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Unter-25-Jährige: Schuldenfalle Smartphone
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Das Smartphone verschlingt viel Zeit - und Geld. Zwei Drittel der jungen Schuldner in Deutschland kommen durch Telefon- oder Internetrechnungen in die Miesen. Das Minus ist durchschnittlich doppelt so hoch wie ihr Netto-Einkommen.

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klaus meucht 30.06.2014, 18:04
80. Nur zur Information

Zitat von ruediger99
Unser Land ist mit 2147 Milliarden verschuldet, wie bitte will man dann von Jugendlichen einen gesunden Umgang mit Geld verlangen?
Es sind die öffentlichen Kassen verschuldet und nicht unser Land. Nimmt man die öffentlichen und privaten Haushalte zusammen, so ist Deutschland reich und wird jedes Jahr reicher (an Geld und es ist fraglich ob alles davon mal in Waren umgetauscht werden kann) - allerdings sehr ungleich verteilt.

Die Krise 2008 wurde durch private Schulden ausgelöst und die auch Spaniens Probleme waren zunächst private Schulden. Vor der Krise waren die öffentlichen Kassen Spaniens weniger verschuldet als Deutschland.

Zur Bewertung einer Volkswirtschaft muss man immer beides sehen. Wenn der Staat versucht die öffentlichen Schulden in private Schulden umzuwandeln durch Ausgabekürzungen bei den Ärmsten hilft das gar nichts.

Jetzt habe ich leider das Thema verfehlt, aber ein Staatshaushalt und der Haushalt einer Privatperson sind verschiedene Dinge.

1. Bei einem Privathaushalt sind die Einnahmen i.a. nicht abhängig von den Ausgaben. Wenn die schwäbische Hausfrau spart, bringt der Ehemann von Daimler noch denselben Gehalt mit. Beim Staat haben falsche Ausgabenkürzungen direkten Einfluss auf die Einnahmen. Natürlich kann auch eine Privatperson investieren, aber das hoffentlich gute Ergebnis dauert meist länger.

2. Konsumverzicht ist individuell ein Mittel um sich finanziell zu erholen, volkswirtschaftlich sind aber die Ausgaben des einen, die Einnahmen des anderen. D.h. wenn ich weniger Bier trinke spare ich Geld - leider verliert mein Kneipenbesitzer dieses Geld. D.h. zusammen haben wir gar nichts gespart - nur weniger Bier getrunken.

Mit Konsumverzicht wird eine Volkswirtschaft i.a. nur ärmer. Ein Individualhaushalt dagegen reicher.

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klaus meucht 30.06.2014, 18:10
81. Ohne Schulden kein (Geld) Reichtumg

Zitat von jujo
Warum ist heute anscheinend kein Leben mehr möglich ohne Schulden zu machen? Ich habe mit 20 Jahren mein erstes eigenes Konto gehabt. Meine Konten haben in 50 Jahren nie eine rote Zahl gesehen, Es gibt ein Leben in dem man so lebt wie es das eigene Geld zulässt, auch noch heute!
Das ist aber nur möglich wenn sich andere verschulden. Es ist immer besser keine Schulden zu haben - nur ist jeder Geldschein im Prinzip nichts anderes als ein Schuldschein. Ohne Schulden - keine Kapitalvermögen. Es wird zwangsläufig immer Menschen geben müssen die verschuldet sind. (Rein theoretisch kann auch jeder genau 0 Euro zur Verfügung haben)

Es ist ähnlich wie im Fußball. Es kann in einem Spiel nur einer Gewinnen.

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gustavsche 30.06.2014, 19:01
82.

