Forum: Wirtschaft
"Ungarisches Modell": Was taugt Orbáns Wirtschaftswunder?
imago/blickwinkel

Am Sonntag wird in Ungarn gewählt - und Regierungschef Orbán setzt im Wahlkampf auch auf die Wirtschaftsstärke des Landes. Dabei bröckelt es hinter der Fassade gewaltig.

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joG 08.04.2018, 00:33
20. Was ist ein Wirtschaftswunder...

...wert? Nah, schauen Sie doch auf uns. So lange der Geber bereit ist Autos mit betrügerischen Angaben oder seinen Geheimdiensten nicht erlaubt die Bestechungen zu publizieren, die die Konkurrenz ausstechen, geht es gut.

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BrunoGlas 08.04.2018, 00:39
21. zu 2. michael.renper

Zitat von michael.renper
Wenn die Wirtschaftbeziehungen Deutschlands mit Ungarn genauso aktiv sind wir der angepriesene Verein (dwc.hu) dann gute Nacht Ungarn. Ihr Verein Herr Gobert präsentiert sich auf seiner Webseite als lächerlich oberflächliche Veranstaltung. Kein sachlicher Inhalt, keine Agenda, keine konkreten Ansprechpartner keine Veranstaltungen ....
aber dafür wunderschöne Frauen in den Armen des Herrn Gobert, anlässlich diverser Empfänge in Ungarn oder hier mit CDU-Größen.

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pauloguaibim 08.04.2018, 02:48
22. Polen,Slowakei,Tschechien

und Ungarn ,sind der Wirtschaftliche Motor und die Lokomotive der EU,das habe ich nicht gewusst.Eine Frage sei mir erlaubt,warum schicken wir denn soviel Geld in diese Laender.

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zynischereuropäer 08.04.2018, 04:07
23. @1

Gemäß ihrer Logik müsste ja die Welt wohl eher das Wirtschaftsmodell der DDR kopieren, die hatten praktisch 0 Arbeitslose.

Nur weil viele Menschen arbeiten, heißt das noch lange nicht, dass sie einen Mehrwert schaffen. Frei aus dem Artikel zitiert: "Heute sind 800.000 Menschen mehr beschäftigt, produzieren aber die gleiche Menge. Die Effizienz ist stark gesunken."
Mal ganz abgesehen davon, dass ohne westliche Großkonzerne wie Audi und Konsorten vom "ungarischen Wunder" nicht viel übrig bliebe. Aber mei, wahrscheinlich auch alles "Propaganda"...
Eine letzte Frage zur CEU: müsste die nicht mit offenen Armen empfangen werden? Ist ja praktisch ein ausländischer Investor, der in Ungarn etwas aufbaut und gut bezahlte Arbeitsplätze schafft.

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rotegruetzetralala 08.04.2018, 05:02
24. @arne.gobert

Sie kennen sich mit Wirtschaft nicht besonders gut aus oder? Eine einheitliche Einkommenssteuer von 15% dürfte nicht viele Ungarn ausschließen und lässt jedes Leistungsprinzip außen vor. Dazu die Körperschaftsteuer auf 9% zu senken zeugt von purer Verzweiflung. Die bezeichnen Spiegel Online als Propaganda gegen den armen Orban? Die Politik Orbans lässt sich nur durch Hetze gegen Flüchtlinge und Nationalismus tragen. Aber ist ok, Hauptsache keine linken führer mehr. Osteuropa wird noch merken das mit rechts nichts zu holen ist.

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spon_4_me 08.04.2018, 05:21
25. @ 2 und 3: Auch wenn

man dem Foristen # 1 Parteilichkeit unterstellen mag, stört es Sie nicht, dass im Artikel allerlei gängige Maßstäbe (Arbeitslosenquote, Staatsverschuldung, Wirtschaftswachstum) aufgeführt, diesen Zahlen eine positive Entwicklung in Ungarn bescheinigt und dann bemüht nach Schattenseiten gesucht wird? Die es vermutlich - wie überall - gibt. Ich frage mich bei solchen SPON-Artikeln immer, wie würden sie geschrieben sein, wenn der ultimative Gegenstand der Berichterstattung nicht ein offizieller Bogeyman (Orban, Trump et.al.) des Mediums wäre, sondern ein offizieller good guy. Und es macht mir zu schaffen zu denken, dass die Schattenseiten dann womöglich nicht ganz so ambitioniert beleuchtet werden würden.

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citi2010 08.04.2018, 06:02
26.

