Forum: Wirtschaft
US-Finanzkrise: Amerika - wo sich Scheitern lohnt

Sorglosigkeit, Verschwendung, Gier - dieses Modell des US-Kapitalismus ist in der Finanzkrise mit einem großen Knall implodiert. Nur hat die Bush-Regierung das noch nicht gemerkt: Sie will Feuer nicht mit Wasser, sondern mit Brennstoff löschen und belohnt die Versager der Wall Street für ihr Tun.

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chagall1985 28.09.2008, 15:53
10. System USA steht am Abgrund

Ich stimme diesem Spinner glaube ich das erste mal zu!
Ich kann mich aber wie andere auch noch sehr gut an seine anderen Beiträge erinnern!

Wie dem auch sei.

Die USA stehen vor einem Umbruch.
Wie Amys aber nunmal sind (gläubig bis ins Mark) akzeptieren Sie diesen Umbruch erst wenn sie keine andere Wahl mehr haben.
Sie werden diese gewaltige krise mit Schulden lösen!
Aber das Problem im System USA fassen sie nicht einmal ansatzweise an!
Sie leben weiterhin doppelt auf Pump!
Sowohl im Handelsbilanzdefizit als auch im Haushalt.
Dazu kommt noch die nicht existente Sparqoute.
Jetzt fügen die Amys diesem Wahnwitzigen wirtschaftssystem noch eine weitere Schuldenquelle hinzu um es zu stabilisieren.
Das erhöhen der zulässigen Gesamtverschuldung von über
10.000.000.000.000 $
auf über 11.000.000.000.000 $

Das Problem ist dabei nur das kein system der Welt selbst mit noch so interessierten Chinesen auf dauer derart überleben kann.

Das Finanzsystem werden sie sicher kurzfristig stabilieren können!!
Das System USA wird dennoch Kollabieren.
So sicher wie das Ahmen in der Kirche.

Wir leben wahrhaft in sehr interessanten Zeiten.

Wenn die USA kollabieren implodiert die Weltwirtschaft.
Und wir alle werden noch erleben was nach diesem System in der Welt aufgebaut wird.

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indosolar 28.09.2008, 16:11
11. welche Schwachstelle der amerikanischen Wirtschaft?

Zitat von Michael Giertz
Fakt ist: Die große Schwachstelle der amerikanischen Wirtschaft wurde schonungslos aufgedeckt: jeder hat Schulden bei jedem, Geld haben nur noch die ganz oben sitzen. Ganz realistisch betrachtet steht also die US-Wirtschaft auf tönernen Füßen und die haben durch die Krise kräftig Risse bekommen. Die Regierung tut aber nichts, um das wackelige Fundament gegen ein stabileres auszutauschen, sondern kitten die Risse einfach zu und beten zum Allmächtigen, dass es doch bitte halten möge. Gier produziert erst die Spekulationsblasen, die auch igendwann platzen. Und da menschliche Gier nunmal ebensowenig auszurotten ist, wie das Verlangen nach Sauerstoff, wird es immer wieder kriseln. Die Frage die sich also stellt ist nicht "warum" sondern "wann". Die zweite Frage ist dann: verkraftet dies die Weltwirtschaft?
Wir sollten nicht so tun, als wenn wir nicht auch ueber unsere Verhaeltnisse wirtschaften. Wer soll denn all die Porsches bezahlen, wenn nicht die Profiteure der Gier diese kaufen? Wodurch wurden viele Unternehmenszusammenschluesse erst ermoeglicht? Durch Investmentbanking? Seit wann koennen sich Manager der DB Millionengehaelter leisten? Seit der Privatisierung? Wer blockt jetzt die vernuenftigen Entscheidungen, den CO2 Ausstoss zu mindern, um grosse Autokonzernen, die jahrelang nichts taten, das Ueberleben zu sichern. Die Deutsche Regierung. Klar wird sind ein bisschen davon weg, aber genau genommen nur minimal, weil auch wir der Religion des Kapitalismus anhaengen, das Geld ist doch nur eine Relique. Und wir fuerchten die Aufklaerung eines Herrn Marx, und geben dafuer auch noch einen voellig falschen Grund an, dessen Missbrauch durch andere Religionen, die auch nur das Beste, Meiste und Schoenste fuer den Mensch wollten. Die Natur(wissenschaft) weiss schon lange, dass dies nicht gutgehen kann, aber wir haben ja BWL und VWL kurzerhand zur Naturwissenschaft gemacht. Solange wie das nicht aufhoert und die Priester des Kapitalismus nicht ihren Irrglauben erkennen, gibt es nur zwei Wege: Aufloesen der Potentiale mittels staatlicher Gewalt oder eben durch die Naturgesetze selber. Insofern koennte der Staat, als die kollektive Vernunft agieren, wenn die Demokratie funktioniert. Die groesste Schwaeche in dieser Loesung liegt in der Uberpruefung ob die Vertreter dieses Staates vernunft- oder religionsgeleitet sind....

