Forum: Wirtschaft
US-Strafzölle: Peking droht mit Eskalation im Handelsstreit
DPA

US-Präsident Donald Trump plant offenbar weitere Strafzölle für Importe aus China. Seine Drohungen scheinen Peking allerdings kalt zu lassen - die chinesische Regierung kündigt Gegenwehr an.

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Beijinger 15.03.2018, 09:56
20. Wenn sich DT mit China

auf einen Handelskrieg einläßt, gibt es nur einen Verlierer, die USA. U.a. sind die großen 3 US Autohersteller, wie alle weltweiten Wettbewerber jeweils zu max 49 % JV Partner mit jeweils staatlichen chinesischen Holdings. Dann werden GM, Ford, Chrysler eben mit Verkaufsbehinderungen belegt, dem JV entsteht kein Schaden, da diese alle deutschen, koreanischen und japanischen Wettbewerber mit an Bord haben (FAW, SAIC, etc), dann werden die dramatisch zurückgehenden Absatzzahlen der US Firmen eben dankend von den deutschen, koreanischen und japanischen Herstellern übernommen. Oder Boeing, da steht Airbus mit lokaler Produktion in Tianjin Gewehr bei Fuß. Boeing hat bis dato eine lokale Produktion in China abgelehnt. Ggfs sogar Apple/Foxconn, etc, etc. Aber sein neuer Wirtschaftsberater wird’s Donnie Boy schon schönreden, Problem ist nur, daß beide keine Ahnung von Wirtschaft haben.

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flux71 15.03.2018, 09:57
21.

Zitat von Liberalitärer
Das ist eine rein chinesische Entscheidung. Sie können die Plastikentchen statt bei Wal Mart auch anderswo verkaufen z.B. in China selbst oder auch in der EU (falls die keine Zölle erheben sollte), das nennt man "Umlenkeffekt".
Ja, sicher. Mir ging es ja vor allem darum, dass der Präsi ja scheinbar denkt, dass die Plastikentchen immer noch alle ins Land kommen, wenn er Strafzölle darauf erhebt. Wenn aber pllötzlich keine lastikentchen mehr da sind, weil China "Ätschi-bätschi" sagt, dann wird ihm vielleicht doch irgend wann bewusst, dass er so nicht weiterkommt.

Na, ja, gut: Vermutlich würde er dann seine Luftwaffe schicken... Ob das wirklich besser ist?

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gg0815 15.03.2018, 09:58
22. nebenbei

fällt auf: jene welche am lautesten schreien gegen den Außenhandelsüberschuss Deutschlands haben offenbar gar kein Problem damit wenn ein solcher gegen die Amis steht. Wenn auch noch eine kommunistische Diktatur den selbigen Ihren Außenhandelsüberschuss pflegt. Dann dreht sich die Schuldzuweisung auf einmal. Man grinst nur noch süffisant und freut sich.

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kjartan75 15.03.2018, 09:59
23. Trump gab zu, gelogen zu haben bzgl. Defizit

Zitat von hirnakrobat
Wenn Zölle darauf hinaus laufen, die im Ausland produzierten amerikanischen Produkte wieder zu Hause herstellen zu lassen, d.h. Rückführung von Produktionsmitteln in die USA, neue Jobs usw., und damit auch Abbau des Außenhandelsdefizites ... Das könnte klappen nach einer gewissen Durststrecke und diverser Rückholsubventionen an die Firmen (Steuergeschenk, schon verteilt). Wenn für Apple & Co. beim "Import" eigener Geräte in die USA plötzlich Zoll fällig wird... Aus Sicht der USA durchaus nachvollziehbar. Wir sehen das natürlich anders, insbesondere weil der Impuls von einem Herrn namens Trump kommt. Bei Obama hätte Merkel längst geklatscht und die deutsche Journallie hätte längst große Vorteile für Deutschland irgendwo hergeleitet.
Es gibt anscheinend jetzt einen Audiomitschnitt, der zeigt, wie Trump sich vor Spendern damit brüstete von Wirtschaft gar keine Ahnung zu haben, als er mit Trudeau sprach und ihm sagte, die USA hätten ein Handelsdefizit mit Kanada. Trudeau entgegnete, dass das nicht stimmt und Trump war aber vom Gegenteil überzeugt. Vor den Spendern gab er aber zu, überhaupt nicht zu wissen, ob die USA mit Kanada tatsächlich ein Defizit zu haben, aber das sei auch egal. Sehr interessant mit wieviel Unwissen ein Präsident gesegnet ist und seine Berater ihm anscheinend auch nicht mehr helfen können.

