Forum: Wirtschaft
Umfrage zu Wirtschaftskraft: Ökonomen bezweifeln weiteres Aufholen Ostdeutschlands
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30 Jahre nach Mauerfall halten es viele Volkswirte für unwahrscheinlich, dass die ostdeutschen Bundesländer wirtschaftlich in den nächsten Jahrzehnten zu Westdeutschland aufschließen. Die Gründe sind gravierend.

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MichaelundNilma 09.05.2019, 17:02
80. Vorgeschobener Grund

Zitat von Interzoni
Das politische Klima, sprich der grassierenden Rechtsextremismus, ist ein entscheidender Faktor für viele Firmen, sich dort nicht anzusiedeln bzw. nicht weiter zu expandieren. Klar, das ist eine Folge der im Artikel aufgezählten Ursachen, ist nun aber leider auch ein eigenständiger Grund geworden. Die nationalen Patrioten sind nicht gut sondern denkbar schlecht für ihr Land.
Wenn man erlebt wieviele Firmen sich in diktatorischen Staaten ansiedeln, vermag ich dieser Argumentation nicht folgen. China eine harte Diktatur welche z.B. die Uiguren und Tibeter massiv unterdrückt. Dort fährt unsere Industrie die größten Gewinne ein. Ungarn und Polen mit ihrer Fremdenfeindlichen Politik. Für VW und Co. keinProblem usw.

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MichaelundNilma 09.05.2019, 17:07
81. Stimmt nicht ganz

Zitat von nikolasvegas
Ein ganz wesentlicher Faktor von Ungleichheit kommt zu kurz aus meiner Sicht: Im Osten wurden "Reparationen" durch die SMAD vorgenommen, d.h. es wurden ganze Industrielandschaften und Infrastruktur entfernt. Im Westen hingegen wurde von u.s. amerikanischer Seite aktiv Wiederaufbau betrieben. Hinzu kam die Misswirtschaft, und nach der sog. Wende Vieles mehr. Die im Übrigen nicht entschädigungslosen Enteignungen wurden noch einmal perpetuiert oft. Aber in Sachen Infrastruktur, Bildung, Renten, und schliesslich Rechtsstaatlichkeit hat sich doch sehr viel getan. Dass es so schwer werden würde, habe ich zumindest seinerzeit nicht abgesehen. Gleichwohl ist der Einwand berechtigt, sich insgesamt mehr mit Himmelsrichtungen, bzw. Regionen zu beschäftigen, z.B. einigen Regionen in Norddeutschland, dem Ruhrgebiet, dem Saarland.
England z.B. hat deutsche Industrie in großem Maße abgebaut und nach England verbracht. Gleichzeitig haben die Engländer bis 1948 deutsche Fabriken gesprengt. Grund war der Morgentauplan nachdem Deutschland deindustriealisiert werden sollte. Alle Westallieierten haben high Tech Industrie in ihre Länder, samt Wissenschaftlern gebracht und uns den Bau von z.B. Flugzeugen lange verboten. Den Wiederaufbau mußten wir selbst stemmen. Der Marschallplan war eine amerikanische Probagandamaßnahme - mehr nicht.

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mostly_harmless 09.05.2019, 17:08
82.

Zitat von MichaelundNilma
Da ich gebürtiger Ostdeutscher bin und dort noch Verwandschaft habe, halte ich Ihre Begründung mit den Nazis - mit Verlaub für unbegründet. Hier in Baden-Württemberg gibt es auch sogenannte Nazis, welche hier die Grabsteine bemalen. Nicht jede Dumpfbacke ist automatisch ein Nazi und was immer man darunter versteht. Im Osten leben auch jede Menge Vietnamesen, Angolaner und Kubaner - noch aus der DDR Zeit völlig problemlos. [...]
Ihr Beitrag ist ein sehr schönes Beispiel, warum wir im Osten so ein massives Problem mit Rechtsradikalen haben. Weil - ganz schlicht gesagt - das Problem negiert wird. Im Westen ist Rechtsadikalismus ein Randproblem. Klar gibt es das, aber nicht in der Mitte des Gesellschaft.
Über 50% alle ausländerfeindichen Straftaten finden in den NBL statt. Und da leben nicht nur kaum 20% der Bürger dieses Landes, da leben vor allem - prozentual und absolut - viel weniger Ausländer.
Entsprechend dürfte davon auszugehen sein, dass die Chance für einen Ausländer, Opfer einer ausländerfeinlichen Straftat zu werden, im Osten 10 oder 20 Mal so groß ist, wie im Westen.

