Forum: Wirtschaft
Umstrittene Praxis der Arbeitsagentur: Schnell vermittelt, schnell wieder arbeitslos
REUTERS

Ein immer größerer Anteil der Arbeitslosen wird an Zeitarbeitsfirmen vermittelt. Offenbar auch deshalb, weil die Jobcenter so am einfachsten Erfolge vorweisen können. Jetzt will Arbeitsagentur-Chef Frank Jürgen Weise gegensteuern.

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abominog 12.01.2013, 15:48
30. Ach übrigens

Eine Auflistung sämtlicher fragwürdiger Praktiken der hiesigen Arbeitsagenturen würde den Rahmen dieses Forums sprengen. Würde man zusätzlich noch die Summe der kuriosen Fälle der letzten 10 bis 15 Jahren addieren, würde es nicht nur dieses Forum sprengen, sondern vermutlich auch (unabsichtlich) äquivalent wie eine DDoS-Attacke wirken, lol!

Würde man noch ein paar Jahre weiter zurückgehen, würde die Aufzählung sämtlicher Klöpse der hiesigen Arbeitsagenturen höchstwahrscheinlich das gesamte world wide web hoffnungslos und nachhhaltig in sich zusammenbrechen lassen...

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Blaufrosch 12.01.2013, 15:48
31. Zustimmung

Zitat von Schweijk
bin ich kein Kunde beim Arbeitsamt, sondern ein Hilfesuchender. Das Wort Kunde in diesem Kontext ist einfach nur Menschenverachtend.
Es ist in der Tat absolut irreführend hier von "Kunden" zu sprechen. Das ist Ergebnis des "New Management" das in der BA Einzug gefunden hat. Zwischenzeitlich werden intern so viele Anglizismen verwendet, dass der gemeine Mitarbeiter schon die Hälfte nicht mehr versteht. McKinsey, Berger und Accenture sei Dank!

Streng gesehen sind Sie aber auch kein Hilfesuchender sondern ein Versicherter, bei dem der Schadensfall eintritt. Und da hat die BA es mit allen Versicherungen gemein, die Kosten sollen niedrig gehalten werden. Hier zählen dann nur noch Begriffe wie DFA (Dauer der faktischen Arbeitslosigkeit) - im Controlling zählen da Menschen nicht die Bohne.

Eine Steuerungsbesprechung in der BA besteht nur aus dem Abarbeiten von Zahlenreihen und danach dem erstellen von sinnlosen Strategiepapierchen.

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statussymbol 12.01.2013, 15:49
32.

Zitat von Schweijk
in den Stellenangeboten des Arbeitsamtes zu 90% nur noch Zeitarbeitsfirmen. da suchen dann 10 Zeckenbuden auf ein und dieselbe Stelle willige Sklaven die sich gern verarschen lassen.
Nun da bin ich fast versucht zu sagen wem nicht klar ist dass die ARGE nur EINE Möglichkeit ist einen neuen Job zu finden und wer sich nicht initiativ bei den Firmen bewirbt, Internetportale abklappert und in der Zeitung nach aktuellen Jobangeboten schaut der hat es vielleicht irgendwo auch nicht besser verdient.
Zumindest lässt das dann schon einen Blick auf die eigene Motivation und das Engagement, welches man an den Tag legt. Den wirklichen "Traumjob" muss man sich eben in Eigeninitiative suchen, wer meint von der ARGE den superbezahlten Traumjob auf dem Silbertablett serviert zu bekommen ist irgendwie realitätsfremd und hat das irgendwie nicht richtig verstanden.

Aber soviel zum Thema Eigenverantwortung in Deutschland. Da gibt es tatsächlich Leute die nicht verstehen wollen/können dass der topbezahlte Spitzenjob nicht unbedingt einem von der ARGE auf einem Silbertablett serviert wird. *Möglicherweise* könnte solch eine Einstellung ja dann damit zu tun haben warum man arbeitslos ist und keinen anständigen Job findet - aber Schuld sind ja sowieso immer die Anderen, gell? ;-)

Zitat von Schweijk
bin ich kein Kunde beim Arbeitsamt, sondern ein Hilfesuchender. Das Wort Kunde in diesem Kontext ist einfach nur Menschenverachtend.
Ein "Kunde" zu sein ist menschenverachtend? Wenn also Ihre Bank Sie "Kunde" nennt ist das menschenverachtend?

