Forum: Wirtschaft
Umfrage zur Industriepolitik: Nur 1,3 Prozent der Unternehmen finden Altmaiers Pläne
HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX

Mit seinen Vorschlägen für eine neue Industriepolitik wollte Wirtschaftsminister Peter Altmaier im ökonomischen Wettlauf mit China und den USA punkten. Doch kaum ein Unternehmen kann sich mit seinen Plänen anfreunden.

dirkcoe 06.09.2019, 18:18
1. Altmaier übt ja noch

Der verehrte Herr Altmaier ist halt studierter Jurist - leider kein Ökonom. Deshalb kann er eben nicht auf erlerntes Wissen zurückgreifen - er versucht es mit Versuch und Irrtum. Wer weis - vielleicht hat er ja auch mal Glück.

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DietrichHorstmann 06.09.2019, 20:24
2. Klar Merz muß es werden

obwohl die verheerenden Folgen des Marktliberalismus jedem täglich vor Augen stehen. Die Akteure selbst glauben nicht mehr daran. Sie bekämpfen sich inzwischen in Handelskriegen mit Zöllen . Selbstmord durch Vernichtungskriege .

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garno 07.09.2019, 09:17
3.

Wie üblich wird hier von falschen Prämissen ausgegangen: Wie die Industrie die Pläne Altmaiers findet, das ist zweitrangig. Er ist nicht der Interessenvertreter der Industrie, sondern ein Volksvertreter und hat somit dessen Interessen zu vertreten. Ein Unternehmer hat nur die Gewinnaussichten seines Unternehmens im Kopf, ein Staatspolitiker sollte das große Ganze auf dem Schirm haben. Oder wird hier etwa das Volk als Anhängsel der Industrie verstanden?

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Emanuel Goldstein 08.09.2019, 08:06
4.

"Gut 43 Prozent der Befragten halten es danach für sinnvoller, kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen als nationale Champions zu schaffen. Rund 18 Prozent plädieren für die Förderung ganzer Branchen oder Technologien. Sogar bei Großbetrieben fallen Altmaiers Pläne durch. Lediglich 0,8 Prozent der Firmen mit mehr als 1000 Beschäftigten stimmen laut Ifo-Umfrage Altmaiers Champion-Ideen zu. Knapp 54 Prozent dagegen sind für Branchen- oder Mittelstands-Förderung."

"Sogar bei Großbetrieben", der typische Betrieb mit zwischen 1,000 und 20,000 Mitarbeitern in der Industrie sieht sich selbst den statistischen definitionen zum trotz, eben doch als Mittelständler, in ihrem Anteil an der Gesamtzahl der Unternehmen sind die Großkonzerne winzig, also weit unter 0,1%, aber in ihren Beschäftigsungseffekten, Steuereinnahmen usw. stehen sie ziemlich weit oben, auch findet der großteil der Forschungs & Entwicklungsausgaben bei den ganz großen statt.

Es ist offensichtlich, dass kleine und mittlere Betriebe gerne mehr subventionen hätten, aber wenn man sich an dem was die wollen ausrichtet, macht man den Bock zum Gärtner, es ist nicht aufgabe eines Politikers einer kleinen klientel wie den klein- und mittelständischen Unternehmen gefallen zu tun, sondern das zu tun was für das gesamte Land am besten ist.

Großkonzerne können sich kaum vor gewerkschaftlicher Organisation schützen, da hat man dann auch eine Chance auf angemessene Entlohnung und Arbeitszeiten.
Die "ehrenwerten" Kleinunternehmer sind meiner Erfahrung nach ausbeuter und gauner, die ihre Mitarbeiter mit Spielchen wie "Vertrauensarbeitszeit" über Gebühr ausbeuten, was glücklicherweise inzwischen mal angegangen wird.
Habe bin von einem kleinbetrieb (ca. 8 Mitarbeiter), zu einem Großkonzern (>100'000 Mitarbeiter) Gehaltsplus für mich: über 30'000 €. Ich hatte auch gespräche bei Mittelständlern, da war das gebotene Gehalt dann auch näher am Kleinbetrieb als am Großkonzern.
Abgesehen davon bedeutet gibts im Großkonzern keine unbezahlten Überstunden mehr.
Und und und.

Trotz alledem, erzielen die Großkonzerne besonders hohe Gewinnmargen, und die größten werden international eher diejenigen sein, die andere aufkaufen, als die, die von Chinesen, Amerikanern und Franzosen übernommen werden.

Ich hab bisher bei Kleinunternehmen, Mittelständlern und dem Staat gearbeitet, und jetzt beim Großkonzern, muss ganz klar sagen, wenn eine Politik vorsieht, dass ein höherer Anteil der deutschen Beschäftigten in Großkonzernen tätig ist, dann bin ich dafür, dass bedeutet Wohlstandsplus und Freizeitplus für die betroffenen Beschäftigten, bei gleichzeitig höherer internationaler Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie sowie sogar proportional gesehen größerer Forschungs- und Entwicklungsausgaben.

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gluonball 08.09.2019, 12:15
5. @Emanuel Goldstein

Ja wenn man beim Großkonzern direkt eingestellt wird. Fragen sie Mal bei Siemens nach wie viele sie der ach so benötigen it Fachkräfte direkt einstellen.
Siemens hat ein eigenes Gebäude für Leiharbeit-IT Kräfte.
Und das seit die Gesetze geändert wurden denn vorher haben sie noch auf dem Siemens-Gelände arbeiten können.
Gerade die Großkonzerne arbeiten da mit allen Tricks. Selbst kommunale Firmen wie Wasserbetriebe haben da gerne Mal eine Tochterfirma in die man geschoben werden kann damit man nicht direkt übernommen werden muss.
Also die Großkonzerne über den Klee zu loben ist albern.
Dagegen habe ich persönlich mit dem Mittelstand gute Erfahrungen gemacht. Aber natürlich haben die auch versucht gut weg zu kommen.
Es schenkt einem niemand etwas. Oder Fragen sie Mal die Leiharbeit in den Werken der Automobilindustrie.

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