Ebenso vollkommen unwahr ist Ihre Behauptung bezüglich Ausländern in der DDR.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsextremismus_in_der_DDR

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redebrecht 09.05.2019, 17:12
83. Chancen verpasst

Im Osten wurden die gleichen Fehler gemacht wie bei der Entwicklungshilfe. Man hat viele Menschen mit Sozialhilfe und Projekten geholfen und sie somit abhängig von Beschäftigungsmaßnahmen des Jobcenters gemacht. Damit wurde die DDR unattraktiv für die Ansiedlung von neuen Arbeitsplätzen. Es gab somit oftmals keinen Grund in der DDR Arbeitsplätze zu schaffen. Staatliche Programme konnten kaum erfolgreicher und nachhaltiger sein als die Planwirtschaft der DDR. Wir hätten die neuen Bundesländer alleine lassen , viel weniger Hilfe leisten sollen. In den ersten 10-20 Jahren hätten die DDR-Bürger mit billiger Arbeit dann Industrie angelockt die auch geblieben wäre. Sie hätten das Land selbst umgebaut, mit eigenen Opfern bezahlt und müßten niemanden dankbar sein. Stattdessen kämpfen sie an der Wahlurne um Rentenanpassung, Lohnangleichung usw. und führen die friedliche Revolution ad Absurdum, indem sie wieder Planwirtschaft und Vollversorgung vom Staat erwarten, was doch schon in der DDR in die Pleite geführt hat. Deswegen ist die Ausländerfeindlichkeit im Osten auch so hoch, denn die wissen genau, dass sie vom Staat subventioniert werden und der Kuchen immer kleiner wird wenn unendlich viele Flüchtlinge mitversorgt werden müssen.

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derBob 09.05.2019, 17:15
84. Ostdeutsches Ammenmärchen

Zitat von widderfru
Die Leichenfledderei hinterließ ausgeplünderte Objekte, verschleuderter staatlicher(volkseigener)Grundbesitz--Folgen analysiert Artikel. AfD ist nicht zuletzt ein Ergebnis dieses Wissens im Osten.
Richtiger wäre wohl, dass die AfD die Folge der Märchenerzählung ist, blühende Industrien wären durch den Westen zerstört worden.
An diesem Märchen wärmt sich die ostdeutsche Seele gerne und die Mär wird dort auch gerne weitererzählt.
Sie stimmt nur nicht mit der Realität überein.
Erstens waren die Fabriken ökonomisch und ökologisch derart veraltet (von kleinen, feinen Ausnahmen abgesehen), dass sie die DDR in den wirtschaftlichen Ruin getrieben haben.
Und zweitens waren es die DDR Bürger selber, die ihre Wirtschaft dadurch zerstörten, dass sie mit der geschenkten D-Mark nur noch Westprodukte kauften.

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alterego13 09.05.2019, 17:25
85. Es gibt schon

einige Industrie im Osten. Z.B. VW in Zwickau, Opel in Eisenach und dergl. Doch die Zentalen sitzen alle im Westen. Und da gehen auch die Gewinne hin. Hier bleiben ein paar Krümel.

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Niob41 09.05.2019, 17:32
86.

Zitat von Blattgold
Das Kapital zum Überleben der nächsten hundert Jahre heisst unbeeinträchtigte Naturflächen verdoppeln, ökologische Landwirtschaft, Nullenergiewohnen, Strom-ÖPNV, Kleingartenanlagen. Westdeutschland ist da bereits vernagelt. Das ist jetzt eine seriöse Idee.
Beste Idee ever! Renaturieren, aufforsten, Verlust vor Biodiversität rückabwickeln zu Gunsten von Natur und Klima! Rentner- und Touristenparadise und Naturschutzgebiete schaffen! Moderate Forstwirtschaft und ökologische Landwirtschaft erlauben! Es wäre ein internationales Vorzeigeprojekt und die ganzen Neonazis wären in der Landschaftspflege optimal verwendet....