Zitat von abby_thur
Dann sollten Sie hier nicht mitdiskutieren. Offensichtlich wissen Sie nicht worüber Sie reden.
Man braucht kein Smartphone, um mitreden zu können. Ich habe auch erst seit wenigen Wochen eines. Ich bin Informatiker, auf mich übt es wenig Faszination aus. Es ist halt ein kleiner, aber unhandlicher Computer. Größere Geräte ziehe ich vor. Beim Kauf des Smartphones hatte ich eine ganz bestimmte App im Hinterkopf (Ansteuerung meiner Yamaha Pianocraft), zudem sollte es Dual-Sim-fähig sein. Schön ist es natürlich, wenn ich das eine oder andere Knobelspiel damit spielen kann. Aber surfen werde ich damit kaum. Bislang nur über das heimische WLAN, zu Testzwecken.

Mein Smartphone hat 69 € gekostet und telefoniert wird über Simyo und dort zahle ich weniger als 30 € pro Jahr.

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surrey 30.06.2014, 20:29
83. Unter 25-Jährige: Schuldenfalle Smartphone

es sind so viele, die sehr aufs Handy bezogen sind. Schliessen verträge über 2 Jahre ab um an ein günstiges Smartphone zu kommen, sehen woanders ein besseres, wollen den anderen Vertrag vorzeitig! kündigen... und schwupps stehen da noch 20 Monatsbeiträge zu je zB 29,90€ aus. Plus dem neuen Vertrag, den sie klar online abgeschlossen haben.

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Ratzbär 30.06.2014, 20:59
84. Generation

Zitat von sysop
Das Smartphone verschlingt viel Zeit - und Geld. Zwei Drittel der jungen Schuldner in Deutschland kommen durch Telefon- oder Internetrechnungen in die Miesen. Das Minus ist durchschnittlich doppelt so hoch wie ihr Netto-Einkommen.
*he, he, he*: Generation Doof kommt im Leben an ... ^^ So ist das, wenn das Leseverstehen (Vertragstext bzw. Tariferläuterung) nur noch als rudimentärer Rest der Allgemeinbildung vorhanden ist; maximal noch die Grundrechenarten mit ganzen, natürlichen Zahlen beherrscht wird.

Aber Hauptsache die Welt volldröhnen mit nutzlosen Informationen über Stuhlgang, dzt. Aufenthaltsort und überhaupt Lebenszeichen jedweder Art. Das Smarphone als ständig in der Hand gehaltenes Ersatzhin mit Dauerberieselung: Einatmen - Ausatmen!

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großwolke 30.06.2014, 22:18
85.

Der Grundtenor der Kommentare sagt zumindest aus, dass die meisten hier durchaus mit ihrem Geld umgehen können, das ist schonmal schön. Wer aber schon einmal das "Glück" hatte, mit einer an sich noch verkraftbaren Forderung an ein Inkasso-Unternehmen weitergereicht zu werden, der kennt die Forderungen, die da schnell auflaufen, und dann sind auch die angegebenen Summen schnell erreicht, selbst wenn es nicht das allerneueste Handy war und der junge Käufer beim Vertragsabschluss eigentlich eine realistische Perspektive hatte, die Last zu stemmen.

Ich für meinen Teil hab mir vor drei Jahren mein erstes Smartphone bar gekauft und würde es auch nie wieder anders machen, weil die Preisaufschläge, die die Telefonanbieter für den Ratenkauf über den Vertrag nehmen, doch schon dörbst sind (ca. 25 % über Versandhandel-Preisen), aber die Möglichkeit hat eben nicht jeder, genausowenig wie einen sicheren Job.

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Phallus_Dei 30.06.2014, 22:40
86.

