Forum: Wirtschaft
Urabstimmung bei GDL: Lokführer stimmen für Streik bei der Bahn
DPA

Bei der Deutschen Bahn droht ein neuer Ausstand. In einer Urabstimmung votierten die Mitglieder der Gewerkschaft GDL mit großer Mehrheit für einen Streik.

Seite 10 von 11
khb1 03.10.2014, 18:31
90.

@Kaffee Wien:
Ich war bereits mehrfach in einem Führerstand eines ICE. Und am Ende ist es mehr als Knöpfchen drücken. Ich finde es richtig, dass für das Führen eine Triebfahrzeugs eine mehrjährige Ausbildung von Nöten ist. Sicherlich ist der Beruf anlernbar, die Feinheiten des Berufs, das Verhalten bei Störungen ist im Rahmen des Anlernprozesses aber nicht möglich.
Ich höre oft genug, dass angelernte Triebfahrzeugführer fast schon katastrophale Fehler machen, weil es Unregelmäßigkeiten im Fahrtverlauf gibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Robert_Rostock 03.10.2014, 19:26
91.

Zitat von prince62
Immer wieder schön zu lesen, daß in Deutschland das Wort Solidarität der arbeitenden Klasse nur eine hohle Phrase ist und sonst nix. Der deutsche Michel und seine Hilde werden seit 20-25 Jahren von den neoliberalen Dummschwätzern und seinen gekauften Politikern ausgebeutet und für dumm verkauft, der deutsche Michel und seine Hilde finden das gut und wählen die dafür verantwortlichen Politikerverräter äh -vertreter mit ca. 85% der Stimmen alle Jahre wieder, der deutsche Michel und seine Hilde werden von oben runter in den Staub und Dreck gedrückt und der deutsche Michel und seine Hilde finden das auch noch gut. Seit Napoleons abfälligem Satz über die Obrigkeitshörigen dummen Deutschen hat sich nichts, aber auch gar nichts daran geändert.
Die GDL-Lokführer habens gerade nötig, sich über fehlende Solidarität zu beklagen. Wo ist denn die Solidarität der Lokführer mit den Bahnern, die nicht an solchen Schlüsselstellen arbeiten wie die Lokführer? Wo ist z.B. die Solidarität der Lokführer mit den Mitarbeitern der Reisezentren? Können die auch so wirkungsvoll streiken wie die Lokführer? Wenn die Fahrkarteinverkäufer streiken, werden halt die letzten paar verbliebenen reisezentren auch dichtgemacht und durch Automaten ersetzt bzw. outgesourct.
Früher war es mal so, dass diejenigen an mächtigen Positionen (wie Lokführer) für die anderen Beschäftigten ihres Betriebes mitgekämpft haben.

Abgesehen davon hat es nicht das geringste mit Solidarität zu tun, wenn man alle anderen als dumme, obrigkeitshörige Michel und Hildes beschimpft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wauz 03.10.2014, 22:34
92. Die Solidarität der GdL

Zitat von Robert_Rostock
Die GDL-Lokführer habens gerade nötig, sich über fehlende Solidarität zu beklagen. Wo ist denn die Solidarität der Lokführer mit den Bahnern, die nicht an solchen Schlüsselstellen arbeiten wie die Lokführer? Wo ist z.B. die Solidarität der Lokführer mit den Mitarbeitern der Reisezentren? Können die auch so wirkungsvoll streiken wie die Lokführer? Wenn die Fahrkarteinverkäufer streiken, werden halt die letzten paar verbliebenen reisezentren auch dichtgemacht und durch Automaten ersetzt bzw. outgesourct. Früher war es mal so, dass diejenigen an mächtigen Positionen (wie Lokführer) für die anderen Beschäftigten ihres Betriebes mitgekämpft haben. Abgesehen davon hat es nicht das geringste mit Solidarität zu tun, wenn man alle anderen als dumme, obrigkeitshörige Michel und Hildes beschimpft.
zeigt sich darin, dass sie alle Bahner aufnehmen, seitdem dieser Pfündensicherungsvertrag der EVG ausgelaufen ist.

