Forum: Wirtschaft
Unsichere Kundendaten: Justizministerin empört sich über Schlecker

Name, Geschlecht, E-Mailadresse - die Profile von 150.000 Schlecker-Kunden waren kurzzeitig im Netz frei zugänglich. Die peinliche Panne empört Datenschützer und Politiker: Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger geißelt den "laxen Umgang mit Kundendaten" der Drogeriekette.

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titurel 27.08.2010, 18:20
1. Respekt

Ich habe inzwischen schon einen gewissen Respekt vor Herrn S. Die Konsequenz, mit der er sich um alles schert, was man ihm vorhält, ob seitens der Politik, der öffentlichen Meinung, der Gerichte, ist imponierend: er scheffelt einfach seine Milliarden und schert sich sonst offenbar um nichts.

Ich frage mich immer nur: was wollen diese Leute mit all dem Geld?

Und Mitleid habe ich natürlich mit all den armen Leuten, die - aus welchen Gründen auch immer - für Herr S. arbeiten (müssen).

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Fackus 27.08.2010, 19:15
2. Lol

...öffentlich übers Internet 150.000 Datensätze von Schlecker-Online-Kunden zugänglich. Dazu gehörten der Vor- und Nachname, die Adresse, das Geschlecht, die E-Mail-Adresse und das Kundenprofil.

Fettes Lachen! Wer diese Daten an irgendeine Firma gibt, der soll auch gewärtig sein, daß diese 'Datensätze' überallhin gelangen.
Total unverständlich, wie man überhaupt darauf kommt, diese Daten an eine Firma zu geben... Letztlich pure Faulheit nehm ich an. Oder das 'schöne' Gefühl, noch eine Kundenkarte zu haben...
Jedenfalls ist Mitleid fehl am Platze, dafür vollfette Schadenfreude ob so viel Dummheit.

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frankarouet 27.08.2010, 21:29
3. Wir ham doch nix zu verbergen!

Zitat von Fackus
(...) Jedenfalls ist Mitleid fehl am Platze, dafür vollfette Schadenfreude ob so viel Dummheit.
Ich glaube, Schadenfreude greift zu kurz, weil das Problem in der Leichtfertigkeit und Ignoranz vieler Menschen liegt und nicht nur den Ignoranten, sondern auch deren Mitmenschen schadet. Ein Beispiel zur Illustration: Jemand verchickt eine Urkomische E-Mail an drei Dutzend Empfänger, deren E-Mail-Adressen er für alle lesbar in die "AN:"-Zeile einträgt, anstatt in die "BCC:"-Zeile. Neulich rief gar eine Gewerkschaft zur Demonstration gegen den Überwachungsstaat auf, mit einigen Dutzend E-Mail-Adressen klar lesbar. Ob all die Empfänger wollten, dass die Information über ihre Gewerkschaftsmitgliedschaft publiziert wird?
Die Ingoranz und Naivität der Vielen ist nicht Grund zur Schadenfreude, sondern m.E. ein gesellschaftliches Problem. Unwissenheit und Gutgläubigkeit geben nicht zuletzt staatlichen Überwachungswütigen den Freiraum, ihre Kontrollphantasien auszuleben: Die Blauäugigen wehren sich nicht, sie dulden alles.
Kleine Testfrage: Wie viele Menschen in Ihrem Bekanntenkreis verschlüsseln ihre E-Mails - und tun somit nichts anderes, als einen "Briefumschlag" für ihre Texte zu verwenden?
Privatsphäre wünscht Ihnen Ihr
frankarouet

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frankarouet 27.08.2010, 21:34
4. Noch was: Gleichgültigkeit

Die Teilnahme an diesem Forum spiegelt das Interesse der Leser an der Integrität ihrer Privatsphäre wieder.

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MadMad 27.08.2010, 21:53
5. schon wieder !

Zitat von sysop
Name, Geschlecht, E-Mailadresse - die Profile von 150.000 Schlecker-Kunden waren kurzzeitig im Netz frei zugänglich. Die peinliche Panne empört Datenschützer und Politiker: Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger geißelt den "laxen Umgang mit Kundendaten" der Drogeriekette.
Schon wieder Schlecker ... es darf doch nicht wahr sein. Was erlauben die sich ? Aber Moral gibt es in der Führungsetage von Schlecker wohl schon lange nicht mehr.

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weissich 27.08.2010, 22:33
6. Aber

Aber dann grünes Licht für den Kauf von Steuer-CDs geben, oder, Frau Leutheuser-Schnarrendingsbums? Oder waren Sie das nicht, sondern nur ihr Ministerkollege? Ist ja auch Wurscht.
Scheinheilig diese Politbürokraten.

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Fackus 27.08.2010, 23:16
7. Ja, richtig ....