https://www.theguardian.com/us-news/2018/mar/15/donald-trump-admits-made-up-facts-justin-trudeau

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kopfball123 15.03.2018, 10:06
24. China überschwemmt die Welt mit seinen Überkapazitäten

China produziert ja nicht nach Nachfrage, die denken langfristig! Die Strategie der Chinesen ist die ausländischen Märkte mit Dumpingpreisen zu überschwemmen, so die heimische Konkurrenz in die Pleite zu treiben und dann die Märkte zu bestimmen. Deshalb sind die Unternehmen dort auch so hoch verschuldet!

An einem e-Bike für 400€ dass aus China direkt nach Deutschland verschifft wird verdienen die keinen Cent sondern zahlen sogar drauf. Abgefangen wird der Verlust durch billige Kredite von den Banken dort was im Endeffekt heißt durch die Zentralregierung, die die Banken kontrolliert. Aber wenn man dann mal den Markt kontrolliert kann man anfangen Gewinne einzufahren.

Daher muss man hier Trump sogar mal zugute halten dass er hier wenigstens etwas unternimmt. Klar gibt es kaum noch produzierende amerikanische Industrien. Sobald mal jemand anfängt etwas aufzubauen muss er sich mit chinesischen Waren herumschlagen die nur die Hälfte kosten und geht recht schnell pleite.

Ich denke auf diese Weise kann man China wirklich treffen! Alles fußt auf der Wirtschaft dort, aber diese ist eben nachwievor vom Export abhängig und hoch verschuldet! Bricht die Wirtschaft ein, dann sitzt der allmächtige Imperator Xi plötzlich nicht mehr so fest im Sattel und dann muss nicht mehr jedes Unternehmen vor den Chinesen kuschen.

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wekru 15.03.2018, 10:07
25. Ob Trump es wirklich versteht

wage ich zu bezweifeln, aber richtig ist, dass China den Export extrem fördert und Importe extrem behindert. Alleine die Bindung der Inlandswährung an den US-Dollar bewirkt, dass sich das Handelsungleichgewicht nicht in den Wechselkursen niederschlagen kann. Eigentlich müsste der US-Dollar an Wert verlieren, so wie dies gegenüber dem Euro auch geschieht, und dadurch würden Waren aus China in den USA automatisch teurer. Eine Forderung nach Freigabe des Wechselkurses habe ich von Trump jedoch noch nicht gehört. Er versteht solche einfachen Zusammenhänge nicht und sein neuer TV-Moderator wird wohl ebenso nichts gelernt haben bevor er Trumps Wirtschaftsberater wurde. Man muss den Chinesen schon mit korreken Argumenten kommen und nicht mit der Faust um was zu erreichen. Im gleichen Zusammenhang kann man sagen, dass diese Probleme zwischen den USA und Europa nicht existieren, wie man an der Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro von gut 20% binnen eines Jahres erkennen kann. Im Handel wirkt sich das genau so aus wie 20% Zoll, nur das es eben kein Zoll ist, sondern eine normale Anpassungsreaktion des Marktes.

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Beat Adler 15.03.2018, 10:07
26. Trump starrt auf die Handelsbilanz wie ein Kaninchen auf die Schlange.

Trump starrt auf die Handelsbilanz wie ein Kaninchen auf die Schlange.

