Forum: Wirtschaft
US-chinesischer Handelsstreit: Wie Trump sich verkalkulierte
Brendan Smialowski/ AFP

Im Zollstreit zwischen den USA und China ist keine Einigung in Sicht. Die Angst vor einem Handelskrieg drückt jetzt die US-Börsen tief ins Minus.

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s.l.bln 14.05.2019, 08:00
40. Ein aus US Komponenten...

Zitat von De facto
Kurzsichtig sind Zölle wie Steuern - die Produkte verteuern sich. Auf lange Sicht verlagert sich die Produktion da die relative Preise sich geändert haben - dies könnte tatsächlich die Hersteller in USA helfen waren wieder zuhause zu produzieren.
...in den USA hergestellter Fernseher wär für den Durchschnittsbürger nicht zu bezahlen.
Die Produktion kostet in China einen Bruchteil dessen, was die inländische Produktion kosten würde. Genau deshalb hat sich die USA ja von der Produktion auf vielen Feldern verabschiedet. Das war politisch so gewollt und die breite Masse profitiert davon, weil man sich bei geringeren Preisen nunmal einen höheren Lebensstandard leisten kann.
Sofern man nicht mehrere hundert Prozent an Zöllen erhebt, also faktisch einen Einfuhrbann für asiatische Erzeugnisse durchsetzt, womit die USA dramatische Versorgungsengpässe erleben würde, ist kein Zoll in der Lage, die Produktion von preiswerten Alltagsgütern wieder in die USA zurückzuholen.
Sowas klingt als Slogen im Wahlkampf sicher kernig, ist real aber Unfug.

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claus7447 14.05.2019, 08:02
41. Einfach mal ausrechnen

Zitat von n.strohm
hängt einzig und allein davon ab, ob der amerikanische Unternehmer gewillt ist seine Produktion auf Selbstherstellung statt Import/Zukauf aus China umzustellen und wie das schnell das passieren wird. Meiner Meinung passiert das nicht, denn eine Investition in die Produktionsumstellung/Selbstherstellung wird dann zum Bumerang, wenn die Zölle später wieder aufgehoben werden. Zweitens werden Waren teurer, es sei denn die Amerikaner arbeiten auf dem Lohniveau der Chinesen. Das würde die amerikanische Kaufkraft und damit einhergehenden Lebensstandard erheblich senken. Löhne auf US Niveau lassen amerikanische Waren sehr viel teurer werden und sie wären auf einem globalen Markt nicht konkurrenzfähig. Funktioniert also nur in einem Binnenmarkt, den Trump ja will (Make America great again, America first) Drittens funktioniert das auf globaler Wirtschaftsebene nur, wenn amerikanische Hersteller die Waren statt durch Menschen durch Roboter erzeugen lassen. Davon profitieren nur die Unternehmer nicht aber der Hillbilly, der ihn wählt. Der ist seinen Job los, wenn er nicht gewillt ist auf IT umzuschulen und wenn Roboter dann Roboter instandhalten, ist es für den Hillbilly ganz vorbei.... Industrie 4.0 ist im Rustbelt in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Fazit: Handelkriege sind nicht einfach zu gewinnen. Aber das ist was der "Vergessene Weisse" hören will. Die Wirklichkeit ihm zu kompliziert.
Wie lange dauert es bis

- geeignetes Land oder Immobilie gefunden ist

- notwendige Einrichtungen und Maschinen beschafft und aufgestellt ist

- Personal eingestellt und angelernt ist

Und dann soll das billiger sein?

Bis dahin ist Donny in der Kiste vermodert.

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Markus Dicks 14.05.2019, 08:02
42. ...das mit dem "verkalkuliert" sehe ich etwa anders...

...Trump hat diese Aktion "geritten" als die US-Börsen mal wieder - bzw. seit seinem Amtsantritt zum wiederholten Male um Allzeithochs herum standen und bereits überkauft waren.

Insofern hat er hier quasi einen Abkühlungsprozess eingeleitet, der sowieso gekommen wäre und den viele Anleger sowieso erwartet haben, bzw. verschmerzen können.

