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Ungleichheit: So kann Vermögen gerechter verteilt werden
DPA

Was muss man tun, um in Deutschland zu Vermögen zu kommen? Vier Tipps könnten vielen schon helfen.

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Haller 20.04.2019, 10:48
80. Abgeltungssteuer abschaffen?

Viell zu harmlos!- am besten Aktienbesitz ganz verbieten. Wie kann es sein, dass ein Arbeitnehmer Steuern auf sein Gehalt zahlt, von dem sauer verdienten Rest dann unter Blut Schweiss und Tränen ein paar Euro zur Alterssicherung absichert und darauf der Staat widerum sich satte mindestens 25% holt. Ein Unding, das beseitigt gehört. Beteiligt sich der Staat auch nicht an den Verlusten, dann möchte er doch mindestens mal 40% aber gerne vom Gewinn haben. Und wie kann ein Uli Hoeness von seinem Geld nur 25% Steuern zahlen? Der Staat will mehr mehr mehr.

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zweifler001 20.04.2019, 10:50
81. Wieso ist die Vermögensverteilung ungerecht?

Oder andersherum gefragt: Wann ist eine Vermögensverteilung gerecht? Gibt es so etwas überhaupt? Das ganze ist meiner Ansicht nach eine Scheindebatte.

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olli0816 20.04.2019, 11:16
82. Da stimme ich ihnen nicht zu

Zitat von totalausfall
Ich glaub die meisten Leute brauchen/wollen gar kein Vermögen. Um was es geht ist eine gewisse "Sorgenfreiheit" im Alltag. Ich benutze diesen Begriff, weil da auch eine emotionale Komponente dabei ist. Dafür braucht man, Stand Heute, ~40.000€ (+- je nach dem wo) Einkommen im Jahr und eine unbefristete Anstellung, sag ich mal so. Daher sind die Vorschläge hier( und allgemein) zwar...ganz nett gemeint..., aber weitgehend unbrauchbar. Denn weder ETFs noch permanentes Preisvergleichen beim Handyvertrag und Strom etc.pp bringt Sorgenfreiheit, ganz im Gegenteil. Das ist ja sogar Ausdruck der Sorgen, um die es geht...
Ich schätze, zum einen ist es Selbstverleugnung. Jeder will genügend Geld haben, sonst würden nicht so viele Lotto spielen.

Dann zum dauerhaften sparen. Das ist zum einen nicht sonderlich populär, weil es Anstrengung erfordert. Die eingesparten Beträge bei Stromkosten sind nur ein Beispiel. Viele haben Positionen in ihren Ausgaben, die zum einen unnötig und zum anderen überteuert sind. Trotzdem wird immer wieder argumentiert, dass man irgendetwas unbedingt brauche. Das ist natürlich Unsinn, jeder möchte einen gewissen Lebensstandard nicht abgeben. Es gibt in D etwa 20% wirklich Arme für deutsche Verhältnisse. Der Rest bis 50% mag nicht supertoll verdienen, aber doch so, dass man leben kann.

Das Hauptthema, warum hier die Immobilienbesitzer vorne liegen ist das Zwangssparen. Da Immobilienkäufer zum Großteil größer kaufen als sie vorher mit Miete gewohnt haben, sind natürlich auch die Kosten größer. Das fällt mit den Jahren zwar mit der Infaltion, aber nach 20 Jahren gehts mit Renovierungen von vorne los. Aber die Leute haben mehr Disziplin in finanziellen Dingen..

Und genau da ist der Knackpunkt: Leute, die weniger Geld ausgeben als sie einnehmen und sparen, auch mit ETFs, werden zu Gelddingen eine ganz andere Einstellung bekommen. Wer das nicht gemacht hat, kann es gar nicht verstehen, weil die Erfahrungswerte fehlen. Jeder von uns hat überflüssige Posten in seinem Budget. Aber es ist natürlich einfacher zu sagen, man habe kein Geld.

Wenn Sie es schaffen, nach 15 - 20 Jahren 100k EURO in ETFs zu besitzen, werden sie sehen, dass sie zum einen sehr viel effizienter mit ihrem Geld umgehen können und zum anderen nicht mehr so erpressbar in vielen Lebenslagen sind. Und das ist für sehr viele schaffbar, wenn auch mit viel Anstrengung. Nur viele jammern lieber, schreien nach dem Staat und erfinden Ausreden. So sind wir Menschen halt.

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bauklotzstauner 20.04.2019, 11:46
83.

