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Umfrage: Finanzielle Zufriedenheit in Deutschland steigt auf Rekordhoch
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Die Deutschen beurteilen ihre eigene finanzielle Situation so rosig wie noch nie in diesem Jahrtausend. Laut einer Umfrage des Sparkassenverbands ist die Zufriedenheit in Hessen am größten.

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prometheusxl 24.10.2018, 12:31
200. Offensichtlich...

... geht es in der Statistik um die Präsentation einer selektiven Realitätsdarstellung. Doch genauer nachgefragt wird offenbar gar nicht mehr, bei SPON. Besonders ärgerlich empfinde ich die seit geraumer Zeit zum Standard geworden scheinende unkritische Übernahme und Weiterverbreitung von Umfrageergebnissen und Statistiken, deren konkrete Grundlagen und Erhebungsmethoden nicht hinterfragt werden. Dabei weiß doch jeder Erstsemester, dass Statistiken in alle Richtungen entwickelt werden könne, je nach dem, wie das Ergebnis lauten soll. Man muss also genau hinsehen, wer gefragt wurde, wie gefragt wurde und was genau gefragt wurde. Nur 8% sind unzufrieden? Bewerten ihre Lage als „schlecht“ oder „sehr schlecht“? Wer an dieser Stelle nicht bereits über den offene Widerspruch zur Realität stolpert, hat offenbar nicht mitgedacht. Dass hier, ohne kritischen Blick hinter die Kulissen, eine Jubel-Statistik zur unkritischen Verbreitung einer weiteren Heilsbotschaft in der Überschrift führte, lässt mich daran zweifeln lässt, dass in Redaktionen noch mit der gleichen Ernsthaftigkeit und Seriosität, wie ich es erwarte und in der Vergangenheit auch gewöhnt war, die Plausibilität von gelieferten Informationen überprüft wird.
Vielmehr wird, gefühlt zunehmend, über Fremdmaterial aus intendierten Quellen eine schnell gestrickte reisserische Überschrift gesetzt und dann die Schlussfolgerungen präsentiert, die andere gezogen haben, ohne zu validieren, was da tatsächlich dran ist, wer befragt wurde, nach welchen Kriterien die zur statistischen Auswertung heran gezogene Grundgesamtheit selektiert wurde, und wie die Fragen genau formuliert waren, mit denen am Ende die Ergebnisse herbeiinterpretiert wurden. Denn die Realität sieht ja bekanntlich für Millionen Transferleistungsempfänger, Rentner, prekär Beschäftigte und Leiharbeiter, Pflegekräfte, Krankenhauspersonal, Minijobber und viele Ungenannte ganz anders aus. Fragt sich also: wen haben die Ersteller der Statistik mit genau welcher Fragestellung befragt? Die Legende und die genau beschriebene Grundgesamtheit gehören zu einer sauber erstellten Statistik dazu. Das als "Nachrichtenmagazin" nicht zu erkennen und nicht explizit herauszuarbeiten, halte ich nicht für gute journalistische Leistung. Der Verweis auf eine Quelle und deren Zulieferer reicht nicht, wenn die Inkohärenzen so offensichtlich sind. "Die Wahrheit" kann dieses selektive Bild zumindest nicht so vollständig und absolut abbilden, wie es die Überschrift suggeriert.

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misterknowitall2 24.10.2018, 12:39
201. Dann stellen sie sich doch einfach

Zitat von kayato_kasaki
So kann man das natürlich auch sehen. Dieser Beitrag zeigt exemplarisch, wie man tatsächlich Armut bei uns als Hirngespinst abtut. Die Leute gehen zur Tafel, damit sie noch Geld übrig haben für ein sixpack und einen BigMc. Es mag sicher solche Menschen geben, das sind aber Minderheiten. Es ist doch statistisch nachgewiesen, dass die Schere zwischen arm und reich immer größer wird. Das kann man doch nicht ignorieren. Die Leute, die im finanziell unteren Drittel unserer Gesellschaft leben, sind ganz sicher nicht mit ihrem Leben zufrieden. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das nur 8 % der Bevölkerung sein sollen. Im Übrigen, auch in Pakistan gibt es Armenspeisungen und auch in anderen moslemischen Ländern, leider nur an den Freitagen.
die Menschen mit vor, die "geht so" angekreuzt haben und schon stimmt die Größenordnung. Arme Menschen geben ungerne zu, dass das Geld nicht reicht.

