Forum: Wirtschaft
US-Sicht auf den VW-Skandal: Halb so wichtig, halb so schlimm
DPA

Steht "Made in Germany" in den USA nach dem VW-Abgasbetrug für "Vorsicht, Schummelei"? Keineswegs, meint die US-Journalistin Cristina Gonzales: Dafür ist die Marke in Amerika viel zu unbedeutend.

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ERICRODHE 10.10.2015, 07:56
1. Die Deutschen abzocken!

scheint die Losung der US-Regierung zu sein. Bei deren Verschuldung und Macht ist das auch keine überraschende Strategie. Einige gut Informierte werden das geschäftlich zu nutzen wissen. Am Ende sind die Deutschen (im Durchschnitt) noch etwas ärmer und die Amerikaner etwas reicher. Also vertritt man langfristige Interessen, indem man den Skandal nutzt.

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sojetztja 10.10.2015, 07:56
2.

Gut möglich, dass die Strafe geringer ausfiele, "wenn die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen ein wenig besser wären."

Das ist der Punkt, der mich an der Sache nervt. man hat wirklich das Gefühl, dass es der US-Politik gar nicht um VW, Dieselabgase etc. (oder gar die Umwelt) geht, es geht darum, einen kleinen Wirtschaftskrieg zu führen, der diese lästigen Deutschen, deren Wirtschaftspolitik einen schon so lange stört und die einfach nicht das tun wollen, was man ihnen sagt, in die Schranken zu weisen.

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Politikum 10.10.2015, 08:08
3.

Wenn das so ist, sollte sich VW überlegen, den amerikanischen Markt der Pickup-Käufer abzuhaken. Sollen die Amis doch hunderte Milliarden Strafe festsetzen - einfach nicht bezahlen und fertig. Bis VW neben den Privatklagen und Umrüstungen dermaßen viel Geld in den Staaten verdient hat, dürften Jahrzehnte vergehen. Da ist es wohl besser, diese zig Milliarden zu sparen, und das Engagement im aland der unbegrenzt möglichen Schadenssummen zu beenden.

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bbrot99 10.10.2015, 08:23
4. richtig

wenn man einmal etwas weniger reisserisch auf das Thema schaut, stellt man schnell fest, dass der ganze Bohai übertrieben ist. VW hat beschissen und gehört dafür bestraft - das ist klar. Was aber das Ergebnis des Beschiss anbelangt, ist dieses eher nicht so dramatisch. Man muss nur einmal eine Woche in einer Indischen oder Chinesischen Grossstadt verbracht haben ohne Asthma-Anfall ob der KFZ- und Motorradabgase bekommen zu haben - schwierig. Von einem Amerikanischen Kollegen habe ich sogar schon den Kommentar gehört, dass ganz im Gegenteil ein gewisser Respekt vor VW gezollt wird, so ein Tool gebaut zu haben. Die Idee dahinter, dass man so eine Software auch erst einmal hinbringen muss...

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steh-fan 10.10.2015, 08:28
5. Halt erwischen lassen...

Die meisten sage hier, dass sie halt so blies waren sich erwischen zu lassen. Aber zum Thema hausbacken, waehrnd der Jetta in Deutschland eher fier Rentner ist, ist der Wagen hier sehr hip.

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12357 10.10.2015, 08:31
6. Gestrige New York Times

Und dann schaut man sich die gestrige New York Times an und findet welches Thema auf der Titelseite?! Richtig, den Auftritt von VW America Boss Horn...

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hevopi 10.10.2015, 08:32
7. Es geht in Amerika, wie immer,

um Kohle. Kein Land der Erde hat so hohe Einkünfte der sogenannten Anwaltskanzleien (deutsch: Rechtsverdreher-Institute), wie in Amerika. Ob im Bankster-Sektor, bei Konstruktionsmängeln oder Baumängeln, immer sind sie dabei und scheffeln Milliarden. Also wird auch hier wieder abgeschöpft. Als der Fehler entdeckt wurde, knallten die Korken, Umwelt und Abgasprobleme: Was ist das denn?

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alangasi 10.10.2015, 08:38
8. Das erste Richtige

was ich zu diesem "Skandal" lesen darf
!
Bitte mehr von solchen differenzierten Sichtweisen jenseits des " größte.....Krise....aller Zeiten" Journalismus der sich hier so breitgemacht hat.

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spassfactor 10.10.2015, 08:47
9. Volkswagen

Interessanter Beitrag von Frau Gonzales! Aller dings ist die Realitätsnähe doch zu bezweifeln. Der wesentliche Unterschied zu den US Automobilskandalen der näheren Vergangenheit (Toyota, GM etc) liegt in der Marktbedeutung von VW in den USA. Der Unterschied liegt im Bereich der Vorwerfbarkeit! Während Toyota und GM mit dem Vorwurf grober Fahrlässigkeit zu kämpfen hatten, geht es im VW Abgas-Gate um direkten Vorsatz! Die Schummelsoftware und ihre elektronische Aktivierung bei einem Abgastest ist in das Motormanagement der kleinen VW Diesel nicht "versehentlich" oder wegen einer groben Unachtsamkeit beim Bau der VW Fahrzeuge installiert worden. Nein, dieses Feature ist offensichtlich ganz bewusst und gezielt in die Fahrzeuge eingebaut worden, um den obligatorischen Abgastest sicher zu überstehen! Es geht also um eine bewusste und gezielte Täuschung von Öffentlichkeit, Behörden, Kunden und Aktionären! Das amerikanische Rechtssystem ist auf das Vertrauensprinzip aufgebaut! Zur Erinnerung: Martha Stewart wurde vor einigen Jahren nicht wegen Insider Trading verurteilt. Sie wurde verurteilt, weil sie das FBI trotz entsprechender Belehrung belogen hatte. Hier liegt ein beträchtlicher Unterschied zum deutschen Unrechtsverständnis. Und dieser Unterschied ist tief im amerikanischen Bewusstsein verankert. Es ist dieser Unterschied, der den VW Abgasskandal in den USA zu einer fundamentalen Gefahr für die gesamte deutsche Industrie macht! Die Amerikaner können technische "Versehen" auch bei katastrophalen Folgen -man denke etwa an den Absturz der Raumfähre in den 89ern- wegstecken. Eine bewusste und zielgerichtete Täuschung aller Stakeholder einer Marke hat vollkommen andere und vermutlich verheerende Nachwirkungen in alle Richtungen!

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