Forum: Wirtschaft
US-Sanktionen gegen Russland: "Die Verunsicherung hilft den Amerikanern"
imago/ITAR-TASS

Die Russland-Sanktionen helfen der US-Wirtschaft und bedrohen deutsche Projekte, warnt Wolfgang Büchele, Chef des Ostausschusses. Ein Gespräch zu Nord Stream 2, zur Kontrollmanie des Kreml und steigender Verunsicherung.

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hardy_knorrig 22.12.2018, 15:28
1. Versachlichung

Schön, dass man nun auch mal Fachleute zu Wort kommen lässt. Die ganze Angelegenheit bedarf schon lange dringend einer Versachlichung.

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molkeboy 22.12.2018, 15:32
2. Langer Atem

Das Gegenteil der Thesen von Herrn Büchele ist der Fall. Ein außeordentlich durchschaubarer Versuch egoistische, ökonomische Interessen durch angeblich dringend notwendige politische Annäherung zu verschleiern. Putin's Administration kann man nicht für das Aussitzen, bzw. die Verschärfung von Krisen belohnen.
Es gibt nicht einen einzigen Bereich in dem Russland die Eskalationsspirale zurückgedreht hätte. Eher eine Verschärfung von Konflikten ist betrieben worden. Das Russland glaubt der Westen würde schon irgendwann einknicken, wenn man nur genügend Keile zwischen ehemals befreundeten Nationen treibt, darf so niemals eintreten. Damit würde man die Büchse der Pandora öffnen.

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marthaimschnee 22.12.2018, 15:37
3. starke Leistung

des Interviewers, hier wirklich keinen Zweifel zu lassen, mit welcher Motivation das Interview geführt wurde. Dummerweise fällt Herr Büchele nicht darauf rein, die immer wieder untergeschobenen Anschuldigungen gegenüber Russland zu bekräftigen. Nur am Ende geht ihm die Puste aus, warum sollte Russland zu dem so offensichtlichen englischen Lügengebilde irgendwas konstruktives beitragen müssen? Gehen Sie doch mal nach Washington und versuchen Sie die Amis zu einem konstruktiven Beitrag über die Behauptung, die wären nie auf dem Mond gewesen, zu bewegen. Das wird dort wohl die gleiche Reaktion hervorrufen, wie der Fall Skripal in Moskau.

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caronaborealis 22.12.2018, 15:38
4. Noch so eine Geschichte

von den bösen Russen und den guten Amerikanern. Wenigstens hat der Interview-Partner eine etwas objektivere Sicht der Dinge als der Interviewer. Spiegel Doktrin halt.

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scratchpatch 22.12.2018, 15:43
5. Und die Antwort darauf lautet...?

Ich finde das allmählich richtig unheimlich. Bisher musste man sich nicht sehr um die eigene Sicherheit kümmern, man war ja Partner in einer westlichen Allianz. Inzwischen kann man da nicht mehr so sicher sein und dementsprechend kann man Russland gegenüber auch nicht mehr so auftreten: Haltet euch an unsere westlichen Werte, sonst gibt es Ärger. Auch mit dem wenig vertrauenerweckenden Putin muss irgendein Modus vivendi gefunden werden, der nicht mehr davon abhängt, ob die USA im Zweifel eingreifen würden. Von Partnerschaft kann ja nicht mehr die Rede sein, wenn man meint, in Washington darüber entscheiden zu können, welche Energiepolitik Europa gefälligst zu verfolgen hat. Nicht nur hinsichtlich Russland, auch im Kampf gegen die chinesische Firma Huawei, steht beim Ausbau des 5G-Netzes mal wieder Deutschland im Fokus und es wäre nicht verwunderlich, wenn die USA schließlich mit Sanktionen versuchen würden, ihre eigenen Firmen nach vorne zu drängen. Das ist keine Zusammenarbeit mehr, da kommen Anweisungen aus Washington mit Fristsetzungen und anschließenden Sanktionen. Welche Antwort haben die Politiker? Mattis ist bald weg, jetzt kann man sich nicht mehr in Treue-Beteuerungen zu einer angeblich von Trump unabhängigen Allianz ergehen. Europa muss eine Antwort finden und nicht erst übermorgen.

