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US-Waffenhersteller: Traditionsfirma Colt droht die Pleite
REUTERS

Bei Colt denken viele an den Wilden Westen und Ritte in den Sonnenuntergang. Doch die Realität sieht nüchterner aus: Der US-Waffenhersteller steht einem Bericht zufolge vor der Pleite.

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Atheist_Crusader 11.06.2015, 10:35
30.

Zitat von totak
Das M4 basiert auf einer Entwicklung der Fa. Armalite von 1957, da lässt sich kaum mehr was rausholen. Im Übrigen steht das Kaliber .223 in der Kritik. Die Schwächen dieses Kalibers traten in Afghanistan offen zutage: kein Punch, empfindlich gegen Seitenwind, ja selbst hohes Gras oder Blätter lenken die Geschosse ab, ineffizient ab 150 m, etc. .. In näherer Zukunft wird wieder auf größere Kaliber Rückgriff genommen (Mein heißer Kandidat: Cal. 300 AAC Blackout).
Das sieht man ja schon mit der Rückkehr des 7,62x51mm NATO, etwa in den abgestaubten M14 und den neueren FN SCAR-H oder HK417. Die haben zwar auch ihre Nachteile, aber in Umgebungen wie den Ebenen und Bergen Afghanistans überwiegen die Vorteile.

Meiner Wahrnehmung nach wird es allerdings eher auf ein Hybridkaliber zwischen 5,56 und 7,62 rauslaufen. Zum Beispiel 6,8mm Remington.

Oder gibt es schon eine serienreife Waffe, die .300 AAC Blackout verwendet? Ich hab in der Richtung noch nichts gehört, aber ich bin da auch gerade nicht völlig up to date.

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thomas.b 11.06.2015, 10:44
31.

Zitat von Setit
...an der Pleite ist vor allem die US-Armee. Nachdem Colt lange Zeit die Armalite-basierten AR-15, M-16 und M-4 herstellen und liefern durfte, hat diese 2009 das M-4 zu Ihrem.....
Das ist durchaus interessant, danke für Hintergrundinfos.

Ich frage mich, ob das nicht auch anderen Zulieferern drohen könnte. Lockheed, General Dynamics und wie sie alle heißen.

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sucramotto 11.06.2015, 10:55
32. Dann eben eine andere

Wer glaubt, dass durch die Insolvenz von Colt auch nur eine Waffe weniger produziert und verkauft wird, glaubt auch an den Weihnachtsmann! Hier zeigt sich einmal mehr, dass ein Großteil der Foristen Null Ahnung von Wirtschaft hat. Und einer Firma die Insolvenz zu wünschen oder diese gutzuheißen gehört sich schon gar nicht. Immerhin arbeiten dort ganz normale Menschen wie in anderen Branchen auch, die jetzt erstmal ihren Job verlieren. Wüsste nicht, was es da zu feiern gibt.

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pigtime 11.06.2015, 10:57
33.

Zitat von totak
In der Praxis ist die PPK im Kaliber 9mm nach wie vor eine sehr gute Waffe zum verdeckten Tragen, weil sie sehr flach und verhältnismäßig leicht ist. Außerdem ist sie ausgesprochen zuverlässig und leicht zu reinigen, weil sie aus nur wenigen Teilen besteht.
Auch so ein Ding; der Mythos des angeblichen Überkalibers .45 ACP hat sich inzwischen auch fast vollständig aufgelöst. Bis auf wenige Ausnahmen ist das inzwischen ein reines Sportschützenkaliber.
Der Erfolg von 9x19 dürfte auch seinen Anteil an der Pleite von Colt haben!

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Das Grauen 11.06.2015, 10:59
34. Von inkompetenten Besitzern ruiniert.

Bei Bloomberg gibt's eine ausführliche Schilderung, was da alles seit der Gründung schief gelaufen ist:
http://www.bloomberg.com/bw/articles/2014-05-29/colts-curse-gunmakers-owners-have-led-it-to-crisis-after-crisis#p1

Schon überraschend, daß der international wohl bekannteste Waffenhersteller schon immer mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, und das in den waffenverrückten USA! Besonders tragisch, die Episode 1997, als Colt sich für sicherere Waffen einsetzte und dafür von der mächtigen NRA geächtet wurde. Zeigt mal wieder deutlich die paranoide Haltung vieler Waffennarren und daß denen die Sicherheit völlig egal ist.

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Koda 11.06.2015, 11:17
35.

war der Böse...
es könnte also durchaus sein, dass die Bösewichter der James Bond-Reihe Produkte der Fa. Colt nutzten und von Jamres bond mti seiner Walter PPK umgelegt wurde.

Vielleicht ist das ein Grund für schlechten Absatz in den USA: nutze einen Colt und Du wirst von einem Anhänger König Georges umgelegt.

(Ja ich weiß: König George ist schon gut 200 Jahre tot.)

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totak 11.06.2015, 11:21
36.

