Forum: Wirtschaft
Umfrage zu Wirtschaftskraft: Ökonomen bezweifeln weiteres Aufholen Ostdeutschlands
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30 Jahre nach Mauerfall halten es viele Volkswirte für unwahrscheinlich, dass die ostdeutschen Bundesländer wirtschaftlich in den nächsten Jahrzehnten zu Westdeutschland aufschließen. Die Gründe sind gravierend.

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Fragende_Leere 09.05.2019, 12:26
10. In NRW / Ruhrgebiet gibt es seit 40 Strukturwandel

Die durch das Zechensterben, Nokia, Opel, Siemens abgebauten Stellen und Wirtschaftskraft konnten nicht kompensiert werden, gut zu erkennen an diversen Kennziffern. Und das gilt für das Industrieland NRW - um wie viel schwieriger muss es in anderen Bundesländern sein, die nicht auf eine solche Infrastruktur, Bevölkerungsdichte und Hochschuldichte zurückgreifen kann.

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Sammy.dj 09.05.2019, 12:28
11. Es ist kein Ost-West Phänomen mehr

Auch dieser Artikel suggeriert wieder, es läge am Osten. Stimmt aber nicht. Wie am Ende des Artikels richtig erläutert, haben auch westdeutsche Regionen strukturelle Probleme. Es gibt Zentren, die extrem anziehend wirken auf junge Leute. Da gibts die Jobs, die Infrastruktur und das Lebensgefühl. Ein Mangel an der Zukunftsressource "Junger Mensch" wird auf Dauer auch bislang stabile ländliche Regionen betreffen. Hört auf, den Osten zu problematisieren, problematisiert die Sache.

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haarer.15 09.05.2019, 12:34
12. Blühende Landschaften im Osten ?

Tja - man muss sie schon suchen. Leipzig, Erfurt, Jena und der Berliner Großraum sind zwar wirtschaftlich aufstrebend - aber an vielen anderen Ecken nagt und mangelt es. Dresden und sein Umland würde man sicher auch dazuzählen, hätte es nicht soviele bräunlich-rechtsextreme Schattenseiten. Denn das ist es, was für Investoren und Tourismus eher kontraproduktiv ist. Den Makel werden sie offenbar nicht los.

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salomon17 09.05.2019, 12:45
13. Da fehlt noch was...

...im Teufelskreis: Die Menschen in Ostdeutschland fühlen sich, z.T. zu Recht, abgehängt. Das führt zu einer negativen Grundstimmung, die sich auch in der Arbeitsmoral niederschlägt. Beispiel: Fast nirgends sonst bin ich in Gaststätten so missgelaunt und unfreundlich bedient worden wie im Osten Deutschlands. Und das wiederum trägt nicht dazu bei, dass ich da gerne Urlaub mache. Also gebe ich mein Geld im Westen Deutschlands aus. Auch bei Unterhaltungen mit Ostdeutschen ist mir diese negative Grundstimmung oft aufgefallen. Es wird gemeckert und gejammert, anstatt positiv an einer Problemlösung zu arbeiten. Mit Sicherheit trifft das nicht auf alle Menschen in Ostdeutschland zu, aber leider auf viele, die ich kennengelernt habe.

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Advo67 09.05.2019, 12:45
14. Traurig aber wahr

Zitat von freeclimber
Wieso sollte ein Arbeitgeber seine Arbeitnehmer oder Kunden, mit heute zumeist internationalen Herkunft, einer zumindest teilweise sich radikal ausdrückenden Fremdenfeindlichkeit aussetzen. Darunter leiden dann halt auch diejenigen, die diesem Treiben zwar nicht beipflichten, aber auch nichts dagegen tun. Die jungen Weltoffenen ziehen weg, was die Situation dort permanent verschlechtert.
Ihr Befund ist hart, aber ich befürchte, es ist viel Wahres dran. Ein guter Bekannter hatte vor einigen Jahren den Sitz seines auf wissenschaftliche Dienstleistungen ausgerichteten Unternehmens von München nach Sachsen verlegt. Nach einiger Zeit merkte er, dass er ausländische Kunden dort nicht empfangen kann und ihm Mitarbeiter aus dem Ausland abspringen, wegen der Ablehnung und Feindseligkeit, die ihnen dort entgegen gebracht wird. Wer will als Ausländer schon mit einem Pegida-Aufmarsch konfrontiert werden oder in Restaurants oder auf der Straße angepöbelt werden. Jetzt ist mit seinem Unternehmen nach Berlin gezogen, Kunden kommen wieder gerne, und Mitarbeiter bleiben.

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stefan7777 09.05.2019, 12:51
15. Ifo-Institut? Der Ahab-Bart ohne Sinn und Verstand?

