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Urteil zum Frankfurter Nachtflugverbot: Viel Lärm, dann nichts
DPA

Darf am Frankfurter Flughafen auch nachts geflogen werden? Das Bundesverwaltungsgericht dürfte diese Frage am Mittwoch verneinen. Davon könnten nicht nur Frachtflüge betroffen sein - sondern auch Passagiere am frühen Morgen und späten Abend.

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MTMinded 04.04.2012, 10:16
120.

Zitat von alexreil
Schon mal ein paar Tage in Rüsselsheim und Umgebung verbracht? Da ist von morgens bis abends nur Lärm - auch ohne die neue Start/Landebahn. Da ist die Forderung nach einem Nachtflugverbot völlig legitim.
Ich habe 3 Jahre in Rüsselsheim gewohnt. Dachgeschoss -> dank bescheidener Isolierung nachts immer mit offenem Fenster. Die Flugzeuge konnte ich wunderbar ausblenden, da sie dank ihrer Regelmäßigkeit und meiner selektiven Wahrnehmung direkt im Filter landeten.
Der 20m entfernte Kirchturm hingegen, der mich JEDEN Sonntag morgen aus dem Schlaf gerissen hat, der war nicht ausblendbar.

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fxe1200 04.04.2012, 10:28
121. Genau richtig...

Zitat von wylly
damit die armen Deutschen Flughafenanwohner endlich ihre Ruhe bekommen sollte der Frankfurter Flughafen einfach geschlossen werden. Die 100 bis 300 Tsd Bürger, die dann ihr Einkommen verlieren, können dann endlich mit ihren Familien wirklich Ruhe genießen, 24 Stunden am Tag.
....die vom Einkommensverlust Betroffenen koennten dann die ganzen C02 Zertifikate, die nun nicht mehr benutzt werden, gewinnbringend verkaufen. Dann ist alles wieder im Lot und naechtens bleibt es ruhig.

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filder 04.04.2012, 10:33
122. Stimmt

Zitat von MTMinded
Es kann nicht sein, dass ganze Bevölkerungsgruppen sich Grundstücke zu Rhein-Main Gebiet unüblichen Dumping-Preisen in Einflugschneisen kaufen um sich DANACH über die Lärmbelästigung zu beschweren!
Sicher offenbaren Sie uns mal die Datenbasis, auf deren Grundlage Sie Ihre Behauptung über "ganze Bevölkerungsgruppen", die sich zu "Dumpingpreisen" Grundstücke kaufen, aufstellen. Oder machen Sie nur dicke Backen?

Übrigens: Warum kaufen Sie selbst nicht dort zum "Dumpingpreis"? Schließlich wird den lärmgeplagten Anwohnern - die übrigens wie zu erwarten gerade vom Bundesverwaltungsgericht Recht bekommen haben - auch dauernd der Umzug empfohlen. Haben Sie plötzlich keine Lust auf Einflugschneise mehr oder reicht Ihr Erspartes nicht mal für "Dumpingpreis"?

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MTMinded 04.04.2012, 10:51
123.

Zitat von filder
Übrigens: Warum kaufen Sie selbst nicht dort zum "Dumpingpreis"? Schließlich wird den lärmgeplagten Anwohnern - die übrigens wie zu erwarten gerade vom Bundesverwaltungsgericht Recht bekommen haben - auch dauernd der Umzug empfohlen. Haben Sie plötzlich keine Lust auf Einflugschneise mehr oder reicht Ihr Erspartes nicht mal für "Dumpingpreis"?
Immobillie leitet sich ab von Immobil -> da ich nicht weiss, wo ich in 10 Jahren sein werde, werde ich auch nichts kaufen.
Wie eben schon geschrieben, ich habe in der Einflugschneise gewohnt - weggezogen bin ich, weil der Job es erfordert hat.

Ansonsten bezog sich meine Aussage auf den Bebauungsplan „Meierhof“ in Flörsheim. Das die neue Bahn kommt, war bekannt als dort die Grundstücke veräussert wurden...

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SpitzensteuersatzZahler 04.04.2012, 11:21
124.

Scheinbar macht es mehr Spaß, sich einfach nur den ganzen Tag aufzuregen als mal die Konsequenzen zu ziehen und den Wortort zu wechseln, wenn man sich von dem Lärm belästigt fühlt.