Zitat von gustavsche
Man braucht kein Smartphone, um mitreden zu können. Ich habe auch erst seit wenigen Wochen eines. Ich bin Informatiker, auf mich übt es wenig Faszination aus. Es ist halt ein kleiner, aber unhandlicher Computer. Größere Geräte ziehe ich vor. Beim Kauf des Smartphones hatte ich eine ganz bestimmte App im Hinterkopf (Ansteuerung meiner Yamaha Pianocraft), zudem sollte es Dual-Sim-fähig sein. Schön ist es natürlich, wenn ich das eine oder andere Knobelspiel damit spielen kann. Aber surfen werde ich damit kaum. Bislang nur über das heimische WLAN, zu Testzwecken. Mein Smartphone hat 69 € gekostet und telefoniert wird über Simyo und dort zahle ich weniger als 30 € pro Jahr.
Sie sitzen den ganzen Tag vor dem Rechner. Ich auch. Whats App läuft bei mir nicht nur zuhause, sondern auch im Büro unter Windows in einer Android-VM, alles andere (Mail, Facebook etc.) im Browser. Der Großteil der Menschen kann bzw. darf sich auf dem Firmenrechner aber keine VM installieren und darf den Bürorechner nicht einmal privat benutzen. (Es gibt Firmen, in denen das überwacht wird.) Andere sind den ganzen Tag beruflich unterwegs oder haben in der Firma gar keinen Onlinezugang, möchten aber trotzdem nicht 9 oder 10 Stunden (Arbeitszeit + Arbeitsweg) von ihren Freunden und Bekannten abgeschnitten sein. Unter solchen Umständen hätte ich mir auch schon längst ein gutes Smartphone mit Datenflat zugelegt. Ich habe ein altes, unzerstörbares Smartphone mit Windows Mobile, nutze es aber nur als Walkman, Wecker und für Sprachtelefonie mit einer Prepaid-Karte auf Reisen. Mir reichen 20 € Guthaben für ein Jahr, und auf dem Arbeitsweg, im Supermarkt und Biergarten oder am Strand muss ich nicht einmal erreichbar sein. Aber man kann seine eigenen Bedürfnisse nicht einfach als Maßstab für andere nehmen.

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Mans Heiser 01.07.2014, 12:34
87.

Zitat von sysop
Das Smartphone verschlingt viel Zeit - und Geld. Zwei Drittel der jungen Schuldner in Deutschland kommen durch Telefon- oder Internetrechnungen in die Miesen. Das Minus ist durchschnittlich doppelt so hoch wie ihr Netto-Einkommen.
Wohl eher "Deppenfilter Smartphone".
Man kriegt was gescheites für unter 200€ und auch genug Datenflats für unter 10€ im Monat. Wie man sich da verschulden kann, ist mir ein Rätsel.

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Mans Heiser 01.07.2014, 12:45
88.

Zitat von abby_thur
Sogenannte App-In-Käufe bzw. ungewollt abgeschlossene 3.Anbieter-Dienstleistungen. Es gibt (und jetzt bitte nicht lachen) im Play Store ein Spiel, wo man das Handy schütteln muss, damit Brüste auf dem Bildschirm wackeln - im Hintergrund lädt man sich während des Schüttelns ein 3.Anbieter-Abo runter, welches 20€/Monat kostet. Habe letztes Jahr für einen Mobilfunkanbieter an der Hotline gesessen und habe dies immer wieder mitbekommen. Oder auch das Eltern für ihre Kids Verträge machen ohne Datenflat, dass Kind aber das Internet nutzt. In einem speziellen Fall kamen somit 8.000€ zustande, die wir allerdings gutgrschrieben haben, als sie den Vertrag auf einen Smartfonetarif upgedradet haben.
Tja, wie so oft: der Fehler bedient gerade das Gerät, versuchen sie es später nochmal. Wer zu blöd ist, sein Telefon gescheit einzustellen, sich darüber zu informieren oder sich einfach mal zu fragen woher denn das ganze kostenlose Zeug kommen soll, ist selbst Schuld.

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abby_thur 01.07.2014, 13:29
89.

Zitat von Mans Heiser
Tja, wie so oft: der Fehler bedient gerade das Gerät, versuchen sie es später nochmal. Wer zu blöd ist, sein Telefon gescheit einzustellen, sich darüber zu informieren oder sich einfach mal zu fragen woher denn das ganze kostenlose Zeug kommen soll, ist selbst Schuld.
Eben nicht! Das hat nichts mit "selber Schuld" zu tun. Diese 3.Anbieter sind teilweise in ganz normalen Apps "versteckt".
Grade Neulinge wissen das gar nicht.

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