnissen!

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