Forum: Wirtschaft
Ungleichheit in Karten: Wo man in Deutschland gut und gerne lebt - und wo nicht
SPIEGEL ONLINE/ Friedrich-Ebert-Stiftung

Mehr als 13 Millionen Deutsche leben in einer strukturschwachen Region. Eine neue Studie zeigt die Lebensqualität in jedem Kreis der Republik - vom Gehalt über die Zu- und Wegzüge bis zur Entfernung zum nächsten Arzt.

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emil7685 30.04.2019, 15:57
150.

Zitat von misterknowitall2
das sieht auch der große Rest so. Junge Leute in der Stadt sind ungemein wertvoll. So bleibt die Stadt jung und agil, abwechslungsreich und voller Leben. Die "Familien" wohnen in der Regel sowieso nicht in den Städten, sondern in den "Schlafvororten". Ein Bewohner einer Studentenstadt.
Unsinn. Jede Stadt ist dem Tod geweiht wenn dort nur noch die Studenten, Medienschaffenden, Sozial-loser und Yuppies wohnen. Berlin stirbt gerade einen schleichenden und qualvollen Tod deswegen! Ich wohne seit gut 25 Jahren in Berlin und bis vor zehn Jahren hatte ich; fußläufig erreichbar; mehrere Eisenwaren- und Werkzeugläden, diverse andere Fachgeschäfte und zwei wirklich gute Restaurants. Das ist jetzt ALLES weg! Und genauso sieht es in so gut wie allen anderen Stadtvierteln aus!

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k70-ingo 30.04.2019, 15:58
151.

Zitat von Schartin Mulz
Die Industrie der DDR existierte 1989 noch. Ein paar Jahre später nicht mehr. Das ist Fakt. Die wirtschaftliche Situation im Osten 30 Jahre nach der Wende immer noch an der DDR festzumachen, ist schon ziemlich lächerlich. Und wenn Sie meinen Beitrag auch ganz und nicht nur selektiv gelesen haben, werden Sie gelesen ahben, dass ich von wirtschaftlich schwächeren Regionen sprach, in denen es Parteien wie die AfD leichter haben. Dass ich damit nicht Essen-Bredeney gemeint habe, sollte leicht erkennbar sein.
Der eigentliche Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Osten liegt in der Tat in der DDR begründet.
Nicht nur, daß die Industrie und auch sonst alle Lebensbereiche in 40 Jahren Sozialismus heruntergewirtschaftet wurden, und nach der Vereinigung Fehler passiert sind, ist ein Hauptgrund -der auch nicht zu beseitigen ist- die Tatsache, daß kein DAX-Konzern und kein Großunternehmen der Finanzwirtschaft -dort, wo übertariflich gezahlt wird und betriebliche Altersvorsorgeangebote üblich sind- im Osten sitzt, und damit die entsprechen bezahlten Mitarbeiter.

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emil7685 30.04.2019, 16:04
152.

Zitat von Schartin Mulz
zur Zeit der Wende im Osten Industriebetriebe en masse gegeben, klar, nicht auf dem Stand der westlichen Betriebe, aber es gab sie. Und die Entscheidung, die einfach plattzumachen statt zu modernisieren, ist hauptverantwortlich für das seit Jahrzehnten und vermutlich noch für Jahrzehnte bestehende Gefälle zwischen Ost und West.
Es gab in den Ost-Betrieben bis auf wenige, an einer Hand abzählbaren, Ausnahmen nichts zu modernisieren. 99% der Betriebe in der ex-DDR wurden seit den 70ern auf Verschleiß gefahren, waren mit schlimmsten Altlasten verseucht und schlicht und ergreifend absolut nicht konkurrenzfähig. Was soll man denn da bitte modernisieren? Die meisten Hallen und Maschinen mußten schon alleine wegen dem Arbeitsschutz abgerissen und verschrottet werden.
Oder würden Sie in einem Hochregallager arbeiten wollen das mit russischen Schrauben der Festigkeitsklasse 4,6 zusammengeschraubt ist?

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JürgenHammerbeck 30.04.2019, 16:13
153.

Zitat von rq.de
für uns, die an der Grenze zur ehemaligen DDR wohnen, sind diese Zahlen keine Überraschung. Man möchte alles haben aber nichts geben. Klischees prägen den Alltag. Ein gefundenes Fressen für alle "Rechten". Aus der einen Katastrophe (DDR) ist man gerade raus, in die Nächste (Nazi) Katastrophe will man unbedingt hinein hinein. Vernunft ist ein Wort, dass man offensichtlich im Osten nicht kennt
Gab es nicht gerade für Sie die Zonenrandförderung. Was soll Ihr Gegenüber sagen? Und wovon reden Sie überhaupt: Beispiel? Was soll der Hass? DDR - allgemein als Katastrophe? "Der Osten" (nach so langer Zeit!!!) als Katastrphe - alle Nazis?

