Forum: Wirtschaft
US-Botschafter-Treffen mit Autobossen: "Wir sind doch keine Bananenrepublik!"
REUTERS

SPD-Chefin Nahles ist verärgert über das Treffen deutscher Autokonzernchefs mit dem US-amerikanischen Botschafter Grenell. Verhandlungen über Zölle seien Sache der zuständigen Minister.

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sibbi78 08.07.2018, 10:43
30. Passend zur "Autokanzlerin"

und überaus der Automobilindustrie gewogenen Abgeordneten (in so ziemlich jedem Wahlkreis gibt es schließlich Industrie/Gewerbe mit "automobilem" Hintergrund!), haben wir auch eine offensichtliche Parallel-Regierung, die sich ausschließlich mit der Automobilindustrie und deren Wohlergehen befasst. In diesem Zusammenhang ist es erstaunlich, dass wir zwar einen Landwirtschaftminister aber keinen Automobilminister kennen...oder sind alle nebenbei...?

Dass die Frau Bundeskanzlerin dem ganzen Geschacher zwischen US-"Botschafter" und Automobindustrie derart tatenlos zuschaut, hat zwei Gründe: Erstens wäre sie über eine dergestalte Lösung, wie (angeblich) von Trump über seinen "Botschafter" angeboten, nicht sooo unglücklich und zweitens ist Frau Merkel schlicht derart politisch angeschlagen, dass sie es mit der mächtigen Automobilindustrie und auch nicht mit dem berechenbar unberechenbaren Trump aufnehmen könnte - Frau Merkel ist schlicht froh, wenn sie den Sommer als Kanzlerin übersteht. So etwas nennt man in der Politik neudeutsch "lame duck" und bedeutet, dass Frau Merkel in ihren freien Entscheidungen politisch so gut wie handlungsunfähig geworden ist.

Bedingt durch den Schaden, den ein ängstlicher, panischer Mann aus Bayern mitsamt seinem Trachtenverein angerichtet hat, sind Neuwahlen zurzeit nur für ein, zwei Parteien interessant. Und die, liebe Foristen, wollt ihr vermutlich alle nicht...

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pragmat 08.07.2018, 10:44
31. Nahles und der Zoll

Frau Nahles und ihre SPD können nicht einmal das Einmaleins ihrer EU. Denn die EU-Kommission ist für die Verhandlungen über Zölle = Einfuhrsteuern zuständig und nicht irgendein deutscher Minister.

Sie hätte wohl gerne, dass Deutschland etwas von den Steuern abbekäme, welche die EU auf US-Produkte erhebt. So aber wandert das Geld in den EU-Haushalt von Herrn Öttinger. Was die USA angeht, so füllt der Zoll die Staatskasse von Mr Trump.

Wer letztendlich die Zeche bezahlt, ist auch ausgemacht, entweder zahlen die Produzenten und Kaufleute, wenn sie die Steuern/Kosten nicht auf die Produkte umlegen, oder der Endverbraucher in den jeweiligen Importländern, wenn sich die Produzenten und Kaufleute schadlos halten und ihre Preise erhöhen. Und das wiederum setzt voraus, dass die Produkte auch weiterhin gekauft werden.

Bei der letzten Besteuerungsrunde von Mr Trump auf Importe im Wert von 34 Milliarden Dollar wird seine Staatskasse bei 25% Zoll eine Mehreinnahme von 8,5 Milliarden Dollar erzielen, wenn die Amerikaner auch weiterhin aus China kaufen. Damit kann der dann seine Farmer großzügig entschädigen, falls die ihre Sojabohnen nicht an den Mann bringen könnten.
Das zum Thema "Bestrafung der Wähler" von Mr Trump!

Bei einer Besteuerung der Automobilimporte in die USA käme sehr wahrscheinlich soviel Geld zusammen, dass nicht einmal das schlaue Kerlchen Grenell wüßte, was man damit anfangen soll.
Auf jeden Fall könnte Frau Nahles dann Nachhilfeunterricht in internationalen Handel bei ihm nehmen. Der wird wohl kostenlos sein.

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Neandiausdemtal 08.07.2018, 10:44
32. Das ist wirklich lächerlich.

Zitat von dermarkusb
Ist es verwunderlich, dass die Industrie die Sache selbst in die Hand nimmt, nachdem die zuständigen Minister nicht in der Lage sind, irgendwas in Hinblick auf den Zoll-Wahnsinn zu unternehmen? Gerade die SPD als angebliche Vertreterin der kleinen Leute sollte daran interessiert sein, dass Arbeitsplätze in der Autoindustrie erhalten bleiben. Denn soviel steht fest: Wenn die US-Zölle kommen, sind für unsere heimische Industrie die fetten Jahre vorbei und die Arbeitslosigkeit wird massiv steigen.
Mal abgesehen davon, dass die Autobande, die sich da mit Trumps Konquistador getroffen hat, nur noch mit Glück auf freiem Fuß ist und mit Erfolg den Ruf der deutschen Industrie schwer geschädigt hat, können diese Typen den Spieß einfach umdrehen. Die in den USA befindlichen Fabriken der deutschen Unternehmen können auch geschlossen und woanders wieder aufgebaut werden. Das wäre die Botschaft für den Botschaftsgehilfen.

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fotos 08.07.2018, 10:44
33.

