Forum: Wirtschaft
Union in der Krise: Das Märchen von Linksgrün
AFP

Die Union schiebt einen Großteil der Weltprobleme auf linksgrüne Anwandlungen der Kanzlerin. Dabei liegt die tiefere Ursache der Krise ganz woanders: in einer entgleisten Globalisierung.

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santoku03 09.12.2016, 12:55
1.

Zitat: "Man kann jetzt fairerweise auch nicht sagen, dass rabiate Linksgrüne dahintergesteckt haben müssen... wenn nach etlichen Reformen ziemlich viele Leute heute keine festen Arbeitsverträge mehr haben; und Leiharbeit gang und gäbe geworden ist. "
Ganz schlechtes Beispiel. Die Agenda 2010 wurde von SPD und Grünen erdacht und umgesetzt. Eine CDU/CSU Regierung hätte dergleichen nicht widerstandslos durchsetzen können.

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faehri_60 09.12.2016, 12:59
2. Nicht nur die Union ...

..sondern alle althergebrachten Parteien haben ein Problem: Sie haben die Zeit verschlafen und versuchen diesen traurigen Anblick mit Aktionismus zu verdecken. Damit haben sie gegen die Populisten und Rechten aber wohl keine Chance mehr.
Die Machtverhältnisse werden sich in den nächsten Jahren wohl deutlich verschieben .. besonders wenn Dragis Eurobombe eines Tages hoch geht.
Besonnene Politik der ruhigen Hand wir einer schnelllebigen, auf den augenblick gerichteten "Krawallpolitik" weichen. Denken in Generationen ist scheint's out .. mitnehmen was geht das Gebot der Stunde.
Wenn das mal keine harte Landung gibt ...

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ericstrip 09.12.2016, 13:03
3.

Man darf aber auch nicht vergessen... daß eine gewisse rotgrüne Regierung damals freudig an der Globalisierungsschraube mitgedreht hat. Nein, das war weder links noch grün, es stand aber drauf. Und Frau Merkel hat das Erbe der Regierungen Kohl und Schröder zunächst laufenlassen und dann durch einige eklatante Fehlentscheidungen richtig zum eskalieren gebracht. Was für ein Label man draufpappt, ist letztlich egal - es handelt sich einfach um schlechte Politik, die ihre Verantwortung gegenüber der Bevölkerung nicht mehr wahrnimmt.

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kritischer-spiegelleser 09.12.2016, 13:05
4. Ist doch egal welche Ursachen unser Weltbild prägen

Es wurde in den vergangenen Jahren die falsche Politik gemacht. Von der Kanzlerin. Zum Nachteil der Deutschen und zum Nachteil Europas. Vertuschungsversuche helfen da nicht weiter. Da müsste man Konsequenzen ziehen!

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busytraveller 09.12.2016, 13:09
5. Die Kombination macht's

Die CDU ist tatsächlich massiv nach links gewandert. Erneuerbare, Atomausstieg, Mindestlohn, Multikulti, Homoehe, hohe Steuern, Griechenland - Rettung, usw. Nur die Wirtschaft hat sie nie im sozialistischen Sinne malträtiert. Hier ist sicher noch immer die Angst stärker, die Kuh zu schlachten, die man melken will. Das war aber auch schon unter Rot/Grün so, ist also auch kein CDU - Alleinstellungsmerkmal. Ansonsten übt der Autor Kapitalismuskritik. Gut und schön, aber die neue Rechte ist ja ähnlich kapitalismuskritisch wie die Linke. Und somit verspricht Trump auch nicht die gleichen Dinge wie seinerzeit Reagan, stattdessen hat auch er durchaus sozialistische Ansätze. Was bei der neuen Rechten hierzulande und auch bei Trump aber hinzukommt ist, dass sie sich gegen illegale Einwanderung und deren negative Folgen, überhaupt gegen Masseneinwanderung und damit auch gegen kulturelle Überfremdung wenden. Das hat die Linke nicht im Angebot. Erst die Kombination aus Beidem -Kampf gegen die Großen und Kampf gegen Überfremdung- macht die Rechte so erfolgreich.

