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Unlogischer Steuerzuschlag: Schluss mit dem Soli-Prinzip!
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Der Solidaritätszuschlag wird nicht komplett abgeschafft, obwohl sich seine Begründung längst überholt hat. Das Prinzip ist nicht neu, aber dennoch falsch - auch mit Blick auf den Klimaschutz.

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ingo.adlung 18.08.2019, 18:25
160. Sie haben es nicht verstanden

Zitat von plazer
es muss einen Mechanismus geben um die reichen wieder einzubremsen. So gesehen ist mir da jedes Mittel Recht. Allerdings werden die paar Soli Prozent nicht reichen um faire Verhältnisse zu schaffen
Den Spitzensteuersatz zahlt nicht nur Dieter Zetsche als (ehemaliger) Vorstandsvorsitzende von Daimler, sondern den Spitzensteuersatz zahlt auch der Handwerksbetrieb um die Ecke, dem Sie Kapital entziehen. Und antürlich bei dem heutigen Steuerverlauf bereits viele gutverdienende Facharbeiter. Sie treffen also nicht nur die echt oder vermeintlich Gutverdienenden, sondern auch den Mittelstand. Wenn Sie Vermögensumverteilung wollen, dann müssen Sie für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer kämpfen. Der Spitzensteuersatz, der heute bereits bei gutverdienenden Facharbeitern anfällt ist dazu das falsche Mittel. Ja, er hat selbstverständlich einen Einfluß auf die Steuereinnahmen, aber die Familie Klatten, die BMW kontroliert wird darüber nicht weniger vermögend, Sie bremsen bestenfalls ihren Vermögenszuwachs etwas ein. Die Ungleichverteilung der Vermögen aber bleibt bestehen. Ihrem Ziel der "fairen verhältnisse" kommen Sie also keinen Millimeter näher.

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wolfangang 19.08.2019, 17:51
161. Von manchen Steuereinnahmen trennt sich der Staat gern

Auch die ganzen EU–Steueroasen, die auch die deutschen Politiker fleißig unterstützen, sind aus der Sicht der andern Steuerzahler nicht besonders logisch. Für die ganzen Wirtschaftslobbyisten, denen der Zugang zur der direkten politischen Willensbildung gewährt wurde, die den Wählern systematisch verweigert wird, aber schon.

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liberaleroekonom 20.08.2019, 08:03
162. Leider macht die SPD alles falsch was man nur falschmachen kann

Beim Soli geht es vor allem um politische Glaubwürdigkeit (Vertrauen) und verfassungsrechtliche Vorgaben. Und genau deshalb gehört er mit Auslaufen des Solidarpakts II Ende 2019 ab 01.01.2010 für ALLE vollständig abgeschafft. Aus finanziellen Gründen darf dies dann gerne auch schrittweise geschehen. Aber was die SPD macht, einen ersten Schritt im Gesetz anzukündigen aber den zweiten totzuschweigen, ist einfach nur handwerklich dilettantisch.

Wenn Finanzminister Scholz jetzt auch noch von Ankurbelung der Binnennachfrage und Unterstützung der Konjunktur faselt, und eine Entlastung zumindest bei den unteren und mittleren Einkommen dazu beitragen soll, warum erfolgt diese dann nicht bereits ab 01.01.2020, sondern erst ab 01.01.2021? Schwächelt die Konjunktur JETZT oder erst ab 2021?

Leider hat die SPD im Koalitionsausschuss nicht nur die höchstwahrscheinlich verfassungswidrige Umwandlung des Soli in eine Reichensteuer durchgesetzt, sondern damit auch eine extrem leistungsfeindliche Steuerzone für den Mittelstand geschaffen. So plant die SPD in der sogenannten Gleitzone, die laut SPD-Angaben bei 73.874 bis 109.451 Euro Bruttoeinkommen liegen soll, eine Grenzbelastung von Einkommensteuer plus Soli in Höhe von 47 Prozent (42 % Spitzensteuersatz EKSt zzgl. davon 11,9 % Soli). Oder anders ausgedrückt. Wer in dieser Zone etwas leistet und beispielsweise Überstunden macht und damit 100 Euro brutto mehr verdient, muss davon direkt 47 Euro an das Finanzamt überweisen (und dies noch ohne Abzug von Kirchensteuer oder teilweise Sozialversicherungsbeiträgen). Anstatt den Mittelstandsbauch im Einkommensteuertarif endlich abzumildern soll dieser jetzt durch handwerklichen Pfusch des Finanzministers sogar noch leistungsfeindlicher als bisher ausgestaltet werden.

