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Umsatzrückgang bei Modekonzern: H&M versteht seine Kunden nicht mehr
imago/Gallo Images

Das PR-Desaster um ein schwarzes Kindermodel ist nur das jüngste vieler Probleme, die H&M plagen. Der einst so erfolgreiche Modekonzern steckt in der Krise - weil nicht mehr klar ist, wofür er steht.

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opalo 17.01.2018, 07:38
30. Qualität // Online Kauf

Zum Thema Qualität kann ich einem meiner Vorredner nur zustimmen. Ich habe das Gefühl, dass Kleidung generell immer teurer wird bei zugleich immer schlechterer Qualität. 2017 habe ich vier Markenkleidungsstücke verschiedener Hersteller reklamiert, weil sie nach wenigen Malen Tragen erhebliche Knötchenbildung zeigte. Mein Geld bekam ich immer anstandslos zurück, hochwertige Kleidungsstücke hätten mir aber mehr gebracht.
Stichwort Online Shopping: Alle, die das verteufeln, lade ich ein, mich als Frau mit über 1,80 m Grösse, Kleidergrösse 44 und Schuhgrösse 44 beim Shoppen in einer Innenstadt zu begleiten. Sie werden sehr schnell merken, warum ich nahezu nur online bestelle, weil die Auswahl im Laden für mich sehr begrenzt ist. Bitte daher erstmal überlegen, bevor man die Pauschalkeule schwingt.

Ich bin sehr dankbar für das wachsende Online Angebot und geniesse es neben der Auswahl auch, bestellte Teile zu Hause in Ruhe mit den Sachen in meinem Schrank zu kombinieren, bevor ich mich für den Kauf entscheide. Das reduziert die Fehlkäufe deutlich.

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markus_wienken 17.01.2018, 08:13
31.

Zitat von sixtymirror
In Drittweltländern wird prekär produziert, weil es prekäre Lander mit prekären Gesellschaften sind. Diese Gesellschaften haben die Ausbeutung von unteren Schichten als integrale Struktur. Es gibt dort Menschen, denen es sehr gut geht. Deren soziale .....
Genauso ist es.
Die Menschen in den Ländern müssen es schon selbst schaffen sich zu entwickeln und sich aus der Armut zu befreien.
China hat eindrucksvoll gezeigt wie man es erfolgreich machen kann, damit haben andere Länder eine Art Blaupause an die sie sich halten können.

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uglyripper 17.01.2018, 13:09
32.

Zitat von anna cotty
Ein Land wie Bangladesh hat gar nichts ; keine Bodenschaetze und keine Moeglichkeiten fuer Tourismus. Nur sehr sehr viele Menschen. Die Produktion von Textilien ist die Hauptindustrie. Wollen Sie das den Menschen dort auch noch nehmen? Meine Tochter ist gerade aus Bangladesh .....
Weggenommen wurden diese Jobs den einfachen Leuten in den Industrie- bzw. heutigen Abnehmerländern, von Unternehmen, welche Struktur und Gegebenheiten beider Welten ausschließlich zur Mehrung eigenen Profits ausnutzen.
Vielleicht mal drüber nachdenken, wenn man sich unter dem nächsten Artikel über explodierende Sozialabgaben beschwert.

Andererseits, wer sagt denn was von wegnehmen, oder von Standards wie in Europa? Wie wäre es mit verbindlichen Mindeststandards (Lohn, Arbeitsbedingungen, Gesundheit, Bildung, Kinderarbeit, Absicherung etc.) auf der einen und einer gerechten Besteuerung der trotzdem noch überproportional profitierenden Unternehmen auf der anderen Seite um die sozialen Folgen des Jobkahlschlags auszugleichen?

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uglyripper 17.01.2018, 13:14
33.

