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Umstrittene Praxis der Arbeitsagentur: Schnell vermittelt, schnell wieder arbeitslos
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Ein immer größerer Anteil der Arbeitslosen wird an Zeitarbeitsfirmen vermittelt. Offenbar auch deshalb, weil die Jobcenter so am einfachsten Erfolge vorweisen können. Jetzt will Arbeitsagentur-Chef Frank Jürgen Weise gegensteuern.

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Peace123 15.01.2013, 20:57
230.

Zitat von Peace123
Zeitarbeit gehört verboten! Oder so eingeschränkt, dass es für alle Beteiligten unattraktiv wird. Was gibt einer Firma, einem Inhaber, einer fremden Person das Recht an jedem Euro, an jeder gearbeiteten Stunde mitzuverdienen? Was ist denn sonst Sklaverei? Die Agenda 2010 hat hier schlimmste Arbeitnehmer Bedingungen geschaffen. Die SPD ist deshalb keine "Sozialdemokratische" Partei Deutschlands. Ich möchte hier meine Erfahrungen mit Leiharbeit und dem Jobcenter zum Besten geben: Ich war 2011 freiberuflich über 2 Firmen bei einem großen Automobilunternehmen in Niedersachsen beschäftigt. Zufällig habe ich gesehen was die für mich gezahlt haben, es war mehr als das doppelte von dem was ich bekommen habe. Was immer noch OK war. Dazwischen waren 2 Firmen. Die die mich vermittelt haben und den projektbezogenen Job an Land gezogen haben, ein IT-Dienstleister. Die haben sich mehr als das genommen was ich selbst bekommen habe, was eigentlich verboten gehört. Dann gab es noch den anderen (IT-) Dienstleister, bei denen ich freiberuflich eingestellt war. Die mir versichert haben, selbst nur einen Betrag von unter 10 Euro pro Stunde von meinem Gehalt zu nehmen. Ich hätte gerne direkt bei dem Automobilunternehmen gearbeitet. Ich hab mich danach auch dort beworben, aber direkt etwas zu bekommen ist sehr schwer, wenn man kein Ingenieur ist. Und jahrelang warten und hoffen kann und wollte ich nicht. Obwohl ich danach noch einige andere Projektangebote bekommen habe, bei genau diesem Unternehmen, aber nie direkt sondern immer über andere Firmen, habe ich mich dagegen entschieden. Nie wieder werde ich bei dem Spiel Leiharbeit mitmachen! Ich sehe das überhaupt nicht ein für ein Unternehmen zu arbeiten die nicht an mir sondern nur an jeder gearbeiteten Stunde interessiert sind, da sie ja selbst NUR so Geld verdienen. Als ich erfahren habe, dass sie mehr als die Hälfte von meinem Geld nehmen habe ich ernsthaft überlegt sie wegen Sittenwidrigkeit anzuzeigen. Aber was bringt das. Gott sei Dank habe ich innerhalb von 4-5 Monaten eine neue Stelle gefunden. ...
Upps, ich muss hier etwas korrigieren. Es war nicht mehr als das doppelte was die Firma von meinem Gehalt genommen hat, sondern lediglich mehr als das was ich bekommen habe. Also mehr als die Hälfte von dem was das Unternehmen für mich gezahlt hat.

Der Post ist zwar jetzt schon veraltet, aber das sollte ich doch richtig stellen.

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trantuete79 08.03.2013, 12:21
231.

