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Ungleichheitsforscher Atkinson: "Deutschland sollte einen Staatsfonds gründen"
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Ein Mindesterbe für alle, höheres Kindergeld und ein staatlicher Investitionsfonds: Der Brite Anthony Atkinson hat Ideen für eine gerechtere Gesellschaft entwickelt - jetzt erscheint sein neues Buch in Deutschland. Ein Interview von Nicolai Kwasniewski

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Snyder 27.08.2016, 09:56
1.

Das sind sehr gute Ideen. Menschen sind nicht nur vor dem Gesetz gleich, sondern sie sind auch in allen anderen(!) Bereichen gleich. Und wo das noch nicht so ist, da muss der Staat nachhelfen. Denn das ist seine wichtigste Aufgabe.

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nic 27.08.2016, 09:57
2.

Die deutsche Politik hat kein Interesse daran irgendwelche Ungleichheit abzuschaffen. Im Gegenteil wurden in den letzten Jahren Gesetze geschaffen um die Ungleichheit auszuweiten.

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marcw 27.08.2016, 10:34
3.

Atkinson fordert ein Mindesterbe, damit junge Menschen nicht mit einem Schuldenberg in Form von Studienkrediten ins Erwerbsleben starten. Hierzulande ist Hochschulbildung allerdings zum Glück beinahe kostenlos und wird für die Kinder von Geringverdienern auch noch kräftig gefördert. Ich glaube daher nicht, dass eine Einmalzahlung von einigen zehntausend Euro ein sinnvolles Instrument ist. So eine Einmalzahlung verläuft ganz schnell im Sande, wenn einer netto 3000 Euro und der andere 1000 Euro verdient.

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Ezechiel 27.08.2016, 10:34
4. Die Gleichheit.

Zitat von Snyder
Das sind sehr gute Ideen. Menschen sind nicht nur vor dem Gesetz gleich, sondern sie sind auch in allen anderen(!) Bereichen gleich. Und wo das noch nicht so ist, da muss der Staat nachhelfen. Denn das ist seine wichtigste Aufgabe.
Diese Gleichheit darf nicht nur gelten wenn es um die Verteilung von Einkommen und Vermögen geht, sondern auch bei Leistung und Anforderung an einen Staatsbürger. Der bedeutet, wer zu viel hat bekommt etwas genommen. Wer nichts leistet und zum Allgemeinwohl nicht seinen g e r e c h t e n Beitrag leistet, wird zur Leistung gezwungen. Bei Gleichheit kann es das Eine ohne das Andere nicht geben - oder ? Ja, .... ein paar Blöde rackern sich ab, und der Lohn wird gleichmäßig verteilt ? Ich denke das der Brite, der in den USA (MIT) gelehrt hat, hat sein Konzept sicher den Regierungen in GB und den USA vorgestellt. Wir warten mal ab wie es dort läuft, und dann sehen wir weiter.

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Rathard 27.08.2016, 10:37
5. Staatsfonds

Da weiss ich schon, wer sich daraus bedient....

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g0r3 27.08.2016, 10:55
6.

Zitat von Ezechiel
Bei Gleichheit kann es das Eine ohne das Andere nicht geben - oder ? Ja, .... ein paar Blöde rackern sich ab, und der Lohn wird gleichmäßig verteilt ? Ich denke das der Brite, der in den USA (MIT) gelehrt hat, hat sein Konzept sicher den Regierungen in GB und den USA vorgestellt. Wir warten mal ab wie es dort läuft, und dann sehen wir weiter.
Tja und jetzt: Die überwiegende Anzahl der Böcke rackert sich ab, um die Rendite einiger weniger zu erwirtschaften. Selbige nennen sich dann mal gerne "Selfmade". Wenn das gleiche System zur Anwendung kommt, man das Kapital aber auf anderem Wege, etwa durch Erbschaft erworben hat, kommt hingegen mal der Begriff "Leistungsträger" zur Anwendung.

Die wirklich Faulen sind für die Gesellschaft das wesentlich kleinere Problem, als "Leistungsträger" und "Selfmade"-Milliardäre.

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Ridcully 27.08.2016, 11:10
7. Falsch, wichtigste Aufgabe des Staates

Zitat von Snyder
Das sind sehr gute Ideen. Menschen sind nicht nur vor dem Gesetz gleich, sondern sie sind auch in allen anderen(!) Bereichen gleich. Und wo das noch nicht so ist, da muss der Staat nachhelfen. Denn das ist seine wichtigste Aufgabe.
ist die Gewährleistung der Sicherheit des einzelnen Staatsbürgers (!) und des Staates. Alles andere ergibt sich daraus oder ist ideologisch begründetes Beiwerk.

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stetze 27.08.2016, 11:14
8. Einkommen vs. Kapital

Die Vorschläge klingen vernünftig, aber mir fehlt neben der Komponente Einkommen auch der Fokus auf die gerechtere Verteilung des bereits akkumulierten Kapitals.

Laut Piketty gibt es eine Wohlstandsmehrung, an der alle partizipieren, nur bei entsprechendem Wirtschaftswachstum. Bleibt dieses Wachstum (wie in den letzten Jahren, ggf. auch nur temporär) aus, müsste eine Umverteilung des extrem ungleich verteilten Kapitals passieren.

Ansonsten ist es um soziale Aufstiegschancen schlecht bestellt und es gilt: Reich bleibt reich und arm bleibt arm.

Oder habe ich da was in den Thesen übersehen?

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Thomas Schnitzer 27.08.2016, 11:14
9.

Alles nette Ideen. Wenn es da nicht erstens die gäbe, die stolz darauf sind, in ihrem Leben noch nie einen Handschlag geleistet zu haben. Da sehe ich es nicht für einen lausigen Cent ein, zu unterstützen.

Zweitens Bekämpfung von Armut? Ja, gerne. Aber nur dann, wenn Armut nicht daraus besteht, sich keinen Urlaub und keinen Zweitfernseher leisten zu können. Der erste ist ja leider schon unpfändbar, und sorgt dafür, dass die Personen unter erstens keine Langeweile haben müssen. Da ist das Hilfsgeld besser bei Menschen aufgehoben, die nichts zu essen haben.

Drittens gibt es unverschuldet Arme, und Arbeitslose, denen geholfen werden muss. Das sind aber meist dann die, die in der Statistik für erfolgreiche Vermittlung auftauchen, wie ein Nachbar meiner Eltern. Er verlor mit 53 seinen Buchhalterjob, weil der AG pleite ging. Es hat 2 Jahre gedauert, aber er hat jetzt wieder einen Job als Buchhalter.

Fazit: Die einen jammern auf hohem Niveau, und die anderen zeigen, dass alles geht, wenn man nur will. Aber genau da hapert es.

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