Zitat von Grundrechte
oder emanzipiert sich hier der mündige Bürger gegen die Wegwerfkultur und maximale Ausbeutung der Menschen und der Natur bei der Herstellung, das könnte auch die Frage sein. Wir sind das Volk, gerade auch in dieser Richtung.
Das wäre schön, der Abwanderung zu Primark, kik etc. spricht jedoch leider einen andere Sprache.

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teacher20 17.01.2018, 15:14
34.

Man kann von der Qualität der H&M Bekleidung halten, was man will, aber die Zerstörungsorgien in den H&M Filialen in Südafrika, die an die Ausschreitungen in arabischen und asiatischen Ländern nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen, erinnern, sind nicht zu rechtfertigen. Ich werde den Verdacht nicht los, dass hier die Werbeanzeige - so unglücklich sie angesichts der besonderen Sensibilisierung für rassistische Äußerungen und Darstellungen, oder was dafür gehalten wird, auch gewesen sein mag, nur als Vorwand dient, Vandalismus auszuleben.
Und dieser Vandalismus wird angesichts der Anzeige als des angeblichen Auslösers von vielen in sozialen Netzwerken wenn nicht gutgeheißen, so doch mit klammheimlicher Freude betrachtet, ein Vorgang der mindestens so bedenklich ist wie die kritisierte Anzeige selbst. Dabei wird nicht bedacht, dass die Mutter des Jungen, offensichtlich keine Bedenken hatte, ihren Sohn mit diesem Slogan auf der Brust ablichten zu lassen.

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g_bec 18.01.2018, 11:40
35. Wäre

Zitat von anna cotty
...Natuerlich sollten die Firmen, die dort produzieren lassen, auf einen Mindeststandard bestehen, aber man kann die Loehne nicht mit europaeischen Verdiensten vergleichen. Man kann dort schon mit sehr sehr wenig Geld auskommen.
Wäre es dann nicht aber ein Leichtes, statt Heerscharen von "Marketing"- und PR-Leuten zu bezahlen, die rund um die Uhr nur mit Greenwashing und PR-Desaster-Bekämpfung beschäftigt sind, die Löhne der wirklichen Arbeiterinnen vor Ort anzuheben? Das müsste ja laut Ihrer Aussage dann mit sehr wenig Zusatzkosten möglich sein und quasi alle Bangladeschis schlagartig zur Mittelschicht befördern? Allerdings müssten die Modefirmen dann auf etwas Gewinn verzichten und könnte ggf. statt 10,- EUR pro T-Shirt nur noch 9,- EUR einstreichen. Besonders krass wird es ja bei Firmen wie adidas oder apple, die eine wirklich exorbitante Gewinnspanne haben. Nach meiner Meinung steckt hinter den Geschäftspraktiken der Firmen einzig und allein Gier. Und nicht "Rücksicht auf die lokalen Preis-Leistungs-Gefüge".

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g_bec 18.01.2018, 11:46
36. Nun ja.

Zitat von markus_wienken
Genauso ist es. Die Menschen in den Ländern müssen es schon selbst schaffen sich zu entwickeln und sich aus der Armut zu befreien. China hat eindrucksvoll gezeigt wie man es erfolgreich machen kann, damit haben andere Länder eine Art Blaupause an die sie sich halten können.
Nun ja. Ein Ausbau der Arbeiterrechte in der Korruptokratien vor Ort wäre ja gar nicht nötig, wenn die Auftraggeber ein wenig Anstand hätten und nicht alle Auswüchse billigend in Kauf nähmen (bzw. diese gezielt fördern würden!) Wenn das so wichtig wäre, hätte aber adidas womöglich seine Produktion gar nicht erst aus D verlagern müssen, oder?
150,-EUR für ein Paar Turnschuhe bei gefühlt 30,-EUR Kosten, ja selbst bei 120,-EUR Kosten, lassen immer noch einen erklecklichen Gewinn erahnen.
Und die Arbeiterrechte in China haben wohl nicht die Arbeiter selbst erkämpft.


