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Ungezügelte Kurznachrichten: Was Donald Trump für Twitter wert ist
Twitter

Niemand generiert so viel Aufmerksamkeit wie Donald Trump - auch bei Twitter. Doch ihr wichtigster User könnte der Marke auch erheblich schaden.

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archangel357 30.08.2017, 16:26
1. Ein wichtiger Aspekt wurde hierbei nicht erwähnt...

...nämlich der, dass Trumps "Reichweite" geradezu lächerlich aufgeblasen ist. Ein Blick auf die RTs & Likes zeigt, dass der enthusiastische Beifall für Trumps Äußerungen von Accounts we "realamerican12345" zum allergrößten Teil von Bots oder Trollen stammt - und die sind halt für Werbung irrelevant.
Mittlerweile geht doch jeder, der sich halbwegs mit Twitter auskennt, davon aus, dass wenn man einen Account sieht, der nur aus Stars & Stripes besteht, dieser wohl mit einem bezahlten Teenager in Skopje oder Chisinau verbunden ist - und eben NICHT mit einer Hausfrau aus Wisconsin: Warum sonst gäbe keiner dieser Accounts eine Location an, und warum tweeten die alle zu osteuropäischen Arbeitszeiten? Und das wissen natürlich auch die Werbekunden.
Wenn @jack tatsächlich etwas am Image von Twitter tun wollte, ohne Trump zu sperren, wäre die einfachste Lösung die, die Zigtausend russischen Bots & 4chan-Trolle loszuwerden; Trumps Tweets hätten dann auch nur 10-20% der jetzigen Interaktionen. Denn den normalen Usern gehen die Millionen von "Trump is best prezident!"-Kommentare gehörig auf den Geist, und jeder Versuch von Twitter, mit User-Zahlen zu werben, stößt nur noch auf ein "joa, und wieviele davon sind Bots?".

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Celestine 30.08.2017, 16:29
2.

"Niemand generiert so viel Aufmerksamkeit wie Donald Trump - auch bei Twitter. Doch ihr wichtigster User könnte der Marke auch erheblich schaden."

Trump ist nicht der wichtigste User, sondern befindet sich nur an 27. Stelle bzgl. der Menge der Followers. Sogar Obama befindet sich immer noch am Platz 3, und sein Kommentar zur Gewalt in Charlottesville wurden zu "the most 'liked' tweet of all time".
Die Rangliste finden Sie in en.wikipedia.org unter List of most followed users on Twitter.

Dass die Tweets von Trump vom politischen Inhalt her die wichtigsten sind, ist eine andere Sache, kommerziell für Twitter sind sie es nicht.

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shekina_niko 30.08.2017, 16:34
3. Trumps Politisieren per Twitter...

...ist ein gefährliches Unding, zeigt es doch auf, dass Trump oft öffentliche Äußerungen macht, ohne sie mit seiner Regierung oder Berater abzusprechen. Er könnte so theoretisch aus dem Bauch heraus einen Krieg provozieren. Dass er nicht zurückgepfiffen wird, ist fahrlässig.
Was zudem bedenklich ist, dass nicht nur Trump selbst auf Twitter zu Gewalt aufruft, sondern dass dies bei Trump-Anhängern längst salonfähig ist. Siehe z.B. diesen Thread vom 26.8.17, wo es in zahlreichen Beiträgen heißt, Demonstranten, die sich einem Militär-Laster mit Trump-Fahne in den Weg stellten, sollten besser ermordet werden. https://twitter.com/President1Trump/status/901365751889702912

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marialeidenberg 30.08.2017, 16:48
4. Ist Trump

denn wirklich werbewirksam?

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Morpheus Nudge 30.08.2017, 16:59
5.

Dieses Forum ist wie gemacht dafür, nochmal das "Trump Twitter Archiv" zu erwähnen, auch wenn man des Englischen natürlich mächtig sein muss, um drin zu stöbern.

http://www.trumptwitterarchive.com/

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brooklyner 30.08.2017, 17:16
6.