Warum streiken die GdL-Mitglieder. die EVGler aber nicht?
Weil sie von ihrer Führung noch nicht einmal zu einer Urabstimmung aufgerufen werden.
Es wird nicht mehr lange dauern, da geht die EVG ein wie ein Primelchen, das kein Wasser bekommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
blechbahner 04.10.2014, 00:17
93.

Wir denken doch an die anderen Mitarbeiter der DB.
Nachdem wir 2007 einen viel besseren Tarifabschluss als
die Transnet erstreikt hatten, wurde nachverhandelt und so hatten alle Mitarbeiter etwas von unserem Streik.
Die große Gewerkschaft kann es nicht und will es nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
prince62 04.10.2014, 09:28
94. Die großen Gewerkschaften können schon, wollen aber nicht.

Zitat von blechbahner
Wir denken doch an die anderen Mitarbeiter der DB. Nachdem wir 2007 einen viel besseren Tarifabschluss als die Transnet erstreikt hatten, wurde nachverhandelt und so hatten alle Mitarbeiter etwas von unserem Streik. Die große Gewerkschaft kann es nicht und will es nicht.
Einspruch, die große Gewerkschaft kann es und will es nicht.

Erlebe tagtäglich die "Mitarbeitervertretung" der EVG-Apparatschiks, bzw. eben die Nicht-Mitarbeitervertretung, die sind nur noch für sich selber da und einmal im Jahr, kurz vor Wahlen wird das gemeine arbeitende Volk besucht und soll mit Glasperlen sprich Kugelschreiber und Feuerzeuge bei Laune gehalten werden,

ansonsten jegliche Vertretung Fehlanzeige, man meidet den arbeitenden Teil der Bahn AG wie der Teufel das Weihwasser, schließlich will man es sich nicht mit dem jeweiligen Chef verderben, wenn die Betriebsratskarriere wider erwarten mal zu Ende ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ketzerei 04.10.2014, 09:45
95. Solidarität

ist ein großes Wort das meistens dazu dient, Verstaendnis fuer eigensüchtiges Verhalten einzufordern.
Die Macht der Lokfuehrer, Tarifabschlüsse durchzusetzen, die über dem Durchschnitt liegen, wird dazu führen, dass die Fahrpreise entsprechend steigen. Berufsgruppen mit weniger Macht und geringeren Abschluessen müssen dann einen groesseren Anteil Ihres Einkommens fuer die Bahnfahrt aufwenden, sofern sie auf die Bahn angewiesen sind. Als freies Spiel der Kraefte am Markt kann ich das akzeptieren. Dann aber noch Solidaritaet einzufordern, ist einfach nur dummdreist!!
Oh, ich vergaß, die Gewerkschaften sind ja die Guten. Markt- oder neoliberal (bei den Gutmenschen ein Schimpfwort) und böse sind ja immer die Anderen und nie die Linken.
Fleischhauer, übernehmen Sie!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kaffee Wien 04.10.2014, 14:54
96. Hier zeigt es sich -

Zitat von prince62
Einspruch, die große Gewerkschaft kann es und will es nicht. Erlebe tagtäglich die "Mitarbeitervertretung" der EVG-Apparatschiks, bzw. eben die Nicht-Mitarbeitervertretung, die sind nur noch für sich selber da und einmal im Jahr, kurz vor Wahlen wird das gemeine arbeitende Volk besucht und soll mit Glasperlen sprich Kugelschreiber und Feuerzeuge bei Laune gehalten werden, ansonsten jegliche Vertretung Fehlanzeige, man meidet den arbeitenden Teil der Bahn AG wie der Teufel das Weihwasser, schließlich will man es sich nicht mit dem jeweiligen Chef verderben, wenn die Betriebsratskarriere wider erwarten mal zu Ende ist.
- das Separatistengelaber um eigene Spezialinteressen jenseits der Realität. Das Wort Fahrgäste kommt darin nicht vor. Hauptsache, die können irgendeinen internen Quark breittreten und das auf dem Rücken der Fahrgäste. Es müssen endlich starke Gesetze gegen diese Separatisten von der GDL geschlossen werden, damit diese nicht zu jeder Zeit und jedes Jahr wieder streiken können, um interne Querelen an die Öffentlichkeit zu bringen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wolfgang Höfft 05.10.2014, 01:05
97. Nur wer Schaden um des Schadens willen will, wird einen Sinn im Streik sehen