Zitat von saperlot
Die Entwicklung im Niedriglohn muss man eindeutig als staatliches Versagen deklarieren. Bei der erwähnten Lohnentwicklung sind die Tarifparteien als Schuldige zu nennen.
...nur, wenn man davon ausgeht, daß es nicht tatsächlich genauso gewollt war!

Ich zitiere den fantastischen Kabarettisten Georg Schramm:

"Alles, was wir für Fehlleistungen von Politikern halten, dass sind vielleicht gar keine? Die sind vielleicht immer gut für Teile der Bevölkerung, nur SIE sind nicht dabei!? So muß man die Sache mal betrachten, dann lösen sich auch die ganzen Widersprüche auf! Die Wut wird noch größer, aber die intellektuelle Verwirrung läßt nach!"

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spmc-135322777912941 20.04.2019, 11:46
84. Auch zum hundertsten Mal ....

Zitat von puddingbrumse
... mal wieder. Es wird nicht richtiger, wenn Autoren die Neiddebatte immer wieder mit den gleichen falschen Argumenten befeuern: Es wurde zwar schon 1000-fach erklärt, aber hier nochmal: Zinsen gibt es keine mehr und falls Steuern auf Kapitalerträge aus Dividenden gemeint sind, ist es schlicht falsch von "25%" zu reden, denn diese Erträge gehören zu den am höchsten besteuerten Einnamequellen in Deutschland. Bereits auf Unternehmensseite werden Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und Solidaritätszuschlag erhoben und dann nochmal auf Empfängerseite die Abgeltungssteuer sowie Solidaritätszuschlag. In Summe werden Kapitalerträge aus Dividenden also mit rund 48% besteuert und das ist deutlich mehr als der persönliche Einkommenssteuersatz. Die Steuereinnahmen für den Staat liegen über dem Spitzensteuersatz - es ist also kein Wunder, dass er nicht daran interessiert sein dürfte, darauf zu verzichten.
auch Sie werden die Neidhämmel nicht überzeugen können. Noch schlimmer, Sie haben etwas ganz Wichtiges vergessen: Auch das Geld, mit welchem die dividendenbringenden Aktien erworben wurden ist im allgemeinen schon besteuert worden. Wenn jemand einen Steuersatz von 40 % auf sein Einkommen hat bleiben für den Erwerb von Aktien nur noch 60 %. Nun rechnen Sie bitte mal aus wie hoch die Dividenden wirklich besteuert werden.

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bauklotzstauner 20.04.2019, 11:59
85.

Zitat von olli0816
Wenn Sie es schaffen, nach 15 - 20 Jahren 100k EURO in ETFs zu besitzen, werden sie sehen, dass sie zum einen sehr viel effizienter mit ihrem Geld umgehen können und zum anderen nicht mehr so erpressbar in vielen Lebenslagen sind.
Hübsche Theorie! Nur daß man für diese Summe nicht nur jene 200 Euro im Monat übrig haben muß, die der Autor Tenhagen veranschlagt, sondern eher 500 bis 600 Euro. Und das stabil 15 Jahre lang. Muß man von einem Niedriglöhner-Einkommen erst mal schaffen! Da bleibt nach Abzug des Fonds und der Miete wohl nix mehr übrig, wovon man leben kann.

Und erpressbar ist man dann natürlich immer noch - dank der tollen Gesetze in Deutschland, die zB. den Besitzer eines solchen Fonds natürlich zum Auflösen desselben zwingen werden, falls er am Ende seines Arbeitlsebens die Frechheit besitzen sollte, arbeitslos zu werden...

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odapiel 20.04.2019, 11:59
86.

Zitat von zweifler001
Oder andersherum gefragt: Wann ist eine Vermögensverteilung gerecht? Gibt es so etwas überhaupt? Das ganze ist meiner Ansicht nach eine Scheindebatte.
Nun ja, nicht wirklich. Das Problem an ungerecht verteilten Vermögen ist die Vereinnahmung von Resourcen.

Grund und Boden sollte eigentlich allen gehören, und nicht einzelnen Privatpersonen. Insbesondere dann nicht, wenn damit Wucher und Raubbau betrieben wird. Auch Basisbedürfnisse, wie Wasser und Luft haben allen zu gehören, ebenso wichtige mobile Resourcen und Bodenprodukte. Wenn Grundwasser an ausländische Konzerne verschachert wird, bzw. Immobilien und Grund und Boden lediglich zwecks Spekulation und Wucher angekauft werden, dann läuft ganz prinzipiell was falsch.