Übrigens hat die Umbenennung aus dem gegenteiligen Grund stattgefunden - das "Arbeitsamt" wollte davon wegkommen als Institution wegzubekommen die alle Klienten als "Hilfesuchende" bezeichnet. Das ist bzw. war nämlich in der Tat gegenüber den teilweise auch qualifizierten Leuten die Arbeit suchen respektlos und senkte natürlich auch aus Sicht der Bevölkerung und der Firmen das Ansehen der Arbeitssuchenden.

Kunden als solche zu bezeichnen ist also genau das GEGENTEIL von menschenverachtend - es zeugt von Respekt. Auch die Bezeichnung Arbeitsvermittler ist doch deutlich sinnvoller und seriöser als "Arbeitsamt".
Vielleicht ist das verstehen komplexer Zusammenhänge auch einfach nicht Ihres - aber wer "Kunde" als menschenverachtende Beleidigung versteht ist entweder nicht so ganz Helle oder versucht an dieser Stelle verkrampft irgendetwas negatives hinein zu interpretieren.

Man ist ja auch bei einer privaten Versicherungsgesellschaft grundsätzlich "Kunde" und wird als solcher bezeichnet - was sollte also bei einem öffentlichen Institution falsch sein?

Müssen sich alle Klienten der ARGE als "Hilfebedürfte", "Patienten" oder "Behinderte" bezeichnen lassen damit Sie das dann nicht mehr menschenverachtend finden?

Zitat von adam68161
Die als"Jobcenter" oder "Arbeitsagentur" verbrämte Organisation ist nach wie vor so faul und verschlafen wie früher.
Das mag durchaus sein, hatte vor einiger Zeit auch mal Kontakt damit. Das bringt z.T. der Öffentliche Dienst einfach mit sich.

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statussymbol 12.01.2013, 15:50
33.

Zitat von adam68161
Die Anrede "Kunde" passt schon gar nicht. Die Leute in dieser Behörde wissen gar nicht, was ein "Kunde" ist.
Damit haben Sie natürlich recht. Die Umbenennung in einen respektvolleren Titel der Klienten in Form von "Kunde" sollte und muss natürlich auch mit dem jeweiligen Verständnis der Mitarbeiter einhergehen, dass die Leute auch respektvoll zu behandeln sind - wie eben beispielsweise Kunden in einer Bank o.ä.

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mk84 12.01.2013, 15:50
34. @clarar73

Dann schicken Sie doch bitte eine Rundmail über den deutschlandweiten Verteiler an all Ihre Kollegen, dass sie doch bitte eher höher qualifizierte Arbeitskräfte einfach in Ruhe lassen und nicht mit unsinnigen Jobangeboten und hirnrissigen Zwangskursen gängeln sollen. Wenn jemand trotz Ausbildung und Studium auf Leistungen angewiesen ist (heute leider keine Seltenheit mehr), dann hat derjenige nämlich normalerweise schon genug mit der psychischen Belastung der Situation zu kämpfen. Danke!

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Blaufrosch 12.01.2013, 15:50
35. Spon !!

Zitat von sysop
Ein immer größerer Anteil der Arbeitslosen wird an Zeitarbeitsfirmen vermittelt. Offenbar auch deshalb, weil die Jobcenter so am einfachsten Erfolge vorweisen können. Jetzt will Arbeitsagentur-Chef Frank Jürgen Weise gegensteuern.
Liebe Redaktion. Bitte lernt doch endlich mal den Unterschied zwischen Arbeitsagentur und Jobcenter! Das eine ist SGBIII und das andere SGBII

Das kann doch so schwierig wirklich nicht sein!

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boeseHelene 12.01.2013, 15:50
36.

