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Umsatzrückgang bei Modekonzern: H&M versteht seine Kunden nicht mehr
imago/Gallo Images

Das PR-Desaster um ein schwarzes Kindermodel ist nur das jüngste vieler Probleme, die H&M plagen. Der einst so erfolgreiche Modekonzern steckt in der Krise - weil nicht mehr klar ist, wofür er steht.

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Jacky Thrilla 16.01.2018, 17:04
1. Ich weiß, wofür H&M steht

H&M steht für billige Kleidung, die unter prekären Umständen von Billiglöhnern in Drittweltländern ohne Umweltauflagen für reiche Konsumenten im Westen fabriziert wird.
Stichworte: Rana-Plaza
Link: https://netzfrauen.org/2014/11/04/die-billige-masche-von-hm-die-karawane-zieht-weiter-made-in-ethiopia/
Solche Produkte kaufe ich nicht.

VG
JT

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m82arcel 16.01.2018, 17:16
2.

Ich fand H&M schon immer relativ teuer (für die gebotene Qualität). Müsste ich dem Konzern eine Empfehlung für eine Neuausrichtung geben, würde diese zwei Dinge enthalten: massiver Ausbau des Online-Geschäfts (inkl. kostenlosem Versand ab x Euro) und deutlich stärkere Fokussierung auf junge Männer - eine vom Modehandel meiner Meinung nach dramatisch vernachlässigte Kundengruppe.

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Kurt-C. Hose 16.01.2018, 17:33
3. Nicht überzeugend

Die fehlende Onlinestrategie als Erklärung für den Niedergang finde ich nicht überzeugend. Das hört sich für Laien zwar plausibel an, ist es aber nicht, weil zum Onlinehandel eine ungeheure (und teure) Logistik sowie gigantische Rückläufe gehören. Deswegen verdient Zalando bis heute trotz gigantischer Umsätze kein Geld. Das Gegenbeispiel : Primark - macht überhaupt keinen Onlinehandel und wächst gigantisch, verdient viel Geld.

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schwerpunkt 16.01.2018, 17:37
4.

H&M ist in einer präkeren Zwischenlage. Er ist kein Ramsch-Billig-Discounter wie KiK und Co (bei vergleichbarer Qualität) und auch keine gute Boutique ... sondern Standard-Mittelmaß.
Wenn die Mittelschicht immer weiter ausdünnt, gehen die Leute, die finanziell nach oben gespült werden eher in ein anspruchsvolleres Geschäft und diejenigen, die jeden Euro drei mal umdrehen zu KiK.

Dazu hat H&M aber weiter den Anspruch auch in teuren Lagen der Fußgängerzonen u hausieren, während de Wettbewerb (wie Orsay und wie sie alle heißen) fast nur noch in Malls zu finden ist. Zumindest in den etwas größeren Städten.

H&M ist nicht Fisch, nicht Fleisch und bislang nicht in der Lage sich anzupassen und sich ggf. neu u erfinden. So ging es mehren Kaufhausketten, wie auch Karstadt, welche in den 60ern bis 80ern richtig brummten, aber im Zeitalter der Online-Shops als Universal-Geschäft einfach überflüssig wurden.
Survival of the fittest (to fit = anpassen). H&M scheint eher unfit und hat keine erkennbare Idee zur Anpassung.

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hanfiey 16.01.2018, 17:38
5. Es war einmal eine Zeit vor 5 Jahren

Da hatte H&M Klamotten die ich gekauft habe weil niemand anderer die hatte. Ich konnte Hosen einfach vom Stapel nehmen in meiner Größe und die passten und waren zu 99% oder 100% aus Baumwolle. Auf einmal passten die nicht mehr und auch alle anderen Sachen waren in der Größe für die EU falsch beschriftet. Die Qualität ließ nach und der Preis stieg drastisch, seit ca. 3 Jahren etwa betrete ich den Laden nicht mehr, nur noch Plastik zu Mondpreisen in schlechter Qualität.
Das ist kein H&M Problem sondern generell zu beobachten. Die Mode finde ich Ideenlos und konservativ und schlechte Qualität wird teilweise zu Mondpreisen gehandelt.
Ich gebe jetzt mehr aus und laufe weiter um bei verschiedenen Läden das zu kaufen was ich mag, das Internet ist für mich keine Antwort weil ich sehen möchte was ich kaufe. 20 Päckchen hin und herzu schicken macht für mich keinen Sinn. Die Konsequenz ist nun das ich meine Kleidung trage bis die auseinanderfällt, nicht weil ich dafür kein Geld hätte , sondern weil es schlicht für mich nichts gibt was ich anziehen würde.

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lomax3030 16.01.2018, 17:39
6.

Jedes Teil hat eine andere Größe, vieles passt gar nicht. Schlechte Schnitte, miese Stoffe... also da sind andere mittlerweile um einiges besser. Gerade die Größenproblematik macht es schwer überhaupt noch was zu finden. Mittlerweile kauft keiner den ich kenne noch bei H&M. Gerade in D ist die Konkurrenz groß. Marken wie Jeans Fritz wissen mit übersichtlichen, freundlichen Filialen zu überzeugen. und bei den kompletten Billigheimern ist Aldi und Lidl die Nummer 1. Da müsste sich einiges ändern.

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sixtymirror 16.01.2018, 17:40
7. @Jacky Thrilla - Beitrag 1

In Drittweltländern wird prekär produziert, weil es prekäre Lander mit prekären Gesellschaften sind. Diese Gesellschaften haben die Ausbeutung von unteren Schichten als integrale Struktur. Es gibt dort Menschen, denen es sehr gut geht. Deren soziale Verantwortung existiert nicht. Was Sie vom Westen fordern, erforderte eine neue Kolonialherrschaft. Ein Rückzug der westlichen Konzerne würde die Katastrophe verschlimmern.

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e.pudles 16.01.2018, 18:10
8. Ü 30

und schon kann man H&M vergessen. Wenn man dann noch vielleicht nicht die heutige Idealfigur mit Grösse xs bis maximal m hat findet man bei H&M sowieso nichts. Das Sortiment ist zu einseitig und die Qualität der verkauften Waren entspricht nicht mehr den Preisen, also schlechtes Preis Leistungsverhältnis. Als H&M vor Jahren anfing war das Angebot noch relativ klein. Und heute bei einem Überangebot von Textilien kaufen die Leute eben dort wo sie das Gefühl haben besser bedient zu werden.

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samd 16.01.2018, 18:15
9.

Die Aktion des jungen Mannes, von dem eingangs des Textes die Rede ist, ist meiner Meinung nach mitnichten ein PR-Gau, sondern wird erst durch Artikel wie diesen zu einem solchen stilisiert; genauso gut könnte sie gefakt sein. Außerdem: Die vandalistische Aktion des jungen Mannes ist genauso zu verurteilen wie die rassistische, und durch nichts zu beschönigende Plakatwerbung. Auch finde ich nicht, dass sich aus der Plakatwerbung ein allgemeines Recht ableiten lässt, in einer H/M-Filiale zu "wüten"- das erinnert doch sehr an Selbstjustiz. Überhaupt hat die Aktion nichts mit dem eigentlichen Thema des Artikels zu tun, dem Umstand nämlich, dass H/M den Online-Handel verschlafen habe.

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