Das ist die Basis auf der die Ungleichheit geschaffen wird, aber auch das Räderwerk, das den Prozeß noch beschleunigt.

So saudumm es klingt, aber Roddenbergs Vision einer geldlosen Zukunft, und der auf gemeinschaftliche Aufgaben ausgerichteten, gewollten Arbeit aller abseits kommunistischer Ideologie, muß unser mittelfristiges Ziel sein. Das haben auch all die kleinen Thunbergs zwischenzeitlich erkannt. Anders wirds nicht gehen. Vermutlich muß sich unser momentaner Raubtierkapitalismus, ob mit oder ohne Schutzhülsen für die Klauen, aber einfach erst einmal zu Tode laufen. Das wird uns alle viel kosten. Tuts ja auch schon.

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yvowald@freenet.de 20.04.2019, 12:11
87. Gegen die Reichen und Superreichen einfach durchsetzen

Herr Tenhagen erwähnte zwar die absolut ungerechte Erbschafts-Besteuerung in Deutschland. Aber auch die Besteuerung großer Vermögen ist absolut unzureichend - sie findet nämlich gar nicht mehr statt.
Es ist deshalb an der Zeit, diese deaktivierte Vermögenssteuer wieder zu aktivieren. Nur wenn große Vermögen angemessen besteuert werden, läßt sich eine soziale Gerechtigkeit verwirklichen - wenn auch nur längerfristig. Und große Erbschaften müssen ebenfalls angemessen besteuert werden. Da müssen wir uns als Kleine Leute gegen die Lobby der Vermögenden und Milliardäre einfach konsequent durchsetzen. Nicht diese sollen die Richtlinien der Politik bestimmen, sondern wir alle.

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gankuhr 20.04.2019, 12:25
88.

Vorweg: ich selber werde eine vernachlässigbare Summe erben (wahrscheinlich irgendwas im unteren bis mittleren 5 stelligen Bereich), argumentiere also nicht aus Eigeninteresse gegen eine Erbschaftssteuererhöhung. Und ich sehe durchaus das Problem: all die schönen Einfamilienhäuser um mich herum, die inzwischen einen Marktwert von ca 1,5-2 Mio euro haben (lebe in einer der gern erwähnten Metropolen, wenn es um Immobilienblasen in der Presse geht), werde ich mir selbst als schon mehrfach beförderter Ingenieur niemals leisten können. Wenn wir im Freundeskreis (alles Leute mit deutlich überdurchschnittlichem Einkommen, aber ohne überdurchschnittlichem Guthaben) darüber Brainstormen, wer zum Geier sich diese Häuser leisten kann (von denen hier tausende rumstehen), fällt uns am Ende immer nur die Erbschaft ein. Was im gewissen Maße frustrierend ist.

Dennoch: würde mir durch eine eklatant Höhe Erbschaftssteuer am Ende meines Lebens der Großteil weggenommen werden, wäre irgendwann mit Mitte 45 wahrscheinlich meine Bereitschaft weg, noch großes im Beruf zu leisten. Wofür, wenn nicht für meine Kinder, sollte ich das denn tun? Diese Häuser kann ich mir selbst eh nie leisten, und für mein überdurchschnittliches Einkommen leiste ich auch dementsprechend - dh 50 Stundenwochen, Verantwortung für 50-80 Mitarbeiter inkl dem dazugehörigen Stress, Handy auch im Urlaub an...um mit 80 dann alles per Steuer wieder zu solidarisieren?

Ähnliches, oder noch stärker, gilt denke ich für Unternehmer, die ihr Familienunternehmen aus Tradition weiterführen und weitervererben wollen. Spätestens mit 50 müsste die Bereitschaft hierfür vorbei sein, wenn das Unternehmen dann am Ende nicht auf die erben übergeht.

Solche Entwicklungen (Wegnahme der Motivation zu Leistung) wäre für die deutsche Volkswirtschaft fatal. Ich hab allerdings keinen Alternativvorschlag...wie gesagt, finde die ist-situation im Moment auch frustrierend.

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gruselgraus 20.04.2019, 12:58
89. Natürlich kann man auch als Arbeitnehmer Vermögen anhäufen...

...mein Konto ist dafür das beste Beispiel :-)

1.) Sich selbst mit Finanzdingen auseinandersetzen, auch und gerade Börse.
2.) Sparsamkeit
3.) Einkommensoptimierung
4.) Seinen eigenen Prognosen glauben.

Klappt auch heute noch, versprochen.

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