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US-Stahllobbyist: "Die Horrorvorstellung eines Handelskriegs ist völlig übertrieben"
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Donald Trumps Handelskrieg schockiert die Welt. Doch nicht alle. Im Interview erzählt Stahllobbyist Scott Paul, dass US-Arbeiter dank der Strafzölle wieder hoffen - und warum er trotzdem ein Problem mit dem Präsidenten hat.

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thawn 16.07.2018, 15:40
1. Aalglatter Lobbyist

Das war ja mal ein Paradebeispiel eines aalglatten Lobbyisten. Die nicht-Antwort auf die WTO Frage fand ich bemerkenswert nichtssagend und gleichzeitig erfolgreich das Thema gewechselt. Da hätte Herr Pitzke durchaus nochmal nachfragen können. Auch das typische Herausgreifen einzelner Beispiele, die das Bild der glücklichen Arbeiter beschwört ist klassisches Lobbyistenhandwerk. So kann er sich jederzeit die Beispiele heraussuchen, die seiner Argumentation passen und dem Leser ein gutes Gefühl vermitteln. Gleichzeitig muss er sich nicht mit lästigen Fakten oder den allgemeinen Auswirkungen auf andere Wirtschaftszweige in den USA oder gar die Weltwirtschaft herumschlagen. Ich gehe jetzt erstmal duschen.

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draco2007 16.07.2018, 15:47
2.

Sehr begrenzte Weitsicht dieser Mann.

Nichts für ungut, aber für jeden "geretteten" Stahlarbeiter gefährden die Zölle möglicherweise Dutzende Arbeiter in der Stahlverarbeitenden Industrie. z.B. im Maschinenbau.

Gibt eine super Bilanz am Ende.

Das gleiche gilt für regenerativen Energien. Wir reden hier von hundert-tausenden Jobs und was macht Trump, er versucht die 20 Jobs zu retten, die noch in der Kohlemine arbeiten und sich ihre Gesundheit zerstören.

Und wer glaubt Trump macht dies alles für die Arbeiter kann ich nur als sehr naiv bezeichnen.
Trump tut dies alles für seine "Buddies", Firmenchefs. Die machen den großen Reibach auf Kosten der Gesundheit der Arbeiter.

Sinnvoller wäre es, die Stahl und Kohlearbeiter "einfach" weiterzubilden und in anderen, nicht aussterbenden, Jobs unterzubringen.

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El Barredo 16.07.2018, 15:54
3. Erschreckend

Aber irgendwie auch einleuchtend WARUM der POTUS in Amerika trotz all seinen Aktionen und Lügen erfolgreich seine Basis bedienen kann und er Akzeptanz erfährt. Wir lesen hier ein Interview von Einem der oberen sagen wir mal 100´000, dessen Schulbildung bestimmt nicht in einer staatlichen Einrichtung vollzogen wurde. Das sich Widersprüche und auch DTs Aussagen darin finden wundert mich gar nicht. Unreflektiert, keine Spur von Gedanken und Wissen der kommenden Konsequenzen. Das man als AAM-Präsident zum Überleben seines Wirtschaftszweig Lobbyarbeit leistet selbstverständlich, aber nicht mal ein "possible worst case" erkennen und sehen wollen..... wow das ist Blauäugigkeit mit Naivität gepaart.....

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Ein_denkender_Querulant 16.07.2018, 15:58
4. Völlig richtig!

Man muss dem Lobbyiaten beipflichten. Dazu kommen weitere Punkte hinzu. Die deutsche Stahlindustrie wird in einem für andere Länder unerträglichem Maße durch den deutschen Gesetzgeber subventioniert.

Die strengen deutschen Umweltgesetze haben dazu geführt, dass deutsche Stahlkocher sehr viel Geld für Prozess- und Umwelttechnik investieren mussten, um gleichbleibende und kontrollierte Prozesse zu bekommen. Damit wird in Folge der Stahl billiger und vor allem merklich besser, weil die Qualität definierter ist.

Da muss doch der arme Amerikaner, der seit 1970 keinen Cent mehr in seine Anlagen investierte, weil es keine gesetzlichen Auflagen dazu gab, nach Schutzzöllen schreien. Wäre ja auch noch schöner, wenn innovative Produzenten ihre guten Produkte günstig anbieten können!

- Dieser Beitrag könnte Sarkasmus enthalten -

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wdiwdi 16.07.2018, 15:58
5. Na ja, die Gegenzölle setzen ja auch woanders an

Die Agrarpreise im mittleren Westen sind ja schon im freien Fall... davon bekommt ein Stahlkocher nichts mit. Und im Gegensatz zu Harley-Davidson etc. können die Farmer die Produktion nicht auslagern.

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dwg 16.07.2018, 15:58
6. Banale Erkenntnis...