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Mustermann 28.09.2008, 16:15
12. Besser spät lernen, also zu spät

Zitat von sysop
Sorglosigkeit, Verschwendung, Gier - dieses Modell des US-Kapitalismus ist in der Finanzkrise mit einem großen Knall implodiert. Nur hat die Bush-Regierung das noch nicht gemerkt: Sie will Feuer nicht mit Wasser, sondern mit Brennstoff löschen und belohnt die Versager der Wall Street für ihr Tun.
Aha, jetzt ist der Groschen bein Herrn Steingart gefallen. Willkommen im Klub.

Sogar das Marx Zitat passt:

"Das Kapital hat einen Horror vor der Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital wach, ....; 100 Prozent, es stampft alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens."

Schön wäre gewesen, wenn Steingart auch noch die ökonomischen und gesellschaftlichen Gründe eingearbeitet hätte, die Marx zu solchen Formulierungen veranlasst haben.

Diese Gründe hätten auch erklären können warum mit Benzin und nicht mit Wasser gelöscht werden muss.

Na das kriegen wir dann in der nächsten Stunde.

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Johannes B. Knackt 28.09.2008, 16:17
13. Wo sich Geifern lohnt...

Könnte man nicht mal jemand einstellen, der weder predigt wie Gabor Steingart, noch alles beschönigt wie Christian Reiermann? So einen richtig nuancierten Kommentator?

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Michael Giertz 28.09.2008, 16:23
14. Das Blut des Kapitalismus ist das Öl.

Zitat von indosolar
Wir sollten nicht so tun, als wenn wir nicht auch ueber unsere Verhaeltnisse wirtschaften.
Naja, was mich persönlich angeht, weiß ich, dass meine Zahl schwarz und nicht rot ist - und zwar was mein Gesamtvermögen betrifft. Soll heißen, dass ich durchaus alle meine Verbindlichkeiten bedienen kann - so ich denn welche hätte.

Nun ist mir klar, dass Sie es natürlich auf den ganzen Staat beziehen, und mir ist auch klar, dass da die Situation ganz anders aussieht: Deutschland als Gesamtes lebt ebenfalls weit über jedes Verhältnis. Und die Umverteilerei von unten nach oben wird sogar noch ein paar Touren höhergeschaltet, damit die Leistungsträger, die eine gesunde Wirtschaft erst ermöglichen, so richtig leergeblutet werden.

Zitat von
Klar wird sind ein bisschen davon weg, aber genau genommen nur minimal, weil auch wir der Religion des Kapitalismus anhaengen, das Geld ist doch nur eine Relique.
Naja, so weit weg sind wir gar nicht. Jeder "Hubbel", der irgendwann an der Wallstreet auftaucht, kommt hier in Deutschland nahezu ungefiltert an - TROTZ (oder WEGEN?) Euro. Wenn also in den USA die Wirtschaft zusammenbricht, kriegen wir das hier 1:1 zu spüren, denn unsere DAX-Unternehmen stecken ziemlich tief mit drin. Aber das ist kein deutsches "Privileg", sondern das betrifft genauso die alle anderen nennenswerten Aktienmärkte.

Zitat von
Die Natur(wissenschaft) weiss schon lange, dass dies nicht gutgehen kann, aber wir haben ja BWL und VWL kurzerhand zur Naturwissenschaft gemacht.
Jede Wissenschaft, die eine unbegrenzte Wachstumskurve als Voraussetzung einsetzt, damit ein System funktioniert, ist Scharlatanerie. Denn es gibt keinen unbegrenzten Wachstum, auch nicht im Kapitalismus. Und da leider die Märkte immer knapper werden, ausbeuterische Methoden aber neue Märkte verhindert (ich sage nur China - keiner der dort ausgebeuteten Arbeiter kann sich auch nur eines der produzierten Produkte leisten!), sind die Grenzen für's Wachstum erreicht.
Soll heißen: Unternehmen, die noch 2, 3% Wirtschaftswachstum auf einem längst erschlossenen Markt zu verzeichnen haben, sollten sich glücklich schätzen.
Aber die Profitgier der Aktionäre erwartet nunmal zweistellige Wachstumsraten ...

