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Umfrage: Große Mehrheit will Hartz IV grundlegend ändern
imago/Ralph Peters

Sechs von zehn Menschen in Deutschland wollen das Ende von Hartz IV. Doch eine Umfrage für den SPIEGEL zeigt auch: Nicht in allen politischen Lagern findet die Forderung nach grundsätzlichen Änderungen eine Mehrheit.

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heinzgünther 05.04.2018, 12:51
150.

Zitat von supergrobi123
Ich habe jahrelang ungefähr auf Hartz4-Niveau gelebt. Nannte sich Studium. Das ist Normalität! Für junge, hochintelligente Menschen, die gerade in der Ausbildung stecken, um zumindest zum Teil prägende Figuren unserer Gesellschaft zu werden. Ärzte, Ingenieure, Wissenschaftler, Lehrer. Ohne auch nur einen weiteren Gedanken zu verschwenden, erwarten wir von diesen jungen Menschen, dass sie von extrem wenig Geld leben. Da muss man sich eben mit wildfremden eine Wohnung teilen (sog. "WGs") oder ein kleines Zimmer in einem Wohnheim beziehen oder bei Verwandten unterkommen. Wer keinen .....
Vielen Dank, dass sie als prägende Figur mir das Studentenleben erklären! Wie hätte ich sowas sonst wissen sollen!
Die frage ist, wenn das Studium nur für hochintelligente Menschen geeignet ist, wie kamen.... Ach vergessen sie es!
Wenn es so glücklich macht, warum sind sie dann davon abgekehrt? Sidn sie nicht gerne glücklich?

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supergrobi123 05.04.2018, 14:00
151. Ach so!

Zitat von heinzgünther
Wie gesagt, ich kenne nicht einen, der die "wichtige Arbeit der Arbeitsvermittlung" je genossen hätte und ich kenne eine nicht gerade eine kleine Zahl von Menschen die mal arbeitslos waren! Generelle vorgehensweise vor so ca. 15 Jahren waren a) irgendwelche bescheuerten Maßnahmen (ein ehemaliger Kollege hat sage und schreibe 3 mal seinen Staplerschein machen müssen) oder b) zeitarbeit. Von so über den daumen 20 bis 30 Personen, die ich kenne hat nicht einer (das ist 0 oder in Worten Null) vom arbeitsamt eine richtige Stelle vermittelt bekommen und die meisten der Personen waren recht schnell wieder in einem regulären Anstellungsverhältnis! Zum anderen sind sie ja wohl hoffentlich an ihrem Wohnort gemeldet oder? Name, adresse, alter und status (deutscher oder aufenthaltstitel) sind also bekannt. Sie müssten nur noch ihre Kontoverbindung angeben und aktuell halten! Wirklich ein Albtraum! Wer soll das können? Kontoverbindungen in einen bestehenden Datensatz hinzufügen? Grauenhaft!
Aber was ist mit dem Rest?
Erzählen Sie doch mal: Wer bekommt das sog." bedingungslose" Grundeinkommen? Welche Bedingungen muss ich erfüllen?
Sie wollen es wohl kaum jedem Erdenbürger zukommen lassen, oder?
Was ist mit Ausländern in Deutschland?
Und Deutschen im Ausland?
Kann ich nach Spanien oder Thailand ziehen und die deutsche Gesellschaft zahlt mir mein Leben in der Sonne? Kann ein Rumäne in Deutschland Grundeinkommen beantragen und tags drauf zurück nach Rumänien gehen? Oder brauche ich meinen Hauptwohnsitz etwa in D? Wenn ja, wer kontrolliert das? Ihr Datensatz oder wer?
Wie stellen Sie sich das mit der Inflation vor? Wenn plötzlich jeder 1.500 Euro mehr im Monat hätte, wie wirkt sich das z.B. auf Immobilienpreise und Mieten aus, um nur mal ein Beispiel zu nennen?
Wie stehen Sie zur größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich? Immerhin soll ein Grundeinkommen ja i.a.R. Sozialhilfe, Renten, Bafög u.ä. ersetzen(!). Dort erhöht sich das Einkommen also kaum oder bleibt grob gleich, während alle anderen plötzlich 1.500 Euro zusätzlich am Start haben!
Wie setzen Sie überhaupt die Höhe fest? Die Lebenshaltungskosten in München und Schwerin sind kaum vergleichbar! Kommt es hier nicht zu heftigen Ungerechtigkeiten?
Auch individuelle Unterschiede bestehen, so wird der Hartz4-Satz beispielsweise aufgestockt, wenn Sie krankheitsbedingt eine bestimmte Diät (z.B. laktosefrei) benötigen, beim BGE hat man dann einfach Pech gehabt?
Und glauben Sie wirklich, "einen Datensatz pflegen" wäre bei 81 Mio Bürgern so einfach? Wo ist der Unterschied dazu, im aktuellen "Datensatz" ein Häckchen bei "Arbeitslos" zu setzen? Komisch. Doch nicht so leicht?