Auf der Seite der Stahlherstellung ist das auch alles gut und richtig. Nur ist der
Bereich der industriellen Stahlverarbeitung um mehr als den Faktor 10 größer
und dort wird ein überproportionaler Schaden auch für amerikanische Arbeiter
angerichtet. Für einen Lobbyisten der Stahlhersteller ist natürlich die Welt in
Ordnung mit 25% Zoll. Gleiches gilt für Alu...

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arr68 16.07.2018, 16:11
7. beide Seiten

Auf der einen Seite ist ein Lobbyist natürlich per de nicht objektiv, auf der anderen Seite Stelle ich mir aber die Frage, warum z.B. die Autoindustrie so viel Angst vor amerikanischen Produkten hat, wo doch unsere Fahrzeuge so super und sauber und sparsam sind. Warum also einseitige Zölle? Dann ist unser Stahl und Aluminium doch der hochwertigste der Welt, warum also die hohen Stromsubventionen, die selbst von den ärmsten Rentnern und Arbeitslosen bezahlt werden? Keine Frage, Trump benimmt sich unbeholfen wie ein Kleinkind, was diese Dinge anbelangt, aber immerhin brauchte er keine 200 Tage bis zum Arbeitsbeginn der Regierungsorgane, hat sich nicht als Erstes eine staatliche Finanzspritze gewährt und versteckt sich nicht hinter der EU auf dem Weg in den Zollkrieg, statt mit Hilfe der Wozu einer Einigung zu kommen. Die anderen Regierungen sind keinen Deut besser. Ich würd gerne Mal wahre Zahlen sehen, statt der frisierten Arbeitslosenquote einfach mal die abgestuften Zahlen aller Bezieher von SGB 2 bis 12, dass wäre dann schon mal ein belastbare Zahl... aber es ist halt bequemer, die Fehler anderer zu sehen. Apropos, wie weit ist eigentlich der Flughafen?

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sven2016 16.07.2018, 16:20
8.

Industrielle hatten noch selten Probleme mit den autoritären Regierungen, die ihre Profite erhöhen.

Da gibt es in der deutschen Geschichte auch Erfahrungen, auch im Hinblick auf Wahlkampfspenden.

Nationale Sicherheit bricht natürlich internationale Vereinbarungen, wenn dem Chef das beim Klo-Tweet gerade einfällt. - Der Mittalkonzern als US-Unternehmen ist ja wohl ein Witz. Einfach mal die Eigentumstruktur googlen.

Der Journalist hat sich nett von einem Schwätzer einwickeln lassen.

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jojack 16.07.2018, 17:00
9.

Zitat von arr68
Auf der einen Seite ist ein Lobbyist natürlich per de nicht objektiv, auf der anderen Seite Stelle ich mir aber die Frage, warum z.B. die Autoindustrie so viel Angst vor amerikanischen Produkten hat, wo doch unsere Fahrzeuge so super und sauber und sparsam sind. Warum also einseitige Zölle? Dann ist unser Stahl und Aluminium doch der hochwertigste der Welt, warum also die hohen Stromsubventionen, die selbst von den ärmsten Rentnern und Arbeitslosen bezahlt werden? Keine Frage, Trump benimmt sich unbeholfen wie ein Kleinkind, was diese Dinge anbelangt, aber immerhin brauchte er keine 200 Tage bis zum Arbeitsbeginn der Regierungsorgane, hat sich nicht als Erstes eine staatliche Finanzspritze gewährt und versteckt sich nicht hinter der EU auf dem Weg in den Zollkrieg, statt mit Hilfe der Wozu einer Einigung zu kommen. Die anderen Regierungen sind keinen Deut besser. Ich würd gerne Mal wahre Zahlen sehen, statt der frisierten Arbeitslosenquote einfach mal die abgestuften Zahlen aller Bezieher von SGB 2 bis 12, dass wäre dann schon mal ein belastbare Zahl... aber es ist halt bequemer, die Fehler anderer zu sehen. Apropos, wie weit ist eigentlich der Flughafen?
Die einseitige Betrachtung der unterschiedlichen Zölle, die Amerika und die EU auf die wechselseitigen Autoimporte erheben, ergibt keim umfassendes Bild der Außenhandesbeziehungen. Vergessen Sie nicht die Dominanz der Amerikaner in der IT- und Medienindustrie. Das Handeln dieser Unternehmen hat hierzulande gleichfalls ganze Industriezweige verwüstet - vom Einzelhandel bis zu Verlagen. Was wäre, wenn die EU im Gegenzug zu möglichen US-Steuern auf Autoimporte aus Europa etwa Sondersteuern darauf erhebt, wenn europäische Kunden bei Google und Facebook Werbung kaufen?

Am Ende schadet ein Handelskrieg allen. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass die EU nicht mit Amerika verhandeln sollte. Ob Trump aber ein vertrauenswürdiger Verhandlungspartner ist, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

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