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helmud 22.12.2018, 16:00
6. Objektivität sollte Grundsatz der Medien sein.

Gutes Interview. Leider sieht aber die Berichterstattung über Russland in unseren Medien überwiegend anders aus. Sanktionen werden objektiv einseitig begründet und sind pharisäerhaft. Gleicher Maßstab bei allen Staaten angelegt, würde dazu geführt haben, dass kein Austausch z.B. mehr mit Amerika oder China stattfindet. Schröder hat in seinem Artikel in der Welt vollkommen recht, wir dürfen uns nicht länger am Nasenrung von den USA ziehen lassen. USA will bestimmen und bestimmt leider immer mehr mit wem wir Handel treiben dürfen und mit wem nicht, das muss endlich aufhören, wir sind ein freier selbständiger Staat, oder nicht? Bespiel Gas, Trump will uns sein schmutziges Frakingas verkaufen und wir sollen auf Nordtstream verzichten, also günstigeres und saubereres Gas aus Russland, das ist unverschämt. Sanktionen gegen Russland werden mit der Verletzung des Minsker abkommens begründet, dass die Ukraine gar nicht daran denkt das Abkommen einzuhalten, findet in der Berichterstattung erst gar nicht statt, usw.

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widderfru 22.12.2018, 16:02
7. Endlich mal Klartex! Ursache Krimanextion

Konsequent wird 1. das Ergebnis des Referendum (70% für Russlandzugehörigkeit). 250 J. (etwa bis 1960) gehörte
die Krim zu Russland! Schlussfolgerung des Artikels, "Sanktionen Schwachsinn". Schwächen EU, nutzen vor allem
USA. Russland hat siegreich Verteidigungskriege, keine Angriffskriege-- geführt. Bleibt zu hoffen das die häufig Lobby
Politiker in dem Fall wirtschaftliche Vernunft walten lassen.

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freebooter 22.12.2018, 16:16
8. Dr. Bücheles Äußerungen teilweise unseriös

Die Äußerungen des Herrn Dr. Büchele sind teilweise unseriös und fragwürdig. So behauptet er allen Ernstes, dass ein funktionierender politischer Dialog die Annexion der Krim verhindert hätte. Das ist weltfremd. Putin wollte die Krim. Deshalb hat er sie annektiert. Ebenso fragwürdig ist Herrn Dr. Bücheles Äußerung, durch die Nordstream2-Pipeline werde Russland finanziell abhängiger von funktionierenden Exportbeziehungen mit der EU. Wenn Herr Dr. Büchele behauptet, Moskau habe inzwischen zugestanden, einen Teil seines Gases weiterhin durch die Ukraine zu leiten, dann ist er zumindest schlecht informiert. Wladimir Putin hat zugesagt, das zu tun, wenn es sich rechne. Damit hat er sich nicht festgelegt.

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nurEinGast 22.12.2018, 16:18
9. gutes und Wichtiges Interview

mit jemandem, der weiss wovon er redet. Danke dafür, das war längst überfällig.

Die Einschätzungen Bücheles zum Ukrainekonflikt teile ich- die eigentlichen Fehler wurden vorher begangen, die Sanktionen bringen unterm Strich rein garnichts.

Vielleicht wird es Zeit der Bundesregierung, ein paar eigene Fehler zu korrigieren. Und sich zu hinterfragen, wie lange sie noch die willfährigen Bauern für die USA sein will. Und ob es angesichts der amerikanischen Sanktionen, der ständigen Verunglimpfungen, Forderungen und Beleidigungen aus Washington und des unsäglichen, neokolonialistischen Verhaltens des amerikanischen Statthalters in Deutschland, Grenell, nicht Zeit für eine robuste, selbstbewusste und zielführende deutsche und europäische Aussenpolitik ist.

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