P.S.: Ich kenne einige Leute, die über das Arbeitsamt Jobs gefunden haben. Allerding kenne ich nicht ganz so viele Arbeitslose wie Sie... Hm...

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heinzgünther 05.04.2018, 15:26
152.

Das ich relativ viele Menschen kenne, die schon einmal Arbeitslos waren ist recht leicht erklärt, in manchen Berufen ist das einfach häufiger der Fall. Auf dem Bau nicht derart unüblich! Aber auch kein Drama. Zudem habe ich in vielen Bereichen gearbeitet und ziemlich viele sehr verschiedene Leute kennen gelernt.
Die Daten werden ohnehin gepflegt, man nennt das Melderegister!
Die ganzen Fragen sind obsolet, ich halte ein bedingungsloses Grundeinkommen für nicht realisierbar momentan, aus diversen Gründen. Das war auch eigentlich nie mein Punkt.

Allerdings ist die Idee nicht derart abstrus wie einige glauben. Wenn man sich damit ein wenig beschäftigt ist es ziemlich spannend. Wer den gendanken bei "1500 eur? Ist ja unbezahlbar, son scheiss!" abbricht, mag es nicht spannend finden!
Interessant ist doch aber, das Rente, Pensionen und ALo schon mal reichen um 1/3 der kosten eines 1.500 Eur bge zu decken. Man mag sagen "ja nur ein drittel" ich würde finde das einen extrem hohen Wert. Und in abstrahierter Form, stellt sich doch die Frage ob 10 Mrd Verwaltungskosten um Arbeitslose zu gängeln nicht doch der ein oder andere Euro zu viel ist? Zum Vergleich, die Rentenkasse benötigt knapp 3! Und falls das nicht offensichtlich, es gibt weit mehr Rentner als Arbeitslose!

Könnte man also die kontrollen lockern und somit effizienter Vorgehen? Lassen sich aus dem Gedankenspiel BGE andere Formen ableiten, die das System kosteneffizienter machen? Wie viel Kontrolle braucht man? Wo ist der Grenznutzen von Auflagen?
Das BGE stellt dabei lediglich die Antithese zum aktuellen System, mehr nicht.

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heinzgünther 05.04.2018, 16:20
153.

Zitat von supergrobi123
Wie stehen Sie zur größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich? Und glauben Sie wirklich, "einen Datensatz pflegen" wäre bei 81 Mio Bürgern so einfach? Wo ist der Unterschied dazu, im aktuellen "Datensatz" ein Häckchen bei "Arbeitslos" zu setzen? Komisch. Doch nicht so leicht?
Vielleicht noch zwei kleine anmerkungen hierzu.
Die Schere zwischen Arm und reich wird nicht größer, sondern kleiner. Wenn sie für den Mindestlohn arbeiten, verdoppelt sich ihr Einkommen, bei einem durchschnittlichen Verdienst (ca 45 tsd Eur) steigert sich ihr einkommen um nichteinmal 50%.