PS: Eigentlich dürfte es diese Auswüchse des Kapitalismus in China ja gar nicht geben. Aber dort herrscht ja auch nur dem Namen nach Kommunismus.

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H Milch 18.01.2018, 15:11
37. Zahlen

"...Umsatz ging zurück auf 5 Mrd .." Sorry, das ist Quatsch. Es gibt überhaupt keine Erklärung für einen 70% Rückgang des Aktienwertes. Ausser einer Kursmanipulation für einen Zweck den Keiner kennt. Will ein grosser Investor da einsteigen? Soll es eine feindliche Übernahme geben? Will H+M irgendwas kaufen? Wir werden es sicher bald erfahren.

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markus_wienken 18.01.2018, 17:10
38.

Zitat von g_bec
Nun ja. Ein Ausbau der Arbeiterrechte in der Korruptokratien vor Ort wäre ja gar nicht nötig, wenn die Auftraggeber ein wenig Anstand hätten und nicht alle Auswüchse billigend in Kauf nähmen (bzw. diese gezielt fördern würden!) Wenn das so wichtig wäre, hätte aber adidas womöglich seine Produktion gar nicht erst aus D verlagern müssen, oder? 150,-EUR für ein Paar Turnschuhe bei gefühlt 30,-EUR Kosten, ja selbst bei 120,-EUR Kosten, lassen immer noch einen erklecklichen Gewinn erahnen. Und die Arbeiterrechte in China haben wohl nicht die Arbeiter selbst erkämpft. PS: Eigentlich dürfte es diese Auswüchse des Kapitalismus in China ja gar nicht geben. Aber dort herrscht ja auch nur dem Namen nach Kommunismus.
Nun, Fakt ist, dass wir die Situationen in den Ländern "woanders" nicht werden ändern (können).
Dem Verbraucher (zumindest in sehr großer Mehrheit) sind die Produktionsbedingungen völlig egal, also bleibt es nur den Menschen dort selbst etwas zu ändern.
Das ist ein mühsamer langer Weg aber da müssen wohl alle Länder irgendwann irgendwie durch.
Das es durchaus möglich ist hat China eindrucksvoll gezeigt.

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emeralda 24.01.2018, 03:08
39.

Zitat von hanfiey
Da hatte H&M Klamotten die ich gekauft habe weil niemand anderer die hatte. Ich konnte Hosen einfach vom Stapel nehmen in meiner Größe und die passten und waren zu 99% oder 100% aus Baumwolle. Auf einmal passten die nicht mehr und auch alle anderen Sachen waren in der Größe für die EU falsch beschriftet. Die Qualität ließ nach und der Preis stieg drastisch, seit ca. 3 Jahren etwa betrete ich den Laden nicht mehr, nur noch Plastik zu Mondpreisen in schlechter Qualität. Das ist kein H&M Problem sondern generell zu beobachten. Die Mode finde ich Ideenlos und konservativ und schlechte Qualität wird teilweise zu Mondpreisen gehandelt. Ich gebe jetzt mehr aus und laufe weiter um bei verschiedenen Läden das zu kaufen was ich mag, das Internet ist für mich keine Antwort weil ich sehen möchte was ich kaufe. 20 Päckchen hin und herzu schicken macht für mich keinen Sinn. Die Konsequenz ist nun das ich meine Kleidung trage bis die auseinanderfällt, nicht weil ich dafür kein Geld hätte , sondern weil es schlicht für mich nichts gibt was ich anziehen würde.
Der Preis von Baumwolle ist stark gestiegen, das ist auch gut so, denn die Ernte/Verarbeitung ist arbeitsintensiv. Plastik ist nur eine Notlösung, denn Plastik wird demnächst verboten werden. Mondpreise hat h&m noch lange nicht. Nur weil Sie sich das nicht leisten können, heisst das nicht, dass es teuer ist. Kaufen sie doch in Second Hand Läden. Eine ökologisch und fair produzierte Jeans kostet 100 Euro. Das Kosten Jeans von Trendmarken auch.

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