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Umfrage: Finanzielle Zufriedenheit in Deutschland steigt auf Rekordhoch
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Die Deutschen beurteilen ihre eigene finanzielle Situation so rosig wie noch nie in diesem Jahrtausend. Laut einer Umfrage des Sparkassenverbands ist die Zufriedenheit in Hessen am größten.

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supergrobi123 24.10.2018, 13:29
230. Nö.

Zitat von kayato_kasaki
So kann man das natürlich auch sehen. Dieser Beitrag zeigt exemplarisch, wie man tatsächlich Armut bei uns als Hirngespinst abtut. Die Leute gehen zur Tafel, damit sie noch Geld übrig haben für ein sixpack und einen BigMc. Es mag sicher solche Menschen geben, das sind aber Minderheiten. Es ist doch statistisch nachgewiesen, dass die Schere zwischen arm und reich immer größer wird. Das kann man doch nicht ignorieren. Die Leute, die im finanziell unteren Drittel unserer Gesellschaft leben, sind ganz sicher nicht mit ihrem Leben zufrieden. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das nur 8 % der Bevölkerung sein sollen. Im Übrigen, auch in Pakistan gibt es Armenspeisungen und auch in anderen moslemischen Ländern, leider nur an den Freitagen.
Ich war mal Student. Über Jahre habe ich zu dieser Zeit finanziell unter Hartz4-Niveau gelebt.
Die pure Vorstellung, jemand würde mir jeden Monat die Warmmiete für eine eigene Wohnung (kein WG- oder Wohnheimzimmer, eine echte eigene Wohnung!) plus 400 Euro in bar in die Hand drücken, hätte ich damals als unfassbares Glück, ja als Luxus empfunden.
Daher fällt es mir grundsätzlich schwer, das ständige Gejammer über die angeblich "menschenunwürdigen" Hartz-Geschenke ernstzunehmen.
Ich war als Student auch ohne Hartz4 mit meinem Leben jedenfalls sehr zufrieden, das gehörte zur besten Zeit meines Lebens.
Es ist also immer eine Frage der Erwartungshaltung und Grundeinstellung, die die persönliche Bewertung der Lage beeinflusst. Auc heute noch würde ich mir durchaus zutrauen, vom Hartz4-Satz (416 Euro) über die Runden zu kommen, wenn die Miete übernommen wird. In Anbetracht der Tatsache, dass ich das Geld ohne Gegenleistung geschenkt bekäme, würde ich mich schämen, die Situation als schlecht zu bewerten, ich wäre wohl mehr bei "es geht".
Und dass Arme zur Tafel gehen, belegt natürlich die Existenz von Armen. Das hat ja nie jemand abgestritten. Lediglich die Behauptung, aus der Tatsache, dass mehr Arme zur Tafel gehen, könne man ableiten, dass es mehr Arme gäbe oder Armut heftiger ausfällt als früher, ist so nicht statthaft. Der wichtigeste Grund, warum mehr Arme zur Tafel gehen, ist, dass es mehr Tafeln gibt.

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bammy 24.10.2018, 13:29
231.

Zitat von ohjeee
Nein, eben nicht. Das sollte wohl nur aufzeigen, was wir uns heute als selbstverständlich leisten, was unsere Elterngeneration in den 70/80ern nicht getan haben. Konsumkredite wurden nicht aufgenommen. Heutzutage wird womöglich jedes zweite Handy über einen Vertrag monatlich über 2 Jahre abbezahlt (Konsumkredit), das Auto wird auf Pump gekauft oder geleast, 0%-Finanzierung im Elektromarkt für einen Flachbild-TV,... Glauben Sie in den 70/80ern hätte man das gemacht? Glauben Sie, da hätte man alle 2 Jahre ein neues Smartphone (was es damals natürlich nicht gab) oder Unterhaltungselektronik für mehrere hundert Euro gekauft? Es sind die Ansprüche das Problem und (bei den meisten) nicht das Einkommen!
Latte to go für 3,50€ und ein Belegtes Baguette für 3,35€ auf einem Berliner Bahnhof und das werk-täglich sind 137€. Dann vielleicht noch nen Früchtebecher oder Salat für 3-6€ sporadisch.
Da bleiben halt die Gelder. Mieten, Handyvertrag 1+2, Playstation, Prepaidkarten für Google und I-Tunes. Dazu Sky-Fernsehen für 20-35€. Da kommt Einiges zusammen.