Zitat von Atheist_Crusader
Das sieht man ja schon mit der Rückkehr des 7,62x51mm NATO, etwa in den abgestaubten M14 und den neueren FN SCAR-H oder HK417. Die haben zwar auch ihre Nachteile, aber in Umgebungen wie den Ebenen und Bergen Afghanistans überwiegen die Vorteile. Meiner Wahrnehmung nach .....
Es gibt Wechselläufe für Waffen der AR-Serie (M16, M4) Anscheinend muss man nur die Läufe wechseln, selbst die Magazine bleiben gleich (fragen Sie mich nicht wie das geht). .300 AAC Blackout geht in Kaliber und Ladung mit 7,62 x 35 mm eher wieder in Richtung des im Stgw. 44 verwendeten Kalibers 7,92 x 33 mm, also der ersten serienmäßig hergestellten Kurzpatrone. Die (lange) Patrone 7,62 x 51 mm NATO hat für Sturmgewehre in Zukunft keine Bedeutung mehr. Angeblich hat Heckler & Koch bereits etliche HK416 auf .300 AAC Blackout für interne Tests umgerüstet. Aber das ist nur Hörensagen...

Einfach mal .300 AAC Blackout in Youtube eingeben.

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totak 11.06.2015, 11:25
37.

Zitat von pigtime
Auch so ein Ding; der Mythos des angeblichen Überkalibers .45 ACP hat sich inzwischen auch fast vollständig aufgelöst. Bis auf wenige Ausnahmen ist das inzwischen ein reines Sportschützenkaliber. Der Erfolg von 9x19 dürfte auch seinen Anteil an der Pleite von Colt haben!
Bei der .45 ACP gibt es ja auch genug Berichte, dass die GIs im 2. Wk, damit kaum getroffen hatten, weil der Rückstoß für Ungeübte nicht in den Griff zu bekommen war. Wie überkommen das Kaliber (und die Waffe) ist, zeigt sich in der Tatsache, dass die Ausschreibung (vor dem 1. Wk.!) der US-Army damals gefordert hatte, dass man eine Waffe mit einem Kaliber benötigt, die die Pferde der gegnerischen Kavallerie zuverlässig mit einem, bzw. mit wenigen Schüssen zu töten vermag.

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Rockaxe 11.06.2015, 11:52
38. Stimmt

Zitat von totak
Das M4 basiert auf einer Entwicklung der Fa. Armalite von 1957, da lässt sich kaum mehr was rausholen. Im Übrigen steht das Kaliber .223 in der Kritik. Die Schwächen dieses Kalibers traten in Afghanistan offen zutage: kein Punch, empfindlich gegen Seitenwind, ja selbst hohes Gras oder Blätter lenken die Geschosse ab, ineffizient ab 150 m, etc. .. In näherer Zukunft wird wieder auf größere Kaliber Rückgriff genommen (Mein heißer Kandidat: Cal. 300 AAC Blackout). Colts eigentliches Problem ist, dass, bedingt durch den hohen Konkurrenzdruck, sich an militärischen Handfeuerwaffen kaum Geld verdienen lässt (das gleiche Problem, das HK auch hat). Die Ausschreibungen sind gnadenlos, die Qualität der Waffen vergleichbar. Bei den Faustfeuerwaffen fehlt Colt eine Automatikpistole, die auf der Höhe der Zeit ist. Bei der US-Army wird bereits seit 1982 die Beretta 92F statt des Colt Government M1911 genutzt. Colt begnügt sich seit Jahren damit, immer neue Ableitungen aus der M1911 herauszubringen, das genügt einfach nicht. In den USA hat die Fa. Glock hier die Nase deutlich vorne, mit wesentlich moderneren Automatikpistolen. Revolver sind auch auf dem absteigenden Ast, da der Preisvorteil ggü. Automatikwaffen stetig abgenommen hat und die Ladekapazitäten von Automatikwaffen weit über der von Revolvern liegen.
alles, aber einen unbestrittenen Vorteil hat ein Revolver gegenüber einer Pistole, eine einfachere und damit weniger anfällige Mechanik. Sollte die Trommel bei Double-Action Modellen mal wirklich nicht weiterbewegt werden, ist ein solches Teil immer noch als Singel-Action Waffe zu verwenden. ;-)

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totak 11.06.2015, 12:19
39.

Zitat von Rockaxe
alles, aber einen unbestrittenen Vorteil hat ein Revolver gegenüber einer Pistole, eine einfachere und damit weniger anfällige Mechanik. Sollte die Trommel bei Double-Action Modellen mal wirklich nicht weiterbewegt werden, ist ein solches Teil immer noch als Singel-Action Waffe zu verwenden. ;-)
Sie haben Recht. Revolver sich wesentlich einfacher und, spätestens seitdem man sie auch zuverlässig fallsicher gemacht hat, in den Hände von wenig geübten Privatleuten sicherer. Allerdings gilt in den USA auch hier die Devise "mehr ist besser". Mittlerweile gibt es Automatikpistolen mit 17-Schuss Magazinen, da kommen Revolver mit 5-7 Schuss Trommelkapazität nicht nach. Auch Speedloader sind keine Alternative, da das schnelle Nachladen mit ihnen viel Übung verlangt. Revolver werden ihre Nische vorwiegend bei Sportschützen behalten, u.A. weil man mit sehr unterschiedlicher Munition schießen kann, z.B. mit der günstigen .38 Wadcutter Munition zum Scheibenschießen oder auch weil Revolver im Cal. 357 Mag abwärtskompatibel zum Cal. 38 sind. Eine weitere Nische besteht für Jäger, als Handwaffe für die Nachsuche in dichtem Gestrüpp und als Fangschusswaffe, da man Revolver ungesichert tragen kann. Militärisch haben sie seit der Ausmusterung der letzten Webley Revolver durch die britische Arme ausgedient.

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