Forum: Wirtschaft
Ungleichheit in Karten: Wo man in Deutschland gut und gerne lebt - und wo nicht
SPIEGEL ONLINE/ Friedrich-Ebert-Stiftung

Mehr als 13 Millionen Deutsche leben in einer strukturschwachen Region. Eine neue Studie zeigt die Lebensqualität in jedem Kreis der Republik - vom Gehalt über die Zu- und Wegzüge bis zur Entfernung zum nächsten Arzt.

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Piether 30.04.2019, 09:58
40. Einfach nur schlimm, diese Studien-Sucht,

sowohl bei der Erstellung durch die Autoren als auch bei der Gläubigkeit vieler Konsumenten.
Über die Seriosität der FE-Stiftung muß man kein Wort mehr verlieren.
Politisch motiviert, ideologisch subtil präpariert.

Habe gerade im Radio gehört, wie sich einige Bürgermeister und Landräte im Osten über diese Studie verärgert zeigen, weil die gefühlte Lebensqualität eine ganz andere, bessere ist als die hier dokumentierte. Man sprach klar und deutlich von der Unfähigkeit der Schreibtischtäter dieser Studie und von Rufmord. das wird auch nicht nur so im Osten sein.

Das Problem ist, das inzwischen Heerscharen von Politologen, Soziolagen, Gender"wissenschaftlern" und anderen Diskussionsfachkräften die deutschen Unis und Hochschulen verlassen, die nach Arbeit, Aufmerksamkeit und Anerkennung für ihre brotlose Kunst suchen. Und dabei noch kapitale Fehler machen, wie die immer wiederkehrende Verwechslung von Kausalität und Korrelation oder auch die Mißachtung statistischer Grundregeln zeigen.

Panikmache teuer ausgebildeter zukünftiger akademischer Taxifahrer.

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cobaea 30.04.2019, 10:03
41.

Zitat von harke
Am besten wäre es für alle wenn das föderale Prinzip mit den 16 Bundesländern aufgelöst oder zumindest verringert wird. Die Stadtstaaten werden eingegliedert in Niedersachsen, Schleswig Holstein und Brandenburg. Das Saarland fusioniert mit RPL.
Weil ja das zentralistische System in Frankreich oder dem UK so toll funktionieren? Keine sozialen Probleme in Frankreich - die Gelbwesten finden die gelben Westen einfach nur schick? Keine Probleme des Gesundheitswesens und keine Armut in den heruntergewirtschafteten Industriestädten auf der britischen Insel? Alles paletti - ist ja zentral regiert und finanziert. Hingegen versinkt die Schweiz in Armut und die Bevölkerung nagt am Hungertuch - ist schliesslich extrem föderalistisch. Und die Kantone sind ja auch viel zu klein. Nur zur Klarstellung: Ich meine das nicht ernst. Und Sie sollten Ihre Forderung nochmal überdenken. Die Probleme mancher Städte und Regionen haben mit dem Föderalismus wenig zu tun - dagegen viel mit Strukturschwäche durch den Niedergang bestimmter Industrien und dem Wandel eines gesamten Staatssystems - solche Umstellungen lassen sich nicht innerhalb von ein paar Jahren bewältigen. Und grosse (Bundes-)Länder sind nicht automatisch wohlhabender und/oder besser organisiert.

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damianschnelle 30.04.2019, 10:05
42. @m.polyglottus

Ich hab keine Ahnung woher Sie ihre Informationen haben. Flächendeckend Glasfaser, dass ich nicht lache, Kupferkabel mit 256k und ganze Landstriche ohne Funknetz. Das ist in vielen Regionen die Regel. Tolle Straßen? Bundesstraßen ja, aber fahren Sie mal von denen runter. Ich bezeichne einige der Straßen als Feldwege mit einer leicht asphaltierten Mitte. Und mit der Aussage, dass diese auch in den nächsten 20 Jahren nicht saniert werden. Ich will hier nicht jammern, nur mal das Bild etwas gerade rücken. Ja im Westen gibt es auch solche Regionen und deshalb bin ich auch für eine Gleichbehandlung.

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seca-2004 30.04.2019, 10:15
43.

die AFD wird für jahrzehntelanges Politikversagen gewählt in Ost sowie in West auch! Das ist leider Fakt und auch nicht mehr zu ändern. Zitat Buffet : " Der Krieg Reich gegen Arm hat längst begonnen " ! Die Gelbwesten haben das erkannt !

