Forum: Wirtschaft
Unternehmen ohne Wachstum: Wenn weniger mehr bringt

Wachstum gehört zur Marktwirtschaft? Nicht bei Susanne Henkel. Die Unternehmerin verzichtet auf den einen oder anderen Kunden. Ihren Leuten zahlt sie anständige Löhne, die Rendite stimmt trotzdem.

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jujo 25.12.2013, 17:44
20. ....

Zitat von sysop
Wachstum gehört zur Marktwirtschaft? Nicht bei Susanne Henkel. Die Unternehmerin verzichtet auf den einen oder anderen Kunden. Ihren Leuten zahlt sie anständige Löhne, die Rendite stimmt trotzdem.
Wenn ich die Beiträge so lese verstehe ich die offene und auch verklausolierte Kritik nicht. Diese Frau ist nur ihren Mitarbeitern und ihrem Betrieb verantwortlich, nicht mehr aber auch nicht weniger!
Wie andere handeln muss sie doch nicht weiter kümmern

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BettyB. 25.12.2013, 18:18
21. Tolle Frau. Klingt gut, aber...

Unter Wachstum, muss Qualität selbstverständlich nicht leiden. Noch höher Spannen können Gewinn sichern. Lizenzvergabe ist eine Form des indirekten Wachstums bei Risikominimierung. Wer ist ihr Nachfolger, wenn sie morgen umkippt?

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oxybenzol 25.12.2013, 19:18
22.

Zu den vielen negativen Kommenatren fällt mir folgende Geschichte ein.

Ein Fischer sitzt am Kai und schaut den Wellen zu. Ein Mann kommt hinzu und fragt den Fischer, warum er nicht arbeitet. Darauf antwortet der Fischer, dass er am Morgen schon genug Fisch gefangen hat. Darauf antwortet der Mann dem Fischer, dass er doch noch 2 oder 3 mal rausfahren könnte und mit dem zusätzlichen Geld irgendwann ein zweites Boot kaufen könnte. Und wenn er dann so weiter macht, hätte er irgendwann eine ganze Flotte von Fischerbooten. Darauf der Fischer, "Warum sollte ich das tun?". "Damit sie dann irgendwann nicht mehr selbst Fisch fangen müssen und sich entspannt zurück lehnen können", entgegnet der Mann. "Warum sollte ich das tun, wenn ich doch schon jetzt diese Freiheit genießen kann?"


Leben wir um zu arbeiten oder arbeiten wir um zu leben?

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h0wkeye 25.12.2013, 19:19
23.

Den Kritikern hier, die nicht verstehen können, ja es für unredlichhalten, auf Wachstum zu verzichten empfehle ich die Lektüre der "Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral." Die ist von Heinrich Böll und - ja, obwohl er Literaturnobelpreisträger ist - damit natürlich auch allerhöchst sozialismusverdächtig. Der Mann hat ja schließlich die SPD unterstützt. Und das, als die ihr Wachstumspotenzial noch nicht in der sog. "Mitte der Gesellschaft" sah.

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Join_Me 25.12.2013, 19:45
24.

Zitat von sysop
Wachstum gehört zur Marktwirtschaft? Nicht bei Susanne Henkel. Die Unternehmerin verzichtet auf den einen oder anderen Kunden. Ihren Leuten zahlt sie anständige Löhne, die Rendite stimmt trotzdem.
Die Mitarbeiter reparieren den Drucker mit Ersatzteilen von eBay?
Sorry aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das lohnt.
Zum einen kosten Office Drucker (große Drucker für 1Mio+ Ausdrucke/Kopien) sehr viel Geld, deswegen kauft man die Wartung/Instandsetzung zum Produkt. Denn nur ausgewiesene Service Techniker des Herstellers haben genug KnowHow zum reparieren.
Zum anderen sind kleinere Drucker kaum zu reparieren, zumindeste habe ich noch nie erlebt, dass es nicht günstiger war einen neuen zu kaufen. (Effizienz + Energiekosten)

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Niederbayer 25.12.2013, 19:54
25.

Zitat von oxybenzol
Zu den vielen negativen Kommenatren fällt mir folgende Geschichte ein. Ein Fischer sitzt am Kai und schaut den Wellen zu. Ein Mann kommt hinzu und fragt den Fischer, warum er nicht arbeitet. Darauf antwortet der Fischer, dass er am Morgen schon genug Fisch gefangen hat. Darauf antwortet der Mann dem Fischer, dass er doch noch 2 oder 3 mal rausfahren könnte und mit dem zusätzlichen Geld irgendwann ein zweites Boot kaufen könnte. Und wenn er dann so weiter macht, hätte er irgendwann eine ganze Flotte von Fischerbooten. Darauf der Fischer, "Warum sollte ich das tun?". "Damit sie dann irgendwann nicht mehr selbst Fisch fangen müssen und sich entspannt zurück lehnen können", entgegnet der Mann. "Warum sollte ich das tun, wenn ich doch schon jetzt diese Freiheit genießen kann?" Leben wir um zu arbeiten oder arbeiten wir um zu leben?
Die meisten wollen nur arbeitenn um zu leben, aber Kohle bekommen als würden sie leben um zu arbeiten. Der Fischer in dem Beispiel wäre rein rechnerisch bestimmt unter Mindestlohn.

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alafesh 25.12.2013, 20:07
26.