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Plasmabruzzler 24.10.2018, 13:31
232.

Zitat von bumbewasserzong
Einfach weiter Schulden machen, raus aus der Mietwohnung, rein ins Eigentum und die 100qm-Wohnung für 400.000 Euro innerhalb von 40 Jahren abbezahlen (also auf den Nachwuchs vererben) oder bei anziehender Inflation eben erst in ca. 70 Jahren (also eine Generation später).
Was Sie da schreiben, ist schlicht und ergreifend unwahr. Kredite über Generationen hinweg wird Ihnen niemand vermitteln - auch nicht solche, die bis zur Rente nicht abgezahlt sind.
Bei einem Kaufpreis von 400.000 EUR (inkl. Nebenkosten beträgt der Kredit ca. 446.280 EUR) stehen 40 Jahre lang monatliche Kosten gegenüber:
Kreditrückzahlung = 1.376 EUR
Instandhaltungskosten pro qm/Monat i. H. v. 2 EUR = 200 EUR
Plus Wohngeld, Plus Heizung, Plus Versicherungen und und und. Es sind also weit mehr als 1.600 EUR im Monat dafür bereitzustellen. Dabei sollte das Haushaltsnettoeinkommen (das dreifache des Kredits+Instandhaltungsrücklage) über die 40 Jahre hinweg mindestens 4.800 (also bspw. 2x 2.200 EUR) betragen. Ich behaupte, dass das Gros sich diesen Luxus nicht leisten kann.

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lantelme.import 24.10.2018, 13:33
233.

Zitat von hoeffertobias
Genau die selbe Erfahrung mache ich in meinem Umfeld auch. Selbst Geringverdiener haben die aktuellsten Smartphones, ständig neue Klamotten und der Urlaub wird wegen der angespannten Finanzlage nicht mit dem Fahrrad an die Ostsee absolviert, sondern mit dem Flieger in den Süden. Diese Errungenschaften werden aber nicht als enormer Lebensstandard definiert, sondern als unabdingbare Notwendigkeiten, sozusagen als Mindestanforderung zivilisierten Lebens. Diese Erfahrung deckt sich sowohl mit dem Konsumverhalten der Kunden in den Innenstädten als auch den Lieferzeiten von BMW. Dazu noch der Onlinehandel und Kreuzfahrten mit zweistelligen Zuwachsraten. Die einzigen Menschen, die in meinem Umfeld nicht hemmungslos shoppen, sind leistungsferne Hartz´ler. Keine Leistung in der Schule, keinen Bock auf eine Lehre und malochen ist auch nicht ihr Ding - insofern völlig zu Recht! Wenn auch diese Leute erst am Konsumwahnsinn teilhaben, ist der Untergang nicht mehr weit. Es erstaunt wirklich, welche ominöse Macht für die immer wieder festgestellte Geldlosigkeit der Deutschen verantwortlich ist! Nur eines ist klar: Die Realität ist es nicht!
Absolut d'accord! Wobei noch zu erwähnen ist, daß der deutsche Otto-Normalverbraucher seine Prioritäten so setzt, daß er möglichst an Lebensmitteln und nicht nachhaltigen Konsumgütern aus Fernost und Osteuropa am meisten spart, auch wenn es auf Kosten von Mensch und Nutztier geht. Die Schiffsdreckschleudern und die nach innen und außen giftigen Flüge sind auch kein Thema.
Menschen in unseren Nachbarländern setzen z.T auf andere Prioritäten in Richtung erfüllendere Lebensqualität.

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thoeck 24.10.2018, 13:33
234. Es könnte schlechter sein...

