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Umstrittene Spekulanten: Studie verteidigt Agrar-Zocker
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Sie verdienen an knappen Nahrungsmitteln, während Millionen Menschen hungern. Agrarspekulanten gelten als das personifizierte Böse. Doch jetzt konstatiert eine Studie: Die Zocker haben kaum Einfluss auf die Lebensmittelpreise - und helfen sogar Bauern, sich gegen Schwankungen abzusichern.

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Celestine Trueheart 10.12.2012, 13:05
40.

Zitat von politikverdrossen100
ich habe Ihren Link mal kurz gelesen und darin folgenden Satz gefunden: "While the zombie bankers and blood-sucking speculators mightn’t realize it, food is a human right, and we need to recognize that the rights of humanity are far too important to be left to the market." Ob dieser "Activist" eine realistische und objektive Einschätzung hat, müssen Sie für sich selbst entscheiden, am Besten anhand der Substanz seiner Argumentation. Allerdings glaube ich, dass Sie in der Studie um die es hier geht, derlei Formulierungen nicht finden werden, dafür aber mehr Substanz - das hoffe ich jedenfalls...
Ob die Wissenschaftler da gewissenhaft gearbeitet haben, möchte ich bezweifeln. Erstens müssten sie in die Welt der Derivate einsteigen und diese verstehen, und da fängt das Problem ja schon an: Die Banker selbst verstehen ihre eigenen "innovativen" Produkte nicht mehr, können sie noch nicht einmal ihren Kunden erklären. Also wie soll eine Universität diese Zusammenhänge in der Studie erfassen?

Es ist fast unmöglich, in der Wissenchaft in derlei Dingen eine Kausalität herzustellen. Dafür ist die Cannabis-Forschung ein sehr gutes Beispiel: Für einen Teil der Wissenschaft geht dabei es um leichte, harmlose recreational drug, für den anderen Teil um eine gefährliche Killer-Droge. Daher ist es nicht ratsam, sich bei einer einzelnen wissenschaftlichen Einschätzung festzubeißen, was hier etliche Foristen so begeistert gleich tun, als sei die Wissenschaft unverfehlbar.

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peter_der_meter 10.12.2012, 13:08
41. Angebot und Nachfrage regeln also den Preis?

Ich zitiere dazu mal ein aus dem Foodwatch Bericht:

Zitat von
Wenn so die von Zinsraten und Wechselkursen getriebenen Motive der Finanz- anleger die Überhand gewinnen, dann zählen die Stimmungen und Stimmen der Finanzwelt mehr als jede echte Nachricht über Veränderungen bei An- gebot und Nachfrage. Darum war es etwa möglich, dass allein die Rohstoff- analysten von Goldman Sachs am 12. April 2011 mal eben die Preise für Rohöl und Weizen an den US-Terminbörsen um 5 Prozent nach unten trieben, und das einfach nur, indem sie ihren Kunden per Rundbrief empfahlen, jetzt die ......
Jetzt würde ich gerne mal wissen, wie diese Studie die anderes behauptet zu diesem Ergebnis kommt. Ich sehe grade nur ein "Hey Spekulanten haben keinen Einfluss darauf" und im Forum nickt die Gemeinde ab "Yo, keine weiteren Nachfragen, so isses".

Ich kann nur jedem empfehlen den Food Watch Artikel zu lesen:
http://foodwatch.de/foodwatch/conten...t-2011_ger.pdf

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gankuhr 10.12.2012, 13:08
42.

Zitat von sysop
Sie verdienen an knappen Nahrungsmitteln, während Millionen Menschen hungern. Agrarspekulanten gelten als das personifizierte Böse. Doch jetzt konstatiert eine Studie: Die Zocker haben kaum Einfluss auf die Lebensmittelpreise - und helfen sogar Bauern, sich gegen Schwankungen abzusichern.
Endlich mal jemand, der die These über die "bösen Spekulanten" zumindest mal anzweifelt. Ob es letztendlich stimmt oder nicht weiß ich nicht, aber bislang wurde ja nichtmal diskutiert und wenn man zweifel angemeldet hat war man direkt mal ein "Raubtierkapitalist".

Ich hab mich schon immer gefragt, warum, wenn es um Narhungsmittelpreise geht, niemand mal thematisiert, dass es dieses Jahr eine Dürre und damit Erntekrise und den USA gab. Das wäre nämlich der erste Grund, an den ich denke, wenn ich mir überlege, warum Nahrungsmittelpreise hochgehen. Aber heutzutage schreit das deutsche Volk erstmal nach den bösen Bankern, egal was passiert.

Auch lustig, dass hier direkt Kommentare kommen von wegen "wer hat die Studie bezahlt?". Solche Anmekrungen hab ich in Artikeln über Studien, die genau das Gegenteil sagen, komischerweise noch nie gelesen. Als Info: die meisten Studien von Universitäten werden aus öffentlichen Mitteln (Bundesministerium für irgendwas oder auch EU) bezahlt und sind damit erstmal neutral.

