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Urteil: Burger-King-Wirt muss Rabattaktionen hinnehmen
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In Berlin hat ein Restaurantbetreiber von Burger King versucht, sich gegen Sonderpreise der Muttergesellschaft zu wehren - weil er damit Verluste machte. Vor Gericht ist er nun gescheitert.

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spigalli 08.11.2019, 19:45
1. Nicht dass es schade darum wäre,...

...wenn die Anzahl der fast- nicht Fast-(!) Food-Restaurants auf 0 sänke, weil sie sich nicht lohnen. Bedenklich ist aber, dass es offenbar rechtmäßig sein soll, wenn Franchise-Geber die Kosten (Lizenzgebühren, Ausstattung und Einkaufspreise) nahezu beliebig festlegen können und gleichzeitig die Gewinnspanne deckeln. Das scheint ja schon schlimmer als die Zustände wie im Geschäft mit Vandalismusversicherungen, chinesischem Fischfutter oder italienischem Fruchteis, wo jeder Wirt wenigstens noch die Freiheit hat, seine Verkaufspreise und Gewinnspanne selbst frestzulegen.

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svoop 08.11.2019, 19:46
2. Das Urteil ist so krank...

wie einen das Futter von diesem Burgerbrater auf lange Frist macht. Bemerkenswert, wie aus einer "unverbindlichen Preisempfehlung" (wird in Werbespots ja immer brav und mikroskopisch klein dazugeschrieben) in der Praxis eine "nur nach unten unverbindliche Preisempfehlung" wird. Ich kann dem Franchisenehmer nur empfehlen, seinen King zu schliessen und stattdessen ein echtest Restaurant zu eröffnen, dann ist er auch ein echter Wirt.

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kahabe 08.11.2019, 19:47
3. Frage

Wieso heisst es in der Werbung bei Rabattaktionen immer: Bei mitmachenden Anbietern. Oder haben die Amerikaner (Mag ich persönlich nur weiß beschichtet. Hamburger esse ich nicht!) diesen Passus nicht in der Werbung. Was dann auf Knebelvertäge hinausliefe, meines Erachtens.

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promoexxl 08.11.2019, 19:55
4.

Ich entschuldige mich im Voraus für meine Dummheit, aber kann jemand erklären wie die Umsätze steigen können, während der Gewinn fällt, wenn die Material- und Personalkosten gleich bleiben? Es ist ja nun vermutlich nicht so dass der berechnete Umsatz des aktionsburgers faktisch auf dem alten Preis bleibt, für den Gewinn dann aber der rabattpreis berücksichtigt wird, oder läuft das bei BK so???

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meimei 08.11.2019, 20:23
5.

Zitat von promoexxl
Ich entschuldige mich im Voraus für meine Dummheit, aber kann jemand erklären wie die Umsätze steigen können, während der Gewinn fällt, wenn die Material- und Personalkosten gleich bleiben? Es ist ja nun vermutlich nicht so dass der berechnete Umsatz des aktionsburgers faktisch auf dem alten Preis bleibt, für den Gewinn dann aber der rabattpreis berücksichtigt wird, oder läuft das bei BK so???
Nun ja, die Kunden die eh hingegangen wären, essen günstiger. Und dann kommen natürlich mehr Kunden, da es *heute* günstig ist. Das kann schnell zu höheren Umsätzen führen. Das heißt gegeben falls mehr Personalkosten, und definitiv mehr Materialkosten. Wenn BK Lizenz xyz-Gesellschaftsform nun auf den Umsatz einen Prozentsatz vertragt zugesichert ist, schauen diese natürlich nur auf den Umsatz und scheren sich einen Dreck um die Rendite der Franchisenehmer. Das würde ja auch erklären, warum der Franchisegeber die Aktionen fährt.
Ich bin zwar Nutznießer aber finde das Urteil krank. Was rauchen die da. Naja, die Urteilsbegründung wäre interessant, wird man auf SPON aber wohl nicht finden. Muss man sich eine Erinnerung machen und selber später suchen.
Ich habe mich schon immer gefragt, warum man Franchisenehmer wird. Alle Risiken scheinen beim Nehmer, inkl. Risiko, wenn’s dem Geber schlecht geht… und aus dem Vertrag raus geht nicht zu leicht, und Gerätschaften und Logos, Mobiliar kann nicht wiederverwendet werden…

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s.dade 08.11.2019, 20:24
6. Mehr Umsatz

Durch vorgegebene Rabatte verkauft der Wirt mehr als doppelt so viele Menüs als ohne Rabatt, dadurch steigt der Umsatz für mehr Einsatz an Lebensmittel und ggf. auch Personal, was den Gewinn schmälert. Und da BK am Umsatz und nicht am Gewinn beteiligt ist, machen die ein doppelt gutes Geschäft, mehr verkaufte Rohmaterial und mehr Gebühren. Franchise ist ein ganz übles Konstrukt.

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markusma 08.11.2019, 20:36
7. @promoexxl: Ist doch im Text gut erklärt...

Billiger, mehr Leute kommen > Umsatz steigt

Und:
Weil VK Preis fast Selbstkostenpreis ist, weniger Gewinn trotz mehr Kunden.

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guest40233-98101 08.11.2019, 20:40
8. @4 mehr Umsatz und weniger Gewinn

das ist Grade das perfide: durch den deutlich niedrigeren Preis pusht BK die Verkaufszahlen ohne das der Betreiber signifikante Einsparen hat
mal als Beispiel: wenn normal 1000 @ 6.49 verkauft werden in der Aktion aber 2000@ 3.99 steigt der Umsatz, und der Betreiber legt vermutlich bei jedem Verkauf einpaar Cent drauf

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voiceecho 08.11.2019, 21:02
9. Bemerkenswerte Klage!

Die Gewinnspanne in der Systemgastronomie ist so hoch, dass auch bei einem Preis von knapp 4,00 € bei einem Menü auch ausreichend Gewinn bleibt.
Die Angebote in der Branche sind auch wichtig als Lockmittel, damit überhaupt die Leute in die Restaurants kommen.
Hinzu kommt auch, dass die vielen sogenannte add-on Käufe tätigen, also zum Sonderangebot andere reguläre Produkte kaufen und somit den Gewinn steigern!
Ohne die Rabatte werden die Gewinne erheblich sinken, da viel zu wenig Leute die Restaurants besuchen, dazu kommt es, das man damit auch Umsatz in schwachen Nebenzeiten sowie umsatzschwache Monate regeneriert.
Im Lebensmittel ist es auch ähnlich mit den Wochenangboten, die teilweise mit einer sehr geringen Gewinnmarge verkauft werden, um die Menschen in die Märkten zu locken!
Jeder „Händler“ oder „Betreiber“ dagegen geht, hat sein Handwerk nicht verstanden, daher ist Klage eher absurd und geschäftsschädigend!

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