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spon_4790321 30.04.2019, 16:15
154. Sie haben mit ihrem Beitrag nachweisbar Unrecht. Der springende

Zitat von rad666
Auf 325k pro Jahr kommt man nicht mal dann wenn alle 2 Millionen Beamten im Koma lägen und Rund um die Uhr Intensivmedizinisch versorgt werden müssten. Es ist außerdem sicher bekannt dass Deutschland unter den westlichen Ländern mit die wenigsten Beamten überhaupt hat - 13.6%. Und auch von der Bezahlung her eher mäßig, zumindest ab dem gehobenen Dienst (bei uns in der Gegend werden permanent Informatiker von den Behörden gesucht). Andere Länder: Dänemark 31.5%, Frankreich 24.3%, Großbritannien 18.6%, USA und Schweiz je 14.5%. Also bitte keine Fake News zu dem Thema mehr verbreiten. Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/218347/umfrage/anteil-der-staatsbediensteten-in-ausgewaehlten-laendern/
Punkt ist, dass unser Land die Beamten von Beginn an, Ausbildung bis zum Tod, finanziell versorgt. Nennen Sie ein westliches Nachbarland wo solche Zustände herrschen wie in Deutschland? Natürlich werden die Beamten in unseren westlichen Nachbarländern aus Steuermittel zu Recht bezahlt, genauso wie in Deutschland. Doch mit dem großen Unterschied, dass jeder Beamte, jeder Politiker in die gesetzlichen Renten- und Krankenversicherungen laut Gesetz einzahlen muss. Im Gegensatz dazu unser Land, nur 30% zahlt der Beamte in die Freie Heilfürsorge ein. Mehr nicht. Allein die Kosten für die Beihilfe der ca. 1,85 Millionen Beamten, die heute Pensionen beziehen, beliefen sich laut Stand 14.07.2017 ( Quelle: "Pensionen und Beihilfen: So viel kosten die Beamten den Steuerzahler" ) auf ca. 107 Milliarden Euro im Jahr. Die Pensionen ca. 540 Milliarden Euro. Zusätzlich zahlt unser Land fast die gleichen Beträge für die ca. 2 Millionen Beamte, die sich im Dienst befinden plus 70% Beihilfen.
Unsere westlichen Nachbarländer sparen diese Unsummen für die Pensionen und Beihilfen der Krankenversicherungen und verteilen diese Steuereinnahmen weitaus sozial gerechter von oben nach unten. Beispiel Rente, siehe Fakt Quelle: " 1 100 Grundrente in Holland seit 2011." Nach Abzug der Mietzahlung zum Leben, wie z.B. Österreich siehe Fakt Quelle: "In Sachen Rente steht es zwischen Österreich und Deutschland 4 : 0." Beispiel die durchschnittlichen Neu Renten bei Frauen liegen in Österreich bei 1 220 Euro im Monat (plus Urlaubs- und Weihnachtsrente in gleicher Höhe = 1 403 Euro Schnitt), in unserem Land bei 590 Euro. Zum Leben hat die Österreicherin also ca. 800 Euro mehr zum Leben. Von der OECD neutral berechnet.
Oder lesen Sie Quelle: "Zahlen zur Beschäftigung im öffentlichen Dienst" USW.

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plutinowski 30.04.2019, 16:17
155. Zustandsbeschreibung

Zitat von ditta
in diesem Falle auch in dieser Studie die FES, eine einstmals geschätzte Bildungs- und Analyseinstitution der SPD, da glaubt man nicht. Der ländliche Osten mit seinen "Menschen draußen im Land" wird als Region dauerhafter und nicht veränderbarer Armut, Rückstandigkeit und Hoffnungslosigkeit abgestempelt. Man hätte, wenn gewollt, wahrhaftig fast 30 Jahre Zeit gehabt, daran etwas zu ändern. Wir schaffen doch auch so noch ganz anderes! Differenzierung oder Ursachensuche finden nicht statt und man bekommt den Eindruck, daß die große Politik in der EU irgendwann mit dieser zentraleuropäischen Region "Größeres" vorhaben könnte, denn das o.a. Diktum hat ja eine inhärente message. Wozu gibt es sonst diese Studien?
Die Studie ist zunächst mal eine Zustandsbeschreibung, nicht mehr und nicht weniger. Ursachensuche ist gut, aber ich finde es sinnvoll, Beschreibung und Ursachensuche nicht zu vermengen, und das tut die Studie nicht. Welche inhärente Message Sie da nun zu erblicken glauben, erschließt sich mir nicht.

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LJA 30.04.2019, 16:18
156. Was ?

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Natürlich ist Hannover eine dynamische Stadt. Mit dem Expo-Park liegt zudem ein sehr guter High Tech-Gewerbepark vor, in dem Vernetzung und Wissenstransfer vorbildlich organisiert sind. Was wollen Sie also? Hauptsache rummotzen. Typisch deutsch eben.
Von welchem Expo-Park schreiben Sie, bitte ?
Der den ich kenne, besteht aus 2 Möbelhäusern, einigen Studentenwohnheimen und bis heute leer stehenden Expo-Pavillons. Ach ja, und dem Laden von MousseT.
Es mag da auch noch ein oder zwei kleinere Firmen geben, die sich mit dem ICT-Bereich beschäftigen. Aber das ist minimal und vernetzt ist da schon mal gar nichts.

