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Umfrage unter Mitarbeitern: Miese Stimmung in der Bundesagentur für Arbeit
DPA

Die Bundesagentur für Arbeit spricht selbst von einer "ganz schönen Ohrfeige": Eine Umfrage unter Tausenden Führungskräften offenbart nach SPIEGEL-Informationen, wie groß der Frust in der Behörde ist.

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AHF84 22.11.2017, 20:06
1. Wundert mich nicht

Nachdem gestern ein Artikel über die Kürzung von Hartz IV wegen betteln kam, heute der Artikel über die Unzufriedenheit der Mitarbeiter der Jobcenter....
Ich kann es verstehen, dass die Regeln und die Massenabfertigung zu Frustration führt. Die Linke hat recht - die Möglichkeit von ein bisschen mehr Menschlichkeit in den Jobcentern und die Möglichkeit einer echten Betreuung wäre wünschenswert. Da ist allerdings der Gesetzgeber gefordert. Die Mitarbeiter müssen die Gesetze einhalten und ein paar Leute, die nie Arbeitslosigkeit am eigenen Leib erfahren haben, machen menschenleere Gesetze. Vollkommen egal ob Schwarz, Grün, Gelb oder Rot. Ich kann die Politikverdrossenheit nachvollziehen...

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Nordstadtbewohner 22.11.2017, 20:08
2. Es gibt auch andere Arbeitgeber

Wer dauerhaft mit seinem Arbeitgeber unzufrieden ist, sollte sich einen neuen suchen. Niemand wird gezwungen, an einem Stuhl in einer Behörde wie der Agentur für Arbeit zu kleben. Es bringt nichts, wenn man ständig unzufrieden über Kollegen, Vorgesetzte und die ganze Arbeitsatmosphäre an sich ist. Ein "Tapetenwechsel" wirkt da Wunder.

Es gibt auch private Arbeitsvermittler und Arbeitskräftedienstleister wie zum Beispiel Randstad. Alternativen gibt es immer, wenn man nicht in einer Behörde versauern will.

Zudem sind Einrichtungen wie die Agentur für Arbeit nicht unbedingt notwendig. Gegen Arbeitslosigkeit könnte man sich wie in anderen Ländern auch privat versichern und die Arbeitsplatzsuche über professionelle Arbeitsvermittler abwickeln. Das gäbe weniger Bürokratie und besser motivierte Arbeitskräfte.

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fabianw83 22.11.2017, 20:18
3. soooo, nicht korrekt!!

Die angesprochene Befragung war ganz explizit und NUR bezogen auf die Zentrale in Nürnberg. Also nur um diese eine Dienststelle. Der Zentrale nachgeordnet sind 10 Regionaldirektionen und in der Fläche 156 Agenturen und 600 Geschäftsstellen.
Auch in diesen Agenturen werden regelmäßig Befragungen durchgeführt und mit durchschnittlich der Schulnote 2 bewertet.
Nochmal: die Befragung bezieht sich nur auf die Zentrale. Auch wurden nicht "normale" Mitarbeiter befragt, sondern Führungkräfte und Obere Führungsktäfte.

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mkta 22.11.2017, 20:24
4. Zahlen und Statistiken

Diese Stimmung ist nicht nur bei den Führungskräften, sondern auch bei den "normalen" Mitarbeitern zu spüren von denen auch ich einer bin. Ich aber versuche in meiner täglichen Arbeit diesen Druck nicht an mich heran zu lassen, sondern mit dem Kunden zusammen zu arbeiten und mir seine Bedürfnisse bezüglich einer Integration in den Arbeitsmarkt genau anzuschauen. Es ist ein Zwiespalt in dem viele stecken. Bei vielen Führungskräften geht es aber tatsächlich sehr viel um Zahlenerfüllung und Statistiken und dadurch wahrscheinlich auch eine gewisse Betriebsblindheit, wie es aber auch in anderen großen Betrieben vorkommt.

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suane 22.11.2017, 20:45
5. Kettenverträge

Beim A-Amt fragte mich die nette Frau, wie es denn rechtlich sein könne, dass ich 6 Jahre befristet angestellt war? Wissenschaftler an der Uni, war meine Antwort. Da eröffnete sie mir, dass sie seit über 10 Jahren hier "eine Ausbildung" mit befristeten Kettenverträgen macht. Und dann sind solche Umfrageergebnisse überraschend???