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goffis1 20.08.2019, 14:04
163. Warum abschaffen?

Es fehlen Milliarden in unserem Schul- und Ausbildungssystem. Warum nicht da das Geld zweckgebunden einsetzen? Die Länder würden davon massiv profitieren, ganz zu schweigen von den Schulen. Das wäre doch mal "SOLIDARISCH"!

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ab4582 20.08.2019, 17:55
164.

Zitat von paulus_pax
Es geht nicht darum, genauso wenig wie in dem Artikel, dass eine Krankenschwester mehr verdienen soll als ein Betriebschef. Sondern darum, dass ein Betriebschef nicht jedes Jahr immer mehr verdient, während eine Krankenschwester durch immer höhere Mieten, Energiekosten, Sozialabgaben usw. immer weniger in der Tasche hat. Das trifft noch mehr zu, wenn die Krankenschwester in Rente ist. Das Erfassen gesamtgesellschaftlicher Vorgänge gehört offensichtlich nicht zu den Anforderungen in Ihrem Job. Aber Ihren zum Trost: Sie sind nicht der einzige Besserverdiener, der das aus Eigeninteresse nicht verstehen kann oder will.
Besten Dank zu Ihrer Einschätzung der Anforderungen in meinem Ihnen unbekannten Job. Auch besten Dank für die Aufklärung, worum es in dem Artikel nicht geht. Da aber weder mein Job, noch Ihre Aufklärung zu den offensichtlich nicht relevanten Aspekten irgendetwas mit meiner Aussage zu tun haben, versuche ich es gerne so zu formulieren, dass Sie den Inhalt kognitiv erfassen können.
Ich stimme mit Ihnen darüber ein, dass es nicht sein kann, dass sich eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung insgesamt zu Lasten einer bestimmten Personengruppe darstellen darf. Wenn nun also ein Ausgleichsbedarf besteht, stellt sich doch folgerichtig die Frage, wer muss diesen Ausgleich schaffen? Sie und auch der Kolummnist, wie auch die meisten linksangehauchten Denker rufen sofort reflexartig nach den "Besserverdienenden". Und da genau liegt der Denkfehler. Die Tatsache, dass eine Krankenschwester im zeitlichen Verlauf weniger verdient als der Vertriebsleiter, hat nicht der Vertriebsleiter verschuldet. Somit wäre eine steuerliche Belastung des Vertriebsleiters vollkommener Irrsinn. Die Ursache liegt in der Tatsache, dass die Zahlungsbereitschaft für die Krankenschwester einfach deutlich geringer ist, da es deutlich mehr Personen am Arbeitsmarkt gibt, die diesen Job übernehmen könnten. Welcher Lösungsansatz nun in Frage kommen könnte, überlasse ich gerne Ihrem weitsichtigem Verstand.

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ab4582 20.08.2019, 17:57
165.

Zitat von fht
sollte zuerst mal den Artikel "So überleben Frauen in der Chefetage " (https://www.spiegel.de/plus/karrieretipps-fuer-frauen-so-ueberleben-sie-in-der-chefetage-a-00000000-0002-0001-0000-000165335752) lesen, Diese - meist - Herren haben nicht "hart gearbeitet" sondern "besser gemobbt" als andere.
Sorry, aber was ist das denn für eine unqualifizierte Gegenrede? Soll dieser Artikel etwa ein Beleg dafür sein, dass im Durchschnitt all jene, die besser verdienen es deswegen tun, weil sie besser gemobbt haben, als andere? Ich bin gerne bereit zu argumentieren, aber bitte nicht auf diesem Niveau.

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Knippi2006 22.08.2019, 08:42
166. Tausche

Soli gegen Wegfall der Beitragsbemessungsgrenze - so wird ein Schuh draus.

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