Forum: Wirtschaft
Umfrage unter 30 bis 59-Jährigen: Mir geht es gut - aber Deutschland ist ungerecht
DPA

Die sogenannte "Generation Mitte" findet, dass Vermögen und Einkommen in Deutschland unfair verteilt sind. Höhere Steuern für Reiche und mehr Geld für Arme lehnt sie aber ab. Was denn nun?

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3-plus-1 08.09.2016, 12:16
30.

Ich gehöre auch zu der Altrergruppe und kann zustimmen, wenn es um die Ablehnung von mehr Steuern für "Reiche" geht. Warum? Weil ich weiß, wie reich hier definiert wird. Das sind in unserem Land Jahreseinkommen von 50.000 bis 200.000 EUR. Alles darüber hinaus bekommt dann in der realen Umsetzung wieder Steuererleichterungen.

Wenn es um mehr Geld für Arme geht, bin ich auch sehr am zweifeln. So wie das von der aktuellen Bundesregierung gehandhabt wird, bedeutet das schlicht mehr Geld für alle Armen der Welt, die dann zu uns kommen sollen, um es sich abzuholen. Ein höherer Hartz-4-Satz oder längere Auszahlung des Arbeitslosengeldes für Menschen, die hier schon gearbeitet haben ist da nämlich nicht mit gemeint.

Was wir bräuchten, ist eine Entkopplung von Schicksal und Armut. Früher brauchte man keine Berufsunfähigkeitsversicherung privat abschließen, weil das Risiko vom Staat gedeckt wurde. Leider läuft diese Entsolidarisierung immer weiter. Ich sähe hier z.B. eine bessere und einkommensunabhängige Versorgung von Schwerstpflegebedürftigen als Dringlichkeit an. Wer nämlich heute sehr gut verdient aber trotzdem mit vier Pflegefällen in der Großeltergeneration geschlagen ist, dem wird quasi auch sein ganzes Einkommen für die Versorgung weggepfändet. Gibt es etwas demotivierenderes als das?

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tommit 08.09.2016, 12:16
31. Fast aber nicht ganz

Zitat von pekaef
Man kann das Fazit des Artikels eigentlich in einem einzigen Satz zusammenfassen: Mehr soziale Gerechtigkeit, aber bitteschön zum Nulltarif. Anscheinend haben doch nicht genügend viele aus der Generation der 30-59jährigen BWL studiert ...
wir dachten wir werden schlauer, wir denken wir könnten rein Giro werden.. Geiz ist Geil bedeutete Karriere machen Chef werden und sparen. Unser Weg führte vom Unternehmer zum Verwalter....

Steuer auf erarbeitetes EInkommen bei guter Bezahlung 42 % .. aus Zinsen 26%.. also warum sollte ich als Erbe mir unnötigen STress machen, denn entgegen der Jahre von 1945 ++ ist der Markt in suneren modernen Ländern zumiest durch Big Player bereits gesättigt... Heute verteibt jeder alles... Kredit vom penny, Reise im Edeka Brötchen in der APotheke und Wegwerfhandys überall. Wir haben nichts mehr Besonderes mehr und mit einer Geburtenrate von 1,4 noch nicht einmal mehr eine erhaltende Menge Kinder.. aber Immigranten auch 'Nein danke'. Dann müssen wir eben eine neue Mathematik erfinden, das übernimmt dann am besten die AfD... oder die übernhem das anheben der Beburtebrate auf mindestens 2,5 ..
ansonsten kann man nämlich den generationenvertrag irgendwann beerdigen, Denn wenn wir auch noch erst SOcial Freezing Kinder mit 60 bekommen.. naja dann werden wir eben spätestens im Schnitt wenn unsere noch Kinder 25 sind zu Grabe getragen...

Das muss natürlich alles in einem globalen Kontext passieren der wesentlich stärker wächst als wir.. und aus unserem Wachstum fürher erwächts unser Führungsanspruch den wir nach aussen tragen... EIne dmokratische mehrheit besitzen wir jedenfalls mit 72 Mio Deutschen nicht...

In einem geb ich ANgela Merkel recht... ein Zurück von der Globalisierung durch unsere ENtscheidung wird es nicht geben.

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WRM58 08.09.2016, 12:17
32. Mehr Gerechtigkeit heißt, die Abgabenlast drastisch senken

Guten Tag:
Den wichtigsten Aspekt sozialer Gerechtigkeit erwähnt Ihr Beitrag gar nicht: Die Ineffizienz des Staates und die extremen Unterschiede in der Wertschöpfung in der Wirtschaft einerseits und im öffentlichen Dienst andererseits.

Die von Arbeitnehmern, Selbständigen und Unternehmern zu tragende Abgabenlast in Form von Steuern, Sozialabgaben und die auferzwungenen Aufwände für eine feinziselierte, weit übertriebene Bürokratie sind so belastend, dass ein Gerechtigkeitsgefühl von vornherein nicht aufkommen kann. Wir alle geben weit mehr Lebenszeit und Lebensenergie an den Staat und die Sozialsysteme, als angemessen ist.

Rechnen Sie EkSt-Steuersätze plus Zuschläge wie Soli zusammen und addieren sie Krankenkassenbeitragssätze und Pflegeversicherung (Arbeitgeberanteile nicht vergessen!), Gewerbesteuer, Rentenversicherungen, Mehrwertsteuer, Mineralöl- und Kfz-Steuern und sonstige Verbrauchssteuern sowie andere staatlich verordnete Abgaben wie Berufsgenossenschaft, Rundfunkgebühren etc, und vergleichen Sie dieses Ergebnis mit der verbleibenden realen Kaufkraft: Der weit überwiegende Teil unseres Einkommens geht direkt an Staat und Solidarkassen - und die haben die Effizienzsteigerungen, die Globalisierung der Wirtschaft aufgezwungen hat, nicht mitgemacht. Wo soll da ein Gefühl der Gerechtigkeit aufkommen?