Also zuerst einmal verwenden Twitter neben Leuten, die das für kommerziell relevant halten, in erster Linie die lächerlichsten Flachpfeifen. Ein idioten-gadget wie seinerzeit second life, wo auch Weltkonzerne fürchteten, dem Untergang geweiht zu sein, wenn sie bei dem Dreck nicht mitmachen würden, weil ihnen das von irgendwelchen BWL Deppen so gesagt wurde. Der hedonistischen Sermon, den dort die Selbstdarsteller in den Äther hinausblasen, ist eigentlich nur bemitleidenswert. Ich geh jetzt mit Freunden Pfifferlinge und Steinpilze sammeln - in der realen Welt.

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Morpheus Nudge 30.08.2017, 17:42
7.

Zitat von brooklyner
Also zuerst einmal verwenden Twitter neben Leuten, die das für kommerziell relevant halten, in erster Linie die lächerlichsten Flachpfeifen. Ein idioten-gadget wie seinerzeit second life, wo auch Weltkonzerne fürchteten, dem Untergang geweiht zu sein, wenn sie bei dem Dreck nicht mitmachen würden, weil ihnen das von irgendwelchen BWL Deppen so gesagt wurde. Der hedonistischen Sermon, den dort die Selbstdarsteller in den Äther hinausblasen, ist eigentlich nur bemitleidenswert. Ich geh jetzt mit Freunden Pfifferlinge und Steinpilze sammeln - in der realen Welt.
Kann man im Prinzip inhaltlich so stehen lassen, aber:

Eine Kommunikationsplatform mit X Millionen aktiver Mitglieder ist eine potentielle Filterblase für X Millionen Menschen.

Natürlich ist Twitter zunächst einmal unheimlich hipp und modern und man kann der Welt die Beschaffenheit seines Stuhls nach der letzten Streetfood-Aktion mitteilen, während man mit Mountainbike und Fallschirm in den Krater des Ätna hüpft, das ist aber nicht alles.

Ich nehme an, Sie kennen die Problematik der Filterblasen? Menschen (z.B. Rechtsnationalisten, Ziegenfreunde oder Fußballvereinfans) versammeln sich (like/follow/Gruppen) und baden in der Menge Gleichgesinnter, bis sie der Meinung sind, sie sprächen im Namen des Volkes - einfach weil sie nichts anderes mehr lesen.

Wenn ich es richtig erinnere, entstand z.B. Pegida ursprünglich als geschlossene FB-Gruppe.

Und dashalb ist das Gezwitscher von Trump leider wirksame Propaganda. Es herrscht einigermaßen Einigkeit darüber, dass er - sagen wir - "ohne das Internet gar nicht Präsident geworden wäre". (ohne das Internet, das Populismus, Polemik, Lügen, Fake-News usw. usf. so viel einfacher macht bis hin zur Automatisierung)

Ja, es wäre schön, wenn Menschen nicht "anbeißen" würden (von Zustimmen oder Jubeln bis Wählen).

Tun sie aber.

Und zwar keine kleine Minderheit der Informationskonsumenten.

Ansonsten gebe ich Ihnen Recht. Mich persönlich interessiert social networking (und zwar alles) nicht die Bohne.

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Berghuette_57 30.08.2017, 18:03
8. Diese Meldung ...

... ist den Strom nicht wert, den sie verbraucht.

Wenn ich mir 10 kg anfuttere und dann 8 kg abnehme, kann ich doch nicht sagen "Ui ui ui, bin ich jetzt dürr". Und wenn ich als Twitter durch Trump gewinne und Nach-Twitter-Trump sogar weniger verliere als ich gewonnen habe, kann ich doch nicht von echten Verlusten reden.

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2cv 30.08.2017, 19:06
9. Wenn Herr T....

Wenn Herr T. wirklich so viel wert ist, wieso kommt Twitter selbst mit einer nur auf 10% angenommenen Kapitalisierung nicht in den Jahresbilanzen aus den tiefroten Zahlen ? Das ist doch alles theoretische Zahlenhochrechnerei und in kleinster Weise reale Wertschöpfung...!

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