Zitat von wauz
"Dass ein Streik Auswirkungen hat, gehört dazu. Sonst wären Streiks ja sinnlos."
Streiks sind in der Tat sinnlos, und zwar gerade wegen ihrer Auswirkungen:

Die deutschen Streiks lösen in Deutschland Auflösung und Verhinderung von Arbeitsplätzen aus, sorgen dafür, daß internationale Investitionsentscheidungen gegen Deutschland getroffen werden, und sorgen innerhalb Deutschlands für Preissteigerungen in den von derzeit ca 70.000 registrierten Tarifverträgen betroffenen Unternehmen, die in ihrer volkswirtschaftlichen Gesmtheit als Geldentwertung bzw. Inflation wahrgenommen wird und jeden, auch jeden Streikbegeisterten, trifft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schustea 06.10.2014, 12:56
98. Egotrip der Lokführer kann sich kaum ein anderer Arbeitnehmer erlauben

Lokführer haben viel Verantwortung, benötigen aber nur eine geringe Qualifikation.
Fremdsprachenkenntnisse, Teamfähigkeit, und kontinuierliche Weiterbildung, das hält sich beim simplen Bedienen einer Lok in Grenzen.
Die überwiegende Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung hat keine Möglichkeit, den Arbeitgeber auf derart dreiste Weise so zu erpressen, wie es im Moment durch die GDL medienwirksam veranstaltet wird.
Hier hat sich eine kleine Gruppe von Personen an fette Gehaltssteigerungen gewöhnt und kennt ganz offensichtlich kein Maß mehr.
Sofern ein Arbeitnehmer in einem normalen Betrieb auf die Idee kommt, zu streiken, weiss er, dass Tausende Arbeitssuchende bereit sind, sofort seinen Platz einzunehmen.
Insofern würde die Lage deutlich entspannt werden, wenn die Deutsche Bahn schneller und leichter auf adäquates Ersatzpersonal zugreifen könnte.
Der Beruf des Lokführers sollte aber auch nicht mehr wie bisher übermäßig abgeschottet werden. Man muss sich fragen, ob hier wirklich eine 3 jährige Ausbildung notwendig ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
murrle01 24.10.2014, 10:53
99. Ihr

von Ahnungslosigkeit! Warum schreiben so viele Foristen über einen Beruf den sie nicht kennen?
Das "simple" Bedienen eines Triebfahrzeugs oder Zuges ist weit aus komplexer und schwieriger als Sie sich das je vorstellen können. Was es bedeutet mehrere tausend Tonnen am Haken zu haben, ggf. mit Flüssigkeiten die beim Bremsen Zerrungen im Zugverband verursachen können, falsches Anfahren kann zu Zugtrennungen
führen, usw. Das alles benötigt Wochen, zu erlernen, wobei es manche nie richtig schaffen. Was es bedeutet stundenlang im Nebel mit hoher Geschwindigkeit ohne Sicht zufahren, mit erhöhtem Puls... Die geringe Qualifikation ist auch nicht richtig. Einige Kollegen haben Ausbildung auf einem Dutzend unterschiedlichen Baureihen, alle mit Extraausbildung und Prüfungen. Und ohne Qualifikation wäre der schwierige Betriebsdienst, die Signalkunde und Bremstechnik nicht begreifbar.
(meine komplette Ausbildung in den 35 Jahren betrug mehr als 4 Jahre, zusätzlich zur damals nötigen abgeschlossenen Techniklehre.)
Und was Sie Egotrip nennen, ist eine mehr als berechtigte Forderung. Denn der Nachteil des absolut unregelmäßigen Dienstes, der so bei keiner anderen Berufsgruppe vorhanden ist, bringt es auch mit sich, das in der Familie keine Ehefrau mitarbeiten kann, um wie bei anderen ein weiteres Zubrot zu verdienen. Mein damaliges Gehalt war wesentlich besser, daher kann ich die heutigen Kollegen mehr als verstehen.
Das alles sollten Sie berücksichtigen, bevor Sie etwas verurteilen, von dem Sie nicht die geringste Ahnung haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 11