Wie auch immer ... der Kapitalismus, so wie wir ihn kennen, funktioniert nur noch so lange, wie sich irgendwer billig ausbeuten lässt und Öl kostengünstig zur Verfügung steht. Beides ist aber nur noch für begrenzte Zeit realistisch. Wir werden den großen Crash noch erleben, der Krug wird also nicht an uns vorbeigehen.

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morpheus1 28.09.2008, 16:43
15. Finanzkrise

Die Diskussion uebersieht, dass die Krise letzendlich auf Regierungsintervention zurueckzufuehren ist. Die Politik hat die Hypotekenbanken gezwungen, Kredite fuer den Kauf von Haeusern an Leute zu vergeben, die offensichtlich keine Moeglichkeit hatten, diese je zurueckzuzahlen. Und das im Namen der Eigentumsbildung fuer die Unterprivilegierten! Die Tragig ist jetzt, dass die die sich kein Haus oder ein kleineres Haus gekauft hatten, die brav ihre Steuern und Hypotheken zahlen,jetzt fuer eine unverantwortliche Sozialpolitik gerade stehen muessen

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Hy_perion 28.09.2008, 16:49
16. Gratulation

Der beste Artikel den ich in diesem Magazin gelesen habe.

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bleys 28.09.2008, 17:34
17. Naturgewalt?

Wall-E zeigt es grad in einer seiner vielen enthaltenen ironischen Seitenhiebe: Die Welt gehört einer einzigen Firma.

Jeder 6 Klässler könnte es mit den einfachen Grundrechenarten ausrechnen wenn man ihn/sie denn mal mit solchen Aufgaben belästigt hätte bevor die Gehirne weichgekloppft sind durch Medien und "Allgemeinwissen"

Belohnung weil man etwas besitzt kann nicht auf Dauer funktionieren - Punkt!

Allein der Begriff "Kapitaleinkommen" ist eine Perversion in sich. Allerdings wird sich das nie ändern, der Mensch ist einfach so hergestellt, warum auch immer.

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descartes101 28.09.2008, 17:35
18. Die Rückkehr der Inzuchtsaristokratie

Zitat von Hy_perion
Der beste Artikel den ich in diesem Magazin gelesen habe.

Da muss ich zustimmen. Seit langem der erste Artikel, den es sich lohnt zu lesen, nachdem der Spiegel in jüngster Zeit seine Ausrichtung immer weiter nach rechts oben verlegt hat, und manche Beiträge sogar Focus oder Bild intelligent und weitsichtig aussehen liessen. Da hat wohl der Chefredakteur nicht richtig aufgepasst.

Zitat von Kernsatz des Artikels:
Dinge, die in Zeiten der altehrwürdigen Marktwirtschaft untrennbar zusammengehörten, wie Wert und Gegenwert, Lohn und Leistung, Risiko und Verantwortung, werden nun auch von Staats wegen auseinandergerissen. Im Amerika dieser Tage ist ein aus der Art geschlagener, ein entarteter Kapitalismus zu besichtigen.
Und das ist das Beispiel, dem unsere Konservativen und Liberalen, und neuerdings auch die rechtsorientierten sog. 'Sozialdemokraten' und 'Grünen' hinterherhecheln wie dumme Hunde.

Der Steuerzahler darf die Verluste der Grossverdiener kompensieren, bleibt dazu auf seinen eigenen Verlusten sitzen, und wenn er was dazu sagt, wird er vom Verfassungsschutz beobachtet, weil er angeblich gegen eine sog. 'Demokratie' agitiert, die nicht einmal mehr auf dem Papier besteht, sondern nur noch eine hohle Propagandaphrase ist.

Seit dem Ende des Mittelalters ist die höchste Priorität für Politik und Wirtschaft, die Errungenschaften der Aufklärung rückgängig zu machen, und so nahe wie heute waren sie ihrem Ziel noch nie.

Ich hoffe, dass wir den unausweichlichen Totalzusamenbruch dieses zutiefst unehrlichen und ungerechten Systems noch in unserer Zeit sehen dürfen. Es kann eigentlich nur besser werden.

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don_tango 28.09.2008, 17:37
19. Beispiele bitte

Zitat von cycokan
Gabor Steingart hat endlich mal recht. Nur hat er vor Monaten noch ganz Bücher gegenteiligen Inhaltes veröffentlicht und jahrelang genau das publizistisch befördert, was er jetzt scheinheilig kritisiert.
Welche/s seiner Werke meinen Sie denn?

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