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Uno-Appell wegen Dürre: USA sollen Biotreibstoff-Produktion drosseln
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Die USA erleben die schlimmste Dürre seit den fünfziger Jahren, dennoch soll ein großer Teil der Ernte für die Ethanol-Produktion verwendet werden. Die Uno fordert die US-Regierung jetzt zum Umsteuern auf - andernfalls könne eine Nahrungsmittelkrise drohen.

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BlakesWort 10.08.2012, 12:56
1.

Moment?! Die Lager sind voll. 50 Prozent aller Lebensmittel, von denen ein Großteil auf Mais und Weizen basiert, werden weggeworfen. Ein Großteil der Menschen in der Ersten Welt ist gesundheitsschädlich überernährt und trotzdem droht eine Krise?

Vielleicht würde es der Welt einmal ganz gut tun, etwas maßvoller mit den Ressourcen umzugehen, anstatt sie als Biomüll auf Deponien zu verklappen.

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Thaeve 10.08.2012, 13:00
2. Aktionismus

Zitat von sysop
Die USA erleben die schlimmste Dürre seit den fünfziger Jahren, dennoch soll ein großer Teil der Ernte für die Ethanol-Produktion verwendet werden. Die Uno fordert die US-Regierung jetzt zum Umsteuern auf - andernfalls könne eine Nahrungsmittelkrise drohen.
Man kann schnell wachsende Maissorten, die als Ethanol oder Futtermais gedacht sind nicht einfach in Speisemais umdeklarieren.
So wenig wie man den Sprit-Ethanol einfach in eine Flasche füllen, mit Wasser verdünnen und als Schnaps anbieten kann.

Sind da nur Schreibtischhengste am Werk, die einen Acker bislang nur von Bildern kennen?

Abseits davon könnte 'ne kleine Nahrungskrise den Amis ganz gut tun, vielleicht lernen sie dann, das Put-Optionen keinen guten Nähwert haben ;)

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muellerthomas 10.08.2012, 13:09
3.

Zitat von Thaeve
Man kann schnell wachsende Maissorten, die als Ethanol oder Futtermais gedacht sind nicht einfach in Speisemais umdeklarieren.
Der Futtermais kann aber sowohl für Futter als auch für Biosprit verwendet werden und wenn weniger für Sprit und mehr für Futter verwendet wird, sollte dies preismindernd wirken.


Zitat von
Abseits davon könnte 'ne kleine Nahrungskrise den Amis ganz gut tun, vielleicht lernen sie dann, das Put-Optionen keinen guten Nähwert haben ;)
Die steigenden Weltmarktpreise werden aber weder Amis noch Europäer besonders hart treffen bei einem Anteil der Lebensmittelausgaben an allen Ausgaben von 10-15%. Das große Problem werden die Menschen in den Entwicklungsländern bekommen, die mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel ausgeben.

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fagus 10.08.2012, 13:12
4.

Zitat von BlakesWort
Moment?! Die Lager sind voll. 50 Prozent aller Lebensmittel, von denen ein Großteil auf Mais und Weizen basiert, werden weggeworfen. Ein Großteil der Menschen in der Ersten Welt ist gesundheitsschädlich überernährt und trotzdem droht eine Krise? Vielleicht würde es der Welt einmal ganz gut tun, etwas maßvoller mit den Ressourcen umzugehen, anstatt sie als Biomüll auf Deponien zu verklappen.

Das gesamte Lebensmittelsystem ist kaputt. Angefangen bei Massentierhaltung und Chemieeinsatz bis zu Subventionen, die Bauern in der Dritten Welt in den Ruin treiben, weil amerikanischer Mais Staat sei Dank billiger ist als der eigene. Wenn man die Versorgung auf einige wenige "Brotkörbe" konzentriert, und diese dann doch mal ausfallen, hungert am Ende doch wieder nur Arme - auch wenn er tausende Kilometer weit weg wohnt und eigentlich überhaupt nichts mit amerikanischer oder europäischer Landwirtschaft zu tun hat.

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rurei 10.08.2012, 13:12
5.