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politikverdrossen100 10.12.2012, 13:10
43. Rationalität

Zitat von neoliberaler_kapitalist2
Warum nur glauben die Menschen man könne alles haben auch ohne was dafür zu tun? Das schlimme ist, das genau diese Menschen nichts gelernt.....
Solange Leute da sind, die dafür zahlen (müssen), ist das doch eine sehr rationale Haltung, oder? Es gibt in Deutschland ja eine Kaste von Leuten, die dies täglich predigen. Bedingungsloses Grundeinkommen ist doch eine tolle Idee! Herr Boes lebt diese Idee jetzt schon.
Nicht umsonst hat ja Frau Kipping den Herrn Boes in der Sendung unterstützt. Als es allerdings darum ging, ob Herr Boes nicht für Die Linken arbeiten könnte, hat Frau Kipping dankende abgelehnt. Warum wohl???

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atlwm 10.12.2012, 13:13
44. Ihr Beitrag uban1 heute, 11:49 Uhr:

"Studien Pah... Es gibt Studien die ganz klar belegen dass nach einer Privatisierung der Stromwirtschaft der Strompreis günstiger werden sollte. Es gibt Studien dass eine De-Regulierung der Banken besser für den Wettbewerb sein sollte, ja klar, die Schrottpapiere durften ja erst nach der De-Regulierung von gewieften Investementbanken an die anderen Banken weitergegeben werden. Jetzt gibt es eine Studie die klar belegt dass Spekulationen mit Nahrungsmitteln den Bauern helfen. Wo ist denn der Bauernverband der das bestätigen könnte? Es gab auch Studien die die Beherrschbarkeit von AkWs belegt haben, oder auch die Eignung von Asse als Endlager. ..."

Danke, so würde ich es auch ausdrücken. Da braucht man auch keinen Verstand um hier richtig oder falsch zu entscheiden. Da reicht das Herz völlig.

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Tolotos 10.12.2012, 13:18
45. Wer erschafft den Realerlös für die Spekulationsgewinne? Die Spekulanten nicht!

Zitat von testthewest
Wie Spekulanten Bauern arm machen sollen, kann eh niemand erklären - man fühlt es aber so, es hört sich sehr sozial und clever an - also glaubt man es.
Wenn die Spekulanten sich ihre Gewinne nicht selbst geschnitzt haben, muss das Geld ja irgendwo herkommen. Denn vom Himmel fällt es ja normalerweise wohl nicht, und dass die Spekulation die Nahrungsmittelmenge vergrößert würde, hat mir bisher noch niemand glaubhaft machen können.

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Crom 10.12.2012, 13:18
46.

Zitat von SirLurchi
Interessanter Artikel - ich frage mich nur, was oder wer denn nun den Preis beeinflusst: Eine Bauerngenossenschaft, die 100 t Weizen verkaufen möchte oder Spekulanten, deren Spekulationskasse 500 Mrd. $ beinhaltet.
Wie wär's mit Angebot und Nachfrage?

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vhe 10.12.2012, 13:20
47. ...

Zitat von SirLurchi
Interessanter Artikel - ich frage mich nur, was oder wer denn nun den Preis beeinflusst: Eine Bauerngenossenschaft, die 100 t Weizen verkaufen möchte oder Spekulanten, deren Spekulationskasse 500 Mrd. $ beinhaltet.
Eine Bauerngenossenschaft, die das Getreide im Silo läßt, weil der Preis derzeit zu niedrig ist.

Im Prinzip ist es ganz einfach:
Gäbe es Spekulation im physischen Geschäft, würden die Lagerbestände mit dem Spekulationsgeld steigen. Tun sie aber nicht. Im Gegenteil, die Preise steigen (wie auch logischerweise zu erwarten), wenn die Lagerbestände sinken und die Preise sinken, wenn die Lagerbestände steigen.

Damit ist es einfach eine Sache von Angebot und Nachfrage.
Verstärkt werden die Ausschläge dadurch, dass die Nachfrage extrem inelastisch ist. Wenn Kaffee teurer wird, wird weniger getrunken, aber wenn Weizen teurer wird, wird nicht weniger gegessen. Deshalb schwankt der Getreidepreis bei Knappheit oder Überversorgung deutlich mehr als z.B. der Kaffee- oder Teepreis.

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Crom 10.12.2012, 13:20
48.

Zitat von uban1
Studien Pah... Es gibt Studien die gnaz klar belegen dass nach einer Privatisierung der Stromwirtschaft der Strompreis günstiger werden sollte.
Wurde er ja auch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stromp...in_Deutschland

Allerdings hat der Staat die Einsparungen aufgefressen und nicht einmal das war ihm genug.

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renee gelduin 10.12.2012, 13:22
49.

Zitat von donnerfalke
Davon ist kein Wort im Artikel. Interessant ist vor allem wieviele Beiträge der Befürworter der Spekulanten im Forum stehen. Denn Spekulant sein ist eigentlich "in", ehrliches Arbeiten ist "out", richtig? Wieviele lustige Michels werden noch auf diese dümmliche Propaganda der Finanzmafia reinfallen?
Vor jeder "ehrlichen Arbeit" steht immer eine Spekulation/ Investition die das erst ermöglicht...

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