Zitat von arne.gobert
Leider ist dieser Bericht - wie soviele andere auch - wieder einmal komplett falsch. Nur drei Details hervorgehoben: (1) in Ungarn sind soviele Menschen wie noch nie zuvor seid der Wende in angestellten Arbeitsverhältnisses und (2) haben wir ausländische Direktinvestitionen in nie gesehenem Ausmaß (insbesondere seit der Reduzierung der Körperschaftsteuer) - deswegen auch die bestehende geringe Arbeitslosigkeit und (3) kommt die Flat Tax für Einkommen allen zu Gute, nicht nur den Spitzenverdienern. Wenn man aus einem Land wie D kommt sollte man besser recherchieren und die Verhältnisse mal vergleichen. Hierzu Lande haben Arbeitnehmer (nach Belgien) mit den höchsten Abgaben zu Leben - und keiner regt sich auf, zugleich verschleudert der Staat Unsummen von Steuergeldern aufgrund Unfähigkeit der beteiligten (politischen) Personen. Beispiel Nr 1 Flughafen Berlin Brandenburg. Ausserdem würde ich jedem Journalisten anraten sich nicht nur bei der politisch eindeutig positionierten CEU zu erkundigen, sondern vielleicht einmal bei (deutschen) Wirtschaftstreibenden im Lande. Empfehle dazu den Deutschen Wirtschaftsclub Ungarn (dwc.hu) dessen Präsident ich selbst bin. Vielleicht erfährt man dann auch mal mehr als einseitige Propaganda - wenn das gewünscht ist...
Wie ärmlich, sich in einem Leserforum als Fachmann anzubieten.

Die gesamte Osterweiterung war ein der Naivität geschuldetes Fiasko. Außer dem Baltikum sind da nur Nationalisten am Werk. Und ohne den Osten Deutschlands würde die AfD keine Rolle spielen bei uns.

2/3 unserer Probleme kommen aus dem Osten - Kriminalität, Erschleichung von Sozialleistungen, Hass. Demokratie will erlernt und erworben sein. Ein paar Grenzen öffnen hilft da nicht.

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eugler 08.04.2018, 07:13
27. @artivo

@artivo
Das Problem mit ihrem Studium ist - sie verstehen die Zusammenhänge, sind aber nicht in der Lage Systeme zu bewerten.
Ein Beispiel - die Annahme in D gebe es eine reale progressive Besteuerung. 1. werden Kapitalerträge geringer besteuert als unser durchschnittliche Besteuerung auf Lohnarbeit. Das ist nicht progressiv sondern enteignend. 2. sind die ungarischen Maßnahmen nicht „unorthodox“, sondern beheben genau die Schwächen die unsere aktuelle Politik nicht in den Griff bekommt - Konzerne entziehen sich der Beteiligung an der Staatsfinanzierung, nutzen aber die Vorteile maximal aus, lokale Unternehmen werden auf Grund der komplexen Regelstruktur benachteiligt, Regionen konsumieren global, erhalten aber keinen oft keinen globalen „Kickback“, wie das bei einer starken Regionalen Wirtschaft erfolgt.
Dieser Artikel urteilt normativ - ihr bereits normativ angelegten Werkzeuge aus der VWL sind nicht geeignet um ein neutrales Bild zu erhalten, sondern wurde angelegt um ein bestimmtes Wirtschaftssystem möglichst positiv zu beschreiben.

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jowitt 08.04.2018, 07:41
28. @ arne.gobert Gestern, 20:59

Zitat von arne.gobert
Leider ist dieser Bericht - wie soviele andere auch - wieder einmal komplett falsch. Nur drei Details hervorgehoben: (1) in Ungarn sind soviele Menschen wie noch nie zuvor seid der Wende in angestellten Arbeitsverhältnisses und (2) haben wir ausländische Direktinvestitionen in nie gesehenem Ausmaß (insbesondere seit der Reduzierung der Körperschaftsteuer) - deswegen auch die bestehende geringe Arbeitslosigkeit und (3) kommt die Flat Tax für Einkommen allen zu Gute, nicht nur den Spitzenverdienern. Wenn man aus einem Land wie D kommt sollte man besser recherchieren und die Verhältnisse mal vergleichen. Hierzu Lande haben Arbeitnehmer (nach Belgien) mit den höchsten Abgaben zu Leben - und keiner regt sich auf, zugleich verschleudert der Staat Unsummen von Steuergeldern aufgrund Unfähigkeit der beteiligten (politischen) Personen. Beispiel Nr 1 Flughafen Berlin Brandenburg. Ausserdem würde ich jedem Journalisten anraten sich nicht nur bei der politisch eindeutig positionierten CEU zu erkundigen, sondern vielleicht einmal bei (deutschen) Wirtschaftstreibenden im Lande. Empfehle dazu den Deutschen Wirtschaftsclub Ungarn (dwc.hu) dessen Präsident ich selbst bin. Vielleicht erfährt man dann auch mal mehr als einseitige Propaganda - wenn das gewünscht ist...
Zu behaupten, die Flattax käme auch Kleinverdienern zugute ist nun wirklich der Hohn. Oft verdienen die Arbeiter in Ungarn gerade mal 800 EURO brutto. Hier sind dann 15% Steuer zu berappen. Wenn jemand 1 Mio verdient, zahlt dieser auch nur 15%. Prozentual gesehen zahlt zwar jeder das Gleiche. Aber: Kann jemand, der nur 800 EURO verdient wirklich noch auf Geld für Einkommenssteuer verzichten?