Bin kein Bibelfreund, aber dort ist vom "10ten" die Rede, die der Einzelne für die Allgemeinheit geben soll. Das ist eine faire Relation. Ein Zehntel gibt jeder gern, und das muss genügen!

Mit freundlichen Grüßen,

Wolfgang Marschner

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spon-facebook-10000071094 08.09.2016, 12:17
33. Für nicht

Schon merkwürdig, was Sie da aus der Studie herauslesen. Solange für jeden Frage nicht auch eine Abfrage der Form "ich halte es für besonders schädlich, wenn..." kommt und das dann in Relation gesetzt wird, sagt das Ganze doch überhaupt nichts aus.

Was wollen Sie also mit diesem Artikel bezwecken?

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Botschafter der Kokosnuss 08.09.2016, 12:19
34.

Also nach der Studie, geht es 75% gut bis sehr gut und nur 25% geht es weniger gut bis schlecht?

Sollte man dann nicht die Situation der 25% verbessern?

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toscana57 08.09.2016, 12:20
35. Keine höhere Erbschaftssteuer

zu wünschen ist nur gerecht, weil hier der Staat doppelt abkassieren würde. Das Vermögen wurde nämlich bereits versteuert !!!

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kumi-ori 08.09.2016, 12:21
36.

Zitat von nobronski
... ohne nass zu werden. Allen soll es besser gehen. Nur, woher das Geld kommen soll, ist wie so oft nebulös. Soll halt der Staat das Problem irgendwie lösen - aber bloß nicht bei mir kürzen oder mein Einkommen belasten.
Ich sehe da eine Menge Möglichkeiten. Wieviel Einkommen verschenkt der Staat, weil einige Großkonzerne keine Steuern zahlen müssen? Wieviel an Vermögen wird verschleudert für Bankenrettung, Staatpleiten und irgendwelche Subventionen?

Da könnte man ein ganz großes Kuchenstück einsparen.

Die meisten Leute beschweren sich ja nicht über hohe Abgaben, sondern darüber, dass ein paar Oberschlaue sich dem entziehen oder ungerechtfertigt absahnen. Sei es, dass das Vermögen unversteuert in der Karibik versteckt liegt, sei es, dass jemand auf dem Amt 15 "Geburtsurkunden" auf den Tisch knallt von Kindern, die noch nie in Deutschland gewesen sind, und für alle Kindergeld bekommt.

Esärgert die Menschen eben zutiefst, wenn sie mitansehen, dass ein Großteil ihres Geldes einfach so versickert, ohne dass irgendjemand etwas dagegen machen kann. Im privaten Bereich würde jeder solche Zustände abstellen, wenn es die öffentlichen Mittel sind - was hast du? Ist doch nicht dein Geld!

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rkinfo 08.09.2016, 12:22
37. Re: Höhere Einkommen beruhen in der Regel ...

Zitat von novalis28
auf besserer Ausbildung und auf mehr Arbeit. Für mich ist eine 60 Stundenwoche normal und Arbeit auch sonntags häufig. Wieso soll ich durch noch höhere Steuern bestraft werden, womöglich zu Gunsten von Leuten, die es mit arbeiten nicht so haben?
Es dürfte kaum genug Arbeit in D geben, dass jeder 60h/ Woche packt. Zudem warnz schon die OECD vor dem gigantischenAußenhandelsüberschuß von >$300 Mrd. /a , die Deutschland zum Exportweltmeister macht.

Der alte Onkel Ludwig Erhard wollte "Wohlstand für Alle", weil nur dann genügend Geld in die Händer von Käufern statt Anlegern gelangt. Die EZB wäre erleichtert, wenn ihr Geld in die Wirtschaft, in den privaten Import oder Urlaube ginge. Statdessen landets es an der Börse oder zu Negativzinsen bei den Banken.
Die Bürger sind daher zu Recht unzufrieden, denn das Gesamtbild der Politik ist nicht (mehr) nachhaltig oder stimmig.

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kumi-ori 08.09.2016, 12:23
38.

Zitat von Bondurant
dass in der WELT über die selbe Studie unter der Überschrift In Deutschland macht sich.....
Angst ist zur Zeit der große Aufmacher. Auch im Spiegel. Ein Artikel mit "Angst" geht einfach besser.

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widerworte 08.09.2016, 12:24
39. Formulierung und Ergebnis

Da herrscht doch wieder Unverständnis demoskopischer Fragetechniken: Wenn ich gefragt werde, was "besonders wichtig" ist, heißt das doch nicht, dass ich etwas, das ich dann nicht nenne, für unwichtig halte. Wenn man das qualifizierende Attribut "besonders" in der Frage wegließe, würde das schätzungsweise die Zustimmungsraten um 10 bis 15 Prozent erhöhen und auch Sachverhalte wie Mindestlohn oder Vermögenssteuer erhielten eine absolute Mehrheit. Lesen Sie die Fachartikel von Norbert Schwarz (u.a. unter Koautorenschaft von Frau Noelle-Neumann) oder fragen Sie Frau Köcher selbst: Allensbach hat über Formulierungseffekte über die Jahrzehnte Hunderte von sog. Split-Ballot-Experimenten gemacht.

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