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yvowald@freenet.de 09.12.2016, 13:09
6. Eigenes Grab graben

Wenn die Unionsparteien nicht erkennen, was die Mehrheit ihrer bisherigen Wählerinnen und Wähler eigentlich will, werden auch CDU und CSU dem Abgrund näherkommen - wie heute schon die SPD.
Die ganz große Mehrzahl der Menschen will keine Wirtschaftspolitik, die einigen wenigen (den "Oberen Zehntausend") nutzt, sondern den gemeinsam erwirtschafteten Wohlstand ("Sozialprodukt") auch gleichmäßig verteilt wissen.
Da sollen keine Millionenerben von der Erbschaftssteuer befreit werden, sondern vielmehr Reiche und Superreiche durch eine angemessene Vermögenssteuer an unserem Sozialstaat beteiligt werden.
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer möchten keine Zeit-Arbeitsverträge, sondern reguläre Arbeitsverhältnisse mit Arbeitszeiten, die durch Rationalisierungsgewinne auf 32, 30 oder gar 25 Stunden je Woche vermindert werden könnten.
Und eine gesteuerte Zuwanderung, die unseren Bevölkerungsrückgang stoppt und unsere Betreuung bei Krankheit und im Alter sicherstellt.
Darauf sollten sich auch die Unionsparteien besinnen und sich nicht von Wirtschaftslobbyisten sponsern lassen, denn dadurch graben sich am Ende sämtliche Parteien (außer der Partei DIE LINKE, die bekanntlich nicht gesponsert wird) ihr eigenes Grab.

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mostly_harmless 09.12.2016, 13:11
7. nicht die Globalisierung ist Schuld

Die Anzahl der Fehler, die nach dem Zusammenbruch des Sozialismus gemacht wurden ist grenzenlos, und handwerklich war die Umsetzung von Reformen in der Regel ein Desaster. Beispiele
- EU-Beitritt der ehemaligen WP-Staaten. Das Lohn- und Wohlstandsgefälle war (und ist) so immens, das man nach einer Übergangsphase von mindestens 50 Jahren (vermutlich eher mehr) über einen Beitritt dieser Länder zur EU hätte nachdenken können.
- Euro. eine gemeinsame Währung hätte einer der letzten Schritte bei der Schaffung eines vereinigten Europas sein sollen, aber nicht einer der ersten. Aber wir haben den Euro ja auch nicht ökonomischer Vernunft zu verdanken, sondern der ökonomischen Ahnungslosigkeit von Herrn Mitterand.
- Wir müssten keine Banken retten, wenn es ein Trennbankensystem gäbe, oder wenn man den Bankern das immer neue "Erfinden" von "Finanzprodukten" verbieten würde.
- Wir hätten nicht ständig Krisen, wenn man die Finanzmärkte regulieren würde

Achja: Das Kürzen von Sozialausgaben ist kein Zwang, sondern politischer Wille. Das Schaffen des größten Hungerlohnsektors Europas war kein Zwang, sondern politischer Wille.

Kern und Ursache des Problems ist die herrschende ökonomische Ideologie, die der real existierende Neoliberalismus mit seinem Deregulierungs- und Sparwahn. Dieser Irrsinn muss - genau wie sein klassischer Vorgänger - auf den Müllhaufen der Geschichte. Dann lösen sich die meisten Probleme von selbst.

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ra-live 09.12.2016, 13:15
8. Die Krise geht nicht weg.

Die aktuelle öffentliche Welt ist dermaßen von Wirtschaft besessen, dass Politik doch ohnehin nur noch als Krisen-Reparatur-Betrieb begriffen wird. Und ohne das Wort Krise schafft man es doch gar nicht mehr in die Nachrichten. Mich erstaunt immer wieder die Gleichförmigkeit meines Lebens bei dem ganzen Krisengeschrei.

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marty_gi 09.12.2016, 13:15
9. Ronnie. Maggie. Und Helmut.

Volltreffer. Mit den dreien begann es.
Dass dann Rot/Gruen Ende der 90-er den Mist auch mitgemacht hat, bestreitet niemand. Aber die ersten Kommentatoren haben den Artikel wohl nicht ganz gelesen. Steht naemlich genau so schon da drin. Ronnie fing mit dem Mist an, die anderen haben mitgezogen, und jetzt will ein neuer US-Praesident mit den gleichen Mitteln, die den Karren in den Dreck gefahren haben, diesen wieder rausziehen.....lachhaft. Und blind. Und noch dazu naeher an 1933, als es Ronnie und Maggie und Helmut je waren.

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