Oder nehmen Sie die Mehrwertsteuer: Jemand, der 800 EURO verdient muss sein gesamtes Einkommen verkonsumieren. Mithin zahlt der 27% +15% Steuer, also 42 %. Da bleibt nun kaum noch was von den 800 EURO. Krankenkasse und andere Sozialabgaben noch nicht gerechnet. Habe ich aber ne Million im Monat, werde ich kaum die ganze Summe für Konsumzwecke ausgeben (können). Viel des Geldes fließt in Anlagen, Immobilien, Aktien. Wenn da 100.000 verkonsumiert werden, wäre das viel. Mithin zahlt der Gutverdiener eben nur 2,7% + 15% Steuer. Also nur 17,5%.

Und die hohen Transferzahlungen der EU an Ungarn sind nunmal auch Fakt.Ebenso wie die hohen Rücküberweisungen von Ungarn, die bereits das Land verlassen haben und nun in anderen EU-Ländern arbeiten.

Verschonen Sie uns also bitte förderhin mit Ihren Lobby-Kommentaren, DIE sind nämlich wirklich "einseitige Propaganda".

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eichenbohle 08.04.2018, 07:56
29. Da gibt es wohl regionale Unterschiede

Ich bin zur Zeit dienstlich in Tatabanya, ca. 50 km nördlich von Budapest. Dort sind in einem Industriegebiet viel westliche Firmen angesiedelt. Mittlerweile herrscht dort des wegen Arbeitskräftemangel. Da werden schon mal vor den Firmen Jobangebote platziert. Ja, toll, sieht fast nach Vollbeschäftigung aus.
Dann kommt das AAAABER:
Die Jobangebote sehen z.B. bei der Fa. Aptiv, ein Ableger der Fa. Delphi Deutschland (Automobilzulieferer), so aus.
Maschienenbediener (angelernte Tätigkeit): 1.122 Ft./h , 3,59 Euro
Lagerist 1.342 Ft./h , 4,30 Euro
Maschinist (Ausbildung) 1.595 Ft./h , 5,11 Euro
(nach heutigem Wechselkurs)
Der sogenannte Warenkorb kommt hier aber auf gut 80-90% wie in Deutschland.

Wo sind z.B. die ganzen Gelder der EU-Subventionen geblieben? Im Straßenbau und der Infrastruktur im Bezirk Tatabanya scheint davon nichts angekommen zu sein. Nach 28 Jahren "freies Ungarn" und 14 Jahre EU Mitglied sehen 50% der Straßen schlechter aus als im deutschen Osten zu DDR Zeiten. 30% mindestens genau so schlecht und 10% wie schlechte Straßen im Westen von Deutschland.

Zu Punkt 1: Ja richtig, wie in Deutschland. Wo man 2. und 3. Arbeitsverhältnisse hat. Eine Mitarbeiterin aus so einem deutschen Werk hat mir erzählt, dass sie von der Frühschicht in die Spätschicht einer anderen Firma in der Nähe wechselt. Die Folgewoche dann zur Frühschicht in die eine und zur Spätschicht in die andere Firma. Heißt 16 h pro Tag! Macht bei 21 AT 336 h, mal ca. 4 Euro/h sind da ca. 1.350 Euro Brutto.

So sieht es mit vielen ausländischen Unternehmen aus. Nur im Großraum Budapest wird etwas besser bezahlt.
Natürlich ist Tatabanya eher Provinz. Und in anderen Regionen und Budapest mag es besser aussehen, denn es gibt natürlich auch dort einen gewissen Wohlstand.

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