Forum: Wirtschaft
Umfrage: Knappe Mehrheit akzeptiert sinkende Renten
dapd

Politisch ist es entschieden: Das Rentenniveau sinkt deutlich. Laut einer Umfrage akzeptieren 51 Prozent der Deutschen den Rückgang. Zugleich will fast ein Drittel besonders niedrige Renten aus Steuermitteln aufstocken lassen.

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UweZ+ 18.10.2012, 18:24
490. Ok,...

Zitat von gazettenberg
...Dann verraten Sie uns doch, wie die das machen, wo doch ausweislich Ihrer sonstigen Beiträge jegliches Kapital und jegliche Anlage dank Inflation zwingend abschmilzt wie ein Schneeball in der Hölle...
... ich erklär's "Euch" noch mal gaaaanz langsam...:-)

Wir dürften darüber einig sein, dass ne allzu ruhige Kugel schwiebendes Kapital seinen inflationär-suizidalen Neigungen schwerlich entgehen kann.

Ebenso unstrittig dürfte sein, dass dem Kapital als Ausweg vor dem inflationären Orkus der Geschichte ausschliesslich bleibt, mindestens vorne soviel Rendite zu erzielen, wie die Inflation hinten wegknabbert.

Individuelle Rendite kann in einer Marktwirtschaft aber ausschliesslich mittels Eingehen eines Verlustrisikos erzielt werden.
Welches, wenn auch noch so klein, nach endlicher Zeit IMMER irgendwann einteten muss, denn sonst wär's ja gar kein Risiko.
IRGENDWANN tritt also auch bei fleissigem Kapital zwingend der unvermeidbare Verlust auf. Kapitalisten können allenfalls HOFFEN, dass dieses zeitliche "irgendwann" nicht in ihrer ureigenen Zeit irdischen Daseins angesiedelt ist.

Aussagen der Art "Sie haben von Ökonomie doch keine Ahnung" helfen dem derlei Aussagenden dabei nicht aus der Patsche, denn zur Erkenntnis einer IRGENDWANN IMMER tragisch endenden Suizidgefährdung allen Kapitals reicht doch ganz laienhaft-egalitäre, otto-normale Logik völlig aus.

Denn FAST JEDER kennt die nette Geschichte mit dem Jesus- oder Josephs-Pfennig.
(Selbst zu sozialverträglichst schlappen 2 % Zinsen im Jahre Null angelegt, besässe der ehemals 1 Cent besitzende Sparer heutig 2000 Billiönchen Eurönchen).
Aber ausnahmslos KEIN Schwein kennt weltweit irgend jemand, der tatsächlich soviel Kohle hätte...!
(ganz davon zu schweigen, dass bereits bei putzigen 3 % Rendite die von einem damalig einzigen Cent ausgelösten Zinseszins Eurönchen heutzutage schwergewichtiger wären, als die Erde, die die ganze Kohle ja irgendwie tragen muss)

Jetzt verstanden...???

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gazettenberg 19.10.2012, 13:06
491.

Zitat von UweZ+
Aus diesem Artikel entnehme (errechne) ich: (i.) ca. jeder 40. Altersrentner (inkl. Witwenrentner) bezieht Grundsicherung. (ii.) knapp die Hälfte aller Grundsicherungsempfänger bezieht Erwerbsminderungsrente (iii.) ca. jeder 3. Erwerbsminderungsrentner bezieht Grundsicherung. (iv.) die Zahl der Erwerbsminderungsrentner steigt z.Z. relativ schneller, als die der Altersrentner.
Jetzt müssten Sie noch erklären, warum unter diesen Armen dann keine Bezieher berufständischer Anlage-Renten zu finden sind, wenn diese Renten doch angeblich so überaus unsicher und schlecht verzinst sein sollen.

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gazettenberg 19.10.2012, 13:09
492.

Zitat von UweZ+
Was passiert eigentlich einem individuell ansparenden homo oeconomicus, wenn der in der Ansparphase seiner später erhofft kapitalgedeckten Altersvorsorge erwerbsunfähig wird...???
Nennen Sie mal ein berufständisches Versorgungswerk, dass dann keine Berufsunfähigkeitsrente auszahlt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass alle Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte entsprechende Absicherungen in ihren Verträgen haben werden.

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gazettenberg 19.10.2012, 13:17
493.

Zitat von UweZ+
Individuelle Rendite kann in einer Marktwirtschaft aber ausschliesslich mittels Eingehen eines Verlustrisikos erzielt werden. Welches, wenn auch noch so klein, nach endlicher Zeit IMMER irgendwann einteten muss, denn sonst wär's ja gar kein Risiko. tritt also auch bei fleissigem Kapital zwingend der auf. Kapitalisten können allenfalls HOFFEN, dass dieses zeitliche "irgendwann" nicht in ihrer ureigenen Zeit irdischen Daseins angesiedelt ist.
Wenn Sie Ihr ganzes Geld in genau ein Risiko investieren sollten, hätten Sie recht. Aber welcher kluge Investor würde das machen?

Der Verlust einer von aktuell vielen Anlagen ist hingegen immer verkraftbar und ja auch bei den Zinssätzen als Risiko eingepreist.