Handel ist nur ein Teil der Wirtschaft. Sehr viel Geld fliesst zwischen Staaten, genauer den Firmen der Staaten und den Konsumenten der Staaten, hin und her, OHNE dass davon etwas in der Handelsstatistik auftaucht, vom Zoll nicht erfasst wird, damit auch nicht als Posten in die Handelsbilaz einfliesst.

Wer verdient wohl mehr: Der Produzent oder der Besitzer der Patent -und Markenrechte? Dazu kommen die Kosten der Produzenten im Bereich Umwelt: Alles, was sich anfassen laesst, hinterlaesst bei der Fakrikation gasfoermige, fluessige und feste Abfaelle. Nach China ausgesourced ist doch wunderbar. Oder etwa nicht?

Warum haben US Firmen ausserhalb der USA ueber 5'000 Milliarden $ investiert? Was passiert wohl mit diesen Investitionen, wenn Trump tatsaechlich einen Handelskrieg vom Zaun bricht? Wer ist dann staerker und maechtiger, die US Firmen oder der voruebergehende Hausherr im Weissen Haus?
mfG Beat

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hardy.stiefel 15.03.2018, 10:09
27. Handelskrieg ist auch Krieg

Und Trump warnte doch vor H. Clinton als Kriegstreiberin.Jetzt ist er derjenige, der den Handelskrieg vom Zaun bricht. "Arrest Trump" könnte die Antwort sein. Ich glaube nicht, dass Trump die Komplexität China verstanden hatte. Er hat ja auch keine Immobilien in Peking. Da ist Taiwan, die Marine-Aktivität im südchinesischen Meer, auch sind die Pole noch zu erwähnen, in welchen China eine immer größere Rolle spielt. China weiß aber auch, dass sie die Werkbank der USA und auch in Teilen der EU ist. Daher auch die chin. Bestrebung, unabhängig davon zu werden und als alleiniger Lieferant aufzutreten. Den Weg dazu hat sich China aber selbst massiv erschwert. Durch fehlenden Internetzugang, Austausch von Studenten usw. kommt der Wissenstransfer ins Stocken oder zum Stillstand. Nachteil China, die so abgehängt werden. Aber das ist auch nur eine Frage der Zeit, bis sich die pragmatischen Chinesen etwas einfallen lassen. Das "fernöstliche TTIP" ist ein großer Schritt dahin. Und die EU hat dieses in unendlichen Diskussionen verspielt.

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wolfi55 15.03.2018, 10:11
28. 1 Milliarde am Tag

So viele US-Staatsanleihen kauft China. Wenn die das einige Tage aussetzen, dann muss die US-Regierung massiv die Zinsen erhöhen. Zusätzlich kann China sagen: Wer kauft kriegt mit uns Ärger. Dann wagt es kaum noch jemand, diese Anleihen zu kaufen und Trump geht binnen Tagen das Geld aus. Weil auch im Nahen Osten sind die Chinesen weitaus beliebter wie die USA. Deren Regime ist denen nämlich näher. Und auch die warten nur auf eine Gelegenheit, die Amis ein bisschen zurecht zu stutzen.

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nojoe 15.03.2018, 10:11
29. Vielleicht schafft Trump doch etwas

Mich verwundert, wie auch hier im Forum das massive chinesische Staatsdumping verharmlost oder geleugnet wird. Mittlerweile haben es auch viele Wirtschaftsvertreter in diesem Land verstanden, die mittlerweile offen die Kampagnen gegen Unternehmen aus dem Westen sowie den Technologietransfer als Gefahr bezeichnen.
Die de-facto Legitimation der alleinregierende Partei des übrigens wirtschaftlich gar nicht mal so robusten Staates China, einem wahrlich orwellschen Unrechtsstaat, ist einzig das Wirtschaftswachstum. Deutschland und die USA halten so seit Jahrzehnten die Partei dort an der Macht und verhindern demokratische Reformen. Hoffentlich endet das jetzt, bevor China endgültig übernimmt.

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