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Umweltministerin: Schulze drängt auf höhere Luftverkehrsabgabe
Sean Gallup/ Getty Images

Am Donnerstag trifft das Klimakabinett zusammen, vorab erhöht nun Umweltministerin Svenja Schulze den Druck auf die Regierung. Sie will auch das Fliegen teurer machen.

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Gluehweintrinker 18.07.2019, 09:12
80. 20-EUR-Tickets durch Mindestpreise verhindern

Die Luftverkehrsabgabe steuert, wie wir inzwischen wissen, gar nichts in Bezug auf Umweltschonung. Von 2017 bis 2018 hatten wir in Deutschland ein Plus von 7,8% beim Passagieraufkommen, dieses Jahr schon wieder gut plus 4%. Das kann so nicht weiter gehen und muss sich umkehren.

Die existierende Abgabe wurde also von den Fluggesellschaften sogar bei den Billigsttarifen eingepreist und der Hochpreispassagier subventioniert per Mischkalkulation die verlockenden Billigtickets. Eine lenkende Wirkung ist nicht erkennbar.

Wenn es nicht weh tut, dass Flugtickets teurer werden und die Differenzen nicht spürbar werden, ist alles nur bloßer Aktionismus mit dem wahren Ziel, nichts zu verändern.

Innerhalb Europs sollte nicht unter 200 EUR geflogen werden, zunächst. Mittelstrecken wie Ägypten, Nordafrika nicht unter 300 und Langstrecken nicht unter 700 EUR. Das reicht aber nur für das erste Jahr, weitere regelmäßige Erhöhungen müssen folgen, und es muss ein Ziel formuliert werden, auf welches Maß denn bitte der Ludtverkehr zurechtgestutzt werden soll.

Davon redet kein Mensch. Flughäfen erweitern Kapazitäten. Fraport errichtet ein drittes Terminal und erwartet 20 Millionen Passagiere mehr. Wenn wir nicht klar definieren, auf welches Luftfahrtniveau wir zurück wollen, dann geben wir diesen Sektor als Beitragenden auf. Also, zurück zum Luftdahrtniveau von 1990 bitte. Und sinken die Zahlen nicht entsprechend, dann müssen jährlich die Aufschläge steigen, um 10 bis 15%, Jahr für Jahr. Ist ein Schrumpfgeschäft also Konsens, muss dafür gesorgt werden, dass die Airlines diesen Prozess durchhalten und bei Kapazitätsreduzierung bei Infrastruktur und Personal begleitet werden.

Dass sich Menschen dann Fliegen weniger oder gar nicht mehr werden leisten können, ist zwangsläufig. Das ist der Preis für unser Überleben, und dafür dürfte kaum ein Preis zu hoch sein.

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haichen 18.07.2019, 09:13
81. ALLE Brennstoffe nach ihrem potentiellen CO2 Gehalt besteuern

Kerosin, Benzin, Diesel, Kohle, Gas, Braunkohle, Schiffsdiesel... alle nach ihrem potentiellen CO2 Gehalt besteuern. Die Gesamtsteuersumme sollte kontrolliert gehalten werden. Wäre interessant hier mal die Auswirkungen zu sehen. Wie teuer wird Kohlestrom? Benzin? Lohnt sich eine Gasheizung, Strom aus EE oder vielleicht sogar Kohle (niedrige Rohstoffpreise + hohe Besteuerung)? Auf jedenfall hätte man über die Steuereinahmen immer einen Überblick und die Kontrolle über die Gesamtmenge an CO2 Ausstoß.

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ich2010 18.07.2019, 09:13
82.

Zitat von Concilla
Im Klimaschutzreport 2018 des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (kann man ergooglen) wird aufgezeigt, das 2,69% der weltweiten CO2-Emissionen durch den Luftverkehr verursacht werden, im Gegensatz z.B. zur Straße mit einem Anteil von 17,94%. Weiterhin ist die Luftverkehrsbranche weltweit der erste und bislang einzige Industriesektor mit einem eigenen Klimaschutzinstrument. Warum das so ist, kann man auch in diesem Report nachlesen. Interessant wäre jetzt noch, wie viel Prozent die Luftfracht im gesamten Luftverkehr einnimmt und ob diese dann auch besteuert werden soll oder ausschließlich die Passagiere zur Kasse gebeten werden sollen.
Das Ganze ist doch Wahlkampfpopulismus und fischen am grünen Rand. Ob Maßnahmen eine Auswirkung haben, oder nicht zählt schon lange nicht mehr. Es ist derzeit en vogue Verzicht zu predigen, dem Wohlstand den Kampf anzusagen und jedwedes "Vergnügen" faktisch einzustellen. Der Deutsche hat sich bitteschön in Selbstkasteiung zu üben. Die privilegierten gut situierten Herrschaften in der Stadt krakeelen da besonders laut, die trifft es ja eh nicht. Mit Klimaschutz hat das schon lange nichts mehr zu tun, vielmehr etabliert sich hier eine Ersatzreligion unter dem Deckmantel "Klimaschutz". Wäre man wirklich am Klimaschutz interessiert, würde man die Leute nicht einfach zusätzlich belasten, sondern bezahlbare Alternativen schaffen. Hierzu gehört z.B. erstens die Bahnpreise deutlich zu senken, Pendlertickets im Nahverkehr zusätzlich zu subventionieren und den ÖPNV flächendeckend mit 24/7 Service (jawohl SERVICE!) bereitzustellen. Aktuell hat die Bahn eher etwas mit Viehtransport zu tun und glänzt mit Unzuverlässigkeit.
Weiterhin kann man beim Individualverkehr ansetzen in dem man z.B. die Umrüstung auf Autogas subventioniert. Dann diejenigen, die prinzipiell ihre Arbeit auch im Home Office erledigen könnten, sollten das auch tun können. Ständige Präsenz ist heutzutage nicht mehr bei allen Jobs notwendig. Und wie wäre es zumindest vorübergehend die Atomkraftwerke ans Netz zu nehmen und Kohlekraftwerke abzuschalten. Würden wir wirklich CO2 "ehrlich" bepreisen wollen, dann könnte man kaum mehr Kühlschränke anschalten, geschweige denn das Internet nutzen. Kohlekraftwerke sind hierzulande mit Abstand die größten Dreckschleudern.