Grundsätzlich geht es den Deutschen doch gut... es kann auch nicht jeder Eigentümer sein, da sonst keine Mieter mehr auf dem Markt .. und somit auch keine Mieteinnahmen ... jedoch sollte der Staat dringend etwas bei der ESt was machen. Die Fiskalpolitik sollte sich langsam mal auf die Mehrheit der Bürger konzentrieren..und diese signifikant! Die horrenden Steuereinnahmen kann der Staat sowieso nicht so schnell für Renovierungsarbeiten und Neubauten ausgeben, da die Arbeitskräfte in den Planungsbüros und Bauindustrie knapp sind - betrifft auch den privaten Wohnungbau... deshalb sind die Mieten/Kosten auch so hoch! Derzeit entzieht der Staat zuviel Kapital der Mittelschicht und verwendet es nicht fiskalpolitisch sinnvoll. Deswegen muss der Staat jetzt handeln!

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Vadomar 24.10.2018, 13:41
235. ist alles relativ

Ich denke, es kommt immer auf den Blickwinkel an. Alleinstehende haben es finanziell in vielen Dingen sehr viel einfacher als Familien.

Ich habe 4 Kinder, verdiene nicht schlecht, aber auch nicht wirklich viel, meine Frau arbeitet auch fast Vollzeit.
Trotzdem bleibt in einem Ballungraum fast nichts mehr übrig. Und dabei leben wir nicht auf großem Fuß.
Miete, Nebenkosten und Kosten für die Kinder (Ausflüge, Material für die Schule etc.) fressen einen sehr schnell auf.

Mein Bruder verdient nicht mehr als ich, als Alleinstehender lebt er allerdings fast wie Gott in Frankreich. Mehrwöchiger Sommerurlaub, 2x Pro Jahr Skiurlaub, dickes Auto.
Unmöglich mit Familie. Schuld sind auch die teilweise unverschämten Mieten.

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Crom 24.10.2018, 13:41
236.

Zitat von christian-h
1) Die Häufigkeit spielt genau welche Rolle? Wir sind früher auch 2x in den Urlaub gefahren aber eben nur innerhalb Deutschlands. 2) Hier ist auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit Ihrer Frage. Warum muss man "technisches Gadgets" austauschen wenn diese noch funtionieren. Ich tausche nur aus was kaputt ist oder so veraltet das es den Zweck nicht mehr dient, wobei hier die Probleme eher von der Industrie kommen weil die Produkte entweder nicht mehr so lange halten wie früher oder gerade bei Software Updates oder Apps ältere Geräte nicht mehr unterstützt werden. 3) Das kommt wahrscheinlich darauf an, ob man das Auto als Fortbewegungsmittel ansieht oder als Statussymbol.
1) Na wenn man die Zeiten vergleichen will, muss man schon konkret schauen, wie's damals war und wie heute.

2) Es geht nicht ums Warum sondern das dies getan wird. Wie viele Leute laufen denn mit einem Smartphone rum, dass deutlich älter als vier Jahre ist? Offenbar kann man sich es leisten, entsprechend oft zu tauschen.

3) Es kommt nicht darauf an, wer was wie persönlich bewertet sondern wofür man heute Geld ausgibt und wofür vor 30 oder 40 Jahren. Offenbar hat sich das Konsumverhalten grundlegend geändert. Wenn man mehr Geld für Sachen ausgibt, die es in den 70ern und 80ern noch gar nicht gab, dann fehlt's logischerweise an anderen Stellen. Offenbar haben sich als die Prioritäten verschoben.

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Crom 24.10.2018, 13:46
237.

Zitat von EhemalsWestBerlinerFossil
...1970er und 1980er Jahre (in der damaligen BRD und West-Berlin) denn so schlecht, dass man das keinesfalls wieder haben wollte? Mir ging es auch damals wirtschaftlich gut und ich konnte ohne wirkliche finanzielle Probleme Leben und auch meinen Hobbys nachgehen.
Es gibt da so Statistiken, in denen man nachschlagen kann, wie lange man im Schnitt für ein bestimmtes Konsumgut arbeiten musste. Das war in den 70ern und 80ern deutlich länger. Man hat sich einfach weniger geleistet, die Hobbys waren auch nicht so teuer. Fernreisen auf anderen Kontinenten war eher selten etc.pp. Man hat das seinerzeit aber auch nicht vermisst, da man es ja nicht anders kannte.

Heute gibt es so viele Möglichkeiten und Freizeitangebote, das viele Menschen denken, sie verpassen was, wenn sie sich z.B. nicht auch noch die Balireise leisten können. Gleichzeitig sieht man via Facebook und Co was die anderen alles so tolles machen.