Jetzt ging im wohl selbst die Reaktion der Börsen etwas zu weit (-5-6%) und was passiert: schon rudert er "etwas zurück", damit zumindest heute eine Gegenbewegung einsetzt. Trump hat ein tiefes Verständnis vom Aktienmarkt, das ist mal sicher. Denn ich sehe eindeutige Korrelationen seinerseits sofern die Märkte überreagiere - und zwar in beide Richtungen.

Trump ist für Investoren und für die Aktienanleger in den USA bislang ein sehr grosser Segen, auch wenn man die Volas aushalten muss. Ohne jetzt der SPON -Redaktion noch einen mitgeben zu wollen, alleine der deutliche Anstieg der US-Börsen seit dem Amtsantritt von Trump beweist ja schon das insbesondere die Wirtschaftsprofis (= Anleger & professionelle Anleger) viel von ihm halten.

Ohne Trump jetzt deshalb gleich übermässig zu lieben, muss die Frage erlaubt sein, was denn unsere BK überhaupt noch so macht, um deutsche Wirtschaftsinteressen durchzusetzen. Bis auf Aktivitäten in Afrika - leider nur "ausgefallen".

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juba39 14.05.2019, 08:04
43. Was fehlt denn eigentlich noch?

"Am schlimmsten litten jene US-Branchen, die am stärksten vom China-Handel abhängen: Landwirtschaft, Industrie, Bauwesen, Elektronik."
Kann jetzt noch jemand Branchen benennen, die NICHT litten? Betrachtet man noch den Auftritt von Pompeo gestern in Brüssel. Ex-CIA und aktueller Außenminister der Weltmacht USA wird in Brüssel von niemandem begrüßt, betritt das Verhandlungszentrum durch einen Nebeneingang und dem wird auch noch ein gemeinsames Gruppenfoto verweigert. Und schießlich, was wird die USA heute in Sotschi bei Lawrow und Putin erwarten? Sicher keine Blumenmädchen. Es fehlt allerdings noch die notwendigeSubstanz, um sich auch im wahren Leben als EU zu emanzipieren. An China wird sich die USA die Zähne ausbeißen. Falls es niemand mitbekommen hat. Der AM Chinas sprach in diesem Zusammenhang von "Würde" und "Grundsätzen", die für China wichtig sind. Hier ist für die USA, aber auch für die EU, die Deadline gezogen. Allerdings, und das sind die Unterschiede, China verteidigt seine Souveränität, die EU duckt sich unter das US-Diktat.

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zynik 14.05.2019, 08:05
44. Troll-Alarm

...und schon springen Trumpis Online-Trolle brav für ihren Meister in die Bresche.

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ansprechpartner 14.05.2019, 08:05
45. Zugpferd...

Dieser manisch zwitschernde MAGA-Oberbefehlshaber macht ja nichts ohne Eigennutz.
Es geht ja immer um IHN SELBST. ER ist der Macher und Dealmaker. Bekannt dafür eine Krise einzuläuten um dann alle aus dieser drohenden "Gefahr" zu retten. Ein toller Plan, als Präsidente eines der Wirtschaftsstärksten Länder der Welt.
Aber das alles was er den Americanern dazu erzählt eine klare Lüge ist und das seine eigenen Leute, selbst bei FOX-NEWS zugeben müssen das der Schuß nach hinten losgeht, scheint IHN selbst nicht zu stören.
Auch wenn er dabei das Zugpferd, die Wirtschaft, auf Talfahrt führt, ist ein "guter" Plan (das sagt Ihm sein Gefühl) so die Aussage gestern zu Reportern.

Vieleicht nutzt er die "Talfahrt" der Wirtschaft auch nur dafür um von den Problemen mit den Demokraten und der Behinderung der Justiz und den Problemen mit der Öffentlichmachung seiner Steuererklärungen abzulenken.

Wäre er nicht der Präsident, würde er schon lange im Käfig sitzen.....

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alfredo24 14.05.2019, 08:05
46. Einfach mal etwas länger überlegen.