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christian-h 24.10.2018, 12:45
202. Angabe

Zitat von karl-felix
1)sehen die Menschen allerdings anders als Sie . 2)Mein Elektriker und mein Heizungsbauer haben ein Problem : Die finden keine Arbeitskräfte . 3)Die Arbeitslosigkeit bezträgtz heute trotz 2 Millionen Zuwanderern noch nicht einmal die Hälfte der vor 15 Jahren . 4)Die Löhne waren ein Drittel niedriger, die Arbeitszeiten länger , 5)Meine Rente hat sich um über 15% erhöht bei praktisch Preisstabilität .
1)Warum sollten sie. Die Zahlen über die Entwicklung von Vollzeit/Teilzeitarbeitsplätzen, Gehältsentwicklungen, Entwicklungen am Arbeitsmarkt und Niedriglohnsektor, Befristungen etc. sind öffentlich zugänglich.

2) Wahrscheinlich liegt es am Gehalt und den Arbeitsbedingungen.

3) Das ist falsch. Zum einen können Sie die AL Zahl von 2003 und 2018 nicht direkt miteinander vergleichen wegen div. Änderungen die in diesem Zeitraum vorgenommen worden sind.
Zum anderen ist die Zahl der Unterbeschäftigen aussagekräftiger als die "offizielle" AL Zahl.

4) Auch das ist falsch. Die Arbeitszeit hat sich praktisch seit den 60iger Jahren nicht mehr verändert, es ist immer noch die 40h Woche üblig.

https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitszeit#Historische_Veränderung_der_Arbeitszei t

Bei den Löhnen müssten Sie unterscheiden zwischen tariflich und nicht tariflich Beschäftigten. da gibt es enorme Unterschiede zwischen den Gehaltssteigerungen. Während die Einen Reallohnverluste hinnehmen müssen steigt diese bei Anderen.

5) Auch das ist falsch, wie ich Ihnen kürzlich vorgerechnet hatte.

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isar56 24.10.2018, 12:46
203.

Zitat von zwischendurch27
Da beschwert sich doch einer glatt, dass er drei Jahre nach dem studium nur 2000 Euro netto verdient. Die Frau muss auch arbeiten. Macht zusammen dann wahrscheinlich so 3-4000 netto. Damit kann man in einer Stadt wie München natürlich kaum überleben, das soziale Elend mit Mitte zwanzig ist wirklich erschreckend. Echt jetzt?!
Mit 2000,— netto kann Jeder auskommen. Dennoch sehe ich anhand meiner Gehaltsentwicklung über 30 Jahre hinweg und den Abzügen an Steuern und Sozialabgaben ein absolut schräges Verhältnis zwischen Leistungsanforderung, Verantwortung, Qualifikation und der Bezahlung. Es geht u.a. auch darum, nach knapp 40 Jahren, Stunden reduzieren zu können, um sich (Arbeits-) Kraft zu erhalten. Und das ist in Zusammenhang mit den Mieten und Gehältern meist nicht möglich. Es geht auch darum, dass ein Mehdorn u.a. unmöglich das 53 fache an Leistung erbringt als ein Facharbeiter, ein Lehrer oder Sozialarbeiter. Vgl BER - Gehaltsabzocke für nichts. Für solchen Pfusch fliegen meine Kollegen und ich...... Soll heißen, mir geht es gut, ich muss aber auch ranklotzen. Und wenn ich den Rentner beim Einkaufen sehe, der im Geldeutel kramt, um nachzurechnen, ob er sich 50 gr Salami leisten kann.......... bleibt mir diese Sparkassenerhebung im Halse stecken. Zudem hocken in den Aufsichtsräten der Sparkassen führende Politiker, in unserem Landkreis der Landrat.....