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lame77 18.07.2019, 09:14
83.

Zitat von frederik120112
Das ist doch wirklich lächerlich. Immer wieder neue Abgaben, und nicht um die Welt zu retten sondern lediglich mit genau diesem Vorwand uns einerseits das Geld aus der Tasche zu ziehen und andererseits die Staatskassen weiter zu füllen. Aber so ist das halt wenn man als Minister nur temporär in der jeweiligen Position in die Verantwortung genommen wird und icht Nachhaltig Erfolg in seinem Job vorweisen muss. In der Volkswirtschaft bzw in einem Konzern nennt man so etwas Investitionsstau mit zumeist fatalen Folgen. Ich bin beruflich rgelmässig in Südostasien beschäftigt. Mich würde wirklich einmal interessieren wie lange ich mit dem Zug wie hier augenscheinlich empfohlen, brauche. Na ja, vielleicht nehme ich den Zug zum Hamburger Hafen und setze mich dort wohl besser in ein Containerschiff....beste Grüsse und ein Hoch auf höhere Flugpreise...
Zahlt dann halt ihr Arbeitgeber, wahlweise Endkunde, wenn es beruflich >>sein muss. Die Frage sollte man sich allerdings viel öfter stellen, auch im berurflichen Umfeld. Man kann auch schon eine Menge mit Videokonferenzen heutzutage reissen. Ich hab selber 4 Jahre mit asiatischen Betrieben / in einem asiatischen Konzern gearbeitet und da konnten Flugreisen auf ein absolutes Minimun gesenkt werden, in dem wir alternative Kommunikationsmittel zu einem Face 2 Face in Person genutzt haben. Muss das Umfeld/Arbeitsfeld natürlich hergeben. In dem Fall ging es um Software und für sowas muss heute kein Mensch mehr irgendwo hinreisen. Die meiste Arbeit habe ich aus dem Home Office erledigt und bin nicht mal mehr mit dem Zug in das deutsche Büro gefahren. Ist natürlich etwas, mit dem der klassische, deutsche Betrieb irgendwie gar nicht klar kommt.

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hinnimann 18.07.2019, 09:14
84. Leider fällt der Bundesregierung in der Klimadebatte

mal wieder nichts ein, außer die Bürger zur Kasse zu bitten. Wenn man tatsächlich das Bahnfahren attraktiver machen will, kann man den Mehrwertsteuersatz auf Bahntickets senken, oder Investitionen in das Schienennetz vermehrt aus Steuermitteln finanzieren, auch um mehr Wettbewerbsgleichheit zwischen den Verkehrsträgern herzustellen. Wenn man den Individualverkehr auf den ÖPNV verlagern will, muss dieser drastisch verbessert werden, was die ländlichen Bereiche betrifft, gerade nach Feierabend und an den Wochenenden sind die Angebote eine Katastrophe. Die Versorgung des ländlichen Raumes mit Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten, kulturellen Angeboten wäre eine weitere Spielwiese für die Politik. Die Frage ist auch, ob jede/r Arbeitnehmer/in tatsächlich jeden Morgen ins Büro/an den Arbeitsplatz fahren muss, oder ob man im Zeitalter der Digitalisierung nicht von zu Hause arbeiten kann. Dann muss man nicht jeden Morgen ins Auto steigen. Hier sind natürlich dicke Bretter zu bohren und Regelungen und Gewohnheiten zu ändern, von Arbeitszeitvorschriften bis zum Steuer- und Abgabenrecht. Es scheint jedoch nicht möglich zu sein, dass die öffentliche Hand mit weniger Geld auskommt. Deshalb wird auf die einfachste Methode zurück gegriffen, die Politik wird getrieben von Wohlstandsbürgern, die sich in ihren gentrifizierten Wohngegenden der Städte von den Lebensrealitäten vieler Menschen entfernt haben.