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postmaterialist2011 30.04.2019, 10:15
44. Wenn man keine Ahnung hat ...

Zitat von kpkuenkele
In der „dynamischen Großstadt“ Berlin wird nach Sichtung aller Daten vorwiegend Bevölkerungswachstum generiert und bei geringster Beschäftigungsquote und Höchstwerten beim fehlenden Schulabschluß auch schon die Sozialhilfeempfänger der nächsten Generation. Finanziert wird dieses Beispiel für ein „Land in dem wir gut und gerne leben“ durch Finanztransfers aus den Industriezentren im Süden. Dort, wo die Automobilhersteller Daimler, Porsche, Audi, und BMW zuhause sind, wird der Wohlstand produziert, von dem Deutschland lebt. Und genau dort legt die Politik gerade die Axt an. Ich selbst bin in einem Ort der „soliden Mitte“ aufgewachsen, wo seit meiner Kindheit bis auf eine Bäckerei alle Geschäft geschlossen haben, der Hausarzt nur mit dem Düsenjet in den angegebenen 5,7 Minuten zu erreichen ist und der Landkreis so verschuldet ist, dass abgerutschte Straßen eher dauerhaft stillgelegt als instand gesetzt werden. Blühende Landschaften wohin man schaut...
Ich wohne seit 20 Jahren in Berlin und in der Tat ist die Stadt hochdynamisch. Viele Zukunftsentwicklungen (Medizintechnik, Forschung, 3-D Druck, Biotechnologie, Digitalisierung, Start-ups) sind nunmal in Berlin allgegenwärtig. Klar zieht eine Stadt mit 3,6 Millionen die Vielen Anonymität bietet mehr sozial Schwache (Obdachlose sind in der Zwischenzeit zu einem Grossteil aus Osteuropa, da es sich trotz aller Widrigkeiten hier noch freier und weniger drangsaliert als in Orbans Ungarn oder Kaczyńskis Polen lebt). Zudem gibt es hier viele Wendeverlierer, die bis 1989 in Ostbetrieben gearbeitet haben und nie wieder einen Job gefunden haben. Hinzu kommen sehr viele Studenten, die natürlich nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen. Die "Industriezentren" im Süden (ich komme selbst aus einem) haben wie keine andere Region vom 2. Weltkrieg profitiert, da ein Grossteil der Industrie im Osten und in Berlin nach 1945 in den Süden gezogen ist, oder wo wurden Unternehmen wie die Lufthansa, die Deutsche Bank, Siemens, Audi, BMW, AEG, Allianz etc. etc. gegründet ??
Bei ihrem Sermon haben Sie leider den anstehenden Strukturwandel aus den Augen gelassen. Die jetzt fast ausschliesslich vom Automobilbau abhängigen Bundesländer werden in den nächsten Jahren Hunderttausende Arbeitsplätze verlieren. Im Moment liefern wir 40% der Benzinautos nach China, dies wird komplett einbrechen weil China die Elektromobilität und Brennstoffzellen massiv fördert und beides besser und billiger als deutsche Unternehmen kann. Also nicht so sehr die Klappe aufreissen und mal die nächsten 5 Jahre abwarten. Da wird Berlin aufgrund der vielen Hochqualifizierten, der guten Forschungsinstitute und vieler neuer, kleiner und innovativer Unternehmen verdammt gut dastehen und viele Unternehmen im Süden werden sich umsehen müssen.

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Lamboing 30.04.2019, 10:16
45. Bochum

Ich wohne in Bochum-Süd, habe einen guten Job, zahle für mein Reihenhaus weniger als €450,- alles inclusive. Meine Nachbarn und ich haben unsere Gärten zusammengelegt sodass wir 1500 qm "grüne Hölle" haben. Es ist absolut ruhig. Zu meiner Hausärztin brauche ich nur deshalb 2 min. weil ich die Einbahnstrasse umfahren muss. Der Stausee ist 2,5 km Luftlinie entfernt, grosse Gehölze auch nicht weiter, das Kulturangebot ist super und die Leute sind freundlich. Was will ich eigentlich mehr? Deswegen sind diese Karten- die ja nicht Unrecht haben- mit Vorsicht zu lesen.