Das Problem ist doch, dass die Fluggesellschaften - sollten Flüge zwischen 22-6 Uhr komplett wegfallen - ihre Flugzeuge (die nur Geld bringen, wenn sie fliegen) schon vor 22 Uhr wegparken müssen, damit morgens direkt um 6 losgeflogen werden kann.

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robr 04.04.2012, 12:19
125.

Zitat von horstbra
... Lösung: weiterer Ausbau der Regionalflughäfen; Verteilung der Belastung. Was haben wir, der einzelne Bürger davon, dass Frankfurt zu den größten in Europa gehört? Nichts!! Das Argument der Arbeitsplätze zählt hier nicht.
Steuergeldvernichtungsanlagen wie die Flugplätze von Hahn, Zweibrücken, Lübeck, Memmingen, Hof-Plauen, Kassel-Calden, Erfurt, Rostock, die Liste lässt sich fast beliebig verlängern, haben wir in Deutschland schon jetzt viel zu viele. Da will aber niemand hin.
Die Argumentation, Arbeitsplätze zählen nicht, ist mit allerdings neu. Sie sind wohl Rentner und ihr Geld kommt aus der Steckdose?

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rodion.arcus 04.04.2012, 13:07
126. rettungshubschrauber

[QUOTE=Grafsteiner;9949221]Düsenjet oder Hubschrauber?
Statt eines Nachflugverbots für die recht leise gewordenen Düsenjets mit ihren Manteltriebwerken wünsche ich mir die leisen Hubschrauber im Rettungseinsatz. Denn das ist nächtlicher Terror für tausende von Anwohnern, der nicht not tut.

quatsch. rettungsflieger fliegen auf sicht (cvfr; controlled visual flight rules). flüge nach eintritt der dunkelheit sind nur in ausnahmefällen möglich, nämlich dann, wenn ein rettungsflug bei tageslicht begonnen wurde und nun der abendliche rückflug zur klinik erforderlivh wird. und dabei geht es um menschenleben, das tut not.

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Lazarus Long 04.04.2012, 14:05
127. Stimmt....

Zitat von MTMinded
Ich habe 3 Jahre in Rüsselsheim gewohnt. Dachgeschoss -> dank bescheidener Isolierung nachts immer mit offenem Fenster. Die Flugzeuge konnte ich wunderbar ausblenden, da sie dank ihrer Regelmäßigkeit und meiner selektiven Wahrnehmung direkt im Filter landeten. Der 20m entfernte Kirchturm hingegen, der mich JEDEN Sonntag morgen aus dem Schlaf gerissen hat, der war nicht ausblendbar.
Zitat von fatherted98
...was für Arbeitsplätze denn? Zeitsklaven zu Niedriglöhnen....die können gerne verschwinden (werden sie aber nicht)...im übrigen: Kein einziger Arbeitsplatz wird wegen dem Nachtflugverbot am Fraport wegfallen...warum auch?...glauben Sie etwa das die Fracht die nach Deutschland soll nun nach Heathrow geht oder die Deutschen Exporteure ihre Fracht mit LKW nach Polen fahren und dort von Warschau aus starten - lächerlich?
...ERST sachkundig machen, DANN posten.
Natürlich geht die Fracht weder nach Heathrow (Fähre/Eurotunnel macht den Transfer zu teuer) noch nach Wahrschau. Die Fracht geht nach Amsterdam, Maastricht, Brüssel, und Lüttich.
Natürlich gibt es am Flughafen FRA niedrig bezahle Zeitarbeit. Es gibt aber auch eine hohe Anzahl gut bezahlter, interessanter Arbeitsplätze.
Der Luftverkehr ist - natürlich - auch vom Wetter abhängig. Bei wirdigen Witterungsbedingungen, insbesondere wenn im Winter enteist werden muss oder andere Bedingungen (z.B. ATC - Probleme) hinzukommen verzögern sich Flüge - mal mehr, mal weniger. Das an einem Weltflughafen wie FRA eine Verzögerung dazu führt, dass der Flug nicht mehr starten kann - das betrifft natürlich auch und gerade Passagierflüge) ist ein Witz. Bei dem Risiko sind Slots in der Zeit ab 9 Uhr uninteressant, und die LVG wird ehere einen Flug zu einem anderen europäischen Flughafen mit 24-Stunden-Betriebsgenehmigung anbieten.
Ich habe jahrelang in Raunheim und Kelsterbach gewohnt - konnte allerdings nicht feststellen, dass die Gemeinden am Lärmschutz interessiert waren. Meine Beschwerden über die permanent scheppernde S-Bahn verhallte ungehört (Nachtruhe unmöglich), und auch extremer Lärm aus einem Jugenzentrum (das eine Betriebsgenehmigung bis 10:30 hatte und i.d.R. bis 2 Uhr morgens SEHR laute Musik spielte) war für die Gemeinde Raunheim kein Thema das eine Intervention gerechtfertigt hätte.
Hier wird mit zweierlei Mass gemessen.
Hinzu kommt - und dies geht in der Diskussion völlig unter - dass bereits seit dem Ende der 90'er die wirklich lauten Flugzeuge (727,707 ohne Hushkits, IL96 etc. in FRA nicht mehr landen dürfen. Moderne Flugzeuge sind erheblich leiser als noch vor 20 Jahren... der Lärm hat, in absoluten Zahlen, sogar abgenommen (allerdings ist durch sich ändernde Anflugwege und eine insgesamt höhrere Anzahl von Flugbewegungen die Verteilung eine andere).
FRAPORT hat vorgesorgt...die konzentrieren sich auf ihre Flughafenbeteiligungen im Ausland und den Export des Know-How zum Betreibens eines Flughafens. LH wird (wie meistens) outsourcen und Personal abbauen und sich (weitere) Beteiligungen an strategisch interessanten ausländischen LVG's besorgen.
Verlierer ist das Rhein-Main-Gebiet und die Bürger und Unternehmen, die mittelbar oder unmittelbar durch den Flughafen leben. Aber was macht das schon, es gibt ja Opel, Höchst und die Commerzbank... .