Zitat von möppe
Beitrag Nr.170 von "trantuete79" Gerade neulich bei meiner "Fallmanagerin" im "Jobcenter" .... Sie warf mir auch vor ,dass ich als "Hartz IV" - Empfänger auf Kosten von 50 Millionen Steuerzahlern lebe . Auf meine Nachfrage ,wie sie denn zu dieser Behauptung käme ,konnte sie mir keine Argumente liefern . Sie vielleicht ,geehrte "trantuete79" ? MfG
Dies ist keine Behauptung, sondern eine Tatsache. Die Hartz4-Bezuege werden aus Steuermitteln und nicht aus Sozialbeitraegen bezahlt. Deshalb ist es sachlich richtig, dass die Lebenshaltungskosten von einem Hartz4-Bezieher von der Allgemeinheit getragen werden. Das ist gut und gewollt so und da braucht auch niemand ein schlechtes Gewissen haben der Hartz4 bezieht. Nur muss man sich eben auch bewusst sein, dass es Leute geben muss, die diese Sozialleistungen durch die eigene Arbeit finanzieren muessen, vom Baum faellt nichts.
Daher darf es auch keine uferlosen Forderungen geben nach dem Motto: mehr Geld fuer alle, mehr, mehr. Natuerlich ist mehr immer schoen, aber dann muessen auch konkrete Vorschlaege her, wo das Geld herkommen soll.

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AndyDaWiz 18.03.2013, 11:28
232. Wie albern...

Zitat von Gorr
Frau Merkel, Herr Steinbrück, gucken Sie mal auf Job Centern in dem Staat mit reichen Traditionen der Aussortierung und Ausfilterung? ...
a) koennen die Politiker GAR NICHTS. Die Beamtokratie macht alles zunichte
b) "gnadenlos billige Arbeitskraft"... ich lade Sie mal in mein mittelstaendisches Unternehmen ein, fuer 4 Wochen zum zuschauen. DANN lernen Sie, welche Position jeden Monat existenzbedrohend die groesste ist.
c) es geht den Heinis bei der AA am Schreibtisch um den Nachweis der eigenen Schmarotzer-Existenzberechtigung.

Bismarck: "Das einzige, was von alleine waechst, ist die Buerokratie."

Dort wird die Zukunft unserer Kinder verfressen, nirgendwo anders. Und immer mehr Branchen (Banken, VERSICHERUNGEN, Energieversorger) haengen sich dran - um den Preis, der Buh-Mann zu sein. Aber das Spiel funktioniert doch, oder ?

Schon mal die Kostenpositionen in Staat und Unternehmen gecheckt ? So nach Groesse sortiert ?

Wollen Sie gar nicht wissen, wetten ?

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mirror44 20.03.2013, 07:01
233. Anzeige wegen Schwarzarbeit

ich wurde von der ARGE sogar angezeigt wegen angeblicher Schwarzarbeit. Statt mich auf das Thema anzusprechen hat man auf Grund eines (unbegründeten) Verdachts einfach Anzeige erstattet. Das Verfahren wurde zwar eingestellt, da der Vorwurf völlig haltlos war, aber man fühlt sich doch "kriminell" wenn plötzlich die Ermittler vor der Tür stehen. HARTZ IV ist das allerletzte was der Staat seinen Bürgern antun konnte. Ich schäme mich dafür, einem Land anzugehören, dass seine Bürger wie Vieh behandelt.

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gazettenberg 20.03.2013, 08:45
234.

Zitat von sysop
Ein immer größerer Anteil der Arbeitslosen wird an Zeitarbeitsfirmen vermittelt. Offenbar auch deshalb, weil die Jobcenter so am einfachsten Erfolge vorweisen können. Jetzt will Arbeitsagentur-Chef Frank Jürgen Weise gegensteuern.
Viele (vielleicht sogar die meisten) unbefristeten und nach Tarif bezahlten Arbeitsplätze werden nicht über die Arbeitsagenturen, sondern über den freien Arbeitsmarkt vermittelt. Man muss sich also selber aktiv darum kümmern, wieder eine Anstellung zu finden. Sonst landet man schnell in ungewollter Zeitarbeit.

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wiwo56 09.05.2013, 00:40
235. neues von der Leyen

Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit vom 08. Mai 2013
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Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass immer mehr Menschen neben ihrer Erwerbstätigkeit auf ergänzende Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind. Aber was genau verbirgt sich hinter der Zahl der sogenannten „Aufstocker“?