Zitat von UweZ+
. .
Ja, alles lustige Gedankenspiele wie das Schachbrett mit den Reiskörnern oder der lange Hebel, mit dem Archimedes die Welt aus den Angeln heben wollte.

Sie können als Anleger nur den Zins bekommen, den Ihnen jemand bietet. Und 2000 Jahre legt niemand Geld an.

"Auf lange Sicht sind wir alle tot“
John Maynard Keynes

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c++ 19.10.2012, 13:19
494.

Knappe Mehrheit akzeptiert sinkende Renten. Vermutlich diejenigen, die davon nicht betroffen sind

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UweZ+ 19.10.2012, 14:05
495. Warum soll ich etwas "erklären müssen", was Sie ohne Beleg behaupten...?

Zitat von gazettenberg
Jetzt müssten Sie noch erklären, warum unter diesen Armen dann keine Bezieher berufständischer Anlage-Renten zu finden sind, wenn diese Renten doch angeblich so überaus unsicher und schlecht verzinst sein sollen.
Denn dem von Ihnen verlinkten Spon-Artikel kann man an keiner Stelle entnehmen, dass angeblich keine dauerhaft erwerbsunfähigen, zuvor berufsständisch Versicherten Grundsicherung nach SGB XII beziehen würden.

Die dort erörterte "Grundsicherung im Alter oder bei dauerhafter Erwerbsminderung" (SGB XII, 4. Kapitel) setzt ja keine Einzahlungen in die GRV, respektive den Bezug gesetzlicher Rente oder Erwerbsminderungsrente voraus...!
Genannte Grundsicherung steht ausnahmslos JEDEM Bedürftigen zu, der entweder das reguläre Rentenalter erreicht oder alternativ dauerhaft erwerbsunfähig ist. Auch dem, der im ganzen Leben nie in irgendein Vorsorge-System eingezahlt hat.

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UweZ+ 19.10.2012, 15:49
496. Risikostreuung KANN nicht funktionieren, wenn dies ALLE versuchen...!

Zitat von gazettenberg
Wenn Sie Ihr ganzes Geld in genau ein Risiko investieren sollten, hätten Sie recht. Aber welcher kluge Investor würde das machen? Der Verlust einer von aktuell vielen Anlagen ist hingegen immer verkraftbar und ja auch bei den Zinssätzen als Risiko eingepreist...
Prinzipiell ist es aus individueller Sicht (betriebswirtschaftlich) sicherlich vernünftig, in teils risikofreudiger, teils risikoscheuer Umgebung ureigen geschickte Risikostreuung zu betreiben.

Wenn allerdings ALLE Individuen ihre Risiken möglichst breit zu streuen versuchen, also wie ein Kollektiv handeln, ist Risikostreuung in einer Marktwirtschaft eben nicht mehr vernünftig!

Weil für genanntes Kollektiv (Ensemble) nämlich weiterhin ein Gesamtrisiko besteht, das EXAKT der Aufsummierung aller Einzelrisiken der Individuen entspricht!
Der Einzelne FÜHLT sich in einer Marktwirtschaft in einem risikogleichverteilenden Kollektiv nur sicherer, er ist es aber nicht...!

Letztere Erkenntnis zur Auswirkung von verknüpften Wahrscheinlichkeiten, die einem naturwissenschftlich Ausgebildeten i.d.R. unmittelbar einleuchtet, für marktwirtschaftliche Ökonomen aber augenscheinlich überraschend war, hat übrigens im Jahre 2007 in den USA die Krise der Subprime-Kredite ausgelöst.
Wenn ein knapp 300 Millionen kopzähliges Volk scheinbar perfekte Risikostreuung betreibt und damit das individuelle Risiko auf 20 Tsd. $, also den Preis eines Kleinwagens, beschränkt, dann hat zwar die Mehrheit das Gefühl, ureigen alles unter Kontrolle zu haben. Aber für das Ensemble (die amerikanische Volkswirtschaft) bleibt doch eine happige Risikosumme von 300 Mill. x 20 Tsd. = 6 Billionen bestehen.

Erlaubt man dann Hedge-Fonds, mittels eines (Kredit) Hebels Faktor 10 am fiktiv risikominimierten Markt zu agieren, dann haben deren Besitzer zwar die Chance riesige Gewinne zu machen, aber für das Ensemble aller US-Bürger steigt das Gesamtrisiko auf 60 Billionen $, obwohl der Einzelne sich immer noch sicher fühlt. Da die Individuen aus ihrer Sicht ja tatsächlich nur jeweils ihren Kleinwagen zu riskieren scheinen.

Kurz: den sich in Sicherheit Wiegenden ist vollkommen verborgen geblieben, dass die durch ihr gleichgeschaltetes Verhalten zwar INNERHALB ihres Ensembles von Mitakteuren recht stabil (fiktiv risikoarm) verankert waren, sich ALLE ZUSAMMEN jedoch bereits viel zu weit über die Klippe gelehnt hatten, um das (volkswirtschaftliche) Gleichgewicht noch halten zu können.

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