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Lazarus Long 04.04.2012, 14:13
128. Ja ne, is klar, wa?

Zitat von Gebetsmühle
wie wärs einfach mit weniger fracht? das meiste zeugs, was aus der luft kommt, ist hoch subventionierter billigkram aus billigländern auf den man gut verzichten kann, wenn man nur will. für einen normalbetrieb reichen die flughäfen schon längst aus - erst recht vor dem hintergrund der energieverschwendung. es gibt kein anrecht darauf, dass man an jedem punkt deutschlands früh morgens eine frische rose für 1,80 euro kaufen kann, die am abend davor in kollumbien von jemand geschnitten wurde, der von 1,80 euro eine ganze woche leben muss. das ist purer luxuswahn auf ausbeutung beruhend, der sich sowieso nicht mehr lange halten läßt.
a) Wie können sich die "Billigländer" Subventionen für "Billigkram" leisten?
b) Waum sollten sie?
c) Wenn man die Kosten des Lufttransportes betrachtet, kann der "Billigkram" so billig nicht mehr sein (Transportkosten sind Bestandteil des Zollwertes).
d) Lt. IATA - WATS STatistik macht der Lufttransport ca. 2,5% (!) des weltweiten Transportvolumens aus, aber 30% der Weltwirtschaftsleistung.
e) Per Luft transportiert werden regelmässig u.a. verderbliche temperaturgeführte Pharmagüter und Radipharmazeutika mit sehr kurzer Halbwertszeit. Aber sind sind ja kerngesund und faktenresistent, oder?

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Lazarus Long 04.04.2012, 14:29
129. Öhh...

Zitat von backshop
Von oeko-sozialistischen ideologischen Fluglaermgegnern lebt kein einziger und das wird sich entsprechend raechen. Derlei Nachtflugverbote sind ein Fehler und sonst gar nichts. Schon ueberhaupt zu begrenzen ist Ausdruck anti-zivilisatorischen Verhaltens.
Ich bin auch gegen das Nachflugverbot. Mit Ihrer Argumentationsweise, lieber Mitforist, erweisen Sie allerdings der auch von Ihnen vertretenen Sachposition einen Bärendienst. Sie zementieren die ideologischen Gräben, ohne proaktiv in eine faktenorientierte Sachdiskussion einzusteigen.
Merke: Wie Sie in den (Bann)Wald hineinrufen, so schallt es heraus.
Was gesagt wird ist wichtig, aber WIE es gesagt wird noch wichtiger.
Belegen Sie mal einen Rhetorikkurs.

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