Forum: Wirtschaft
"Ungarisches Modell": Was taugt Orbáns Wirtschaftswunder?
imago/blickwinkel

Am Sonntag wird in Ungarn gewählt - und Regierungschef Orbán setzt im Wahlkampf auch auf die Wirtschaftsstärke des Landes. Dabei bröckelt es hinter der Fassade gewaltig.

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arne.gobert 07.04.2018, 20:59
1. Komplett falsch

Leider ist dieser Bericht - wie soviele andere auch - wieder einmal komplett falsch. Nur drei Details hervorgehoben: (1) in Ungarn sind soviele Menschen wie noch nie zuvor seid der Wende in angestellten Arbeitsverhältnisses und (2) haben wir ausländische Direktinvestitionen in nie gesehenem Ausmaß (insbesondere seit der Reduzierung der Körperschaftsteuer) - deswegen auch die bestehende geringe Arbeitslosigkeit und (3) kommt die Flat Tax für Einkommen allen zu Gute, nicht nur den Spitzenverdienern. Wenn man aus einem Land wie D kommt sollte man besser recherchieren und die Verhältnisse mal vergleichen. Hierzu Lande haben Arbeitnehmer (nach Belgien) mit den höchsten Abgaben zu Leben - und keiner regt sich auf, zugleich verschleudert der Staat Unsummen von Steuergeldern aufgrund Unfähigkeit der beteiligten (politischen) Personen. Beispiel Nr 1 Flughafen Berlin Brandenburg.

Ausserdem würde ich jedem Journalisten anraten sich nicht nur bei der politisch eindeutig positionierten CEU zu erkundigen, sondern vielleicht einmal bei (deutschen) Wirtschaftstreibenden im Lande. Empfehle dazu den Deutschen Wirtschaftsclub Ungarn (dwc.hu) dessen Präsident ich selbst bin. Vielleicht erfährt man dann auch mal mehr als einseitige Propaganda - wenn das gewünscht ist...

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michael.renper 07.04.2018, 22:15
2. Eindruckvolle Vereinsagenda

Wenn die Wirtschaftbeziehungen Deutschlands mit Ungarn genauso aktiv sind wir der angepriesene Verein (dwc.hu) dann gute Nacht Ungarn.
Ihr Verein Herr Gobert präsentiert sich auf seiner Webseite als lächerlich oberflächliche Veranstaltung. Kein sachlicher Inhalt, keine Agenda, keine konkreten Ansprechpartner keine Veranstaltungen ....

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willibaldus 07.04.2018, 22:19
3.

EInige Dinge fallen schon auf.
Direktinvestitionen aus dem Ausland anders als im TItel des Charts: Ihre Angabe lässt sich nicht bestätigen.
https://de.tradingeconomics.com/hungary/foreign-direct-investment
Korruption. Hohe Zahl meint schlecht.
https://de.tradingeconomics.com/hungary/corruption-rank
Da ist inzwischen sogar Griechenland besser
https://de.tradingeconomics.com/greece/corruption-rank

Sind Sie vielleicht zu nah dran, oder lesen nur eine Sorte Zeitungen?

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artivo 07.04.2018, 22:25
4.

soso.... #1. als Begründung dafür dass der Artikel falsch sei behaupten sie einfach das Gegenteil. das ist nicht sehr überzeugend. Im VWL Studium haben wir bis zum Erbrechen durchgekaut warum der progressive Steuersatz langfristig für mehr Gerechtigkeit sorgt. Mir erscheint es auch sehr logisch schwächere Wirtschaftsteilnehmer weniger zu belasten. Sie haupten einfach das Gegenteil. wie kommen sie dazu ?

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elektromotor 07.04.2018, 22:30
5. Ganz falsch ist der Artikel sicher nicht.

Zitat von arne.gobert
Leider ist dieser Bericht - wie so viele andere auch - wieder einmal komplett falsch...
Das Problem der Visegrad-Staaten ist doch, dass diese im EU-Maßstab guten Wachstumsraten immer noch zu niedrig sind.
Nach der Wende ist HU in besserem Zustand als China gestartet. Vor 10 Jahren wurde es von Shanghai überholt, vor 5 Jahren von Shenzhen. Jetzt ist HU nur noch auf Guangdong-Niveau.

Ursache ist, dass zu viel Geld unproduktiv in den Taschen von Günstlingen verschwindet. Jeder sieht es und nur der Fahnenappell hält die Bevölkerung noch bei der Stange.