Zitat von dermarkusb
Ist es verwunderlich, dass die Industrie die Sache selbst in die Hand nimmt, nachdem die zuständigen Minister nicht in der Lage sind, irgendwas in Hinblick auf den Zoll-Wahnsinn zu unternehmen? Gerade die SPD als angebliche Vertreterin der kleinen Leute sollte daran interessiert sein, dass Arbeitsplätze in der Autoindustrie erhalten bleiben. Denn soviel steht fest: Wenn die US-Zölle kommen, sind für unsere heimische Industrie die fetten Jahre vorbei und die Arbeitslosigkeit wird massiv steigen.
Was nimmt die Industrie den in die Hand ?
Die Zollgestaltung der EU?

Der Besuch bei diesem "Botschafter" war reine Höflichkeit.

Und eins sollte ihnen klar sein, wer sich von diesem Lügner Trump erpressen lässt, der hat verloren.

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eulenspiegel2014 08.07.2018, 10:46
34. selbstverständlich darf der Botschafter das

es ist sogar seine Aufgabe Hintergrundgespräche zu führen und alternative Gedanken zu hören und weiterzugeben. Weder gehören die Unternehmen dem Staat, noch agieren sie nur national. Also keine Aufregung!

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walldemort 08.07.2018, 10:51
35. Einbestellen. Ausweisen.

Wird Zeit, dass das Auswärtige Amt mit diesem wildgewordenen Cowboy mal ein paar grundlegende Aspekte seiner Stellenbeschreibung durchgeht. Für Kinderstube ist es ja leider schon zu spät.

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thermo_pyle 08.07.2018, 10:51
36. Natürlich...

...sind wir eine Bananenrepublik. Wie sonst könnte es sein, dass wir so viele Abgeordnete mit Nebenjobs haben ? Wie sonst könnte es sein, dass so viele Entscheidungen der Politiker am Volk vorbei und zu Gunsten der Industrie getroffen werden ? Ich habe eine Bitte an unsere Abgeordneten: Alle, die sich von der Industrie/Handwerk bezahlen lassen sollten auf ihre Bezüge und Pensionen verzichten. Wer dem Volk nicht dient soll auch nicht vom Volk bezahlt werden. Aber zum eigentlichen Thema: Grenell gehört 1. einbestellt. Da es schon der (mindestens) zweite faux pas gewesen ist gehört er 2. des Landes verwiesen; wir sind hier nicht in Südamerika sondern in Europa, das sollte dem US-Botschafter klar sein...

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radius21 08.07.2018, 10:52
37. Putzig

Politik, die sich von 5000 Lobbyisten in der Hauptstadt einkreisen läßt, darf sich nicht wundern, wenn die Wirtschaft es dann gleich selbst übernimmt. Die Gesetze werden ja ohnehin schon von ihr formuliert. Nein, unsere Regierung und Teile des Parlamentes macht keinen souveränen Eindruck mehr. Ja, wir sind zunehmend zu einer Bananenrepublik verkommen. Unsere Demokratie ist in keinem guten Zustand mehr.

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Sandlöscher 08.07.2018, 10:53
38. Bananrepublik ist zu

vulgär. Frau Merkel nannte das mal marktkonforme Demokratie und die SPD hat ihren Beitrag bereits unter Schröder und Co. geleistet.
Wir leben bereis in einer Scheindemokratie, denn die Politik setzt direkt oder indirekt das um, was die Wirtschaft will. Es wäre ehrlicher, die Parlamente aufzulösen und die Konzernvorstände die Gesetze schreiben zu lassen. Dann erspart man sich die Parteienfinanzierung, das Heer der Lobbyisten usw.
Deutschlands Parteiengegüge wankt und genau diese Art der Ohnmacht gegenüber der sog. Globalisierung und gegenüber Konzernen, spült radikalen Kräften die Wähler zu. Fr. Nahles fürchtet Neuwahlen wie der Teufel das Weihwasser, weil die SPD nicht einmal mehr 20 Prozent schaffen würde. Gut, dass das Brandt, Wehner und Bahr nicht mehr miterleben mussten, wie die Errungenschaften namens Soziale Marktwirtschaft und Sozialstaat zu Gunsten des globalisierten Finanzkapitalismus geopfert wurden.

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sanchopansa 08.07.2018, 10:55
39.

Zitat von ramuz
Hab ich da was übersehen oder sind Zölle in der EU nicht immer noch Sache der gesamten EU ? Weder von "der Industrie" ( 2., sehr heftiges Lachen ob so viel Naivität ), noch von Nahles, noch von Altmaier? Also weswegen die Aufregung, wenn ein machtbesoffener US hillbilly mit ein paar naiven German hillbillies darüber "diskutiert", wie man die Sonne ausmachen könnte?
Nun ja, allerdings hat der orangegoldene Häuptling wohl auch verlauten lassen, dass er die Autozölle möglicherweise als Sonderfall behandelt und gnädig betrachten wird.

Nach dem erbärmlichen Show Act der Christsozialen in den vergangenen Wochen kann man schon auf die Idee kommen, dass das Regierungspersonal nicht angemessen reagieren kann, weil es ja eher anderweitig beschäftigt ist und nun auch noch in die Ferien geht.
Da verstehe ich schon, dass die Autobosse schon mal verhandeln, bevor der ganze Berliner Laden in die Luft fliegt. Ich kenne zwar die Zahlen nicht, aber wenn man es laufen lässt und es zum GAU kommt, wird das BIP fies absacken, der DAX ebenfalls und die Arbeitslosenzahlen nach oben gehen. Das muss ja nicht unbedingt sein, oder? Dafür könnte man den Königinnenmord schon mal ein bisschen nach hinten verschieben und mal kurz Politik machen bevor Ihr "US Hillbilly" den Sack zumacht. Dann würde die Sonne in der Tat ein wenig dunkler.

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