Forum: Wirtschaft
Umfrage zu Wirtschaftskraft: Ökonomen bezweifeln weiteres Aufholen Ostdeutschlands
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30 Jahre nach Mauerfall halten es viele Volkswirte für unwahrscheinlich, dass die ostdeutschen Bundesländer wirtschaftlich in den nächsten Jahrzehnten zu Westdeutschland aufschließen. Die Gründe sind gravierend.

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Blattgold 09.05.2019, 11:59
1. Osten for Future

Das Kapital zum Überleben der nächsten hundert Jahre heisst unbeeinträchtigte Naturflächen verdoppeln, ökologische Landwirtschaft, Nullenergiewohnen, Strom-ÖPNV, Kleingartenanlagen. Westdeutschland ist da bereits vernagelt. Das ist jetzt eine seriöse Idee.

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freeclimber 09.05.2019, 12:01
2. Wieso

Wieso sollte ein Arbeitgeber seine Arbeitnehmer oder Kunden, mit heute zumeist internationalen Herkunft, einer zumindest teilweise sich radikal ausdrückenden Fremdenfeindlichkeit aussetzen. Darunter leiden dann halt auch diejenigen, die diesem Treiben zwar nicht beipflichten, aber auch nichts dagegen tun. Die jungen Weltoffenen ziehen weg, was die Situation dort permanent verschlechtert.

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zudummzumzum 09.05.2019, 12:03
3. Mission accomplished ...

Genau das war doch damals, bei der Wiedervereinigung, geplant. Die De-Industrialisierung des Ostens ist die logische Nebenwirkung der "Enststasifizierung". Wer in der alten DDR auch nur rudimentäre Kenntnisse von Ökonomie erwerben wollte, musste partei- und systemnah sein und hat sich damit für die Zeit nach der Wiedervereinigung aus dem Rennen geschossen. Und so musste - logisch - die Treuhand zum Totengräber fast aller industriellen Strukturen im Osten werden. Das war ihr Auftrag, auch wenn das niemand so klar ausgesprochen hat. Insofern kommt mir das heutige Erstaunen über die Rückständigkeit ziemlich geheuchelt vor.
Wie aber kommt man aus der Misere raus? Da gibt es ein ganz klares Vorbild: Bayern. Also Spezeln-Wirtschaft und Korruption mit einer Partei, die sich dann als staatstragend aufspielen kann. Und alle müssen bereit sein, über ein paar Jahrzehnte wegzuschauen, wie sich Parteifreunde gegenseitig und selbst bedienen. Aber irgendwas fällt dann schon beim gemeinen Volk an.
Mit der AfD steht die Partei schon in den Startlöchern, nachdem die-Linke es ja nicht sein darf - als SED-Nachfolge. Jetzt müssen das die Leute nur noch kapieren und dann entscheiden, ob sie auch mit den Risiken und Nebenwirkungen von umfassender Korruption umgehen wollen. Das ist dann auch eine Form von Demokratie.

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Hörbört 09.05.2019, 12:04
4. Billiglohnbundesländer

Klingt so, als sollte die Ungleichheit bei Tariflöhnen und Renten perpetuiert werden. Die besteht schon seit bald 30 Jahren, aber die 40 will man wohl noch voll machen. Das wäre die Marke, die auch die DDR aufgestellt hat.

Vielleicht sollte man mehr Fragen wagen: a) Ist das nicht eine selbsterfüllte Prophezeiung, dass die qualifizierten Arbeitnehmer abwandern? b) Wer bleibt freiwillig dort, wo vergleichweise miese Löhne gezahlt werden? c) Weshalb ist der Osten angeblich unproduktiver, wenn doch die begehrten Jahrgänge allesamt nach der Wende geboren, mithin die Edukation des glorreichen Westens erfahren haben? d) Steckt hinter dieser Saga vom hoffnungslosen Osten nicht viel mehr die Absicht, die 'Sonderwirtschaftszone' (s.o.) auch weiterhin zum Vorteil von Unternehmen aufrecht zu erhalten?

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r_saeckler 09.05.2019, 12:10
5. Da braucht niemand nichts zu bezweifeln...

... es genügt, so lange abzuwarten bis Jahr für Jahr die von Destatis (dem Statistischen Bundesamt) recht zuverlässig erhobenen Zahlen vorliegen. Dann sieht jeder, was Sache ist. Und vorher ist es ebenso überflüssige wie unseriöse Kaffeesatzleserei.

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observerlbg 09.05.2019, 12:12
6. Und was sagt uns unser gesunder Menschenverstand?

Eine einfache Beobachtung über die letzten zehn Jahre zeigt, dass es blühende Landschaften gibt. Quasi Oasen in der Wüste. Aber in der Fläche, besonders Brandenburg und Sachsen-Anhalt, sehe ich zunehmende Öde. Und wer will da investieren? Keine Ärzte, keine ausreichend gebildeten Fachkräfte, kein hinreichender Markt, keine interessante Kaufkraft. Aber teilweise Löhne, die an NRW erinnern und Raub- und Gewaltkriminalität wie in einer Großstadt. Und zahlreiche Ökonomen meinen, dass man es so besser beschleunigen soll und nicht noch mehr gutes Geld dem schlechten hinterherwirft. Gute Nacht Mitteldeutschland.

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so-long 09.05.2019, 12:20
7. Die nächste Subventionsrunde?

um Industrien anzusiedeln? Wie der Flughafen Hahn/Hundsrück für RyanAir? Vielleicht muss man endlich einmal einsehen, dass nicht überall alles gleich gemacht werden kann, außer dass man es für immer künstlich ernährt.

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wi_hartmann@t-online.de 09.05.2019, 12:22
8.

Jahrelange Planwirtschaft und Gängelei gehen nicht ohne Folgen
für die Betroffenen und nachfolgende Generation vorbei.
In den "neuen" Bundesländern gibt es nicht Wenige die den
Errungenschaften der ehemaligen DDR nachtrauern und fühlen
sich von den Wessis über den Tisch gezogen.
Dies spiegelt sich aus in Wahlen wieder, entweder Nostalgie
die Linke, oder die jüngeren ganz recht NPD und AfD, auf
keinen Fall die Verräter der Arbeiterklasse SPD.

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Bayuware1947 09.05.2019, 12:24
9. Wo bleiben die Zukunftskonzepte?

Die Entwicklungen des 21. Jahrhunderts wird die Weltbevölkerung und die Weltwirtschaft vor noch ungeahnte Herausforderungen stellen. Da bietet sich ein Blick in die Vergangenheit geradezu an. Und dieser Blick ruht auf den Ökologen*Innen und Ökonomen*Innen. Das sollen doch nach übereinstimmenden Meinungen die Fachleute sein. Und da frage ich mich, welche Zukunftskonzepte kamen aus deren Federn? Ich erinnere mich nur daran, dass sich die ganze wissenschaftliche Arbeit darauf beschränkte, den Status Quo darzustellen und darüber zu klagen. Irre ich mich oder habe ich als aufgeklärter Weltbürger etwa etwas versäumt? Womit verdienen die Damen und Herren ihr Geld?

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