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myoto 22.11.2017, 21:06
6. Wo ist eigentlich das Problem?

Wir haben doch (offiziell ;)) so wenig Arbeitslose, da sollte doch das Klima passen und eine bessere Betreuung der wenigen Arbeitslosen locker möglich sein.

Zudem brauchen wir doch dann in der Bundesagentur eh weniger Personal und vor allem dann auch weniger Führungskräfte.

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thenovice 22.11.2017, 21:09
7.

Die BA ist nicht nur das Jobcenter. Und es geht nicht um die Zufriedenheit der Kunden sondern um die der Mitarbeiter. Es hat sich in den letzte 10 Jahren nichts geändert... ich sage nur Soll: 150 Fälle, Ist: 350... ich war froh als ich weg war...

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hotgorn 22.11.2017, 21:18
8.

Ein Betrieb sollte Kunden eigentlich zufriedenstellen z.b. auf dessen gesundheitlichen bedürfnisse eingehen oder eben passend an den 1. Arbeitsmarkt vermitteln. Ein erfolgreicher Betrieb muss auch gute Mitarbeiter halten können. Beides ist nicht der Fall bei den Behörden der Arbeitsagentur. Zu arbeit und rentenbeiträgen verhalf mir die Lebenshilfe die Betreuung durch das Jobcenter war hingegen unterirdisch.

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fatal.justice 22.11.2017, 21:53
9. Klar.

Zitat von Nordstadtbewohner
Wer dauerhaft mit seinem Arbeitgeber unzufrieden ist, sollte sich einen neuen suchen. Niemand wird gezwungen, an einem Stuhl in einer Behörde wie der Agentur für Arbeit zu kleben. Es bringt nichts, wenn man ständig unzufrieden über Kollegen, Vorgesetzte und die ganze Arbeitsatmosphäre an sich ist. Ein "Tapetenwechsel" wirkt da Wunder. Es gibt auch private Arbeitsvermittler und Arbeitskräftedienstleister wie zum Beispiel Randstad. Alternativen gibt es immer, wenn man nicht in einer Behörde versauern will. Zudem sind Einrichtungen wie die Agentur für Arbeit nicht unbedingt notwendig. Gegen Arbeitslosigkeit könnte man sich wie in anderen Ländern auch privat versichern und die Arbeitsplatzsuche über professionelle Arbeitsvermittler abwickeln. Das gäbe weniger Bürokratie und besser motivierte Arbeitskräfte.
Zunächst gilt selbstverständlich in diesem Lande die Maxime: Freie Berufswahl für freie Bürger. Dem wird niemand widersprechen wollen. Verstehe nur nicht, warum man sich nicht darum bemühen sollte, die Arbeitsbedingungen der zum jeweiligen Zeitpunkt vorliegenden Missstände zu beheben. Der Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber sollte die ultima ratio sein, und nicht der unüberlegte affektive Impuls, wenn man den ersten Anflug von Unbehagen empfindet. Jedes Unternehmen - sei es staatlicher oder privatwirtschaftlicher Natur - sollte Mechanismen entwickeln, wie interne Verwerfungen behandelt werden (coping) können, ohne dass die an sich motivierte Belegschaft fluchtartig das "Werkstor" auf Nimmerwiedersehen verlässt. Im Grunde müsste doch jede Behörde vor Glück auf Knieen rutschen, wenn deren Angestellte mehr als nur einen flüchtigen Gedanken an die Funktionalität verschwenden und zu deren Optimierung beitragen möchten. Zu Ihrem letzten Einwand, dass die Privatisierung der Arbeitsplatzvermittlung zu einer Professionalisierung führt, erlaube ich mir anzumerken: Unsinn. Der Zustand der Arbeitslosigkeit wird schlicht nur privatwirtschaftlich ausgebeutet. Mehrwert aus dem Nichts zu generieren ist die sagenumwobene eierlegende Wollmilchsau einer jeden neoliberalen Weltanschauung.

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