Zitat von Thaeve
Man kann schnell wachsende Maissorten, die als Ethanol oder Futtermais gedacht sind nicht einfach in Speisemais umdeklarieren. So wenig wie man den Sprit-Ethanol einfach in eine Flasche füllen, mit Wasser verdünnen und als Schnaps anbieten kann. Sind da nur Schreibtischhengste am Werk, die einen Acker bislang nur von Bildern kennen? Abseits davon könnte 'ne kleine Nahrungskrise den Amis ganz gut tun, vielleicht lernen sie dann, das Put-Optionen keinen guten Nähwert haben ;)
So wenig wie man den Sprit-Ethanol einfach in eine Flasche füllen, mit Wasser verdünnen und als Schnaps anbieten kann.

Doch das geht ...

Abseits davon könnte 'ne kleine Nahrungskrise den Amis ganz gut tun, vielleicht lernen sie dann, das Put-Optionen keinen guten Nähwert haben

Richtig, allerdings sind Put-Optionen das einzige, was die Weizen-, Mais- etc Preise noch unten hält.

Soviel zur dämpfenden Funktion der Spekulation.

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lezel 10.08.2012, 13:14
6.

Zitat von muellerthomas
Die steigenden Weltmarktpreise werden aber weder Amis noch Europäer besonders hart treffen bei einem Anteil der Lebensmittelausgaben an allen Ausgaben von 10-15%.
Richtig. Darum haben auch weder Amis noch Europäer einen Grund, die Produktion von Biotreibstoff künstlich einzuschränken.

Zitat von muellerthomas
Das große Problem werden die Menschen in den Entwicklungsländern bekommen, die mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel ausgeben.
Um so besser. Dann werden dort nach langer Zeit mal wieder heimische Produkte konkurrenzfähig. Vielleicht beflügelt das ja den einen oder anderen findigen Geschäftsmann, einen Bauernhof zu betreiben, um damit ordentlichen Gewinn zu machen. Und diese Bauernhof wird in zehn Jahren dafür sorgen, daß die Überlebenden nicht hungern müssen.

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twan 10.08.2012, 13:14
7.

Zitat von Thaeve
Man kann schnell wachsende Maissorten, die als Ethanol oder Futtermais gedacht sind nicht einfach in Speisemais umdeklarieren. So wenig wie man den Sprit-Ethanol einfach in eine Flasche füllen, mit Wasser verdünnen und als Schnaps anbieten kann. Sind da nur Schreibtischhengste am Werk, die einen Acker bislang nur von Bildern kennen? Abseits davon könnte 'ne kleine Nahrungskrise den Amis ganz gut tun, vielleicht lernen sie dann, das Put-Optionen keinen guten Nähwert haben ;)
Achso. Und auf der Fläche, auf der die Ethanol "Sorten" angepflanzt werden, kann man keine Lebensmittel anpflanzen?

Ihrem letzten Satz kann ich nur zustimmen. Geld kann niemand essen. Obwohl die Amerikaner glaube ich massig Getreide und Mais exportieren, somit hätte es auch Folgen für andere Länder.

Und die Köppe, die mit Lebensmitteln handeln (nein, nicht die normale Vertriebskette: Landwirt, Großhandel, Einzelhandel) müssen leider nicht hungern...

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kosmischerkater 10.08.2012, 13:15
8. :Seltsam, die UNO

Ist doch seltsam. Die gleiche Uno, die die Amerikaner sonst immer auffordert, sie sollten sich von den Weltmärkten fernhalten, verlangt nun, die Amerikaner sollen mehr exportieren...das ist nicht wirklich glaubwürdig.


Die Biokraftstoffproduktion dürfte mit höheren Getreidepreisen nichts zu tun haben. Denn im Jahre 2007 zeigte die geänderte EU-Agrarpolitik Wirkung. Denn seit dem gibt es keine Intervention mehr. Somit gibt es auch kein Getreide, was man auf den Markt werfen könnte, wenn mal nicht so viel geerntet wird.

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itzenflitz 10.08.2012, 13:19
9.

Zitat von Thaeve
Man kann schnell wachsende Maissorten, die als Ethanol oder Futtermais gedacht sind nicht einfach in Speisemais umdeklarieren.
Stimmt. Dennoch wäre es weit sinnvoller, die Flächen der ökologisch schädlichen Energiemaisproduktion für eine der fachlichen Praxis entsprechende Nahrungsmittelproduktion zu verwenden. Das würde zumindest die Böden und das Grundwasser schonen. Ob und wie der Hungertod in der 3. Welt bekämpft werden könnte, ist etwas schwieriger zu beantworten. ;-)

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