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Annabelle_ 07.04.2018, 22:32
6. Ein antisozialistisches rechtskonservatives Arbeitgeberregime

der osteuropäischen Art. Vom "Wohlfahrts- zum Arbeitsstaat" ist hier Kern einer 'Freiheit', der (im Zweifel) auch Demokratie untergeordnet wird, zum Wohle der Gutbetuchten. Dafür stand man '89 auf?

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two-wheels 07.04.2018, 22:42
7. Auf welcher Lohnliste stehen Sie denn?

Zitat von arne.gobert
Leider ist dieser Bericht - wie soviele andere auch - wieder einmal komplett falsch. Nur drei Details hervorgehoben: (1) in Ungarn sind soviele Menschen wie noch nie zuvor seid der Wende in angestellten Arbeitsverhältnisses und (2) haben wir ausländische Direktinvestitionen in nie gesehenem Ausmaß (insbesondere seit der Reduzierung der Körperschaftsteuer) - deswegen auch die bestehende geringe Arbeitslosigkeit und (3) kommt die Flat Tax für Einkommen allen zu Gute, nicht nur den Spitzenverdienern. Wenn man aus einem Land wie D kommt sollte man besser recherchieren und die Verhältnisse mal vergleichen. Hierzu Lande haben Arbeitnehmer (nach Belgien) mit den höchsten Abgaben zu Leben - und keiner regt sich auf, zugleich verschleudert der Staat Unsummen von Steuergeldern aufgrund Unfähigkeit der beteiligten (politischen) Personen. Beispiel Nr 1 Flughafen Berlin Brandenburg. Ausserdem würde ich jedem Journalisten anraten sich nicht nur bei der politisch eindeutig positionierten CEU zu erkundigen, sondern vielleicht einmal bei (deutschen) Wirtschaftstreibenden im Lande. Empfehle dazu den Deutschen Wirtschaftsclub Ungarn (dwc.hu) dessen Präsident ich selbst bin. Vielleicht erfährt man dann auch mal mehr als einseitige Propaganda - wenn das gewünscht ist...
Einen nichtsagenderen Beitrag habe ich selten gelesen, auch die HP
Ihres Vereins ist einfach nur peinlich. Ich frage mich bis heute, was dieses durch und durch korrupte Land eigentlich in der EU soll? Wenn es so toll läuft, wie Sie sagen, dann freuen wir uns ja schon mal auf einen neuen Nettozahler.

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JungUndFrei 07.04.2018, 22:50
8.

Wirklich Reiche zahlen keine Einkommensteuer, sondern leben von Kapitalerträgen. Der progressive Steuersatz bestraft vor allem die Mittelschicht. Außerdem sorgt er dafür, dass viele aus der Arbeiterschicht von einer Lohnerhöhung nur ca. 50% behalten. D.h. bei 2% Inflation und 4% Lohnerhöhung sinkt die Kaufkraft. Was daran sozial ist erschließt sich mir ehrlich gesagt nicht. Den Konsum zu besteuern ist dagegen nur logisch, da hier der Verbrauch von Ressourcen besteuert wird.

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interessierter Laie 07.04.2018, 22:54
9. leider wahr...

lieber Herr Gobert - die Direktinvestitionen sind kein Wunder, denn sie stehen überwiegend nur auf dem Papier. Ganz offen wird gegenüber "Investoren" damit geworben, man bräuchte gar kein eigenes Geld einzubringen, denn durch die üppigen Zuschüsse, geringen Steuern, hilfreichen Beratern und sonstigen Vergünstigungen könne man in Ungarn ein Geschäft quasi kostenfrei aufbauen. Das Geld stammt aus EU-Strukturhilfen. Und wenn sie nach echt verschleuderten Mitteln suchen, schauen Sie sich doch mal im Heimatort des amtierenden Präsidenten um. Der BER ist ein Desaster. Aber zumindest braucht Berlin einen Flughafen. Bei vielen Projekten dort, ist allein das nicht gegeben. Bahnlinien uns nichts, Brücken und nichts, Gebäude für niemanden. Und übrigens: Die ungleiche Besteuerung von Unternehmen und Personen hat vor allem eins zur Folge: Jeder der nicht zu blöd oder zu arm ist, hat in Ungarn ein Unternehmen. Nicht der Gewinne wegen, sondern - um die Mehrwert- und andere Steuern zu sparen. Großes Wachstum ist davon entsprechend kaum zu erwarten... MfG

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