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emil7685 30.04.2019, 16:19
157.

Zitat von hansdampfabcdefgh
Wie? Was ist denn daran nicht schnell? 50 Mbit/s sind umgerechnet 6,25 MB/s. Sagen wir, Sie streamen einen ultrahochaufgelösten Film, der 30 GB groß ist. Sagen wir, der Film dauert 90 Minuten und sagen wir, Sie streamen diesen Film mit 5,8 MB/s, dann können Sie genüsslich zuschauen und Popcorn essen, während der Film läuft. Nach 89 Minuten ist der Film fertig geladen. Also steht ihrem 4k+ (!) Erlebnis nichts mehr im Wege! Siehe auch: "Bei hoher Auflösung schießt auch der Verbrauch in die Höhe: Pro Stunde HD-Streaming fließen etwa 3 GByte Daten durch Ihre Leitung. Bei UHD-Inhalten sind es sogar deutlich mehr, etwa 7 GByte pro Stunde." https://praxistipps.chip.de/datenverbrauch-von-netflix-eine-einschaetzung_45631
Sie sollten mal in ein Land reisen, das kein Internet-Entwicklungsland wie Deutschland ist. 50MBit sind extrem langsam. Wenn ich einem im Ausland lebenden Freund ein 20 Minuten langes 4K Video schicken will dann dauert das in Deutschland bis zu zwei Stunden. Wenn ich in irgendein beliebiges anderes europäisches Land fahre dann dauert das keine fünf Minuten. Ich bin oft in Lateinamerika und wenn ich wieder nach Deutschland fliege setze ich mich vor Abflug grundsätzlich noch schnell in ein Internetcafè um große Dateien zu verschicken da das in so hochentwickelten und reichen Industrieländern wie Perú, Kolumbien und Ecuador mehr als fúnfzig mal schneller geht wie im Drittweltland Deutschland.
Das ist einfach nur unendlich beschämend.

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AttaTroll 30.04.2019, 16:35
158. Immer noch ein "Wintermärchen"

Und als ich an die Grenze kam,
Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen
In meiner Brust, ich glaube sogar
Die Augen begunnen zu tropfen.

Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
Da ward mir seltsam zumute;
Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
Recht angenehm verblute.

Wenn Harry Heune heute mal wieder rübermachte, ihn würde immer noch sehr vieles stören. Die stieselige Bürokratie, der typisch deutsche Kleingeist, das schmallippige Engagement für Europa, das Rumpel-Internet, die bekannten Betrüger und Abzocker, und noch so manches. Deutschland lässt sich am besten mit räumlichem Abstand ertragen. Oder in den Schriften unserer großen Dichter und Philosophen.

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Ontologix II 30.04.2019, 16:36
159. Kollege wizzard 74 hat Recht

Zitat von wizzard74
Ach Du liebes bisschen, so viel Unfug in nur einem Forumsbeitrag. Gehälter bildet der Markt über ein multivariantes System. Darin fließen u. a. ein: Produktivität, Machtverhältnisse AN/AG (Änderungen ergeben sich z. B. durch Gewerkschaften), Angebot und Nachfrage. Diese Parameter sind nicht an jedem Standort und für jedes Individuum gleich. Und so ergeben sich Unterschiede. Abgesehen davon: Dass sie viel günstiger wohnen als jemand in München, nehmen Sie ja sicher gerne mit. Aber das gleiche Gehalt hätten sie auch noch gerne. Geht's noch? Ich mache das übrigens wie Sie: Ich ziehe halt nicht nach München. Man kann das auch einfach so handhaben, ohne sich zu beklagen. Und setzen Sie mal den Aluhut ab: Warum sollte "die Regierung" ein Interesse daran haben, dass die Gehälter ungleich verteilt sind? Was genau gewinnt sie dadurch? Zu guter Letzt: Vor ein Komma gehört kein Leerzeichen, und Satzzeichen sind auch keine Rudeltiere.
Unser Ossi sieht das ganz richtig. Der Osten wurde vom Westen gnadenlos übernommen, und der Ossis, eigentlicher Besitzer der volkseigenen Betriebe, entschädigungslos enteignet.
Nach dem Mauerfall sagte ein Industriemanager zu mir: Wir stehen mit vollbepackten LKW mit laufenden Motoren an der innerdeutschen Grenze, und sobald die Schlagbäume hochgehen, fallen wir dort ein, dass denen Hören und Sehen vergehen.
Und so geschah es.
Merke: Es gibt auch ein Leben jenseits von 5 Großbildfernsehern und 3 SUVs im Haushalt. Von meinen zahlreichen Besuchen im Osten vor 1989 nahm ich mit, dass man dort zwar nicht frei war und materiell einfach, aber im persönlichen Umgang viel menschlicher miteinander lebte.

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