Zum Thema Daten, wenn sie glauben, es würde "ein Häckchen bei Arbeitslos" gemacht, sollten sie dringend aufs Amt. Sagen sie einfach sie wollen sich Arbeitssuchend melden, schauen sie sich den Bogen an, den sie allein dafür ausfüllen müssen! Dann wissen sie auch woher die imensen kosten kommen. Wie bereits gesagt, werden die meldedaten ohnehin aktuell gehalten (es sind quasi Eh-da Daten). Das mit den Arbeitslosendaten (Historie ihrer Arbeit, Krankeiteitstage, Masnahmen, Vermögensverhältnisse, Konten, Kontostände und soooo vieles mehr) zu verwechseln ist eher...!

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mostly_harmless 05.04.2018, 16:43
154.

Zitat von heinzgünther
Vielleicht noch zwei kleine anmerkungen hierzu. Die Schere zwischen Arm und reich wird nicht größer, sondern kleiner. Wenn sie für den Mindestlohn arbeiten, verdoppelt sich ihr Einkommen, bei einem durchschnittlichen Verdienst (ca 45 tsd Eur) steigert sich ihr einkommen um nichteinmal 50%. [...]
Seltsamerweise beweisen die Zahlen des GINI-Koeffizienten das exakte Gegenteil dessen, was Sie behaupten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensverteilung_in_Deutschland

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heinzgünther 05.04.2018, 16:54
155.

Zitat von mostly_harmless
Seltsamerweise beweisen die Zahlen des GINI-Koeffizienten das exakte Gegenteil dessen, was Sie behaupten. https://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensverteilung_in_Deutschland
Ich bezog mich auf die Frage, wie ich dazu stehe, dass ein bedingungsloses Grundeinkommen die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandertreibt. Das geht leider tatsächlich aus dem Post nicht hervor.

Daher auch meine Aussage, dass bei einem BGE von 1500 Euro (das war die gegebene Annahme, auch das geht nicht aus dem Post hervor) sich das Einkommen bei sonst Mindestlohn verdpppeln würde!

Meine absicht war nicht zu behaupten, aktuell gehe die Schere nicht weiter auf. Das wäre völlig inkorrekt! Aber ich sehe ein, dass mein Post durchaus so gedeutet werden kann!

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haarer.15 18.11.2018, 15:48
156. Eine große Mehrheit will es ...

... abschaffen bzw. grundlegend reformieren. Und machen wir uns nichts vor: Schon der Name Hartz-4 ist ein Stigma. Das System hat Ungerechtigkeiten und Mängel. Das sagen sogar fast alle, die nicht davon betroffen sind. Politiker wacht auf - vorallem ihr von der Union/FDP ! Herr Habeck hat es recht treffend auf den Punkt gebracht: Die Zeit ist über Hartz-4 hinweggegangen. Stimmt voll.

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haarer.15 18.11.2018, 15:55
157. Sollte nicht besser auch die Union sich bewegen ?

Zitat von kritischer-spiegelleser
Dieses Ändern geht aber von "Mehr verteilen" bis zu "abschaffen".Die SPD weiß scheinbar nicht was sie will. Da spielt jeder im Vorstand einen anderen Ball. Soll die SPD dieses Thema doch in ihr nächstes Wahlprogramm nehmen. Dann sieht sie was der Bürger davon hält!
... sonst entfernt sie sich weiter vom Volk. Hartz-4 abschaffen, zumindest aber grundlegend ändern und der Zeit anpassen - darüber sind sich doch die Meisten auch parteiübergreifend einig. Sagen selbst diejenigen, die davon nicht betroffen sind. Ich bin es auch nicht, kann mich aber sehr wohl in die Lage hineindenken.

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