Am Artikel und an vielen Kommentaren bemerkt man, wie in Deutschland nur ein kurzfristiges Denken in der heutigen Zeit noch möglich ist. Da wundert es mich nicht, dass die Abi-Mathe-Klassen 1+2=3 nicht mehr rechnen können und sagen einfach, die Aufgaben waren zu schwer. Genauso verhält es sich mit der Wirtschaftspolitik. Trump ist der einzige Politiker der letzten Jahrzehnte auf der ganzen Welt, der versucht dem irrsinnigen Globalisierungsbestreben entgegen zu wirken. In Deutschland wird uns immer weiß gemacht, dass die Globalisierung ein Segen für alle ist. Das dumme Volk glaubt es auch noch. Im Artikel wird darauf hingewiesen, dass die Börsen 2-3 % eingebrochen sind. Doch dass die US-Indices in den letzten 3 Jahren überproportional, und ungesund für ein normales Wachstum, über 60 % gestiegen sind, wird hier vergessen/ignoriert. Vielleicht wird hier schon Stimmung gemacht, weil China stark auf Export setzt. Dies ist das gleiche Muster, wie die deutsche Politik und Wirtschaft es betreiben. Permanenter Exportüberschuss ist längerfristig zum Scheitern verurteilt. In China hat man noch den Vorteil, dass man genügend Menschen hat, die die vielen Produkte auch gebrauchen können. Deutschland hat dies nicht. Wenn Trump mit China fertig ist, wird sicherlich der Deutsche ewige Exportweltmeister an die Reihe kommen. Ich rate da jedem, sich etwas wärmer anzuziehen. Die Ursachen liegen nicht in den USA, sondern bei China und auch bei Deutschland.

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jujo 14.05.2019, 08:05
47. ....

Es wäre schon interessant zu wissen, wer wie an der Börse handelt bevor(!) Trump ein Tweet postet?

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herbert 14.05.2019, 08:06
48. Nicht mehr lange dann fliegt ihm sein IQ um die Ohren

Die Weltwirtschaft ist verzahnt und ein USA First mit diesem Präsidenten endet im Chaos mit dem Ergebnis, dass alle Zölle wieder abgeschafft werden.
Trump macht jetzt noch learning by doing !
Bis er vor die Wand gefahren ist.

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Watschn 14.05.2019, 08:06
49. Trump wird eine Politik der chin. Produktionsverlagerung verfolgen...

Zitat von markus_wienken
Auf lange Sicht.... Da stellen sich mir 2 Fragen: Sind die US-Verbraucher in der Lage und Willens diese lange Sicht durchzuhalten? Und ist es nicht wahrscheinlicher, dass die Produktion eher in andere Billiglohnländer abwandert als in die USA zurückkommt? Abgesehen davon: Wer soll denn in Produktionsstätten und Ausbildung der Arbeiter investieren...immer mit der Gefahr im Nacken, dass die Zölle vielleicht wieder verschwinden und man viel Geld in den Sand gesetzt hat? Bei Trump & Co ist alles möglich, nur keine und schon gar keine langfristige Planungssicherheit.
.....Wenn keine welthandels-regelbasierte Einigung (z.B. keine Produktpiraterie, keine Währungsmanipulation, keine Investitionshemmnisse wie erzwungener Technologietransfer) mit China zustande kommt. Natürlich müssen die chin. Importe zuerst von US-Imorteuren bezahlt werden, falls man keine entspr. Ersatzlieferanten auf die Schnelle gefunden hat, oder um Preisnachlass mit den Chinesen erfolgreich ist.

Aber falls eine Verhärtung eintritt, wird Trump via dauerhafte Strafzölle die US-Importeure veranlassen, Alternativen wie Produktion in den USA, oder die Produktionsverlagerung in (günstigere) chin. Nachbarstaaten wie Vietnam, Laos, Mongolei, Myanmar, Malaysia, Indien, Nordkorea, Japan, Südkorea, Indonesien, Brasilien, Mexico, Chile, oder gar im Nahen Osten (Jordanien, Gaza, Libanon..)...ua. Weltgegenden zu finden.
Dann wäre China fest in der Falle. Nicht zu negierender Fakt ist, dass Trump anhand des riesigen Handelsdefizits mit China schlicht am längeren Hebel sitzt...

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