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Trockenfisch 30.04.2019, 10:17
46. Nein,

Zitat von mima84_84
Besonders beim Thema Bildung hätte ich das nie gedacht. Andererseits erklären sich da auch manche Wahlergebnisse.
wenn man edenkt das zu DDR Zeiten der Bildungsstand im allgemeinen hoch war, kann man die Wahlergebnisse nicht mit der Bildung der heutigen Jugend erklären, weil ja die jungen Leute heute nur noch ins Smart Phone schauen und eh nicht wählen gehen, weil sie das nicht interessiert. Nur meckern über die Politik das können sie gut, aber nur dann wenn ihr Wischiwaschi Handbildschirm es ihnen befiehlt. In Zukunft sterben die Altern weg und die andern sind abhängig von Zuckerberg und Co. Dann werden Wahlen von Google, Instagram und Facebook etc. entschieden und am Ende steht eine picklige 17jährige als Kanzler da und bedankt sich bei ihrer Community und bei Loreal oder so.

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postmaterialist2011 30.04.2019, 10:21
47. Einsamer Rufer !

Zitat von hohnstein2016
Deutschland hat sich viel zu lange auf sich selber ausgeruht und geschlafen. Die letzten 20 Jahre wurde viel zu wenig in Infrastruktur, Bildung, Digitalisierung, Zukunftstechnologien investiert. Das kann auch nicht mehr aufholen. In 5 Jahren wird das noch schlimmer sein... Die Welt dreht sich so schnell, was man aber von D nicht mitbekommt. Ich schreibe die Zeilen hier von Guangzhou China aus, 120 km von Hongkong, bin gerade mit dem Highspeedtrain hierher gefahren. Wenn ich hier Fotos posten könnte was hier los ist, bzw. gebaut wird, dann hätten die Leute in D noch mehr Zukunftsangst. Bei Digitalisierung ist D schon Steinzeit, die 5G Netze gehen hier bald in Betrieb.....
Ganz meine Rede, ich bin regelmässig in China (sehr häufig in Guangzhou, da dort unsere Businesspartner sitzen) und jedes Mal habe ich den Wow-Effekt. Geht nicht gibts nicht ist die Devise dort, nicht "wir geben eine Dieselgarantie bis 2050". Klar möchten wir kein politisches System wie in China, aber von der Dynamik und der Flexibilität der Chinesen können wir uns eine ganz, ganz dicke Scheibe abschneiden.

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emil7685 30.04.2019, 10:24
48.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Natürlich ist Hannover eine dynamische Stadt. Mit dem Expo-Park liegt zudem ein sehr guter High Tech-Gewerbepark vor, in dem Vernetzung und Wissenstransfer vorbildlich organisiert sind. Was wollen Sie also? Hauptsache rummotzen. Typisch deutsch eben.
In Hannover ist vor mindestens 30 Jahren schon der Hund verr3ckt. Und seit dem absoluten Desaster mit der Expo2000 ist die Region vollkommen tot.

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sabrina74 30.04.2019, 10:24
49. Und?

Zitat von MagittaW
Nein, es ist eben nicht so, dass die Ostdeutschen dumpfe Rassisten sind, und deshalb AfD wählen! Die AfD wird aus Protest für jahrzehntelanges Politikversagen gewählt! Die Politiker haben ganze Landstriche vernachlässigt und abgeschrieben, keine Schulen, Infrastruktur, Internet Medizin etc... Selbst heute gibt es noch Studien, die empfehlen, die ländlichen Räume aufzugeben, und stattdessen nur noch die Städte zu fördern - weil man nur begrenzt Geld hätte. Da ist die Wut der Betroffenen auf die Politik doch nachvollziehbar, wenn aus allen Kanälen getönt wird: "für Flüchtlinge ist ungegrenzt Geld da". Die Flüchtlinge bekommen Wohnungen etc. in den Städten bezahlt, während die Landbevölkjerung mit ihren Problemen abgeschrieben wird - DAS sind Gründe für die Wut - vor allem eben in Ostdeutschland. Das hat mit Rassismus erst mal wenig zu tun!
Hat die AfD auch nur einen Millimeter irgendetwas bewegt in den Landtagen, in denen sie Einzug hielt? Nein? Hmmm, dann scheint sie offenbar weder die Lösung zu sein noch eine zu haben ...

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