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ArnoNym 18.07.2019, 09:15
85. Lieber Streaming höher besteuern, da es umweltschädlicher ist

Zitat von 123MeineMeinung
Ja, Fliegen muss teurer werden. Ob es eine Kerosinsteuer oder CO2-Steuer ist, wäre wohl egal. An die Vernunft der Menschen zu appellieren ist jedenfalls nicht zielführend.

Alternativvorschlag: Streaming ordentlich besteuern. Denn durch Streaming wird ca. 75% mehr CO2 in die Atmosphäre gepustet als durch den weltweiten Luftverkehr. Kein Witz sondern nachzulesen in der c't.

Nur folgendes Problem: Wenn der Staat durch höhere Besteuerung mehr Geld einnimmt, was hilft's der Umwelt? Gleiches gilt für eine Erhöhung der Luftverkehrsabgabe.

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mantrid 18.07.2019, 09:16
86. Ablasshandel

Einen fairen Preis für CO2 gibt es nicht, denn die Schäden durch zu viel CO2 sind unbezahlbar. Oder will Frau Schulze Eisbären wegen ihres Aussterbens entschädigen oder Südsee-Insel-Bewohnern Asyl gewähren? Die Idee mit den CO2-Zertifikaten ist vom Prinzip her richtig. Es dürfen aber nur so viele ausgegeben werden, wie wir CO2 in die Luft blasen können, ohne das Klima zu beeinflussen. Für die Nutzung regenerativer Energie bräuchte man gar kein Zertifikat, bei fossiler Energie halt schon. Das erspart uns auch die blödsinnigen Diskussionen über Akku-, Brennstoffzellen- oder Verbrenner-Autos. Entscheidend ist nur, wie deren Energie hergestellt wird. Herausforderung wird sein, ob sich alle in unserem Land den Umstieg leisten können.

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macping 18.07.2019, 09:19
87. Ein Missverständnis

Zitat von AdK
… billiger mit meinem SUV nach Berlin komme als mit der Bahn,selbst wenn ich die Parkkosten mit einbeziehe ...
, das den meisten Autobesitzern widerfährt. Eine Autofahrt kostet nicht nur Gas oder Diesel und die von Ihnen genannten Parkgebühren. Dazu kommen Wertverlust, Versicherung, Reparaturen vielleicht die Kosten für einen Stellplatz in der Tiefgarage zu hause, die Sie auch haben, wenn Sie in Berlin gerade Parkgebühren bezahlen und vieles mehr. Manche behaupten auch steuerzahlende Nichtautobesitzer finanzieren die Autos der anderen zum Teil mit, weil die Einnahmen aus KFZ- und Versicherungssteuer, Mineralöl- und MwSt und was sonst noch beim Autobesitzer zu Buche schlägt, die Kosten für die Gesellschaft, die sein Autobesitz und dessen Benutzung verursacht, bei weitem nicht deckt. Ich gehöre by the way zu jenen, die das glauben.

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ich2010 18.07.2019, 09:20
88.

Zitat von Christoph Seifert
Was können die Fluglinien dafür, dass sie keine teure Infrastruktur abseits der Flughäfen finanzieren müssen? Warum kommt die Umweltministerin nicht mit der nahe liegenden Idee, dass die Steuerfreiheit für das Flugbenzin aufgehoben werden sollte, die wir dank dem korrupten FJS haben? Ansonsten liegt die Argumentation auf ähnlichem Niveau wie "Autofahren in Städten darf nicht schneller sein als Radfahrer" - sprich Obstruktion der schnellsten/günstigsten, anstatt Alternativen konkurrenzfähiger zu machen.
Deutschland hat genauso wie alle anderen Staaten weltweit ein Abkommen unterzeichnet, dass auf Kerosin keine Steuer erhoben wird. einfach mal googeln. Ein nationale Alleingang ist hier schon mal gar nicht möglich. Außerdem kann das umgangen werden, weil die Flieger dann eben außerhalb Deutschlands tanken oder aber Deutschland im Zweifel gar nicht mehr anfliegen. Man kann natürlich eine Branche komplett ruinieren,aber ob das für ein Exportland wie Deutschland so gut ist wage ich zu bezweifeln. Die Auswirkungen dürften für viele, die nicht in der Lage sind über den Tellerrand zu schauen, doch sehr überraschend sein.

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WakeUpNews 18.07.2019, 09:21
89. Funktioniert nur grenzüberschreitend

Gute Idee, aber das nur in Deutschland einzuführen geht nicht (außer man will Lufthansa & co killen). Flugverkehr ist ein internationaler, globaler Markt. Also ziehen nur internationale Vereinbarungen und Luftverkehrsabgaben. Machen die das nur deutsch, dann stehen halt Emirates-Flieger statt Lufthansa in MUC und FRA...

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