Na dann! Das Ifo-Institut ist zwar immer provokant, trifft den Nagel aber definitiv nie auf den Kopf! Die machen das sehr geschickt, aber es geht um die Wirksamkeit weniger um die wissenschaftliche Redlichkeit. Ein paar Beispiele:
https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/hans-werner-sinn-vom-ifo-institut-ueber-windenergie-und-energiewende-a-950237.html

https://www.electrive.net/2019/04/20/experten-entlarven-elektroauto-studie-von-hans-werner-sinn-als-unwissenschaftliche-meinungsmache/

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hans-werner-sinn-im-faktencheck-wo-die-migrantenrechnung-falsch-ist-a-1010741.html

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vorgespiegelt 09.05.2019, 13:02
16. Herrlicher Osten

Hier läßt es sich gut leben. Ich mag die Ruhe hier. Das Artikelfoto soll einen bestimmten Eindruck vermitteln, obwohl ich auch diesem Stilleben was abgewinnen kann. Ich denke, irgendwann kommen die Leute schon wieder zurück, jedenfalls die, die sich nach dem guten alten Leben zurücksehnen, angwidert sind vom degenerierten Stadtleben. Ich war neulich in Leipzig - obwohl Osten - kann man auch hier erkennen, wie die Lebensbedingungen mehr und mehr verschlechtert werden. In jede Lücke zum Beispiel wird irgend ein haßlicher Neubau gestellt. Der Autoverkehr ist gräßlich, nur denkt keiner in seiner Karre darüber nach, dass genau das zu seinem Unglück beiträgt.
Was in dem Artikel als vermeintlicher Makel dargestellt wird, sollte für viele eigentlich die Gelegenheit für ein anderes Leben sein. Wenn diese Gesellschaft ihren Auto- Arbeits- Leitstungs- usw. Fetisch überwindet, wird man Brandenburg aus einer ganz anderen Perspektive wahrnehmen können.

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HerrPeterlein 09.05.2019, 13:03
17. So nicht richtig

Es gibt Regionen die aus den benannten Faktoren ihre Probleme haben, dazu kommt noch in einigen Regionen die Fremdenfeindlichkeit. Gleichzeitig wachsen einige Metropolregionen und die Umgebung, auch weil die jungen nicht mehr in den "Westen" müssen zum studieren. Auch bedingt durch günstigere Immobilien, bzw. steigende Preise, gibt es einen verstärkten Rück oder Zuzug in bestimmte Region. Ganz oben im Norden sorgt der (Ost)Seetourismus für Schwung, Wismar, Rostock und auch Schwerin wachsen.
Von den Wirtschaftszahlen von BW ist man aber noch sehr weit entfernt.
Gleichzeitig sinken aber auch die Zahlen der Einwohner/Wirtschaft besonders in den kleinen Dörfer und "Randgebieten".

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awu 09.05.2019, 13:04
18.

Das Gejammere über den zurückgebliebenen Osten kann ich nicht mehr hören. Der Fehler wurde schon bei der Wiedervereinigung gemacht. Bis zum Jahr 1989 hat die Politik laut getönt, das DDR-Unrecht der entschädigungslosen Boden- und Industriereform rückgängig zu machen. Plötzlich war davon keine Rede mehr. Unter der fadenscheinigen Begründung, dass Russland dies nicht zulassen würde, wurde alles der Treuhand unterstellt anstatt es den Altbesitzern zurückzugeben. Diese hätten mit einem ganz anderen Elan den Wiederaufbau in die Hand genommen. Zu allem Unglück wurde Herr Rohwedder, der noch mit einem gewissen Sachverstand gesegnet war, ermordet und der ganze Laden an Frau Breuel übergeben. Diese hat sich in ihrer Unfähigkeit mit diversen Glücksrittern eingelassen und Vermögenswerte verdummt. Letzlich war von den Vermögen, die sich der Staat unter den Nagel gerissen hat, in der Hoffnung damit die Wiedervereinigung bezahlen zu können, nichts mehr übrig. Um dieses Geld wieder hereinzubekommen zahlen wir noch heute seit fast 30 Jahren den sogenannten Soli.

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Bekannt Bekannt 09.05.2019, 13:06
19. Wer rechts für die Probleme verantwortlich macht...

Wer die rechten Strömungen im Osten Deutschlands verantwotlich macht hat offensichtlich nicht aufgepasst.

Der Grund das dort die Rechte so stark ist liegt and der beruflichen und ökologischen Perspektivlosigkeit die viele junge Leute den rechten in die Arme treibt.

Und wer ist für die perspektivlosigkeit verantwortlich?

Die Westdeutsche Regierung die damals nach Öffnung der Mauer in den Osten kam und wahllos
durchaus kompetente Betriebe und Firmen für symbolische Nullsummen and westliche Firmen verschacherte.
welche dann diese zerstörten anstatt sich Konkurenten großzuziehen.

Und immer noch hat keiner eine Perspektive für den Osten entwickelt um das Hausgemachte Problem zu bewältigen und Perspektiven and die Menschen im Osten zu geben.

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