Forum: Wirtschaft
Umstrittenes Koalitionsprojekt: Die Mietpreisbremse hilft nur den Reichen
DPA

Die Arbeitsgruppe in den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD hat sich auf eine Mietbremse geeinigt. Doch das gut gemeinte Projekt verfehlt sein Ziel: Statt Wohnraum auch für Geringverdiener erschwinglich zu machen, werden attraktive Wohnlagen noch stärker zum Biotop der Wohlhabenden.

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kalle122 05.11.2013, 09:08
140. Oh, das geht schon!

Und zwar in Schweden: zentrale Verwaltung der Mieterplätze über eine Warteliste, Deckelung der Mieten so dass sich Vermieten nicht wirklich mehr lohnt, und die Möglichkeit des Mieters sich evtl. zu viel auf dem Graumarkt gezahltes Geld per Gesetz zurückzuholen.

Dann kriegt wirklich jeder ne Wohnung, muss nur 10 Jahre oder mehr darauf warten. D.h. man wohnt entweder ganz schwarz, oder man kauft. Oder man wohnt in den Ghettos, wo die grossen Firmen es über die Masse machen.

So schaut Politik aus, die es nicht unbedingt allen Recht machen will. Ob das besser ist?

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albharms 05.11.2013, 09:08
141. Richtig!

und das wichtigste ist noch garnicht gesagt. Die Ursache der Preissteigerungen liegt ja im mangelnden Angebot und nicht an der Habgier der Vermieter. An diesem Umstand ändert die Mietpreisbremse nichts, wohl aber an der Attraktivität und dem Risiko der Investition in Mietwohnraum.

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prophet46 05.11.2013, 09:09
142. Gute Absichten, schlechtes Ergebnis

Zitat von sysop
Die Arbeitsgruppe in den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD hat sich auf eine Mietbremse geeinigt. Doch das gut gemeinte Projekt verfehlt sein Ziel: Statt Wohnraum auch für Geringverdiener erschwinglich zu machen, werden attraktive Wohnlagen noch stärker zum Biotop der Wohlhabenden.
Da hat der Schwanz mal wieder mit dem Hund gewedelt. Die SPD und die ihr nahestehenden Mieterverbände haben sich offenbar in den Koalitionsgesprächen auf ganzer Linie durchgesetzt. Wenn die bisher bekannten Vorhaben so umgesetzt werden, wird der Wohnungsbau in Ballungsgebieten massiv einbrechen und die Grunderwerbssteuer, die die Kommunen preistreibend laufend erhöhten, wird deutlich sinken. Die Knappheit wird zunehmen.

Der Mieterüberschutz, den wir nun mal in D haben, hat dazu geführt, das viele, die sich vom Einkommen her hätten Wohnungseigentum leisten können, darauf verzichteten und sich stattdessen lieber große Autos usw. kaufen. Im Vergleich zu Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich,England ist die Wohnungseigentumsquote in D besonders niedrig. Das wäre an sich nicht so schlimm, wenn das ganze nicht den fatalen Effekt hätte, dass durch die über die Jahre steigende Preise und Mieten die schlauen Mieter sich im Alter, also "auf Rente", sich ihre Mietwohnung noch mehr leisten können. Es kommt zwangsläufig zu Verdrängungen. Also muss gesetzlich reguliert werden und mittels Wohngeld nachgeholfen werden, womit wir wieder am Anfang wären. Der Knappheitseffekt wieder weiter zunehmen.

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Marut 05.11.2013, 09:10
143. Paßt doch ins Bild

Die Geringverdiener sind unseren Politikern doch schon lange egal.
Das ganze ist wieder mal eine Umverteilung von unten nach oben - in diesem Fall die Umverteilung der Chancen.

Es ist nicht zu erwarten, dass eine solche Regelung die Zustimmung der SPD-Pateibasis zur GroKo beeinträchtigen wird. Denn wer sich einen Parteibetrag leisten kann, ist nicht gerade Geringverdiener.
Also selbst die SPD bedient mit einer solchen Regelung eher ihre Klientel - es wird wieder einmal nur zu deutlich: arme Menschen haben keine Lobby.

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bert1966 05.11.2013, 09:10
144. optional

Na verblüffend: wer mehr Geld verdient kann sich mehr Konsum leisten. Wer hätte DAS gedacht !? Bei der Fülle der Berichte über die Ungerechtigkeit der Geldverteilung fragt man sich mittlerweile schon lange, warum es überhaupt noch unterschiedliche Gehälter gibt. Geld als Wertungs- und Belohnungsfaktor für Wert und Qualität der persönlichen Arbeit ? Ach Quatsch: Einheitslohn für alle ! Dann klappt es endlich wieder mit dem Kommunismus in Deutschland !

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sir wilfried 05.11.2013, 09:10
145. Bauen, bauen, bauen...

Zitat von sysop
Die Arbeitsgruppe in den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD hat sich auf eine Mietbremse geeinigt. Doch das gut gemeinte Projekt verfehlt sein Ziel: Statt Wohnraum auch für Geringverdiener erschwinglich zu machen, werden attraktive Wohnlagen noch stärker zum Biotop der Wohlhabenden.
...und zwar keine unnötigen Philharmonien, Flughäfen oder Bahnhöfe, sondern Wohnungen. Und bitte in kommunalen Händen.
Alles andere ist Makulatur.

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sladkaya 05.11.2013, 09:11
146. Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse ist für die nicht so tollen Wohnungen in den nicht so bevorzugten Lagen wichtig. Auch hier steigen derzeit die Mieten in einem unerträglichen Maß (und hier wird nicht einmal mehr investiert).

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mabrueck 05.11.2013, 09:12
147. Demokratie

Die Mehrheit will es aber so, weil es sich schön anhört. Einfache Lösungen müssen her. Dass "gut gemeint" häufig das Gegenteil von "gut gemacht" ist, tut der Beliebtheit solcher Politik keinen Abbruch. Das liegt in der Natur des Menschen.

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kariesgold 05.11.2013, 09:12
148. Ich find's gut

Immerhin könnten durch die Mietpreisbremse auch Menschen mit weniger Geld eine bezahlbare Wohnung finden.
Ob alle Vermieter bei festgelegter Mietobergrenze dann wirklich nur an solvente Makler, Juristen etc. vermieten würde, bleibt abzuwarten. Ich denke, wenn die Gier besiegt ist, haben manche Vermieter auch gerne sympathische Mieter.

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superbiti 05.11.2013, 09:13
149. -----

ein hinkender vergleich. würde die wohnung gleich 700 eur kosten, wären die dinks (double income no kids) ebenfalls die favoriten jedes vermieters. in jedem anderen fall auch. und daran, liebe spon-autoren, ändert keine mietpreisbremse jemals auch nur irgendetwas.
also: die mietpreisbremse macht so schon sinn. das auswahlverfahren des vermieters ist seine sache, da wird ihn niemand reinreden können.

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