Zitat von dedie
Mit ihrem ersten Satz haben sie nicht so ganz unrecht, 90% der Zeitarbeiter die ich als Führungskraft im Handwerk kennen lernte durfte waren entweder absolut unfähig in ihrem angeblich gelernten Beruf oder stinke Faul,. Die wenigsten kann man gebrauchen und die sind nie lange bei einer Zeitarbeitsfirma, außer sei komme aus den neuen Bundesländer und wollen oder können nicht umziehen.
schon mal überlegt, dass man die Arbeiter bekommt für die man auch bezahlt? Wenn ich für weniger arbeiten muss als ihre Festangestellten, dann hätte ich ganz ehrlich auch nur sehr wenig Motivation und laut meinem Chef und meinen bisherigen Beurteilungen gelte ich als jemand immer außergewöhnliches Engagement zeigt und meine Leistungen erfüllen in jeder Hinsicht die volle Anerkennung meines Chefs.

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dedie 12.01.2013, 15:51
37.

Zitat von boeseHelene
Ich kenne als ehrenamtliche Helferin von ALG II Empfängern ähnliche Geschichten und von daher kann das gut hinkommen. Diese Klitschen sind einfach nur dumm dreist, gerne überweist man auch mal Gehalt etwas später oder es werden Stunden in denen der Leiharbeiter gearbeitet hat einfach mal unterschlagen.
Dann sollten sie aber auch wissen das der Kündigungsgrund auf der Arbeitsbescheinigung steht womit der Schreiber sofort von dem Grund erfahren hat und nicht erst VIEL SPÄTER wie er angibt und deshalb nichts dagegen machen konnte.

Ich arbeite seit 20 Jahren in Führungsposition und kenne auch sehr viele gerne angewendete Ausreden, und die vom nicht geuwßten Kündigungsgrund wegen Arbeitsverweigerung/Faulheit gehört dazu.

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Blaufrosch 12.01.2013, 15:53
38. FDP gegen die BA

Zitat von Knackeule
Es gab vor der letzten Bundestagswahl einmal eine richtige Forderung der FDP, diese völig nutzlose "Agentur für Arbeit", die in Wirklichkeit eine "Agentur zur Verwaltung und Beschönigung der Arbeitslosigkeit" ist, endlich ersatzlos aufzulösen und ihre Aufgaben und ihre Mitarbeiter, soweit unkündbar, auf die Kommunen und Landratsämter zu verteilen. Wie fast alle FDP-Absichten wurde auch diese nicht erfüllt. Trotzdem ist sie nach wie vor richtig. Die Agentur für Arbeit ist überflüssig wie ein Kropf und verursacht Milliarden an Kosten. Ihre Aufgaben könnten von den Stadt-und Landkreisverwaltungen, die die Gegebenheiten viel besser kennen, wesentlich besser gelöst werden. Also löst diesen unnützen Wasserkopf endlich auf.
Diese Diskussion war einzig dem Umstand geschuldet, dass Herr Niebel als ehemals mittelmäßig erfolgreicher Arbeitvermittler in Heidelberg und Beamter ein Disziplinarverfahren an den Hals bekommen hat, da er in der Dienstzeit Wahlkampf gemacht hat. Als General der FDP machte er dann Stunk gegen die alten Kollegen und der damalige Chef Gerster musste sogar persönlich den Gang nach Canossa antreten.

Im übrigen widerspreche ich Ihnen ausdrücklich. Die kommunalen Verwaltungseinrichtungen sind mitnichten auf eine solche Aufgabe eingerichtet. Die Zahlen der Optionskommungen sind ja wirklich auch kein Ruhmesblatt!

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irobot 12.01.2013, 15:54
39.

Zitat von carlo02
Wenn ich nach Stellen beim Arbeitsamt im Internet suche, sind die ersten 5 Seiten fast ausschließlich Zeitarbeitsfirmen. Die kommen für mich nicht in Frage, da ich nicht vorhabe, als Arbeitskraft 2.ter Güte zu gelten.
Ich habe mal eben spaßeshalber nach einer Stelle für mich gesucht. Das erste Angebot einer Zeitarbeitsfirma tauchte auf Seite 4 auf.

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