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danmage 09.05.2019, 17:40
87.

Zitat von MichaelundNilma
Da ich gebürtiger Ostdeutscher bin und dort noch Verwandschaft habe, halte ich Ihre Begründung mit den Nazis - mit Verlaub für unbegründet. Hier in Baden-Württemberg gibt es auch sogenannte Nazis, welche hier die Grabsteine bemalen. Nicht jede Dumpfbacke ist automatisch ein Nazi und was immer man darunter versteht. Im Osten leben auch jede Menge Vietnamesen, Angolaner und Kubaner - noch aus der DDR Zeit völlig problemlos. Viele Polen sind an der deutsch - polnischen Grenze nach Ostdeutschland, der Mieten wegen, gezogen und nicht wenige Ostdeutsche arbeiten in Polen. Es geht hier aber nicht um Tourismus, und eine hyperventilierende BILDZeitung sondern den dort lebenden Menschen heimische Arbeitsplätze und vergleichbare Lebensbedingungen anbieten zu können. Wenn Sie nach Manchester und andere ehemaligen industriellen hot spots Englands fahren, finden sie denselben Haß auf Fremde, Deutsche inklusive.
"....völlig problemlos..."

"...hot spots Englands fahren, finden sie

XXXXXXX denselben Haß auf Fremde, XXXXXXX

Deutsche inklusive...."


Da widersprechen Sie sich selbst. Aber sehr deutlich.

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Sportzigarette 09.05.2019, 17:43
88. Bildung und Digitaliesierung würde helfen!

Als Ossi aus der Altmark (lebe aber seit 1996 in Berlin) kann ich nur bestätigen, dass ganze Dörfer und Regieonen scheinbar zum Aussterben verdammt sind. Zum einem mangelt es an Bildungsangeboten, die Dummen bleiben, die Schlauen gehen in den Westen oder nach Berlin. Die Infratruktur ist absolute Hinterwelt, was medizinische Versorgung, Nahverkehr, Internet anbalangt. Aber gerade die Digitalisierung könnte helfen, das Leben dort wieder lebenswerter zu machen. Die älteren Menschen könnten in ihren Häusern bleiben und müßten nicht ins Heim in die nächste Stadt und jüngere Menschen würden sich dann auch wieder ansiedeln, im Zeitalter von Homeoffice und einer ICE Fahrtzeit von Stendal nach Berlin von 50 Minuten würden auch die Berliner mekren, wie ruhig und preiswert man dort wohnen kann. Aber ohne Internet, ohne Nahverkehr, ohne ausreichede medizinische Versorgung sehr ich mit schwarz für Dunkeldeutschland. Und hinzu kommt, auch wenns keiner hören will, die Engstirnigkeit der dortigen Bewohner und Ihre Angst vor allem Neuen und Fremden. Wenn das nicht bald überwunden wird, läßt sich dort nieand wieder. Auch ich gehe als Schwuler mit großem internationalem Freudeskries nicht zurück, weil mr die Leute leider zu engstirnig und braun verfäbt sind. Aber das ließe sich ja durch Bildung ändern. Bildung ist der Schlüssel!

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peterschirrmeister 09.05.2019, 18:19
89.

Wenn man den Artikel so liest könnte man meinen, wir Ostdeutsche wohnen noch in Höhlen. Dabei sind auch in Ostdeutschland die Straßen voll mit dicken SUVs, laufen Menschen mit 300€ Smartphones durch die Innenstädte und sind am Wochenende Kneipen, Restaurants, Kinos, Freibäder, Theater und sonstige Orte, die der Unterhaltung dienen, bestens besucht (zumindest in Städten mit mehr als 50000 Einwohnern). Wie genau definiert sich da jetzt das deutlich bessere Leben in Westdeutschland? Letztentlich gibt es in Westdeutschland einfach mehr Ballungsgebiete und Großstädte, die Naturgemäß besser entwickelt sind als ländliche Regionen, von denen es deutlich mehr in Ostdeutschland gibt.

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