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m.gu 24.10.2018, 13:47
238. Sie haben sich leider wie viele User mit dieser Problematik kaum

Zitat von Elrond
das ist noch so ein prominentes Thema, mit dem Angst geschürt wird, als ob massenhaft Menschen aus der Mittelschicht in die Armut abstürzen. Es gibt dieses Phänomen, aber den wenigsten passiert das Abrutschen in die Einkommensarmut tatsächlich. Und wenn, dann schafft es jeder Zweite im Folgejahr, wieder aus dieser Situation heraus. Hier werden also gerne unbegründete Abstiegssorgen bei der Bevölkerung geschürt.
beschäftigt. Die Wahrheit in Deutschland ist, siehe Beweis Quelle. "Die reale Armut in Deutschland 2018." Es betrifft heute mittlerweile ca. 29,5 Millionen Mitmenschen. Aufgelistet siehe in Quelle: "Tatsächliche Armutsstatistik in Deutschland: Zahlen, Fakten, Statistiktricks." Auch von Wissenschaftler aus Bochum analysiert, siehe Beweis Quelle: "Studie mit präziseren Kriterien: Arme Familien sind ärmer als gedacht." Menschen in Deutschland, denen es gut geht negieren diese Tatsachen, siehe Beweis Quelle: "Bertelsmann Studie zur Familienarmut. Geschönte Armut statt schön." Ich möchte nur eine Gruppe von Menschen, die ca. 21 Millionen Rentner erwähnen, von denen jetzt und heute ca. 8,6 Millionen weit weniger als 800 Euro im Monat für Mietzahlung und zum Leben zur Verfügung haben. Das Abrutschen in die Armut passiert nach ihrer Auffassung nicht nur wenigen Menschen sondern viele Millionen Mitmenschen.

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prometheusxl 24.10.2018, 13:50
239. Kritische Nachfragen..

Zitat von Elrond
Ich frage mich gerade, bei welchem Prozentsatz an unzufriedenen Befragten Sie die Studie nicht mehr im Detail hinterfragt hätten, 15%, 20% oder deutlich mehr? So nach dem Motto, hab doch schon immer gewußt, dass es so vielen Menschen in Deutschland schlecht geht. Ich erinnere mich noch an eine Studie der Gewerkschaften, die von 7,6 Millionen Menschen in prkären Arbeitsverhältnissen sprachen. Diese Zahl wurde sofort akzeptiert von den Foristen. Da kam keiner auf die Idee zu fragen, hm... sind das nicht viel zu viele. Und wen haben die überhaupt gefragt, etwa die Hartz IVler und in prkären Beschäftigungsverhältnissen befindlichen. Je schlechter das Bild von Deutschland desto glaubwürdiger. Ist das ihre These?
... gehören aus meiner Sicht und Bewertung von Sachverhalten zur Medienkompetenz. Wenn Sie das für unnötig halten, werden Sie ihre Gründe dafür haben. Es ist unerheblich, welche Zahlen genau dort genant werden, die Methodik hat ein Verwender entweder verstanden, oder nicht. Indikatoren sind kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Und um den hätte es gehen können. Wenn Sie meine, dass es einen Anlass zur kritischen Nachfrage gäbe, und dass aus zwei Fehlern einmal richtig wird, kann ich vermutlich daran nichts ändern. Ein Argument, das stichhaltig begründet, warum eine kritische Beleuchtung im vorliegenden Fall nicht erforderlich sein sollte, habe ich in Ihrer Nachfrage nicht gefunden. Worum also geht es Ihnen? Meinungshoheit? Diskreditierung? Man weiss inzwischen ja nicht mehr, wer sich aus welchen Gründen in Diskussionen zu Wort meldet und welchen Agenturen ein Großteil der Spinnings zuzuordnen ist. Die Spindoktoren und ihre Satelliten sind ein nicht unerheblicher Teil der Gesamtproblematik. Ich halte es mit ein paar ganz grundlegenden Weisheiten: wer nur darauf aus ist, Richtiges in ein falsches Licht zu tauchen, hat erwartungsgemäß keine lauteren Absichten. Dieser schlichte Filtermechanismus klärt bereits das gröbste Manipulationgekröse aus der Meinungsbrühe.

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