Zitat von frankarouet
Ich glaube, Schadenfreude greift zu kurz, weil das Problem in der Leichtfertigkeit und Ignoranz vieler Menschen liegt ... Kleine Testfrage: Wie viele Menschen in Ihrem Bekanntenkreis verschlüsseln ihre E-Mails - und tun somit nichts anderes, als einen "Briefumschlag" für ihre Texte zu verwenden? Privatsphäre wünscht Ihnen Ihr frankarouet
Ja - Sie haben recht - Schadenfreude greift etwas kurz beim Thema Datenschutz; was Ihre Beispiele betrifft jedenfalls. Wenns aber um diejenigen geht, die aus welchen Gründen auch immer diesen 'Kundenkarten' hinterherhecheln - da bleib ich denn doch dabei: Die habens so verdient.

Zur Frage: Ich glaube mal - keiner. Jaja - wir werden alle immer transparenter ob wir wollen oder nicht. Den Rest regelt dann der Staat als Pflichtangabe im Perso mit Fingerabdruck. Goldige Zukunft ...

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heathcliff 27.08.2010, 23:29
8. Wo ist der Unterschied zum Telefonbuch?

Im Artikel heißt es:

"Dazu gehörten der Vor- und Nachname, die Adresse, das Geschlecht, die E-Mail-Adresse und das Kundenprofil."

Abgesehen vom "Kundenprofil", das leider nicht näher definiert wird: Wo ist der Unterschied zum Eintrag ins Telefonbuch?

Aus dem Vornamen kann ich ohnehin auf das Geschlecht schließen, ohne Vornamen und Adresse wäre das Telefonbuch vollkommen sinnlos (keine Ahnung wie viele Meier, Schmidt etc. es wohl gibt.)

Was also ist da jetzt Schlimmes "an die Öffentlichkeit" geraten??? Dass jemand bei Schlecker eingekauft hat. Finde ich nicht gut, sollte man eigentlich aus ganz anderen Gründen auch nicht unbedingt tun, aber ein Datenschutzproblem kann ich da noch nicht erkennen.

Wenn weiter solche "Pseudo-Skandale" durch das deutsche Dorf getrieben werden, dann sollte sich niemand wundern, wenn die eigentliche Sauerei irgendwann ganz unvermittelt über uns hereinbricht...

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spiegel-ecom 28.08.2010, 03:23
9. Selber lol

Zitat von Fackus
Fettes Lachen! Wer diese Daten an irgendeine Firma gibt, der soll auch gewärtig sein, daß diese 'Datensätze' überallhin gelangen. Total unverständlich, wie man überhaupt darauf kommt, diese Daten an eine Firma zu geben... Letztlich pure Faulheit nehm ich an. Oder das 'schöne' Gefühl, noch eine Kundenkarte zu haben... Jedenfalls ist Mitleid fehl am Platze, dafür vollfette Schadenfreude ob so viel Dummheit.
... sagt jemand, der noch nie bei ebay oder amazon was gekauft hat, der lieber zusätzliches Geld für seine Telefon/Handy-Papier-Rechnung statt Online-Rechnung ausgibt, der keinen Online-Zugang zu seinem DSL-Provider oder einem Versicherungsunternehmen hat, der keine ELSTER-Steuererklärung und auch kein Online-Banking macht usw. usf.

Nur weil Sie kein Schlecker-Kunde waren, heisst das nicht, dass morgen nicht auch Ihre Daten auf einer CD zum Verkauf angeboten werden - also sparen Sie sich Ihre kurzsichtige Schadenfreude!

Wenn jemand, z.B. als Schlecker-Online-Kunde, seine Daten via SSL nur für eCommerce-Zwecke unter Zusicherung des Datenschutzes ohne die Einwilligung zur Weiterverabeitung für Werbezwecke weitergibt, hat er auch rechtlich gesehen ein Anrecht auf die zugesicherte Datensicherheit!

Es ist völlig gleich, ob die Daten dann nachher digital per ungesicherten Datenbank-Server abgerufen werden können oder analog als Papierausdrucke im Altpapier sich wiederfinden - in beiden Fällen ist Schlamperei beim Datenverwalter und nicht beim Kunden die Ursache!

BTW: Bei Ihrer Mitteilungsfreude hier im Forum (1.740 Beiträge) könnte man ja mal glatt ein Profil von Ihnen erstellen und suchen, wo Ihr Benutzername "Fackus" sonst noch im Web so auftaucht. Vielleicht haben Sie ja auch eine eigene Domain auf sich registrieren lassen (www.fackus.de) - und schon hab ich über die DENIC Ihren richtigen Namen und Ihre Adresse. Wahrscheinlich haben Sie auf Ihrem Rechner auch massenweise Flash- bzw. Supercookies ohne es zu wissen und Google nutzen Sie auch, die jede Suchanfrage von Ihnen mit Ihrer vielleicht sogar statischen IP-Adresse speichern - aber Sie sind ja so schlau!

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