Die steigende Zahl an Erwerbstätigen, die zusätzlich staatliche Transferleistungen beziehen, kann nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit prekärer Beschäftigung oder einer Lohnhöhe gebracht werden. Je größer die Bedarfsgemeinschaft (Familie) ist, umso höher muss das Einkommen sein, um unabhängig von der staatlichen Grundsicherung leben zu können. Ausschlaggebend ist auch, in welcher Region Deutschlands man lebt. So kann zum Beispiel ein Single mit einem Erwerbseinkommen von 900 Euro in ländlichen Gebieten vermutlich ohne zusätzliche Transferleistungen auskommen, in städtischen Ballungszentren aufgrund höherer Mieten unter Umständen aber nicht.

Außerdem kann die Entwicklung der „Aufstocker“ nicht unabhängig von der allgemeinen Entwicklung am Arbeitsmarkt bewertet werden. Deutschland erlebt gerade einen Beschäftigungsrekord. Noch nie waren so viele Menschen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl um zwei Millionen. Im vergangenen Jahr waren noch nie so wenig Menschen auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen. Insgesamt sind seit 2008 eine halbe Million Erwachsener weniger auf staatliche Transferleistungen angewiesen.

In einer Gesamtbewertung heißt dies, dass es immer öfter den Weg in Beschäftigung gibt. Jede zweite Arbeitsaufnahme aus der Grundsicherung heraus beendet auch unmittelbar den Hilfebezug. Andernfalls müssen Menschen darin unterstützt werden, schrittweise zu einer existenzsichernden Beschäftigung zu gelangen. Diese Art der Aufstiegsmobilität gelingt immer öfter.
Die tendenziell steigende Zahl der Single-Haushalte mit Erwerbseinkommen über 800 Euro und ergänzenden Grundsicherungsleistungen kann objektive Gründe haben. Zum einen durch steigende „Hartz IV“-Regelsätze, die mehr Menschen am Rand der Existenzsicherung neu in das Grundsicherungssystem holen. Zum anderen kann es auch Folge steigender Miet- und Energiekosten sein, dass Single-Haushalte sich zusätzliche finanzielle Unterstützung holen.

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gpicsendto 14.08.2013, 17:37
236. Laut Gesetzt - Menschenhandel Verboten

Leiharbeit ist nichts Anderes als Moderner Menschenhandel. Leiharbeiter werden zuweilen von einem Betrieb an nen Anderen Verkauft und dort Arbeit zu Leisten. Nur das die Arbeiter dies häufig nicht mitbekommen, da die Verleihfirma den Handel mit den Unternehmen Abschliest.

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galoliver1974 15.03.2014, 10:51
237. Sanktionen?

Also: lebende Beispiel: ich bekam von Agentur Vermittlungsvorschlagstelle mit 9 und 10 € St. lohn. Das sind unter bisherigen Netto um cc. 25%. Ich wurde umgefragt was bin ich was kann ich, habe mehrere Abschlüsse (na ja, ausländische!), i fragte muss i erste von Ag. empfohlene Stelle annehmen - um keine Sanktion zu habe - sagte ja!, egal ob es z.B. eine Putzfraustelle ist. Warum denn meine Qualifikationen? Das machts nichts! sagte er. Super! Stelle wurde obwohl nach meiner Qualifikation vorgeschlagen, aber erreichbare Entlohnung im Spiegel Zumutbarkait nicht kontrolliert (mit einem Rechner). Bei 35 Wochenstunde neben 10€ brutto wieviel verdient man, könnte hier jemand beantworten? Danke im voraus! (ich vermute mit 152 Monatstunde ist zu rechnen). Werden die Ergebnisse bei Bewerbung bei Leihfirma durc Agentur kontrolliert? Man kann sagen, wenn ablehnen will, oh, ich wurde nicht eingestellt, weil... Firma hat nicht mich ausgewählt.

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