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ulibutz 24.10.2018, 12:49
204. wieso die Baden-Württemberger

so unzufrieden sind ist mir schleierhaft. Denen gehts doch mit am besten in Deutschland.
Naja, Bruddler halt. Meint ein Schwabe ;-)

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Hans_Suppengrün 24.10.2018, 12:49
205.

Zitat von pepe-b
Schauen Sie doch mal in ein Psychologie-Lehrbuch. Tatsächlich tickt der Mensch wirklich so, dass er nach Problemen sucht, wenn er keine hat. Das es gut geht, gilt natürlich nicht für jeden Einzelnen, aber unterm Strich mit Blick auf die Gesellschaft sehr wohl. Also verbeißt man sich in Kleinigkeiten und Luxusproblemen.
Können Sie mir vielleicht den Namen des Autors und den Namen des Psychologie-Lehrbuchs mitteilen, in dem tatsächlich untersucht und festgestellt wird, dass DER MENSCH (was sich ja tatsächlich auf ALLE Menschen zu beziehen scheint) so tickt?

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egoneiermann 24.10.2018, 12:49
206.

Zitat von prometheusxl
... geht es in der Statistik um die Präsentation einer selektiven Realitätsdarstellung. Doch genauer nachgefragt wird offenbar gar nicht mehr, bei SPON. Besonders ärgerlich empfinde ich die seit geraumer Zeit zum Standard geworden scheinende unkritische .....
Es geht hier um ein Online Medium, da ist Zeit ein wichtiger Faktor. Wer wirklich Recherche will, der soll sich den Spiegel kaufen. So einfach ist das.
ich denke aber nicht, dass sich wirklich viele Zeitungen die Mühe machen, jede Umfrage zu hinterfragen,

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Andraax 24.10.2018, 12:50
207.

Zitat von barstow
Hat der Sparkassenverband vorher nachgeschaut, wer am meisten verdient hat, bevor man genau diese Menschen befragt hat? Wer hat eigentlich das Ergebniss der Studie beauftragt? Die Bertelsmann-Stiftung?
Sie zeigen mit Ihren "rhetorischen" Fragen nur, dass Sie weder den Artikel gelesen, noch Ahnung von statistischen Methoden haben. Und natürlich, dass man ohne Ahnung trotzdem viel Meinung haben kann.

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g_bec 24.10.2018, 12:51
208. Oder aber

Zitat von rgw_ch
Mal wieder ein schönes Beispiel für die Beliebigkeit von Statistiken und deren Abbildung in den Medien. Wenige Tage nachdem der SPIEGEL titelte "7.6 Millionen Menschen leben von Mindestsicherung" kommt jetzt der Gegenartikel, der uns zeigt, dass es den Deutschen so gut .....
Oder aber Sie begehen einen Denkfehler. Nicht jeder der 7,6 Mio Mindestsicherungsbezieher muss ja automatisch mit seiner finanziellen Situation unzufrieden sein. In meinem persönlichen Umfeld gibt es so einige, die damit gut klar kommen und die mit ihrer Situation durchaus zufrieden sind. Gegen mehr hätten die zwar nichts, aber es ist halt so, wie es ist.
Und hej: unter den 7,6 Mio werden sicherlich auch viele Kinder sein, die dazu wohl noch keine öffentlich abgefragte Meinung haben.

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irobot 24.10.2018, 12:52
209.

Zitat von EhemalsWestBerlinerFossil
...1970er und 1980er Jahre (in der damaligen BRD und West-Berlin) denn so schlecht, dass man das keinesfalls wieder haben wollte? Mir ging es auch damals wirtschaftlich.....
Ein schwarz-weiß-Fernseher für die ganze Familie, 3 Programme, kein Internet, max. 2 mal pro Woche Fleisch, beengtere Wohnverhältnisse und so weiter und so fort. Ich sag ja nicht, dass es keine schöne Zeit war, ich habe sie genossen. Trotzdem würde sich heute keiner mehr in dieser Zeit wohlfühlen, weil der Lebensstandard deutlich geringer war als heute.

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