Zitat von sysop
Wachstum gehört zur Marktwirtschaft? Nicht bei Susanne Henkel. Die Unternehmerin verzichtet auf den einen oder anderen Kunden. Ihren Leuten zahlt sie anständige Löhne, die Rendite stimmt trotzdem.
Diese Frau kennt vor allem Ihren Betrieb aus dem Eff-eff und versteht etwas von der Produktion und den Produkten. Wo sonst ahnungslose Geschäftsführer den Arbeitern und Angestellten das Leben schwer machen, ohne sich je blicken zu lassen oder eine Ahnung von den Arbeitsabläufen zu haben (geschweige sich dafür zu interessieren)

Ihre Angestellten werden sicher auch überdurchschnittlich effektiv arbeiten (können). Geringer Krankenstand, Probleme ansprechen (man wird ja gehört) oder selbständig lösen, kein Gezicke und Gebeiße unter den Kollegen. Mit so einer Firma kann man sich identifizieren, ihr ist man gerne treu, da wird dann auch kein Material geklaut. Ein ganzer Rattenschwanz an Positivem für Geschäft und Mensch hängt an solch Führungsverhalten.

Ich kenne leider, leider viele Negativbeispiele, wo (mutmaßliche) Kokser in Nadelstreifen die Firmengeschicke in der Hand haben, die nix als Irgendwas-mit-Wirtschaft studiert haben und eigentlich erstmal als Praktikant alle Abteilungen durchlaufen müßten.Die reiten in sadistischer Weise den wahren Leistungsträgern auf dem Buckel herum- und ahnen gar nicht, wie sehr sie der Firma damit schaden.

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großwolke 25.12.2013, 20:09
27. optional

Klingt ja wie ein schönes Weihnachtsmärchen, der Artikel. Was man bei so einer Geschichte im Auge behalten muss, ist das Risiko, aus dem Markt gedrängt zu werden. Unternehmen wachsen ja nicht nur deswegen, weil obendran der machtgeile Gründer die Weltherrschaft anstrebt. Oft genug geht es dabei darum, den Marktbedarf am eigenen Produkt zu sättigen, bevor das irgendjemand anders im schlimmsten Falle besser und/oder billiger hinbekommt. Frau Henkel hat offenbar das Glück, eine werthaltige Marke mit Tradition zu verwalten, sowas ist streckenweise schon mal ein Selbstläufer. Nicht jeder Unternehmer in ist in dieser Position. Mein Big Boss zum Beispiel. Wenn wir es nicht hinkriegen, den Bedarf unserer größeren Kunden zu decken, dann macht der Kunde das einfach selbst. Komplett. Für immer. Das im Artikel ist also ein nettes Beispiel dafür, wie es, unter den richtigen Voraussetzungen, laufen kann. Weder muss, noch sollte.

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mepahoo 25.12.2013, 20:12
28. @Interessierter Laie: Ihre Logik ist fehlerhaft

Zitat von interessierter Laie
Kein Wachstum mehr? sehr gute Idee. nur gut das die anderen Lieferanten nicht so denken sonst würden die abgewiesenen Kunden keine Liegen bekommen. die glücklichen die beliefert werden erhöhen die Preise und das Bad mit Liege ist ein Luxus den nur noch eine kleine Elite genießen kann. Klingt irgendwie wie Sozialismus oder nicht?
Die Entwicklung verliefe eben nicht so, wie sie es darstellen. Ein anderes mittelständisches Unternehmen könnte die Chance erkennen, Liegen vergleichbarer Qualität herstellen und sich aufgrund der Nachfrage am Markt etablieren. Sichere Arbeitsplätze würden entstehen. Und Vielfalt - es gibt nicht nur die eine Liege, sondern viele. Das ist kein Sozialismus, sondern Marktwirtschaft, von der jeder etwas hat.
Anders bei den rein wachstumsorientierten Großkonzernen. Die versuchen jede Firma, die ein Konkurrenzprodukt herstellt aufzukaufen oder aus dem Rennen zu werfen um eine Monopolstellung zu erhalten. Und dann selbst an der Preisschraube drehen.

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interessierter Laie 25.12.2013, 20:20
29. ganz einfach...

Zitat von helika
Da grast ein Unternehmen nicht den gesamten Markt ab, sondern lässt auch Platz für Konkurrenten (und vermittelt den abwandernden Kunden sogar noch, wo sie neue Vertriebspartner finden) - und das soll dann etwas schlechtes sein?
Klingt schon toll, aber die Konkurrenten sind offenbar zu einer Ausweitung bereit - deshalb ist es auch kein Problem. Wären die genauso eingestellt, wäre einer der wichtigsten Vorteile des (in diesem Forum) so ungeliebten Marktes, die Anpassung des Angebots an die Nachfrage, dahin. Genau dadurch werden aber Engpässe kompensiert. Wenn sich alle Unternehmen einer Ausweitung verweigern, ist das Ergebnis dasselbe wie im Sozialismus - Unterversorgung. Stellen Sie sich vor es geht statt um Liegen um Medikamente gegen eine Epedemie oder Streusalz in einem strengen Winter und alle Hersteller sagen: "Wir wollen nicht mehr Stress!" Dann gibt es einfach nicht genug. Kann sein dass die Unternehmen dennoch monetär "wachsen", weil dann ein Run auf die zu geringe Produktion stattfindet, die Preise steigen und wer das nötige Geld nicht hat, geht schlicht leer aus. Es gibt sogar einen Namen für eine solche Konstellation - allerdings weniger durch Stressvermeidung als durch Gewinnmaximierung motiviert - ein Kartell! Da legen Unternehmen gemeinsam Produktionsquoten fest, die insgesamt den Monopolgewinn garantieren und die sind deutlich geringer, als in einem echten Markt. Weil das nicht im nicht im allgemeinen Interesse ist gibt es das Kartellrecht und Regulierung in vielen Märkten, die zu einer solchen Konstellation tendieren. Stromversorger, Telekommunikationsunternehmen, die Bahn und viele andere werden dabei gezwungen eine Grundversorgung zu garantieren also mehr anzubieten, als zur Gewinnmaximierung nötig wäre!!!

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